SCHUFA-Auskunft - alle wichtigen Infos und Tipps Was ihr wissen solltet und wir ihr sie kostenlos bekommt Artikel vom 08.05.2012

Dass negative SCHUFA-Einträge Geschäftspartner, Vermieter und Versandhäuser abschrecken und so das Leben erschweren können, ist bekannt. Doch wie kommen diese Einträge zustande, welche Daten werden gespeichert und wofür braucht ihr eine SCHUFA-Auskunft? Wie die SCHUFA arbeitet, wie ihr an eine (kostenlose) SCHUFA-Selbstauskunft kommt und wann negative Einträge gelöscht werden - all das könnt ihr hier nachlesen.

SCHUFA-Auskunft - alle wichtigen Infos und Tipps

Was ist die SCHUFA?

Die SCHUFA Holding AG prüft die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen. Der Name leitet sich von der Gründungsbezeichnung als "Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung" ab. Ziel der SCHUFA ist es, kreditgebende Unternehmen vor Kreditausfällen der Kreditnehmer zu bewahren. Seit dem Jahr 1985 dürfen Kundendaten nur mit dem Einverständnis des jeweiligen Kunden an die SCHUFA weitergegeben werden ("SCHUFA-Klausel"). Von dieser Regelung ausgenommen sind Daten aus öffentlichen Bekanntmachungen wie beispielsweise eidesstattliche Versicherungen bei einer Zwangsvollstreckung, gerichtliche Schuldnerverzeichnisse sowie das Bestehen von Pfändungsschutzkonten.

In der Regel werden die Daten durch Banken und andere Unternehmen, mit denen ihr einen Vertrag abschließt, an die SCHUFA übermittelt. Gespeichert werden neben eurem Namen, dem Geburtsdatum, der aktuellen und früheren Adressen auch Merkmale eures Geschäftsverhaltens. Dazu gehört die Einhaltung der vertraglichen Absprachen ebenso wie auch Vertragsverletzungen bis hin zum Vollstreckungsverfahren. Gespeichert werden außerdem Angaben zu eventuellen Kredit- und Leasingverträgen, Giro- und Pfändungskonten, Kreditkarten, Telekommunikationsverträgen sowie Kundenkonten im Versandhandel.

Wofür braucht man eine SCHUFA-Auskunft?

Die SCHUFA kommt dann ins Spiel, wenn ihr beispielsweise ein Bankkonto eröffnen oder einen Handyvertrag abschließen möchtet. Vermieter verlangen ebenfalls immer häufiger eine positive SCHUFA-Auskunft, um sich gegen Mietausfälle abzusichern.

Einige Unternehmen wie beispielsweise Ebay nehmen die SCHUFA in Anspruch, um bei der Eröffnung eines Benutzerkontos die Identität des Nutzers zu überprüfen. Auch im Jugendschutz spielt die SCHUFA eine Rolle, da sie zum Beispiel Altersauskünfte erteilen kann, wenn ihr im Internet Alkohol, Tabak oder DVDs mit FSK18-Freigabe bestellen wollt.

Wie kommt man an eine kostenlose SCHUFA-Auskunft?

Jeder hat das Recht auf eine Auskunft über die eigenen Daten, die bei der SCHUFA gespeichert sind und auch darauf, diese gegebenenfalls korrigieren zu lassen. Einmal pro Jahr ist es möglich, sich kostenlos eine Datenübersicht zuschicken zu lassen. Die Formulare für die kostenlose SCHUFA-Auskunft findet ihr online bei MeineSchufa.

Wer darüber hinaus Einblick in seine gespeicherten Daten erhalten möchte, kann dies über die kostenpflichtige „Bonitätsauskunft“ und „Auskunft online“ tun. Letztere ist euer Online-Zugang, der euch einmalig 18,50 Euro kostet und wo ihr sämtliche gespeicherten Informationen über euch in eurem MeineSchufa-Konto einsehen könnt. Die Bonitätsauskunft kostet ebenfalls 18,50 Euro und besteht aus zwei Dokumenten: Ihr erhaltet eine Auskunft mit allen über euch gespeicherten Informationen für eure persönliche Verwendung und außerdem eine Auskunft mit den relevanten Daten für eure Geschäftspartner.

Interessant ist, dass derzeit eine Aktion läuft, bei der ihr beim Kauf einer Bonitätsauskunft einen kostenlosen Online-Zugang dazu erhaltet. Auf diese Weise bekommt ihr den dauerhaften Einblick in die gespeicherten Daten gratis zur Bonitätsauskunft dazu.

Wenn über euch unrichtige Informationen gespeichert sind, könnt ihr euch an das Verbraucherservicezentrum in Hannover oder an das SCHUFA-Verbraucherservicetelefon wenden.

Postadresse:

SCHUFA Holding AG
Postfach 56 40,
30056 Hannover

SCHUFA-Verbraucherservicetelefon: 01805 - 724832 (14 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz)

Was sagt der SCHUFA-Score aus?

Jedem Bürger wird von der SCHUFA ein Score zwischen 1 und 100 zugeordnet, der eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls bei diesem Bürger geben soll. Ein niedriger Wert steht dabei für eine statistisch hohe Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls. In den Score fließt unter anderem die Anzahl eurer Bankkonten und Wohnungswechsel ein.
Es wird unterschieden zwischen dem Basis-Score und dem Branchen-Score. Das Basis-Score wird alle drei Monate neu berechnet und liegt zwischen 0 und 100 Prozent, wobei ein hoher Wert für eine gute Kreditwürdigkeit des Verbrauchers spricht. Die Branchen-Scores dagegen werden täglich neu und individuell nach Branche berechnet. Hier wird beispielsweise zwischen den Scores, die an Banken, Telekommunikationsunternehmen und den Versandhandel weitergegeben werden, unterschieden und es gibt auch einen Score für Freiberufler und Kleingewerbetreibende.

Auch eine Auskunft über euren SCHUFA-Score könnt ihr verlangen und sogar der Ermittlung und Weitergabe des eigenen Scores schriftlich bei der SCHUFA widersprechen.

Wann müssen negative Einträge gelöscht werden?

In der Regel werden die Daten spätestens drei Jahre nach der Begleichung offener Forderungen und der Rückzahlung von Krediten gelöscht. In einigen Fällen wie bei minderjährigen Schuldnern oder Summen unter 1000 Euro, die innerhalb eines Monats gemeldet und zurück gezahlt werden, können die Daten auch umgehend gelöscht werden.

Informationen zu eurem Kreditkarten- oder Girokonto werden nach Auflösung des Kontos gelöscht. Anfragen (beispielsweise zur Eröffnung eines Girokontos) werden nach einem Jahr gelöscht.

Indem ihr euch eine SCHUFA-Selbstauskunft einholt, die einmal pro Jahr kostenlos ist, könnt ihr kontrollieren, ob die gespeicherten Daten korrekt und aktuell sind.

Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Bei vielen Gelegenheiten rund um eure Finanzen wie der Eröffnung eines Girokontos, der Finanzierung eines Autos oder bei einem Mobilfunkvertrag ist automatisch auch die SCHUFA im Spiel. Mit eurer Unterschrift unter der SCHUFA-Klausel erklärt ihr euer Einverständnis, dass die Daten gespeichert werden. Doch ihr müsst das nicht einfach unwissend hinnehmen, denn laut Gesetz steht euch zu, Einblick in die über euch gespeicherten Daten zu nehmen - und das sogar einmal im Jahr kostenlos.

Solltet ihr dann falsche oder veraltete Angaben entdecken, dann könnt ihr Widerspruch einlegen und eure Daten korrigieren lassen. Das ist wiederum wichtig, um eine positive Einschätzung eurer Person als Kreditnehmer sicherzustellen.

Mei aus der SPARWELT-Redaktion

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