Bildung in Berlin

 

 

Ausbildung und Weiterbildung in Berlin

Die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten in Berlin bietet eine quasi freie Auswahl. Sich für den richtigen Weg zu entscheiden, ist nicht immer einfach, aber Berufsberatungen und Ratschläge können die Berufsorientierung vereinfachen. Zudem bietet Berlin mit zahlreichen Einrichtungen stets die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Auch bereits Berufstätige werden dabei auf vielfältige Weise unterstützt und gefördert. Egal, ob als Gasthörer oder im Teilzeitstudium, die Türen zur Fortbildung stehen offen.

 

Die erste Orientierung – Berufsberatung und Messen rund um Ausbildung und Beruf

Vielen fällt es schwer, sich in jungen Jahren auf einen Beruf festzulegen. Doch wer sich bereits sicher ist, kann mit dem richtigen Studiengang oder der passenden Ausbildung bereits die Weichen in Richtung Traumberuf stellen. In einigen Fällen können Berufstests im Internet für mehr Klarheit bei der Berufswahl sorgen.

 

Tipps von Joanna, Magazin Jobmensa

 

Behalte deine Arbeitszeit im Blick! Es darf während der Vorlesungszeit nur maximal 20 Stunden die Woche gearbeitet werden, auch wenn du bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt bist. Ausnahme: Fast 26 Wochen (181 Kalendertage) lang darfst du als Werkstudent mehr als 20 Wochenstunden arbeiten im Jahr. So ist z.B. in den Semesterferien auch Vollzeit drin, was dann je nach Job richtig gutes Geld bedeuten kann! Aber Vorsicht bei der Krankenversicherung! Bist du als Werkstudent über die Familie krankenversichert, so gilt dies nur so lange, bis dein monatlicher Verdienst zum 3. Mal in Folge 450 Euro übersteigt. Ab diesem Zeitpunkt musst du dich selbst krankenversichern.


Eine gute Nachricht zum Thema Urlaub: Als Werkstudent hast du, wie jeder andere Arbeitnehmer, Anspruch auf bezahlten Urlaub. Je nach Stundenzahl stehen Werkstudenten im Schnitt 12 Tage Urlaub pro Jahr zu, dies hängt aber von der Anzahl der Tage und Stunden ab die du arbeitest. Genaueres steht in deinem Werkstudenten Arbeitsvertrag. Du kannst dir deinen Urlaub übrigens nicht auszahlen lassen. Hier gibt es wenige Ausnahmen, z.B. wenn du krank warst und du deinen Urlaub vor Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses nicht mehr nehmen kannst.

Quelle: Joanna von https://magazin.jobmensa.de

 

Berufsberatungen

Für alle anderen kann das Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit Berlin sehr hilfreich sein. Anders als das Berufsorientierungsprogramm, das bevorzugt auf Schüler ausgerichtet ist, werden hier vor allem Abiturienten und Studenten beraten. Während eines vorab vereinbarten Termins werden umfangreiche und detaillierte Informationen bezüglich der Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung geboten. Die Darstellung unterschiedlicher Berufsbilder und welche Anforderungen für diese meistens verlangt werden, kann vielen jungen Menschen helfen, ihre Auswahl zumindest einzugrenzen. Nicht nur wer schon einen Hochschulabschluss besitzt, kann dieses Angebot nutzen, das Amt hilft auch bei der Studienorientierung. Bereits das Ausschließen von bestimmten Arbeitsbereichen und Fachrichtungen bringt einen näher an eine Entscheidung heran. Am Ende kann dieser Schritt von niemandem abgenommen, dafür aber durch die richtige Berufsorientierung erleichtert werden.

 

Jobmessen und Ausstellungen rund um Ausbildung und Studium

Schnell steht eine Entscheidung an – Studium oder Ausbildung? Und in welche Richtung soll es genau gehen? Messen rund um Bildung und Beruf in Berlin sind eine hervorragende Gelegenheit, sich genauer zu erkundigen. Insbesondere wenn bereits ein Fachbereich ins Auge gefasst wurde, helfen Gespräche mit den Vertretern unterschiedlicher Einrichtungen und Unternehmen die Wahl einzugrenzen. Wem eine praxisbezogene Ausbildung am Herzen liegt, der kann auf solchen Jobmessen Kontakte knüpfen und sich über die vielzähligen Möglichkeiten informieren. Potenzielle Arbeitgeber freuen sich hier auf den direkten Kontakt mit möglichen Bewerbern. Solche Messen sind meist kostenlos. Für alle, die sich für ein klassisches Hochschulstudium entscheiden, helfen persönliche Gespräche, genauere Informationen zu den Einrichtungen und angebotenen Studiengängen zu erhalten. Zusätzlich zu diesen Veranstaltungen ist auch der Studienführer der Arbeitsagentur hilfreich. Dieser ist als Buch erhältlich oder auf studienwahl.de zu finden.

 

Weitere Hilfen zur Berufsorientierung

Weitere Informationen können auf der Internetseite der IHK-Lehrstellenbörse eingeholt werden. Zu unterschiedlichen Studiengängen und Ausbildungen lassen sich viele Details direkt auf den Seiten der Universitäten finden. Und auch der Deutsche Bildungsserver führt genaue Listen unterschiedlicher Studienführer und Vergleichsseiten für die Berufsorientierung. Zudem werden hier fachbezogene Überblicke zum deutschen Bildungssystem geliefert.

 

 

 

 

Der richtige Einstieg in die Berufswelt

Trainee erster Tag
Credit: iStock/laflor

Junge Menschen bereiten sich meistens jahrelang auf den heiß ersehnten Berufseinstieg vor. Doch welche Möglichkeiten bieten sich eigentlich, um den geeigneten Job zu finden? Heutzutage gibt es immer mehr Optionen für Studierende in die jeweilige Branche einzusteigen, doch gleichzeitig werden die Ansprüche immer höher. Ein regelrechter Konkurrenzkampf ist entfacht. Deshalb ist es für Neueinsteiger besonders wichtig, sich von der Masse abzuheben und dabei sich selbst treu zu bleiben. Vielleicht spricht man eine exotische Fremdsprache oder engagiert sich ehrenamtlich in verschiedenen Einrichtungen.

Erwartet werden zudem immer mehr praktische Erfahrungen, was gerade für Studenten direkt von der Uni meist schwierig zu erlangen ist. Wer es zeitlich unterbringen kann, sollte auf jeden Fall noch während der Studienzeit Praktika und Studentenjobs absolvieren, die thematisch passend zum späteren Berufswunsch sein sollten. So werden wertvolle Erfahrungen für den Berufseinstieg gesammelt, die später bei Bewerbungen ausschlaggebend sein können. Wie wichtig solche Erfahrungen sind, hängt natürlich auch von der Branche ab. Für Ingenieure kann ein Praktikum einen guten Einblick in die Arbeitswelt geben, ist aber nicht unumgänglich. Für den Berufswunsch Journalist hingegen sind erste praktische Erfahrungen für jede Bewerbung ein Muss.

Schon während des Studiums – arbeiten als Werkstudent

Immer beliebter werden auch Stellen als Werkstudent. Voraussetzung ist hierbei lediglich eine Immatrikulation an der Hochschule, praktische Erfahrungen sind nicht immer notwendig. Diese Beschäftigung ermöglicht es, neben einem kleinen Verdienst für Studierende durch entsprechendes Mentoring praktische Fähigkeiten zu erlangen und zugleich Kontakte in der Branche zu knüpfen. Diese zusätzlichen Leistungen sind den Aufwand auf jeden Fall wert. Es ist daher zu empfehlen, sich bereits vor dem Abschluss nach Einstiegsmöglichkeiten umzuschauen und möglicherweise auch mit dem Thema der Abschlussarbeit ein Zeichen zu setzen. Solche Bemühungen zeigen Interesse und Engagement, was bei Arbeitgebern stets gut ankommt.

 

Nach dem Studium direkt einsteigen

Nach dem Hochschulabschluss gibt es mehrere Möglichkeiten für Absolventen, in einen Beruf einzusteigen, wobei der direkte Weg der unkomplizierteste ist. Auf die Bewerbung folgen ein Gespräch und hoffentlich eine Zusage. Dann gilt es nur noch die Probezeit zu überstehen. Einige Unternehmen übernehmen auch Praktikanten oder Werkstudenten, wenn die Leistungen stimmen. Wer sich für ein duales Ausbildungsprogramm entschieden hat, muss sich um diesen Schritt meist keine Sorgen machen, da die Übernahmechancen recht hoch oder teilweise garantiert sind. Schließlich werden die Hochschulausbildungen im eigenen Betrieb als Investition für gutes Personal betrachtet.

 

Volontariat und Traineeship

Für Absolventen einer Hochschule erweisen sich auch Volontariats- und Trainee-Stellen als besonders geeignet. Ein solches Traineeship verläuft nach einem genau vorgezeichneten Plan. Der Trainee oder Volontär durchläuft meist alle wichtigen Abteilungen eines Unternehmens und bekommt so einen umfassenden Einblick. Die professionelle Einarbeitung im Rahmen eines Mentorings soll den Einsteiger auf spätere Positionen vorbereiten. Natürlich ist eine Beschäftigung in diesem Sinne mit äußerst hohen Anforderungen an den Trainee verknüpft, bietet zugleich aber hervorragende Perspektiven für Berufseinsteiger. Ein paar Tipps für diesen Einstieg und die richtige Bewerbung gibt es hier.

 

Erste Berufserfahrung sammeln

Viele sind sich selbst nach dem Hochschulabschluss noch nicht ganz sicher, in welche Richtung es gehen soll. Ihnen hilft es, in unterschiedliche Bereiche und Branchen hinein zu schnuppern und die Ratschläge eines Mentors anzunehmen. Zeitarbeit kann dafür gut geeignet sein und eine wertvolle Orientierungshilfe bieten. Auch eine befristete Beschäftigung kann für Unentschlossene der richtige Weg sein, um herauszufinden, was man wirklich möchte. Meist dauert ein solches Arbeitsverhältnis ein bis zwei Jahre, wobei anschließend eine Möglichkeit auf Festanstellung besteht.

Ist der Berufsweg vielleicht doch nicht der Richtige, sollte dringend etwas dafür getan werden, dass sich dies ändert. Selbst Umschulungen können in Betracht gezogen werden, wenn klar wird, dass beispielsweise die Werbebranche doch nichts für einen ist. Wenn es nicht auf Anhieb mit dem Traumjob klappt – nicht aufgeben. Reichen die praktischen Erfahrungen nicht aus, ist es keine Schande, noch ein Praktikum einzulegen. Hartnäckigkeit, Interesse und Engagement sind angebracht, denn nur so kann man sich Stück für Stück den Weg zum Traumjob erarbeiten.

 

 

 

 

Weiterbildung für Berufstätige in Berlin: Universitäten & Co.

 

Junge Frau Computer
Credit: iStock/nimis69

Nicht nur wer frisch aus der Schule kommt, kann sich aus- oder weiterbilden lassen. Für bereits Berufstätige bieten daher einige Universitäten und Hochschulen die Möglichkeit an, ein zusätzliches Hochschulstudium oder eine Umschulung zu absolvieren. Unterschiedliche Programme und Unterstützungen vereinfachen das.

 

Mit der GasthörerCard in die Vorlesung

Mit einer GasthörerCard können alle Neugierigen und Wissenshungrigen Vorlesungen und Seminare aus allen Fachbereichen der jeweiligen Universität besuchen. Auch ein spezielles Kurs-Angebot für die Inhaber wird geboten: Das Weiterbildungszentrum der Freien Universität Berlin bietet zum Beispiel eine Vielzahl kunstgeschichtlicher Kurse speziell für die Gasthörer an.

 

Ein Studium neben dem Beruf – Teilzeit studieren und Zuschüsse erhalten

Wer nicht nur vereinzelt Veranstaltungen besuchen möchte, kann als Berufstätiger auch die staatliche Bildungsprämie in Anspruch nehmen. Diese soll Arbeitende in ihrer Bildung und Weiterbildung mit Zuschüssen unterstützen. Nach einem kurzen Beratungsgespräch lassen sich mit dem sogenannten Prämiengutschein weiterbildende Seminare und Veranstaltungen im Wert bis zu 1.000 Euro finanzieren, vorausgesetzt man ist mindestens 25 Jahre alt und erwerbstätig. Eine weitere Möglichkeit bietet der Spargutschein, über den kostenintensivere und längerfristige Ausbildungsprogramme unterstützt werden und der auch von vielen anerkannten Hochschulen akzeptiert wird.

Da Arbeitnehmer kaum die Zeit für ein Vollzeitstudium finden werden, ist Studieren in Teilzeit eine hervorragende Alternative. Grundsätzlich kann jeder Studiengang auch in Teilzeit studiert werden, es sei denn die spezifische Studienordnung schließt dies ausdrücklich aus. Meist ist das jedoch nur bei Master-Studiengängen der Fall.

Eine solche Alternative kann beantragt werden, wenn nebenher gearbeitet wird, aber auch andere Umstände, wie Kinder oder eine Schwangerschaft, berechtigen dazu, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen.

 

Bildungsurlaub – eine gute Möglichkeit der Weiterbildung

Eine weitere Variante für eine Weiterbildung während des Berufs stellt der Bildungsurlaub dar. Als Arbeitnehmer, egal welchen Alters, hat man einen rechtlichen Anspruch auf einen solchen, meist bezahlten Urlaub zur beruflichen oder politischen Weiterbildung. Dies gilt jedoch nur für die Teilnahme an vom Berliner Senat anerkannten Veranstaltungen. Generell besteht ein Anspruch auf zehn Urlaubstage innerhalb von zwei Jahren, zumindest bei einer Vollzeitbeschäftigung. Doch auch Auszubildende können sich für politische Weiterbildung freistellen lassen. Um eine solche Freistellung zu beantragen, reicht es aus, sich mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu setzen und ihm einen Anerkennungsbescheid der Veranstaltung vorzulegen. Natürlich ist es ratsam, dies so früh wie möglich zu tun, spätestens jedoch sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltung. Ein großes Angebot anerkannter Bildungsveranstaltungen in Berlin sind hier zu finden.

 

Der BerlinPass – Kultur und Bildung günstig erleben

Auch der BerlinPass kann bei der persönlichen Weiterbildung behilflich sein. Wer direkt nach dem Studium oder der Ausbildung keine Arbeit findet und Hartz IV, Sozialhilfe oder ähnliche unterstützende Leistungen vom Staat erhält, kann einen solchen Pass beantragen. Die Beantragung muss persönlich auf einem Berliner Bürgeramt vorgenommen werden, wobei ein Nachweis für die Berechtigung, beispielsweise ein Bescheid des Jobcenters oder Sozialamtes, verlangt wird. So soll es allen Berlinern, auch mit geringem Einkommen möglich sein, am sozialen Leben und der Kultur der Stadt teilzunehmen. Doch der BerlinPass kann auch für die persönliche Fortbildung genutzt werden. Hier bieten vor allem Volkshochschulen und Bibliotheken eine große Bandbreite an Kursen an. Für welche Angebote der BerlinPass eine Ermäßigung erwirken kann, lässt sich am besten bei den jeweiligen Einrichtungen erfragen.

 

 

Bild-Quellen:
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