Wohnen in Berlin, WGs Zwischenmiete und vieles mehr

 

 

Wohnen in Berlin

Viele Studienanfänger ziehen für ihr Studium in eine andere Stadt, weg von ihren Eltern. Ein sehr beliebtes Ziel ist natürlich die deutsche Hauptstadt, die ein enormes Angebot an Bildung und Freizeit zu bieten hat.

Gerade für Neuzugezogene stellt sich oftmals die Frage, welcher Berliner Bezirk denn nun zum neuen Heim werden soll. Und soll es eine Wohngemeinschaft, ein Wohnheim oder doch lieber die eigene Wohnung sein?

Zum Glück stehen in Berlin viele Wohnmöglichkeiten offen.

 

 

 

 

Neukölln, Mitte & Co. – Berlins Bezirke und Wohngegenden

^Haus Berlin
Credit: iStock/Robert Herhold

Ausziehen ist aufregend, vor allem wenn es in eine Stadt wie Berlin gehen soll. Es gibt viel zu entdecken und erkunden. Die Vielseitigkeit der Metropole lässt Langeweile gar nicht erst aufkommen. Und so ist natürlich auch die Auswahl der Wohngegenden groß. Ob Schöneberg, Spandau oder Charlottenburg: Wer sich für einen Bezirk entscheidet, sollte im Voraus einige Überlegungen anstellen. Die meisten haben keine große Lust, lange Strecken zu Arbeit und Universität zurückzulegen. Für sie gilt: Je kürzer die Wege, desto besser. Daher ist die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmittel oft ein wichtiges Kriterium bei der Wohnungssuche. Berlin hält aber auch Gegenden für Studenten bereit, die lieber im Grünen wohnen möchten.

 

Dahlem, Zehlendorf und Charlottenburg – Wohnen direkt an der Universität

Direkt am Campus der Freien Universität in Dahlem zu wohnen, kann sehr angenehm sein. Da es sich aber um ein recht teures Viertel handelt, kann es als Student mit geringem Einkommen durchaus schwierig sein, sich hier eine Wohnung oder ein Zimmer zu leisten. Dennoch ist die Nähe zur Universität ein großer Pluspunkt für die Gegend. Viele Berliner Studierende empfehlen auch die Bezirke Zehlendorf, Steglitz und Wilmersdorf, da diese noch immer nah am Campus gelegen sind und eine direkte Busverbindung besteht. Auch Friedenau bietet sich aufgrund der direkten Anbindung sowie ausreichender Supermärkte in Laufweite und einer großen Café- und Kneipenszene für Studenten an.

Für Studenten der Humboldt-Universität sind die Stadtteile Charlottenburg, Friedrichshain oder Moabit besonders gut gelegen. Hier finden sich viele Wohnmöglichkeiten in Fahrradweite des Campus. Neben dem etwas teureren Friedrichshain sind Moabit und Wedding inzwischen besondere Magnete für Studierende, da hier die Quadratmeterpreise günstig sind und beide Gebiete schöne Ecken haben. Auch viele Studenten der Technischen Universität haben sich diese Wohngegend ausgesucht. Die Preise in Charlottenburg, oder auch City West genannt, sind etwas höher, doch die weitläufigen Parkanlagen und die Vielzahl an Sporteinrichtungen machen das schnell wieder wett, wenn man Wert auf etwas Grün legt. Wer gerne weiter am Rand der Stadt im Grünen wohnen möchte, sollte sich auf jeden Fall nach guten Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundigen, denn an vielen Hochschulen sind Parkmöglichkeiten rar.

 

Neukölln – Hipster-Leben und nächtliches Vergnügen

Natürlich gehört auch Neukölln mit alternativer Szene und buntem Nachtleben zu den beliebtesten Vierteln. Nahe dem großen Park sammeln sich Künstler und Kreative zum Austausch. Die Mischung vieler Kulturen und die malerischen Kopfsteingassen gefallen besonders jungen Menschen. Ihren Teil tragen hierzu auch die niedrigen Mieten und Vintage-Läden mit Live-Musik bei. Viele Studenten mögen die Atmosphäre in dieser Gegend und kommen gerne in die Parkanlagen wie den Schulenburgpark oder den Britzer Garten, um einfach mal durchzuatmen.

 

Friedrichshain – zwischen Straßenkunst und Szenebars

Auch das Szeneviertel Friedrichshain zieht junge Bewohner geradezu an. In zentraler Lage versammelt sich ein reges Nachtleben. Die Gegend gilt als Zentrum der Berliner Kunst- und Alternativszene und ist daher bei vielen Studenten sehr beliebt. Die Mischung der unterschiedlichen Kulturen macht diese Wohngegenden zu etwas Besonderem. Auch Sehenswürdigkeiten wie die East Side Gallery und kleine Ruheoasen wie der Boxhagener Platz sind fußläufig zu erreichen.

 

Prenzlauer Berg – mitten im Studentenleben

Liebhaber von Altbauten werden sich im Prenzlauer Berg besonders zu Hause fühlen. Die hübsche Wohngegend im Berliner Bezirk Pankow scheint vor allem junge Familien und viele Studenten anzuziehen. An Cafés, Restaurants und Kneipen mangelt es hier nicht. Vor allem am Kollwitz- und Helmholtzplatz gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um den einen oder anderen entspannten Abend zu verbringen. Als Zentrum des kulturellen Lebens gilt die Kulturbrauerei, in der sich Kinos, Theater und Diskos befinden.

 

Berlin Mitte – zentraler geht’s kaum

Zwar ist Berlin Mitte nicht gerade studentenfreundlich wenn es um die Mietpreise geht, dafür hat es ganz andere Vorteile zu bieten. Besonders die kurzen Strecken zu allen wichtigen Knotenpunkten der Stadt ziehen viele Wohnungssuchende nach Mitte. Da dort besonders viele Büros, Cafés und Bars angesiedelt sind, eignet sich die Gegend vor allem für arbeitende Studenten. Zu den Highlights gehören hier außerdem viele Kunstgalerien, die das gehobene Ambiente unterstreichen. Entsprechend hoch sind meistens leider auch die Mietpreise. Doch manchmal spielt einem das Glück auch preiswerte WG-Zimmer in die Hand.

Natürlich sind WGs und Wohnungen in den zentralen Bezirken hart umkämpft. Wer nicht so viel Wert auf die Umgebung legt, kann im Westen der Stadt eine günstigere Unterkunft finden. Es kann manchmal eine Weile dauern bis das Richtige gefunden ist, doch mit ein wenig Neugier und Erkundungsfreude, findet jeder sicher seine passende Wohngegend.

 

Tipps von Wibke Werner, Berliner Mieterverein e.V.

 

Möchten Sie eine WG gründen, stellt sich die Frage, wer den Mietvertrag unterschreibt. Sie können den Mietvertrag als Hauptmieter unterschreiben und mit Ihren Mitbewohnern einen Untermietvertrag schließen. Vorher sollte Sie unbedingt die schriftliche Genehmigung des Vermieters zur Untervermietung einholen. Auch wenn einer Ihrer Mitbewohner die Miete schuldig bleibt, kann der Vermieter von Ihnen immer die volle Miete verlangen, denn Sie allein sind sein Vertragspartner. Möglich ist auch, dass alle Mitbewohner zusammen den Mietvertrag unterschreiben und Vertragspartner des Vermieters werden.

Dann haften alle für die Miete und können auch nur gemeinsam das Mietverhältnis kündigen. Möchte ein Mitbewohner vorher aus dem Mietvertrag entlassen werden, geht das nur mit Zustimmung des Vermieters und der übrigen Mitbewohner. Verweigert der Vermieter die Zustimmung zur Vertragsänderung, bleibt dann oft nur die Kündigung durch alle Mieter. Oder der ausziehende Mieter bleibt im Mietvertrag stehen, ist dann aber weiterhin haftbar für die Miete. Welche Lösung die bessere ist, hängt also immer von der konkreten Situation ab.

Quelle: Wibke Werner von www.berliner-mieterverein.de

 

 

 

 

Wohnungssuche in Berlin

Sobald der Zulassungsbescheid ankommt, geht es für viele angehende Studenten darum, eine Wohnmöglichkeit in Berlin ausfindig zu machen. In Zeiten des Internets gestaltet sich die Suche nach Angeboten recht leicht. Verschiedene Immobilien-Plattformen bieten einen guten Überblick über die zahlreichen Angebote. Doch Mieten in Berlin können je nach Lage enorm hoch sein. Man sollte sich von Beginn an überlegen, wie man gerne wohnen möchte und sich realistische Preisvorstellungen setzen. Wie viel Wohnfläche soll es sein, wie viele Zimmer werden gebraucht und darf es gerne auch mit Balkon sein? Mit ausführlichen Beschreibungen und Bildern lässt sich eine Vorauswahl treffen – egal, ob WG oder eigene Wohnung. Doch erst eine persönliche Besichtigung und ein Gespräch mit dem Vermieter können einem letztendlich zu den eigenen vier Wänden verhelfen. Wer nicht bereits in Berlin wohnt, sollte hierfür definitiv die Reise auf sich nehmen, denn häufig hat der persönliche Eindruck auch einen großen Einfluss auf die Auswahl des Vermieters.

 

Geselliges Wohnen – WGs und Wohnheime

Mitbewohner WG
Credit: iStock/Willie B. Thomas

Für kontaktfreudige Menschen sind Wohngemeinschaften und Studentenwohnheime in ganz Berlin die ideale Wohnweise. WGs sind meist recht einfach zu finden und bieten oft ein gutes Verhältnis von Privatsphäre zu Geselligkeit. Zudem ist diese Option wesentlich günstiger als eine eigene Wohnung. Bei der Wohnungssuche sollte man besonders auf sein Bauchgefühl achten: Fühle ich mich in der Gegend wohl und werde ich mich mit den Mitbewohnern gut verstehen? Für viele ist ein gutes WG-Leben wichtig. Angespannte Verhältnisse zu Hause machen das Leben unnötig schwer. Deshalb sollte unbedingt auf das Zwischenmenschliche geachtet werden. Trotzdem muss auch die Wohnung selbst gefallen. Auch ausreichend Wohnfläche gehört zu den primären Faktoren der Auswahl. Nach ein paar Semestern bietet es sich auch an, eine neue Wohngemeinschaft zu gründen, da man bereits Kommilitonen kennenlernen konnte. Sich dann eine gemeinsame Wohnung zu suchen, verspricht meist sehr gute Wohngemeinschaften.Die wohl günstigste Wohnmöglichkeit sind die Studentenwohnheime. Ein Großteil dieser Einrichtungen wird vom Studentenwerk Berlin betrieben und ist in der ganzen Stadt verteilt. Angeboten werden Zimmer in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Grundrissen. Dabei steht hier vor allem ein gemeinschaftliches Wohnen im Vordergrund. Häufig teilen sich die Bewohner Bäder und Küchen. Wer zum Studium neu nach Berlin zieht, findet so sehr schnell Anschluss und knüpft Kontakte. Jedoch sind die Zimmer, vor allem solche mit Balkon, sehr schwer zu bekommen, da die Kapazitäten begrenzt sind. Deshalb sollte man sich stets zeitgleich anderweitig umsehen, wenn man auf einen Platz wartet.

 

Die eigene Wohnung

Ein Studentenleben kann turbulent und aufregend sein. Um zu Hause ein wenig Ruhe und Privatsphäre zu haben, ist für viele daher eine eigene Wohnung zur Miete die bevorzugte Lösung. Auf eigene Faust zu suchen, ist oft kein Problem. Über Kleinanzeigen oder Immobilien-Seiten ist es ein Leichtes, sich umzuschauen. Wer dabei Geld sparen will, sollte auf einen Makler verzichten. Denn wer einen beauftragt, muss Provision zahlen. Außerdem müssen unbedingt die Nebenkosten im Auge behalten werden, die oft direkt an den Vermieter gezahlt werden und den Mietpreis – besonders in Altbauwohnungen – schnell unerwartet in die Höhe schnellen lassen können. Generell kann stets nachgefragt werden, wie viel der Vormieter etwa gezahlt hat, um einen groben Überblick zu bekommen. Recht preiswert kann mit Gasheizungen mit einer sogenannten Brennwerttechnik oder Wärmepumpe geheizt werden. Viele Gasanbieter haben auch die Möglichkeit, die Kosten im Voraus online anhand der Wohnungsgröße zu schätzen. Hierauf kann bereits bei Besichtigungen geachtet werden.

Empfehlenswert ist es, bei Wohnungsbesichtigungen immer alle Unterlagen bereitzuhalten, das erfreut die Vermieter und hinterlässt einen guten Eindruck. Hierzu gehören beispielsweise die Schufa-Auskunft und oftmals eine Bürgschaft der Eltern. Hilfreich ist es auch immer, seine Kontakte zu nutzen. Wenn der Verwandte gerade einen neuen Mieter sucht, können sich so ganz einfach Türen öffnen.

 

Studentenapartments & Wohnungsgenossenschaften – gute Alternativen fürs Wohnen in Berlin

Sollte die Suche nach der richtigen Unterkunft erfolglos bleiben, gibt es auch noch private Anbieter von Studentenapartments, die zur Miete zur Verfügung stehen. Diese sind oft komfortabler und moderner ausgestattet als Wohnheime, so kann man beispielsweise mit Spreepolis direkt an der Spree wohnen. Preislich gesehen sind diese jedoch teurer. Dafür muss man sich keine Räumlichkeiten teilen und besitzt ein eigenes Bad sowie eine Küche. Häufig können auch Wohnungsbaugemeinschaften und Genossenschaften bei der Wohnungssuche behilflich sein. Bei einer Wohnungsgenossenschaft werden Anteile gekauft und eine Mitgliedschaft eingetragen, was günstiges Wohnen in attraktiven Stadtteilen ermöglicht. Allerdings hat man mit dem Erwerb der Anteile keine Garantie auf eine Wohnung. Studentenrabatte und eine spätere Ausbezahlung der Anteile bei einem Umzug sind meistens möglich.

 

Für zwischendurch – Zwischenmiete, Couchsurfing & Co.

Sollte die Wohnungssuche nicht gleich nach Wunsch verlaufen, gibt es einige Möglichkeiten, etwas Zeit zu überbrücken, bis das Richtige gefunden ist. Hostels sind gute und günstige Unterkunftsmöglichkeiten, zumindest für eine begrenzte Zeit. Aber auch Couchsurfing kann für einige Zeit funktionieren, und dabei wird zugleich ordentlich gespart. Wer mehr als ein paar Nächte unterkommen muss, kann auch ein Zimmer zur Zwischenmiete beziehen. Häufig ist der eigentliche Mieter gerade im Ausland, weshalb für eine beschränkte Zeit, meist zwischen ein bis sechs Monaten, etwas frei ist. Damit hat man genug Zeit, um sich nach einer festen Wohnmöglichkeit umzusehen. Auch wer selbst einen Urlaub oder ein Auslandssemester plant, kann sich nach einem Zwischenmieter umsehen. Das bietet großes Sparpotenzial, da ein Teil oder auch die gesamte Miete wieder eingenommen werden kann.

 

Tipps von Stefan Grob, Studentenwerke

 

Bezahlbarer Wohnraum wird für Studierende in vielen Hochschulstädten knapper und knapper, teilweise explodieren die Mieten, leider auch in Berlin. Man muss sich so früh wie möglich um eine Bleibe kümmern! Die günstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses ist und bleibt das Wohnheim des Studentenwerks, wobei „Heim“ als Begriff nicht mehr zutrifft: Das sind moderne, schöne, unschlagbar günstige Apartments. Auch hier gilt: rechtzeitig bewerben! Das geht bei den meisten Studentenwerken online. Ansonsten: rumfragen und Schwarze Bretter abgrasen – analoge und digitale, auch die Wohnraumbörsen der Studentenwerke für Privatvermieter.

Bildcredit: Foto: Kay HerschelmannQuelle: Stefan Grob von http://www.studentenwerke.de/

 

 

 

 

Umzug nach Berlin

Ist dann endlich eine Wohnung oder ein Zimmer gefunden, steht der große Umzug an. Um Kosten zu sparen, sind Eltern und Freunde die richtigen Umzugshelfer. Sollte dies aus irgendwelchen Gründen jedoch nicht möglich sein, müssen ein Umzugswagen und andere Helfer her. Auf Aushängen in der Uni oder auf Nebenjob-Portalen findet man manchmal Umzugshelfer, die nur eine kleine Aufwandsentschädigung verlangen. Auch Umzugsunternehmen geben oftmals Rabatte oder halten besondere Angebote für Studenten bereit, sodass der Umzug nicht vollkommen den Geldbeutel leert. Auch für Mietautos können Ermäßigungen ausgehandelt werden.Ist der Umzug dann geschafft, müssen noch einige Formalitäten erledigt werden. Besonders wichtig ist es, sich innerhalb von 14 Tagen nach dem Einzug bei der Meldebehörde umzumelden. Ein bereits zu Hause ausgefülltes Formular beschleunigt den Prozess vor Ort. Vorgelegt werden müssen außerdem ein Personalausweis oder Reisepass sowie eine Kopie des Mietvertrages. Und danach gilt es, bei allen wichtigen Einrichtungen die Adresse ändern zu lassen: Bei Versicherungen, dem Arbeitgeber und natürlich bei der Universität muss der aktuelle Wohnort hinterlegt sein.

 

 

Bild-Quellen:
junge-frau-museum:Ryan McGuire, kind-malen-kreide:istock.com/Halfpoint, buecher-bibliothek: istock.com/Wavebreakmedia, sparschwein-doktorhut: istock.com/artisteer, junge-frau-einkaufen: istock.com/sanjeri, junger-mann-studieren: istock.com/skynesher, junge-frau-zeichnen: istock.com/Geber86, glas-geld-sproessling: istock.com/tuk69tuk, studenten-zimmer-blau: istock.com/KatarzynaBialasiewicz