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Ambitioniert Fotografieren – welcher Kameratyp passt zu mir?

Ambitioniert Fotografieren – welcher Kameratyp passt zu mir?
Ambitioniert Fotografieren – welcher Kameratyp passt zu mir?

Spiegelreflexkameras, Systemkameras & Co. im Vergleich

Der Fotograf macht das Bild

Bevor ihr euch für den Kauf einer neuen Kamera entscheidet, solltet ihr euch darüber im Klaren sein: Die Technik ist immer nur ein Mittel zum Zweck. Zwar nehmen euch moderne Kameras auf Wunsch unzählige Einstellungen ab, doch etwas Entscheidendes können sie nicht leisten: Euch bei der Motivwahl und bei der Bildgestaltung helfen. Wollt ihr merklich bessere Fotos machen, kann euch eine hochwertige Kamera dabei immer nur unterstützen – ihr solltet hingegen die Bereitschaft mitbringen, euch mit den Grundlagen der Fotografie auseinanderzusetzen.

Fotografieren lernen mit Einsteigerbüchern

Ob Praxiskurs, Onlinelehrgang oder durch Versuch & Irrtum: Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich das Fotografieren beizubringen. Für den ersten Überblick empfiehlt sich eines der gut aufgemachten Einsteigerbücher zum Thema. Eine Vielzahl an Werken findet ihr versandkostenfrei bei Amazon. Selbst nach nur wenigen Stunden Beschäftigung mit der Materie könnt ihr bereits vom Erlernten profitieren.

Fotografie-Vorurteile

Je mehr Megapixel, desto schärfer und besser? Genau das wollte uns zumindest lange Zeit die Werbung einreden. Bis zu einem gewissen Punkt konnte man dem wirklich zustimmen: Abzüge einer 2-Megapixel-Kamera auf DIN A4 wirken in der Tat detailarm oder unscharf. 12 Megapixel, die selbst moderne Smartphone-Kameras bieten, sind in der Theorie sogar für Ausdrucke auf DIN A3 ausreichend. In der Praxis braucht man höhere Auflösungen eigentlich nur, wenn man regelmäßig kleine Bildausschnitte vergrößern will oder Ausdrucke in Posterformat bevorzugt.

Sensor und Objektiv machen das gute Bild

Viel entscheidender für eine gute Bildqualität sind hingegen der verwendete Sensoren sowie das verbaute oder wechselbare Objektiv. Taugen diese nichts, sind die hohen Megapixel-Zahlen nur Augenwischerei. Bei genauem Hineinzoomen werdet ihr etwa oft zu den Rändern hin starke Schärfeabfälle beobachten. Ein gutes Objektiv kann somit an einer 5-Megapixel-Kamera schärfere (und auch in vielen Punkten brillantere) Fotos liefern, als eine 12-Megapixel-Smartphone-Kamera.

Die Qual der (System-)Wahl


Lange Zeit galten digitale Spiegelreflexkameras als erste Wahl für alle ambitionierten Fotografen. Profis greifen sogar zu sogenannten Vollformat-Kameras, die preislich ohne Objektiv bei etwa 1.500 Euro losgehen. Foto-Amateure haben mittlerweile jedoch die Wahl zwischen verschiedenen Systemen mit Wechseloptik. Ob digitale Spiegelreflex-, SLT- oder Systemkamera: Diese bringen allesamt ihre Vor- und Nachteile mit, können jedoch durch eine vergleichbar gute Bildqualität überzeugen.

Verantwortlich dafür sind u.a. größere Bildsensoren, als sie in Kompaktkameras oder Smartphones verbaut sind. Ausspielen können sie ihre Stärken nicht nur bei schwierigen Lichtverhältnissen, sondern ermöglichen im Zusammenspiel mit den richtigen Objektiven auch schöne Freistellungseffekte: Portraits, bei denen das Gesicht scharf ist und der Hintergrund verschwimmt, werden somit erst mit der passenden technischen Ausstattung möglich.

Die Systemwahl ist eine Entscheidung mit Tragweite

Mit der Systemwahl trefft ihr eine recht grundlegende Entscheidung: Die Objektive sind meistens nicht mit anderen Systemen kompatibel. Professionellere Kameras haben jedoch gemeinsam, dass sich Fotos neben dem bekannten JPEG-Format auch im sogenannten RAW-Format schießen lassen – dieses ist speziell für die Nachbearbeitung mit Programmen wie Photoshop Lightroom konzipiert und bietet den dafür größtmöglichen Spielraum – sogar zu dunkel geratene Fotos lassen sich mitsamt aller Details noch erstaunlich gut aufhellen.

Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR)

Digitale Spiegelreflexkameras sind der Klassiker bei ambitionierten Fotografen und mittlerweile schon für unter 300 Euro inklusive Einsteiger-Objektiv zu bekommen.

Durch den optischen Sucher erhält der Fotograf auch bei schlechten Lichtverhältnissen eine sehr gute Vorschau des Motivs. Digitale Spiegelreflexkameras fokussieren und lösen normalerweise sehr schnell aus, so dass euch auch in turbulenten Momenten kein Motiv entgeht. Durch die vielfältigen manuellen Einstellmöglichkeiten kann man seiner Kreativität beim Fotografieren freien Lauf lassen.

Viele Hersteller kochen ihr eigens Süppchen

Den Markt dominieren die Hersteller Canon und Nikon. Für die beiden untereinander nicht kompatiblen Bajonette (Anschlüsse) sind auch die meisten Objektive auf dem Markt, das sorgt für erschwingliche Preise. Es gibt jedoch noch weitere kleinere Hersteller, wie etwas Pentax, die qualitativ ebenbürtige Kameras anbieten. Mit allen neueren Spiegelreflexkameras lassen sich mittlerweile auch HD-Videos drehen. Die Nikon D3100, die für gut 350 Euro inklusive Objektiv zu haben ist, filmt beispielsweise in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1080p) mit 24 Bildern pro Sekunde - die Ergebnisse kommen einem professionellen Filmlook schon sehr nahe.

Durch ihre Größe und das Gewicht sind Spiegelreflexkameras zwar griffig und sehen eindrucksvoll aus, sind aber nicht gerade der ideale Begleiter für die Handtasche. An den großen Gehäusen lässt sich jedoch eine Vielzahl an Knöpfen unterbringen, die einen schnellen Zugriff auf alle Funktionen bieten.

Systemkameras

Systemkameras sind in der Regel wesentlich kompakter als Spiegelreflexkameras, verzichten aber auf den optischen Sucher und den Spiegel, der normalerweise das Licht in jenen lenkt. Durch die Wechseloptik und die vielen manuellen Einstellmöglichkeiten sind Systemkameras ähnlich flexibel wie Spiegelreflexkameras, nutzen aber andere Bajonette. Einsteigermodelle sind inklusive Objektiv ab 200 Euro erhältlich. Weit verbreitet ist das Micro-Four-Thirds-System von Panasonic und Olympus, wofür mittlerweile eine Vielzahl an Objektiven verfügbar ist.

Systemkamera können ebenso gute Bilder wie Spiegelreflexkameras liefern

Sony verbaut in seinem ebenfalls sehr beliebten NEX-System sogar Sensoren in der gleichen Größe wie in Standard-Spiegelreflexkameras – somit sind mit den passenden Objektiven selbige Freistellungseffekte möglich. Ein Einsteigermodell ist etwas die Sony NEX-3N ist mit einem extrem kompakten Zoom-Objektiv inklusive Bildstabilisator - verwackelte Bild haben damit kaum noch eine Chance. Full-HD-Videos sind gelingen ebenso in bestechender Qualität.

Manuelle Objektive gehören noch lange nicht ins Altglas

Objektive für Systemkameras sind in der Regel jedoch teurer als ihre vergleichbaren Pendants für Spiegelreflexkameras. Dafür können erfahrene Fotografen mit Hilfe von Adaptern auch viele Objektive aus analogen Zeiten weiternutzen. Das geringere Gewicht der Systemkameras ist für viele Nutzer ein Vorteil – dafür müsst ihr euch bei der Bildgestaltung ausschließlich mit dem Display arrangieren. Abstriche müssen mitunter auch in der Geschwindigkeit des Autofokus und in der Serienbildgeschwindigkeit hingenommen werden. Auch ist die Bedienung stärker menügesteuert, da auf den Gehäusen weniger Knöpfe Platz finden.

SLT-Kameras

SLT-Kameras liegen technisch gesehen zwischen System- und Spiegelreflexkameras, dabei sind sie optisch kaum von letzteren zu unterscheiden. Ein teildurchlässiger Spiegel ist lediglich für den Autofokus verantwortlich. Der optische Sucher ist jedoch durch einen hochauflösenden Mini-Bildschirm ersetzt, wie man ihn von Videokameras kennt - nur in besserer Qualität. Vorteil: Dieser bildet den exakten Fotoausschnitt ab, während sich optische Sucher nur zu etwa 95 Prozent daran annäheren. Zusätzlich ist aber auch ein großes, oftmals ausklappbares Display verbaut. SLT-Kameras bieten in der Regel einen schnellen Autofokus und sind besonders gut zum Filmen geeignet. Die Serienbildgeschwindigkeit liegt im Schnitt ebenfalls über dem Niveau der anderen Kameratypen.

SLT-Kameras mit Vor- und Nachteilen

SLT-Kameras sind derzeit nur von Sony erhältlich und haben im Portfolio des Herstellers schon fast die hauseigenen Spiegelreflexkameras verdrängt. Ab etwa 400 Euro seid ihr beim derzeit günstigsten Modell, der Alpha SLT-37K dabei. Praktischerweise nutzen die Sony SLT-Kameras dasselbe Bajonett wie die älteren Spiegelreflexkameras von Sony und Minolta (A-Bajonett), so dass die Objektivauswahl groß ist. Allerdings sind SLT-Kameras kaum leichter und kompakter als DSLR-Kameras. Bedienung und Bildgestaltungsmöglichkeiten liegen jedoch auf ähnlich gutem Niveau.

Objektive

Für welchen Kameratyp ihr euch auch entscheidet, die Rolle der Objektive darf keinesfalls unterschätzt werden – und damit auch die möglichen Kosten. Die mitgelieferten Kit-Objektive reichen durchaus für die ersten Schritte aus, für wirklich umwerfende Bilder müsst ihr jedoch zusätzlich in die Tasche greifen. Der Markt hält sowohl Universalobjektive als auch spezielle Objektive für jeglichen Zweck bereit.

Tolle Portraits mit Objektiven ab 100 Euro

Die bereits erwähnten Portraitaufnahmen mit unscharfem Hintergrund (Freistellungseffekte) gelingen sehr gut mit einem 50mm Festbrennweiten-Objektiv. Ab etwa 100 Euro bekommt ihr schon brauchbare Exemplare. Profis legen für Top-Objektive aber auch gerne mehrere Tausend Euro auf den Tisch, etwa im Bereich der Sportfotografie.

„Edel-Kompaktkameras“

Seit geraumer Zeit etabliert sich auf dem Markt eine weitere Klasse von hochwertigen und auch hochpreisigen Kompaktkameras, die jedoch kein wechselbares Objektiv bieten. Damit sind sie zwar weniger flexibel, überzeugen aber zumeist als leichtgewichtige Allrounder. So bietet etwa die Sony DSC-RX100 eine Kombination aus lichtstarkem Objektiv und großem Sensor, wie man sie bei günstigen Kompaktkameras vergeblich sucht. Ebenso sind die Eingriffsmöglichkeiten in die Bildgestaltung im Menü ähnlich flexibel wie bei DSRL- oder Systemkameras. Mit über 500 Euro hat viel High-Tech auf kleinstem Raum aber auch einen stolzen Preis.

Neben den "Edel-Kompaktkameras" existert weiterhin noch die Klasse der Bridge-Kameras. Diese kommen teilweise an die Größe von Spiegelreflexkameras ran, allerdings lässt sich das Objektiv nicht wechseln. Preislich bieten sie jedoch kaum noch Vorteile gegenüber System- oder Spiegelreflexkameras.

Kameratyp: So entscheidet ihr richtig

Die riesige Produktpalette in Sachen Fotografie ist Fluch und Segen zugleich: Zwar hält der Markt für beinahe jeden Anspruch das perfekte System bereit, jedoch muss dies erst einmal gefunden werden. Unsere Ratschlägen helfen bei eurer Entscheidungsfindung:

  • Vergesst die Megapixel: Ab 12 MP aufwärts braucht ihr euch normalerweise keine Gedanken um ein „zu wenig“ zu machen.

  • Achtet auf die Handlichkeit und ein annehmbares Gewicht. Was nützt euch die tollste Spiegelreflexkamera, wenn ihr sie kaum dabei habt? Plant dabei auch das Gewicht für zusätzliche Objektive ein, um flexibel auf verschiedene Aufnahmesituationen eingehen zu können.

  • Lasst euch nicht von einem günstigen Kamera-Body beeindrucken und plant zumindest auf lange Sicht den Kauf weiterer Objektive ein. Besonders Festbrennweiten, also Objektive ohne Zoom, bieten zumeist eine tolle Abbildungsleistung zum akzeptablen Preis. Schaut vorab, was diese für euer Kamerasystem kosten, wie groß die Auswahl ist und ob auch Dritthersteller günstige Objektive auf dem Markt haben.

  • Es muss nicht immer das neueste Modell sein: Mehrere Jahre alte Kameras können durchaus eine ähnliche Bildqualität abliefern wie brandneue. Im Vergleich zu Smartphones ist eine hochwertige Kamera nach 2-3 Jahren noch längst nicht veraltet. Mit Auslaufmodellen könnt ihr oft viel Geld sparen.

  • Trefft keine überstürzten Entscheidungen. Leider lässt sich die Qualität von Kameras und Objektiven nicht nur an Kennzahlen festmachen. So liefern größere Sensoren zwar zumeist die bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen, es gibt aber auch Ausnahmen. Hier kann man nur auf die Meinungen der Fachpresse oder der Nutzer (etwa bei Amazon) vertrauen. Eine gute Anlaufstelle bieten auch Foren wie www.dslr-forum.de oder www.systemkamera-forum.de.

  • Seid ihr nicht ganz sicher seid, wozu ihr zwingend eine Spiegelreflexkamera benötigt, dann richtet euren Blick auf die mittlerweile sehr beliebten Systemkameras. Sie sind flexibel, handlich und bieten einen gute Mix aus allen Typen.

Viel Freude beim Fotografieren

Euer Dan

Über Dan

Als studierter Soziologe mit onlinejournalistischem Aufbaustudium begeistert sich Daniel bereits seit Ende der 90er Jahre für die Welt des Onlineshoppings. Lange Zeit war er dabei selbst als Händler aktiv. Nach ersten Berufserfahrungen im PR-Bereich stieß Daniel im Januar 2013 zum SPARWELT-Team und betreut seitdem insbesondere die Bereiche Technik und Reisen.

Dan
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