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Gratis ist sicher – Diese 5 kostenlosen Clouds bringen's

Kostenlose Clouds unter der Lupe
Kostenlose Clouds unter der Lupe

Unser Onlinespeicher-Vergleich bringt Licht ins Dunkel

Einer aktuellen BITKOM-Studie1 zufolge sind 21 Prozent der Bundesbürger bereit, ihre Daten bei einem Cloud-Dienst zu speichern. Damit liegen wir im Mittelfeld – zum Vergleich sind es in Dänemark mit 44 Prozent mehr als doppelt so viel. Vor allem die Datensicherheit und ein entsprechender Schutz, der das Ausspioniertwerden erschwert bis unmöglich macht, ist gerade den Deutschen ein Anliegen. Dass es möglich ist, seine Daten gut geschützt auf einem externen Speichermedium abzulegen, wird von einer Mehrheit hierzulande noch stark angezweifelt. Unser Cloud-Vergleich zeigt, was kostenlose Onlinespeicher bieten – und vor allem, wie es um den Datenschutz steht. Für ein kurzes Interview stand uns dafür auch Tim Griese zur Verfügung, Pressereferent beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Können kostenlose Clouds sicher sein?

Ebenso wie in anderen Bereichen gibt es auch beim Cloud-Computing "gute" und "schlechte" Anbieter.

Woran erkenne ich einen sicheren Onlinespeicher? Die folgenden vier Kriterien sind ein Indiz dafür, dass der Anbieter auf Sicherheit bedacht ist und Standards einhält. Dabei spielen der Speicherstandort, das Verschlüsselungsverfahren, die Transparenz für den Nutzer sowie die Zertifizierung eine Rolle. Generell gilt es zu beachten, dass die jeweiligen Datenschutzbestimmungen des Landes gelten, in denen die Server stehen.

  • Speicherstandort

Einige Dienste setzen auf eine Speicherung der Dateien in Deutschland. Damit soll angesichts der recht hohen deutschen Sicherheitsstandards und Datenschutzgesetze gewährleistet werden, dass eure Daten vor unberechtigten Zugriffen geschützt sind. Andere Anbieter wiederum haben ihre Server in Ländern stationiert, deren Datenschutzgesetze entweder weniger strikt oder praktisch nicht existent sind. In den Vereinigen Staaten von Amerika beispielsweise greift der USA PATRIOT Act vom Oktober 2001, der die Bürgerrechte gerade auch in puncto Datenschutz einschränkt. So haben staatliche Stellen wie Geheimdienste jederzeit das Recht, ohne gesonderte Genehmigung der Strafverfolgungsbehörden auf in einer Cloud gespeicherte Daten zuzugreifen.

  • Verschlüsselung und Zugriff seitens der Anbieter

Achtet beim Cloud-Speicher-Vergleich sowohl auf eine Verschlüsselung der Daten als auch auf eine Codierung bei der Übertragung. Das heißt, dass eure Dokumente, Bilder und Videos sozusagen in einen Tresor gepackt und nur mit dem richtigen Code geöffnet werden können. Wenn ihr eure Medien auf den Onlinespeicher eurer Wahl hochladet oder downloadet, soll kein Fremder in der Lage sein, die Daten abzufangen und zu kopieren. Jüngst äußerte der deutsche Innenminister de Maizière, die diesbezüglich relevanten Datenschutzregelungen auch weiterhin ungetastet zu lassen.

Für im Ausland stehende Cloud-Server mag das nicht gelten: Mitarbeiter mancher Cloud-Dienste haben zum Teil Einblick in eure Daten, weil andere rechtliche Voraussetzungen dies möglich machen. Das bedeutet explizit, dass sie z. B. hochgeladene Bilder sehen können. Im Idealfall besteht diese Möglichkeit selbst für Administratoren nicht. Mitarbeiter haben in diesem Fall entweder gar keinen Einblick oder erkennen nur, dass etwas hochgeladen wurde, nicht aber, worum es sich dabei handelt.

  • Transparenz ist wichtig

Im engen Zusammenhang mit der Verschlüsselung steht die Transparenz. Demnach sollte euer kostenloser Cloud-Dienst erklären, welche Maßnahmen er zum Schutz eurer Daten ergreift. Das beinhaltet zum Beispiel, klar und unmissverständlich zu erläutern, ob und wie die Dateien verschlüsselt werden, sowie Auskunft darüber zu erteilen, ob und in welcher Art und Weise Mitarbeitern ein Zugriff darauf gestattet ist. Zu guter Letzt sollte auch der Standort der Server nicht unerwähnt bleiben. Diese Infos findet ihr in der Regel unter dem Punkt Datenschutz.

  • Zertifikate und Siegel

Viele Anbieter besitzen auch Sicherheitszertifizierungen durch ISO-Zertifikate oder brancheneigene Zertifikate.

In Deutschland gibt es für zahlreiche Artikel, Dienstleistungen und Verfahren eine DIN-Norm, die gewährleisten soll, dass Sicherheits-, Verbraucherschutz- und Qualitätsaspekte nicht vernachlässigt werden. Zuweilen werden darüber hinaus Zertifikate und Qualitätssiegel von renommierten Unternehmen und Prüfvereinen im Sinne des Verbraucher- bzw. Nutzerschutzes verliehen.

Achtet deswegen bei eurem kostenlosen Webspace auf ein TÜV-Zertifikat mit der Norm ISO 27001, das im Regelfall bei deutschen Anbietern vorhanden sein sollte. Die Norm besagt, dass der Dienst bestimmte Bedingungen in puncto Sicherheit erfüllt hat und den gesetzlichen Standards genügt. Jene Vorgaben orientieren sich an den Prinzipien Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität.

So schlagen sich die Cloud-Dienste im Vergleich

Cloud-Dienst-Vergleich


Google, Microsoft, Telekom – Wer bietet den meisten kostenlosen Online-Speicher?

Dass viel Speicherplatz nicht immer Geld kosten muss, beweist Google Drive. Hier bekommt ihr solide 15 GB und zudem eine sehr intuitive Bedienung geboten. Vorteilhaft ist außerdem, dass jeder Nutzer eines Google-Accounts Zugriff auf den Speicher hat – auch via App. Allerdings teilen sich Google Mail und Drive den Speicherplatz, was vielleicht bei einigen zu Platzproblemen führen kann. Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Server nicht in Deutschland stehen und eine Verschlüsselung nach deutschen Datenschutzstandards eben deshalb fehlt. Damit kann G-Drive in Belangen der Sicherheit kaum überzeugen.

Zur Beurteilung der Sicherheit ist der Privatbenutzer oft auf Selbstauskünfte der Anbieter angewiesen.

Microsoft liegt mit seinem OneDrive hinsichtlich der Größe gleichauf mit Google. Dank der Integration in das hauseigene Betriebssystem Windows gelingt die Bedienung spielend. Auch hier kann von jedem Endgerät auf den kostenlosen Cloud-Speicher zugegriffen werden. Vorbildlich ist außerdem die Implementierung der Office-Anwendungen. Freilich ist zu bedenken, dass die Standorte der Server nicht in Deutschland zu finden sind und ihr vergebens nach einer Verschlüsselung sucht. Somit überschattet die Frage der Datensicherheit teilweise die ansonsten einwandfreie Funktionalität.

Die Telekom kann mit ihrem kostenlosen Cloud-Dienst im Vergleich zu den beiden US-Riesen ohne Mühe mithalten und sie teilweise sogar ausstechen. Dafür sprechen nicht nur die 25 GB Speicher, sondern auch die hohen Sicherheitsstandards samt TÜV-Zertifikat. Gleichzeitig erhält man noch eine E-Mail-Adresse und muss auch kein Telekom-Kunde sein, um den kostenfreien Webspace zu nutzen. Insgesamt bekommt ihr hier viel geboten – ein Grund, der diesen Cloud-Speicher so empfehlenswert macht.


Bedeutet weniger Onlinespeicher automatisch mehr Sicherheit?

Ob ein Mehr an Sicherheit mit weniger Speicherplatz einhergeht, kann pauschal nicht gesagt werden. Allerdings trifft jener Umstand beispielsweise auf Stratos HiDrive Free zu, die 5 GB anbieten und mit hohen Sicherheitsbestimmungen werben. Das Menü wirkt nicht sonderlich spektakulär und ist auch ein wenig unübersichtlich. Dennoch lassen sich schnell und einfach Bilder sowie Musik hoch- bzw. herunterladen und freigeben. Wem die 5 GB kostenfreier Onlinespeicher also nicht zu bescheiden bemessen sind, für den ist das HiDrive Free eine gute Wahl.

Kommen wir zum Platzhirsch Dropbox, dem wohl bekanntesten und beliebtesten Anbieter von Onlinespeicher-Kontingenten. Dropbox bietet im Vergleich zu den anderen Anbietern mit 2 GB nicht sonderlich viel Platz. Dafür wirbt der Speicherdienst mit einer doppelten Verschlüsselung. Seine Server stehen in den USA. Dessen ungeachtet kann man dem Dienst jedoch die transparente und offene Kommunikation im Zusammenhang mit der Datenschutzkontroverse zugutehalten. Wer also nicht so viel kostenfreien Cloud-Speicher benötigt und eine simple Bedienung zu schätzen weiß, der ist mit Dropbox gut beraten.

Im Hinblick auf Datensicherheit und -schutz geht Apple mit seiner iCloud in die Offensive. Nicht ohne Grund, denn dieser Speicherdienst wurde 2014 gehackt. Apple stellt dabei ohne Umschweife klar, was sie unternehmen, um eure Daten zu schützen. Auch schildert das Unternehmen klar und deutlich, wie mit Regierungsanfragen umgegangen wird. Für Besitzer eines iPhones oder iPads ist die „integrierte“ Lösung mit 5 GB sinnvoll; allen anderen ist zu empfehlen, sich eben bei anderen Anbietern umzuschauen.


MEGA – ein Geheimtipp im Cloud-Dienst-Vergleich?

MEGA beeindruckt vor allem mit zwei Dingen: erstens mit einem Speicherplatz von 50 GB und zweitens mit einer End-to-End-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass die Daten vor dem Hochladen verschlüsselt werden und in der Cloud weiterhin codiert vorliegen. Wenn ihr die Dateien dann wieder herunterladet, habt nur ihr den passenden Schlüssel zur Decodierung. Damit bietet MEGA eine recht hohe Sicherheit samt ausreichendem Speicher und entpuppt sich somit als Geheimtipp für diejenigen unter euch, die gerade viel kostenfreien Speicherplatz zu schätzen wissen.

Welcher kostenlose Webspace passt zu mir?

Bei unserem Onlinespeicher-Vergleich wird deutlich, dass ihr bei kostenlosen Cloud-Speichern keine Sicherheitsbedenken haben müsst. Sie stehen diesbezüglich nicht schlechter da als die kostenpflichtigen Varianten. Der einzige Unterschied betrifft den angebotenen Speicherplatz. Diesen hinzuzukaufen empfehlen wir euch jedoch nicht, da ihr stets die Möglichkeit habt, einen anderen Anbieter mit mehr Speichervolumen zu nutzen. Achtet vielmehr auf die vier hier aufgeführten Sicherheitskriterien, denn für eure Sicherheit in der Cloud solltet ihr nicht extra zahlen.

Wenn der Anbieter den Standort der Daten nicht explizit angibt, dann ist es für Anwender nur schwer nachvollziehbar, an welchem Ort ihre Daten gespeichert sind und welchen Datenschutz- und Datensicher- heitsvorschriften sie unterliegen.

Ferner zeigt unser Cloud-Vergleich, dass die Anbieter in puncto Sicherheit und Transparenz beim Datenschutz in die Offensive gehen. Nur Microsoft und Google sind eher ein Beispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte. Wem sowohl Sicherheit als auch Speicherplatz wichtig sind, dem sei empfohlen, sich den kostenfreien Webspace von MEGA und der Telekom genauer anzuschauen. Wer ein hohes Maß an Sicherheit möchte und nur gelegentlich ein paar Daten teilt, der ist bei Stratos HiDrive Free und Dropbox gut aufgehoben. Nur die Bedienung von HiDrive ist womöglich etwas gewöhnungsbedürftig. Ihr könnt eure Daten natürlich auf die hier genannten Anbieter verteilen, da deren Service kostenlos ist. Das ist zwar etwas umständlich, spart aber ordentlich Geld.

Quellen:
1 http://www.bitkom.org/de/presse/8477_81203.aspx

Bilder: iStock©HUNG KUO CHUN (Teaser), SPARWELT (Grafik)
Zitate: Tim Griese, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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