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Liegen bei euch auch hunderte Euros E-Schrott in der Schublade?

Wohin mit alten Handys?
Wohin mit alten Handys?

Mit dem Handyverkauf bares Geld machen und die Umwelt schonen

 Der letzten Erhebung des BITKOM1 zufolge lagern in deutschen Haushalten mehr als 100 Millionen ausrangierte Mobiltelefone. Somit habt auch ihr durchschnittlich mehr als ein Gerät in der Schublade liegen. Wenn euch deswegen bereits albtraumhaft die Frage quält, was sich mit euren Altgeräten denn am besten anfangen lässt, haben wir hier die passenden Antworten für euch zusammengestellt. Wann lohnt sich der Verkauf und wann das Recycling? Wir verraten es euch.

Die Tücken des Handyverkaufs bei Ankaufdiensten

Wollt ihr euer altes Handy verkaufen, dann gibt es in der Regel drei wichtige Kriterien, anhand derer der Restwert des Gerätes bestimmt wird:

  1. Allgemeiner Zustand und Funktionstüchtigkeit
  2. Bestehende SIM-Locks oder Brandings eines Mobilfunkanbieters
  3. Vollständigkeit und Zustand von Zubehör und Originalverpackung

Wenn der Gesamtzustand eures Gerätes sehr gut und das Zubehör vollständig ist, ist es in der Regel ein Leichtes, das gebrauchte Handy bei einem Ankaufdienst zu Geld zu machen. Nehmen wir zum Beispiel an, ihr wollt ein Samsung Galaxy S III in Blau mit 16 GB Speicher verkaufen. Beim Anbieter zoxs.de erhaltet ihr mit 112 Euro das beste Angebot dafür. Dieses gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass sich das Smartphone in einem tadellosen Zustand befindet. Hat das Mobiltelefon kleine Kratzer, besitzt es ein Branding vom Mobilfunkanbieter und fehlt etwas vom Zubehör, sinkt der Preis auf rund 74 Euro.

Handyverkauf bei Zoxs.de
Unter gleichen Bedingungen haben wir uns auch die Ankaufpreise anderer Dienste angeschaut. Dabei haben wir zur Bestimmung des höchstens Preises folgende Kriterien zu Grunde gelegt:

  1. Funktionsfähigkeit: keine Einschränkung
  2. Zustand: wie neu bzw. sehr gut
  3. Branding:  nicht vorhanden
  4. SIM-Lock: nicht vorhanden
  5. Ladekabel: vorhanden
  6. Akku: original verbaut

Zur Bestimmung eines durchschnittlichen Verkaufspreises haben wir die Bedingungen wie folgt verändert:

  1. Funktionsfähigkeit: keine Einschränkung
  2. Zustand: gut
  3. Branding: vorhanden
  4. SIM-Lock: nicht vorhanden
  5. Ladekabel: nicht mehr vorhanden
  6. Akku: original verbaut

Handyverkauf im Vergleich

Für mich war reBuy bisher der schnellste und unkomplizierteste Weg, meine alten Geräte zu Geld zu machen. Die Abwicklung hat reibungslos funktioniert und die ausgezahlte Summe war den Preisen bei eBay und Co. ähnlich – mit Gutschein sogar ein bisschen höher.
- Elli, SPARWELT-Redakteurin -


Zusammenfassung:

Eines wird an dieser Stelle deutlich: Der Handyverkauf zum Festpreis lohnt sich zumindest bei aktuelleren Geräten. Sobald aber das Smartphone Makel aufweist, schrumpfen die Erlöse spürbar. Daher sollten nur diejenigen unter euch den Verkauf über Ankaufplattformen als Möglichkeit in Betracht ziehen, die ihr Mobilgerät zuvor wie ein rohes Ei behandelt haben. Aus eigener Erfahrung lässt sich berichten, dass die Dienste den Preis nach der Überprüfung manchmal ein wenig nach unten korrigieren. Auf diese Kniffe könnt ihr euch aber vorbereiten, indem ihr einen Gutschein für den Ankauf bereithaltet, der euch zwischen 15 und 20 Euro zusätzlich bringt.


Sind private Anzeigen die bessere Alternative?

Auch private Kleinanzeigen auf einschlägigen Plattformen bieten eine gute Chance, euer altes Handy loszuwerden. Zu den bekanntesten Anlaufstellen hierbei gehört hier das Portal eBay Kleinanzeigen, das aufgrund des Bekanntheitsgrades der Marke eBay eine hohe Reichweite hat. Aber auch die folgenden Plattformen sind es wert, näher in Augenschein genommen zu werden:

  • www.quoka.de
  • www.markt.de
  • www.local24.de

Sucht ihr auf diesen Portalen beispielsweise nach dem Samsung Galaxy S3, finden sich Angebote von rund 100 Euro. Wie auf einem Marktplatz üblich, wird hier zwischen Käufern und Verkäufern über den Preis verhandelt. Letztendlich wird im Durchschnitt ein Verkaufspreis von schätzungsweise 90 Euro erzielt. Damit bekommt ihr beim Handyverkauf über diese Plattformen im Vergleich mehr Geld für euer altes Gerät, als dies beim Verkauf über Ankaufportale wie reBuy oder Zoxs der Fall ist. Allerdings gibt es hier keine Garantie für einen hohen Verkaufspreis und es kann durchaus Zeit kosten, bis ein Käufer gefunden ist. Alte Handys auf diesem Weg zu verkaufen kann sich also lohnen und empfiehlt sich vor allem, wenn ihr im Einzelfall gewillt seid, auch etwas länger auf einen Käufer zu warten und den Aufwand einer Annonce nicht scheut.

Der Weg über eBay und Amazon Marketplace als Plattformen für den Privatverkauf steht euch natürlich ebenso offen. Hier könnt ihr viele Leute erreichen und genießt auch ein gewisses Maß an Sicherheit, beim Handyverkauf vor Betrügern geschützt zu sein. Allerdings lassen sich Unternehmen diese Extras gut bezahlen. Habt ihr also euer altes Mobiltelefon erfolgreich veräußern können, ist noch eine Provision fällig. Diese wird euch vom Verkaufspreis abgezogen. Bei Amazon Marketplace gibt es zudem einen weiteren Aspekt, den es zu beachten gilt: Auch als Privatverkäufer müsst ihr u.a. ein Rückgaberecht von 14 Tagen gewähren. Ihr werdet damit ebenso wie ein gewerblicher Amazon-Marketplace-Händler in die Pflicht genommen.

Zusammenfassung:
Für den Verkauf via Kleinanzeigen sprechen in erster Linie der im Vergleich zu Ankaufplattformen höhere Verkaufswert und die ziemlich hohe Reichweite. Ein wenig Verhandlungsgeschick mag dann und wann erforderlich sein, um den gewünschten Preis auch wirklich zu erzielen. Gegen den Verkauf über Anzeigen spricht, dass sich nicht immer auch ein Käufer findet.

Einen Mittelweg stellt der Verkauf bei Amazon und eBay dar: Die einerseits hohe Reichweite samt akzeptablem Erlös spricht dafür, andererseits aber senken Provisonen bzw. Verkaufsgebühren den am Ende erzielten Verkaufspreis. Amazon stellt euch darüber hinaus einem gewerblichen Händler gleich, womit rechtlich gesehen auch identische Verpflichtungen einhergehen.


Für die Tonne? Wann sich Handyrecycling lohnt

Euer ausgedientes Gerät ist völlig zerkratzt, der Akku kaputt oder das Display gesprungen? Wenn es nicht einmal mehr als Ersatzteilspender zu verwenden ist, dann bleibt nur noch, das ramponierte Handy fachgerecht zu entsorgen. Es schlicht und einfach im Hausmüll verschwinden zu lassen, ist übrigens nicht nur verboten, sondern schadet vor allem der Umwelt. Neben Umweltverbänden bieten deshalb auch Mobilfunkanbieter, Wertstoffhöfe und manche Elektronikfachmärkte an, alte Mobiltelefone zu recyceln. Der Sinn des Recyclings besteht darin, die in den Geräten verbauten seltenen Metalle wie Kupfer oder Gold wiederzuverwerten.

Wo kann ich das Gerät abgeben?
Alte Handys entsorgenO2, die Telekom und Vodafone bieten in ihren Shops die Rücknahme eurer Altgeräte ohne Extrakosten an. Alternativ erhaltet ihr in diesen Shops auch Briefumschläge bzw. Versandtaschen, mithilfe derer ihr eure ungenutzten Handys kostenlos an die jeweilige Recyclingstelle senden könnt. O2 organisiert diesen Service gemeinsam mit dem WWF, während die Telekom mit der Deutschen Umwelthilfe kooperiert. Ihr könnt euer altes Handy aber auch beim NABU entsorgen lassen. Auf der Internetseite des Verbands könnt ihr dazu nach NABU-Anlaufstellen in eurer Nähe suchen. Übrigens: Gebt ihr das Mobiltelefon bei Umweltschutzorganisationen ab, tut ihr Mutter Erde etwas Gutes und fördert damit gleichzeitig zahlreiche Umweltprojekte.

Handy entsorgen mit eSchrottPraktischer Helfer bei Entsorgungsfragen

Als sehr hilfreich für die Entsorgung des alten Handys erweist sich auch die kostenlose App „eSchrott“. Damit könnt ihr einfach nach Sammelstellen suchen und erhaltet Infos zur Anfahrt sowie zu den Öffnungszeiten. Darüber hinaus bietet die App Hintergrundinfos, des Weiteren aktuelle Nachrichten zum Thema Umwelt und sogar eine Meldefunktion für illegal abgestellten Elektroschrott. Erhältlich ist das kleine Programm für Apple- und Android-Geräte sowie für Windows Phones.

Das alte Mobiltelefon weiterverwenden
Sollte euer Mobiltelefon noch funktionstüchtig sein, dann könnt ihr es natürlich auch als Zweitgerät weiterverwenden. Viele aktuelle Smartphone-Modelle benötigen allerdings eine Micro- oder sogar Nano-SIM, die oft zu klein für alte Geräte ist. Dieses Problem lässt sich jedoch mit einem SIM-Karten-Adapter für wenige Euro ganz einfach lösen. Achtet bei der Verwendung aber auf einen festen Sitz der kleinen SIM-Karte im Adapter, da sich diese sonst lösen und beim Entfernen das Gerät beschädigen kann. Ist euch das passiert, bleibt euch als Option leider nur noch, das Handy zu entsorgen.

Nicht mehr genutzte Handys entsorgen oder verkaufen?

Ob ihr eure Schubladenhandys verkauft, als Ersatz behaltet oder entsorgt, hängt sowohl von euch als auch vom Mobiltelefon selbst ab. Wollt ihr noch Geld für euer altes und gut erhaltenes Gerät, dann schaut euch bei den Ankaufdiensten und auf einschlägigen Anzeigenportalen um. Erstere zu nutzen ist immer dann sinnvoll, wenn ihr davon ausgehen könnt, für euer Althandy noch ein vergleichsweise hübsches Sümmchen einstreichen zu können. Letztere eignen sich für diejenigen unter euch, die einen noch höheren Erlös anstreben und etwas Handelsgeschick besitzen.

Ist der Verkaufswert zu gering oder das Handy nicht mehr funktionstauglich, dann ist die Entsorgung der beste und einfachste Weg. Hier habt ihr zahlreiche Möglichkeiten, die passenden Sammelstellen zu finden – seien es die kommunalen Entsorger, Umweltverbände oder die Mobilfunkanbieter selbst. Wer jetzt immer noch seine alten Handys in der heimischen Schublade zur ewigen Ruhe bettet, ist selber schuld.

 

Quellen:
1 http://www.bitkom.org/de/presse/81149_78445.aspx

Bilder: Teaser ©SPARWELT (Daniel Nauck), Android-App "eSchrott"

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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