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Sichere Fahrradschlösser für den schmalen Taler

Sichere Fahrradschlösser retten Leben – von euren Rädern
Sichere Fahrradschlösser retten Leben – von euren Rädern

An diesen Schlössern beißt sich jeder Langfinger die Zähne aus

Im Fahrradschlosstest von Stiftung Warentest fiel ein großer Teil der Schlösser letztendlich dem Bolzenschneider zum Opfer. Was aber hat sich als das sicherste Fahrradschloss entpuppt? Vielleicht ein kompaktes Faltschloss, ein klassisches Bügelschloss oder ein flexibles Panzerkabelschloss? Und wie teuer darf so ein Modell im Schnitt sein? Eines können wir jetzt schon verraten: Ein wirklich sicheres Fahrradschloss muss nicht viel kosten.

Sichere Fahrradschlösser – ein Überblick

Wenn ihr ein gutes Gefühl beim Abstellen und Anschließen eures Rades haben und bewahren wollt, dann schaut euch die folgenden Schlösser genauer an. Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 05/2015 verschiedene Typen und Modelle einem Härtetest unterzogen – mit teils ernüchternden Ergebnissen. Wir haben uns für euch die Testsieger herausgepickt und nachgeschaut, wo ihr sie am günstigsten bekommt. 

 Sichere Fahrradschlösser
 Schloss PreisExtras
 Abus UGrip Plus 501 60 € bei Conrad
  • LED-Schlüssel
  • nachbestellbare Schlüssel
 Zefal K-Traz U14 33,50 € bei Amazon
  • nachbestellbare Schlüssel
  • geschützter Schließzylinder
 Fischer "Safe"  31 € bei eBay
  • keine Extras
 Abus Bordo Granit X-Plus 6500 85 € bei Conrad
  • LED-Schlüssel
  • nachbestellbare Schlüssel
 Axa Cherto Compact 95 23 € bei Allyouneed
  • geschützter Schließzylinder
                                                           Stand: 27.5.2015

Unter den Bügelschlössern haben sich drei als empfehlenswert herauskristallisiert:

  • ABUS uGrip Plus 501: Mit einem Preis von ca. 60 Euro ist dieses das mit Abstand teuerste Bügelschloss im Test. Dafür erhaltet ihr aber noch eine Halterung für Fahrradrahmen, einen Schlüssel mit einer LED und eine Fahrradkarte zum Nachbestellen der Schlüssel.

  • 50 Prozent günstiger und laut Stiftung Warentest ebenso gut sind zum einen das Fischer „Safe“ für rund 31 Euro und zum anderen das Zefal K-Traz U14 für ca. 33,50 Euro. Für das Zefal müsst ihr beim Marketplace-Händler mit 18,99 Euro Versand rechnen, da dieser aus Spanien erfolgt.

Überzeugen konnten die Prüfer lediglich ein Falt- sowie ein Kettenschloss:

  • Das Bordo Granit X Plus 6500 von Abus hielt soweit allen Aufbruchversuchen stand, kostet allerdings mit rund 84 Euro vergleichsweise viel. Deutlich preisgünstiger ist hingegen das Kettenschloss Axa Cherto Compact 95 für gut 33 Euro.


Weniger gut standen die Schlösser von Kryptonite, Onguard und Sekura da, die in puncto Sicherheit enttäuschten. Auch sämtliche Panzerkabelschlösser dienen höchstens als Zweitsicherung und sind im Vergleich mit oben genannten Modellen und Typen kein adäquater Schutz. 

Was macht ein gutes Schloss aus?

Es gibt drei wesentliche Aspekte, auf die ihr beim Kauf eines Schlosses achtet solltet:

  • Sicherheit
    Die Sicherheit spielt natürlich die wichtigste Rolle. Sichere Fahrradschlösser sollten Bolzenschneidern und anderen Werkzeugen standhalten – wenigstens für einige Minuten. Aber auch gegen das Knacken des Schließmechanismus sollten sie gewappnet sein. Hier sind vor allem Bogenschlösser zu empfehlen, deren massiver Stahl eher Schäden am Werkzeug hinterlässt und deren Schließzylinder gut gegen Aufbruchversuche geschützt ist.
  • Handhabung
    Ohne Schwierigkeiten solltet ihr den Schlüssel in den Zylinder stecken und umdrehen können. Wenn ihr das Schloss dann am Geländer oder Fahrradständer befestigen wollt, sollte das fix gehen. Gerade wenn ihr in Eile seid, können sich besonders stabile, aber zugleich sperrige Bogenschlösser als Geduldsprobe herausstellen. Eine vergleichsweise hohe Flexibilität ohne Sicherheitsdefizite weisen nur Kettenschlösser auf.
  • Gewicht
    Für gewöhnlich gilt: Gute Fahrradschlösser wiegen mehr – im Durchschnitt ca. 1,5 kg. Das macht sich beim Fahren zwar nicht so sehr bemerkbar, dafür aber beispielsweise beim Hochtragen des Fahrrades auf der Treppe. Wer Sicherheit will, muss also ab und an auch mal etwas schwerer tragen.

Den Drahtesel richtig anschließen


Um euer Fahrrad so diebstahlsicher wie möglich anzuschließen, empfehlen wir euch, drei grundlegende Regeln immer im Hinterkopf zu behalten. Befolgt diese und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass das sicherste Fahrradschloss seinen Zweck erfüllt und Langfinger vom Klauen abhält.

  • Immer am Rahmen
    Schließt euer Rad immer an Rahmen und Hinterrad an – nie nur am Vorderrad allein. Für einen geübten Profi ist es kein Problem, dieses in weniger als einer Minute zu demontieren. Wenn sogenannte Schnellspanner verbaut sind, dauert es sogar nur 30 Sekunden.

  • Immer gut sichtbar
    Habt ihr euren Drahtesel schlecht einsehbar angeschlossen, dann schenkt ihr einem potenziellen Dieb mehr Zeit für das Aufbrechen des Schlosses bzw. die Demontage eures Rades. Gut für ihn, aber schlecht für euch. Sichert euer Rad deshalb gerade an sehr belebten Plätzen, an denen viel Publikumsverkehr herrscht. Hier erregt der Dieb schnell Aufmerksamkeit, wenn er sich an eurem Fahrrad vergreift.

  • Immer an fest installierten Streben, Stangen etc.
    Schließlich sollte euer Fahrrad an massiven Vorrichtungen wie Fahrradständern angeschlossen sein. Kleine Bäume, dünne Gitterstäbe etc. sind tabu, da diese mit ein wenig Körperkraft und dem entsprechenden Werkzeug schnell zerstört werden können. Auch sollte der von euch ausgesuchte Fahrradständer oder das günstig platzierte Straßenschild hoch genug emporragen, sonst passiert das:

Wie kann ich mein Rad noch sichern?

Sicheres Anschließen allein beruhigt eure Nerven noch nicht zu 100 Prozent? Kein Sorge – euch stehen vier weitere Möglichkeiten zur Verfügung, um die Sicherheitswirkung eures Fahrradschlosses effektiv zu ergänzen.

  1. Sich ausreichend versichern
    Habt ihr eine Hausratversicherung? Wenn das der Fall ist, dann schaut nach, ob ihr euer Fahrrad mitversichert habt. Wird es geklaut, erstattet euch die Versicherung den Preis für das Rad. Allerdings nennt jede Versicherung andere Bedingungen, unter denen sie den Schaden reguliert. Haltet also unbedingt Rücksprache mit eurem Makler oder der Versicherung selbst.

  2. Das Rad registrieren lassen
    Ist ein Fahrrad bei der Polizei registriert, schreckt das Diebe für gewöhnlich ab. Durch die deutliche Markierung mit einer Seriennummer am Rahmen wird die Veräußerung auf dem Schwarzmarkt erschwert, womit das Rad für den Gauner unattraktiver wird. Bei der Fahndung kann diese Registrierung im Übrigen auch ein Vorteil sein.

  3. Aufs Pitlock-System setzen
    Das Pitlock ist eine ebenso raffinierte und günstige Lösung für rund 35 Euro. Normalerweise wird das Vorderrad derart befestigt, dass es sich mit dem passenden Werkzeug demontieren lässt. Mit dem Pitlock-System kann es aber nur mit dem passenden Schlüssel geöffnet werden – einfach, aber genial.

  4. Sich orten lassen – via GPS
    Natürlich könnt ihr auch einen GPS-Sender an eurem Fahrrad anbringen lassen. Hierfür müsst ihr mit Kosten von 100 bis 150 Euro rechnen. Das lohnt sich demzufolge nur, wenn euer Rad den Wert eines Kleinwagens hat oder wenn ihr an eurem Drahtesel hängt wie das Kind an seinem Lieblingskuscheltier.

Fazit: Das sicherste Fahrradschloss hilft nur bedingt

Wenn unser Überblick eines zeigt, dann, dass auch das sicherste Fahrradschloss nichts bringt, wenn ihr euer Rad nicht richtig anschließt. Unser Video zeigt deutlich, wie wirkungslos der Faltschloss-Testsieger von Stiftung Warentest durch Unachtsamkeit wird. Die tolle Nachricht für Sparfüchse: Gute Fahrradschlösser müssen kein Vermögen kosten – was Zefal und Fischer eindrucksvoll beweisen.

Es gibt zwar die Faustregel, nach der das Schloss ca. 10 Prozent des Fahrradpreises kosten soll – eine Faustregel, die sich hartnäckig hält, aber so nicht ganz zutrifft. Selbst wenn euer Drahtesel gebraucht nur 50 Euro gekostet hat, lohnt es sich für euch, in seine Sicherheit zu investieren, wenn ihr dran hängt: Für unter 30 bis 36 Euro erhaltet ihr mit dem Fischer „Safe“ und dem Axa Cherto Compact 95 zwei sichere und gleichzeitig günstige Schlösser.

Sinnvoll und dazu völlig kostenlos ist auch die Registrierung bei der Polizei. Prüft darüber hinaus, ob euer Rad über die Hausratversicherung abgesichert ist – für den Fall der Fälle. Während wir das Pitlock-System denjenigen empfehlen, deren Fahrrad etwas teurer war – sagen wir 600 Euro oder mehr – ist der GPS-Sender nur dann sinnvoll, wenn ihr gleich mehrere tausend Euro in das Karbonrennrad oder das Hightech-Mountainbike investiert habt.

Kennt ihr noch andere Mittel und Wege, um euer Fahrrad gegen Diebstahl zu sichern? Dann teilt sie mit uns!

Quellen:

Bilder & Video: ©SPARWELT (Daniel)

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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