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Keine Chance für Gewalt, Mobbing und Sex: 4 x effektiver Kinderschutz zum Nulltarif

Eltern müssen für die Sicherheit ihrer Kids im Netz sorgen.
Eltern müssen für die Sicherheit ihrer Kids im Netz sorgen.

Wie können sich eure Kinder sicher im Netz bewegen?

Es fängt schon einmal gut an: Derzeit ist bei Apple die systemeigene Internet-Kindersicherung fehlerhaft.1 Die Konsequenz? Trotz Aktivierung können Webseiten aufgerufen werden, die durch die sogenannte Whitelist (nur die in der Liste stehenden Seiten lassen sich ansurfen) eigentlich gesperrt sind. Ist kostenloser Kinderschutz fürs Internet daher pauschal als unzureichend einzustufen? Wir beleuchten im Folgenden vier kostenlose Programme, mit denen sich eure Kinder relativ sicher im Netz bewegen können.



Kostenlose PC-Kindersicherung mit KinderServer

Dieses kompakte Programm kann man mit Fug und Recht als virtuellen Türsteher bezeichnen, der euren Kindern zuverlässigen Schutz bietet. Es werden nur spezielle Seiten für Kinder zum Aufrufen zugelassen, die den Programmfilter passieren und als unbedenklich eingestuft worden sind. Insofern wird jeder Aufruf einer Website geprüft und nur, wenn diese als geeignet deklariert wird, lässt sie sich öffnen. Zugleich könnt ihr auch bestimmte Seiten freigeben, von denen ihr meint, dass sie keine Gefahr für eure Kinder darstellen. Praktisch ist zudem, dass es das Programm auch als App für Android- und iOS-Endgeräte gibt.

Kinderschutzsoftware KinderServer
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Ferner sind die großen Suchmaschinen wie Google und Bing sowie bekannte Videoportale – darunter Youtube – nicht zugänglich. Natürlich werden alle Einstellungen mit einem Passwort geschützt, das ihr zuvor festlegen könnt und müsst. Allerdings muss die Software nach dem Hochfahren des PCs separat gestartet werden, was eine vollumfängliche Kontrolle des Surfverhaltens gerade nicht ermöglicht. Außerdem betonen die Entwickler selbst, dass KinderServer keine absolute Sicherheit für Kinder im Internet versprechen kann. Grund dafür ist, dass technisch versierte Kids durchaus in der Lage sind, das System zu umgehen.

Fazit: KinderServer bietet sich als eine solide erste Lösung in Fragen der Internet-Kindersicherung an. Ihr könnt das Programm aber nicht automatisch starten lassen. Damit ist es nur in Verbindung mit anderer Software zu verwenden.


Mehr Möglichkeiten mit der Kinderschutzsoftware Parents Friend

Wenn ihr nicht nur den Zugang zu Webseiten selektiv einschränken möchtet, sondern ebenso die am PC bzw. im Internet verbrachte Nutzungszeit kontrollieren wollt, dann ist Parents Friend (Freund der Eltern) einen Blick wert. Daneben lässt sich mittels Parents Friend auch die Verwendung bestimmter Programme erlauben bzw. verbieten. Außerdem könnt ihr wahlweise die Systemsteuerung und den Taskmanager sperren und sogar ganze Laufwerke unsichtbar machen. Darüber hinaus können auch Protokolle der Kindesaktivitäten erstellt und Screenshots vom Bildschirm (Desktop) archiviert werden.

Da Kinder etwa ab dem zehnten Lebensjahr zunehmend selbst- ständig werden und der Aufsicht der Eltern entwachsen, müssen sie schrittweise lernen, riskantes Verhalten im Internet zu ver- meiden und schwierige Situ- ationen zu bewältigen.

Parents Friend existiert sowohl als kostenlose als auch als kostenpflichtige Edition. Erstere unterscheidet sich aber nur in zwei Punkten von der Bezahlversion: Das Protokoll der Kindesaktivitäten ist hier nur beschränkt lesbar, da jeder vierte Buchstabe durch einen Punkt ersetzt wird. Außerdem sind die Screenshots vom Desktop gering aufgelöst, wodurch ihr nur wenig erkennen könnt. Diese Funktionen erweisen sich zwar als praktisch, sind jedoch keine notwendige Bedingung für einen funktionierenden Jugendschutz im Internet.

Fazit: Parents Friend kann euch eine große Hilfe dabei sein, den Gefahren im Internet im Sinne eurer Kinder besser zu begegnen. Dabei reichen die Funktionen der kostenlosen Version vollkommen aus, um euren technikaffinen Nachwuchs auch mal unbeaufsichtigt am PC arbeiten und surfen zu lassen.

Kostenloser Kinderschutz fürs Internet mit Microsofts Family Safety


PC-Kindersicherung Family Safety

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Das Programm des Softwareriesen Family Safety (FS) hat vergleichsweise mehr zu bieten als Parents Friend. Der erste Schritt auf dem Weg zur Aktivierung der Windows-Kindersicherung liegt in der Erstellung eines Benutzerkontos für euer Kind. Voraussetzung für die Nutzung von FS ist zudem ein eigenes kostenloses Nutzerkonto bei Microsoft, mit dem ihr die Aktivitäten eurer Kinder kontrolliert. Ihr könnt zum Beispiel protokollieren, wann und wie lange euer Kind eine Seite im Internet besucht hat und welche das war. Habt ihr Windows 8 als Betriebssystem installiert, könnt ihr außerdem den Zugriff auf Apps einschränken.

Überhaupt gewährt euch der Zugriff über das Microsoftkonto umfangreiche Möglichkeiten, Einstellungen vorzunehmen, die ihr bequem von jedem internetfähigen Gerät aus konfiguriert. So habt ihr die Wahl, die Stärke des Webseitenfilters zu regulieren: Entweder werden nur bestimmte ausgewählte Seiten („kinderfreundlich“) zugelassen oder aber eurem Kind wird gestattet, sich ohne Einschränkungen im Internet zu bewegen („Warnung bei nicht jugendfreiem Inhalt“).

Windows 7 Kindersicherung
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Fazit: Die kostenlose Windows-Kindersicherung Family Safety bietet euch zahlreiche Möglichkeiten, die Gefahren im Internet für euer Kind auf ein Minimum zu reduzieren. Die Konfigurationsoptionen erscheinen am Anfang zwar etwas umfangreich, aber schon nach kurzer Zeit werdet ihr die Bandbreite an "Stellschrauben" zu schätzen wissen.

Das kann die Jugendschutzsoftware der Telekom

Die PC-Kindersicherung des Telekommunikationskonzerns braucht sich nicht vor den anderen kostenlosen Programmen zu verstecken. Sie ist durch die KJM (Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten) als Jugendschutzprogramm gemäß § 11 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages2 anerkannt. Zugleich kooperiert sie mit der Initiative „sicher online gehen“, die euch als Eltern dabei unterstützt, einen möglichst hohen Kinderschutz im Internet zu fördern.

Jugendschutzsoftware der Telekom
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Dank des integrierten BPJM-Moduls (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien) werden zudem alle Webseiten, die auf dem Index der Prüfstelle stehen, automatisch herausgefiltert. Des Weiteren werden durch die Einbindung eines fragFINN-Surfbereichs ausschließlich Seiten angezeigt, die von Medienpädagogen redaktionell geprüft wurden und damit keine Gefahr für eure Kinder darstellen. Damit befindet sich der Funktionsumfang auf Augenhöhe mit der kostenlosen Kinderschutzsoftware von Microsoft und bietet als besonderes Bonbon eine enge Zusammenarbeit mit staatlichen Prüfstellen.

Den PC kindersicher machen mit der Telekom
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Fazit: Dank ihrer gesetzlichen Anerkennung als Jugendschutzsoftware durch die KJM und die Implementierung des BPJM-Moduls ist die Telekom-Software sehr gelungen. Insofern überzeugt sie durchweg mit allen notwendigen Einstellungs- und Filtermöglichkeiten und wird stets auf aktuellem Stand gehalten.

Gewappnet gegen die Gefahren im Internet

Mit der hier vorgestellten kostenfreien Software für den Internet-Kinderschutz könnt ihr einiges unternehmen, um eure Kinder weitgehend unbeschadet in den Cyberspace starten zu lassen. Dank der Programme werden nicht nur ungeeignete Seiten gefiltert, sondern ebenso spezielle Internetseiten für Kinder empfohlen. Auch lassen sich Ausnahmen definieren, um die Software noch genauer dem Surfverhalten eures Kindes anzupassen. Hilfreich ist hierbei vor allem, dass es drei der getesteten Kinderschutzprogramme möglich machen, PC- und Internetzeit individuell zu kontrollieren.

Eltern sollten mit Ihren Kindern sprechen und sich mit den be- liebtesten Anwendungen und Plattformen auskennen, um das Nutzungsverhalten der Kinder und potentielle Gefährdungen einschätzen zu können.

Allerdings kann und soll diese Kindersicherung für den PC und das Internet nicht eure elterlichen Pflichten ersetzen. Vielmehr sind die Softwarelösungen zur Unterstützung gedacht, damit ihr eurem Kind einen bewussten und geregelten Umgang mit dem Internet nahebringen könnt. Dabei ist stets zu bedenken, dass die genannte Kinderschutzsoftware nie vollkommen sicher sein kann. Darüber hinaus enden eure Kontrollmöglichkeiten, wenn eure Kinder zu Besuch bei Freunden sind.

Unser Tipp: Verbringt die Zeit mit euren Kleinen gemeinsam am PC und im Internet – soweit das möglich ist. Sensibilisiert sie für mögliche Gefahren und surft zusammen eventuelle Problemseiten an, um diesen die Aura des Attraktiven, weil Verbotenen zu nehmen.

Quellen:
1 http://www.heise.de/newsticker/meldung/Loechrige-Kindersicherung-in-Mac-OS-X-Yosemite-2527788.html
2 http://www.kjm-online.de/recht/gesetze-und-staatsvertraege/jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv.html

Bilder: shutterstock©Ilike (Teaser), Screenshots (SPARWELT)
Video: YouTube (fewfwe)
Zitate: Jutta Croll, Zentrum für Kinderschutz im Internet - I-KiZ

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

Daniel
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