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Für Zuckerschnuten und Naschkatzen – zu Gast bei Chocri

Wir sind zu Gast in der Schokoladenfabrik Chocri
Wir sind zu Gast in der Schokoladenfabrik Chocri

Wir blicken für euch hinter die Kulissen der Berliner Schokoladenfabrik

Schokolade … Schon allein, wenn man sich das Wort auf der Zunge zergehen lässt – Schokooolaaaaade – läuft das Wasser im Mund zusammen. Sofort ergießen sich Gedanken von überlaufenden Schokoladenbrunnen mit Fruchtspießen, edel gefüllten Pralinen, den leckersten Schokotäfelchen und Weihnachtsmännern mit angeknabberter Mütze. Dieser Süßigkeit kann niemand widerstehen, denn „Schokolade ist Glück, das man essen kann.“1

Und spätestens seit wir Willy Wonkas Schokofabrik gesehen haben, ist das zart schmelzende Glück für uns alle nicht nur eine kleine Versuchung zwischendurch, sondern ein Lebensgefühl. Flüsse aus Schokolade, Bäume aus Bonbons und alles ist so schön bunt – wie im Schlaraffenland eben. Aber ob das romantische Bild der verrückten Schokoladenfabrik mit den fleißigen Umpa Lumpas auch Realität ist? Höchste Zeit, das mal von einer besonders schokoverrückten Redakteurin prüfen zu lassen und der Schokoladenproduktion von Chocri einen Besuch abzustatten.

Ein goldenes Ticket für das Land, in dem Honig und Schokolade fließen

Flüsse aus Schokolade und Bäume aus Süßigkeiten habe ich im Kopf, bevor ich das große Backsteingebäude betrete, das zumindest von außen etwas weniger märchenhaft aussieht als die von Tim Burton gezauberte Vorstellung. Es ist auch kein merkwürdiger Mann mit Hut, der mich in den Büroräumen von Chocri empfängt, sondern Maria Ugur, die bei Chocri im Marketing arbeitet. Zum Glück, denn sie ist weitaus sympathischer.

Nachdem sie mein goldenes Ticket kontrolliert hat, heißt es, sich zu verkleiden. Nicht, um Tim Burtons Filmhit nachzuspielen, sondern natürlich aus hygienischen Gründen. Leider gibt es dafür keinen Zylinder und auch keinen roten Anzug, sondern Haube, Schuhschoner und Hemdchen. Mein Herz schlägt schneller. Nun ist es endlich soweit: Wir dürfen die heiligen Hallen der Produktion betreten. Schon beim Öffnen der Tür betört der warme Duft von Schokolade meine Nase. Gerade ist Pause. So habe ich Zeit, mich in Ruhe umzusehen, bevor vielleicht endlich die Umpa Lumpas erscheinen und singend ihre Arbeit beginnen.

Hier wird die individuelle Schokolade von Chocri hergestellt

Chocri – Wo Willy Wonka vor Neid erblasst 

An den Tagesrekord kann ich mich noch ziemlich gut erinnern, das waren 15.000 Tafeln. Das ist so die Kapazität, die wir am Tag maximal schaffen.

- Michael Bruck, Geschäftsführer -

Das 2008 gegründete Unternehmen Chocri ist als Erfinder der Wunschschokolade bekannt für die Herstellung individuell gestalteter Schokoladenkreationen. Im Onlineshop kann der geneigte Schokofan seine eigenen Tafeln gestalten und diese schon wenige Tage später vernaschen. Für die Eigenkreation stehen dem Feinschmecker drei Schokoladensorten und über 100 Zutaten zur Verfügung, mit denen er sich seinen persönlichen Schokotraum erfüllen kann. Auch Pralinen stellt Chocri nach den Wünschen der Kunden her. Im Sommer wird mit Kühlakkus geliefert, damit Naschkatzen auch in der heißen Jahreszeit nicht auf die Schokolade von Chocri verzichten müssen. Saisonal bedingt muss Chocri aber große Schwankungen in der Produktionsmenge stemmen. 15.000 Tafeln an einem Tag seien der Rekord, an anderen Tagen wiederum werden nur 300 Tafeln produziert, erklärt Michael Bruck, Geschäftsführer und Mitgründer von Chocri, der uns nach dem Besuch in einem Interview Rede und Antwort steht.

>>> Hier entlang könnt ihr selbst im schokoladigen Sortiment von Chocri stöbern.

 

Sind das Umpa Lumpas? Oder: Wie stellt Chocri die Tafeln her?

Die Produktionsräume sind viel kleiner als gedacht und hier wächst auch weit und breit kein Gras und kein Zuckerstangenbaum. Dafür ist es wohlig warm und alles duftet verführerisch. In fünf Töpfen entdecke ich die flüssige Schokoladenrohmasse, die ganz alleine vor sich hin rührt, bis endlich die Schokoladenfeen eintreten. Etwas überrascht bin ich ja schon, dass sich hier keine kleinwüchsigen Umpa Lumpas in knallroten Overalls tummeln. Stattdessen sind es ganz normale Mitarbeiterinnen (tatsächlich sind in dieser Schicht nur Frauen anwesend) in ganz normaler Arbeitskleidung, die die Chocri-Schokolade in Tafelform gießen. Während meiner Anwesenheit stimmt auch keine von ihnen ein Lied an. Vielleicht tun sie das ja nur, wenn nicht gerade eine neugierige Redakteurin anwesend ist.

Die flüssige Schokolade wird zunächst in Kunststoffformen gegossen

Persönlich besonders wichtig ist mir, dass wir uns entschlossen haben, in der Elfenbeinküste ein Waisenhaus zu unterstützen. Das wurde gerade gebaut, die ersten Kinder sind eingezogen und wir haben jetzt schon über 90.000 Euro beigesteuert.

- Michael Bruck, Geschäftsführer -

Die drei Sorten Schokolade werden in beheizten Töpfen wie von Zauberhand ständig gerührt. Dabei muss jede von ihnen eine andere Temperatur haben, um flüssig zu bleiben. Leider bleibt die Masse aber in den Töpfen und ergießt sich nicht in Schokoladenflüssen. Aber wo kommt die Chocri-Schokolade überhaupt her? „Die Hauptzutat, der Kakao für die Schokolade, kommt zum großen Teil von der Elfenbeinküste – dort, wo auch das Kinderheim steht, das wir unterstützen“, erklärt Michael Bruck stolz, dessen Herz an dem Projekt hängt. „Der Zucker kommt aus Deutschland und Belgien. Genau wie die Milch.“

Die über 100 Zutaten, die von den Mitarbeiterinnen liebevoll auf die Tafeln gestreut oder gelegt werden, sind unterschiedlicher Herkunft. Mitunter stammen sie nicht aus Fair-Trade-Produktionen, sodass Chocri das Ziel, ein Fair-Trade-Siegel zu erhalten, bislang nicht verwirklichen konnte. 2016 soll aber ein neuer Versuch gestartet werden. Dennoch legt das Unternehmen mit seiner UTZ-Zertifizierung besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und produziert zudem hundertprozentig klimaneutral. 

Aber zurück zu der flüssigen Köstlichkeit, die nun von flinken Händen in Kunststoffformen gegossen wird. Damit die Schokolade zum Zungenschmeichler wird, rüttelt eine vibrierende Platte sie so richtig schön durch, um auch die letzten Luftbläschen entweichen zu lassen. Nun nimmt eine Mitarbeiterin die Tafel mit an einen der eigens für Chocri entwickelten Streutisch und dekoriert sie per Hand mit den vom Kunden gewählten Zutaten. „Die bunten Schokolinsen sind ganz besonders beliebt“, erklärt mir Maria Ugur. Das ist verständlich, denn der Anblick der farbigen Schokolinsen macht einfach gute Laune und erinnert nun doch ein wenig an Willy Wonkas Wunderland.

Die Schokolade wird unter Rühren ständig flüssig gehalten

In Nullkommanichts ist so eine Tafel fertig verziert, wie ich live miterleben darf. Wie lange der gesamte Herstellungsprozess einer Tafel dauert, ist jedoch unterschiedlich. „Das kommt ganz darauf an, ob es eine oder sechs Zutaten sind und ob die Zutaten z.B. auf die Tafel gelegt oder gestreut werden können.“

Nach dem Dekorieren muss die flüssige Masse noch 40 Minuten in die Kühlung. Anschließend werden die fertigen Tafeln am Packtisch in die ebenfalls individualisierbaren Kartons verpackt und in kleinen roten Aufbewahrungsboxen in den Versandraum gebracht, wo sie zusammen mit allen anderen bestellten Artikeln per Post verschickt werden. Gute Reise, liebe Schoki!

 

Im Schokoraffenland gibt es keine Waage

Leckermäuler haben die Qual der Wahl: Die drei üblichen Sorten Zartbitter, Vollmilch und weiße Schokolade stehen bereit, um verziert und vernascht zu werden. Ab und zu gibt es auch eine Spezial-Schokolade wie Erdbeere oder Matcha-Tee im Angebot. „Rund 50 Prozent der Bestellungen sind Vollmilchschokolade. Das ist nach wie vor einfach der Klassiker“, erklärt der Geschäftsführer. Die beliebteste Zutat sei mit weitem Abstand Echtgold. Der erklärte Schokoladenliebhaber mag selbst am liebsten die Weiße mit vielen Butterkeksen drauf.

Die mit weitem Abstand beliebteste Zutat bei uns ist Echtgold.

-  Michael Bruck, Geschäftsführer -

Auf die Frage nach seiner Lieblingssorte berichtet Guido Veth, der Marketingleiter, dass er gerade Schokoladenpause mache. Wie ich später erfahre, nehmen die meisten Mitarbeiter, die bei Chocri anfangen, erst einmal ein paar Kilo zu. „Wir sagen immer: Zwei bis fünf Kilo sollten bei jedem drin sein“, witzelt Michael Bruck. Langfristig hält er das Konzept, dass jeder Mitarbeiter sich seine eigenen Schokoladentafeln kreieren darf, aber für gelungen. So komme man zumindest am normalen Süßwarenregal vorbei.

 

Kuriose Schokoladenkreationen würden eigentlich jeden Tag eingehen, erzählt der Geschäftsführer. „Meistens ist das die Schokolade für den besten Kumpel zum Geburtstag und die trägt dann so Namen wie ‚Mal sehen, ob du das verträgst‘. Da sind dann Chili, Pfeffer, Ingwer, Gummibärchen und alles Mögliche drin. Das machen Männer unter sich ganz gerne, die wollen wahrscheinlich zuschauen, wie der andere das dann vor Publikum aufisst.“

 

Hochwertige Schokolade – Die muss man einfach probieren!

Etwa die Hälfte der Ware, die Chocri verkauft, sind individualisierte Produkte. Die andere Hälfte bilden hochwertige Schokoladenprodukte verschiedener Fremdhersteller. „Wir haben gemerkt: Wenn wir das Sortiment erweitern – wir gehen ja jetzt auch in den Bereich Kekse und Lebkuchen hinein – können wir noch viel mehr Leute ansprechen und auch Stammkunden besser erreichen, weil gerade unsere Zielgruppe jedes Jahr Innovationen fordert und da ist es natürlich gut, wenn man sagen kann: Hey, diese ganzen tollen Produkte von anderen Herstellern bieten wir auch an“, erklärt Michael Bruck das Fremdsortiment.

 

Aber was am Ende noch übrig bleibt, darf ich dann aufessen. Das ist schon nicht schlecht.

- Michael Bruck, Geschäftsführer -

Gute Qualität ist bei der Auswahl des Fremdsortiments ein absolutes Muss. Für die Auswahl sind das Produktmanagement und ein Verkostungsteam zuständig, das in mir unweigerlich wieder das Bild der Umpa Lumpas hervorruft. Aber wie ihr schon bemerkt habt, darf man sich sich von der Vorstellung der Hollywoodphantasie einer verrückten Schokoladenfabrik nicht in die Irre führen lassen. Doch für den Geschäftsführer ist es trotzdem traumhaft: Wenn nach der Verkostung neuer Schokolade etwas übrig bleibt, darf er es persönlich aufessen.

Hochwertige Schokolade kann man hauptsächlich an der Zusammensetzung erkennen. Dabei spielen laut Michael Bruck der Fettanteil und die Herkunft der Bohnen eine ganz wichtige Rolle. Außerdem ist beim fertigen Schokoladenprodukt darauf zu achten, aus welchem Hause es kommt, welchen Ruf dieses hat und welche Zutaten dort benutzt werden. Ausschlaggebend für die Aufnahme neuer Produkte ins Sortiment ist am Ende aber immer der Geschmack – und darüber ist sicher niemand böse. 

 

Kein Schokoladenwasserfall, aber Tafeln fürs Team

Ich durfte mich bei Chocri zwar weder unter einen Schokoladenwasserfall legen noch von einer Pralinenwiese knabbern, doch haben es sich die fleißigen Schokofeen zur Aufgabe gemacht, keinen Besucher ohne Schokolade nach Hause zu schicken. So kann ich vollgepackt mit kleinen Köstlichkeiten und ganz viel Appetit auf die süße Versuchung ins Büro zurückkehren und die Freude mit meinem Team teilen, das mich schon sehnsüchtig und gespannt erwartet – als dürften sie gleich das erste Türchen ihres Adventskalenders öffnen. Das ist auch gut so, denn zum Probieren haben wir die Weihnachtstafeln von Chocri bekommen.

Die frisch dekorierten Tafeln

Darunter ist eine weiße Schokolade mit grünen Tannenbäumchen, eine Vollmilchtafel mit Schneeflöckchen und eine Zartbitter mit Lebkuchenhaus. Die schokoladigen Leckereien zaubern uns sogleich in Vorweihnachtsstimmung – und nachdem wir alle von den hübschen Tafeln gekostet haben, einigen wir uns schnell auf einen Favoriten: Die Zartbitter-Variante mit den gebrannten Mandeln.

 

Fazit und Verlosung (leider abgelaufen)

Auch wenn ich weder Willy Wonka gesehen noch die Umpa Lumpas habe singen hören, war es doch ein faszinierendes Erlebnis, einmal bei der Schokoladenproduktion von Chocri dabei sein zu können. Und mein persönliches Fazit: Die individuell gestaltete Schokolade ist eine schöne Geschenkidee und ich bin mir sicher, dass sie sowohl bei Frauen als auch bei Männern gut ankommt – auch wenn Naschkatzen dafür etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Das Kakao-Schmankerl bleibt damit ein Luxus, der vor allem zu besonderen Anlässen auf der Einkaufsliste steht. Gerade zu Weihnachten eignen sich die hübschen bunten Tafeln, Pralinen und Weihnachtskugeln besonders gut, um lieben Menschen eine Freude zu machen und sich ein klein wenig in Tim Burtons filmisch-fantastische Süßwarenwelt hineinzuträumen.

Gewinnt jetzt 3 Tafel Weihnachtsschokolade von ChocriWollt ihr das weihnachtliche Bundle aus drei Tafeln Chocri gewinnen? Dann schreibt bis zum 15.12.2014 einen Kommentar unter den Artikel mit der Nennung eurer Lieblingsschokolade. Unter den Kommentaren losen wir 10 Gewinner aus. * (Verlosung leider abgelaufen)

 

Wir bedanken uns bei Chocri und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Einblick in die Produktion und natürlich bei Michael Bruck für das nette Gespräch, in dem er persönlich Rede und Antwort stand.

Quellen:
1 Zitat von Ursula Kohaupt (Autorin, Redakteurin und Lektorin)
Alle anderen Zitate: Michael Bruck, Geschäftsführer von Chocri
Bilder: ©SPARWELT, chocri.de

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Über Klara

Die Theaterwissenschaftlerin und Hobbypoetin Klara liebt Themen fürs Herz. Am liebsten schreibt sie über und mit Liebe. In ihren Ratgebern serviert sie aber auch gerne alltagsnahe Sachverhalte in lesergerechten Häppchen. Ein Stück Schokolade und ein großer Schluck Kaffee helfen ihr dabei, sich Hals über Kopf in ihre Recherche zu stürzen und erst nach dem Finden einer Antwort wieder aufzutauchen.

Klara
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