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Upcycling-Kleidung: Einfälle statt Abfälle

1 altes Shirt – 10 neue Trendteile

Zu klein, ausgeleiert oder falscher Schnitt? Ja, ja und ja. Jeder von euch besitzt sie – die unvermeidlichen Fehlkäufe im Kleiderschrank. Doch bevor ihr diese pünktlich zum Frühjahrsputz entsorgt und zum nächsten kostspieligen Shoppingmarathon aufbrecht, lohnt sich ein prüfender Blick: Denn das eine oder andere Kleidungsstück, das entsorgt werden soll, birgt Potential und hat das Zeug zur modischen Reinkarnation.

Wie das? Dank des Upcycling-Trends! Denn anstatt eure Sachen einfach wegzuwerfen, veredelt ihr eure ausrangierte Kleidung zu individuellen und angesagten Liebhaberstücken. Ob eure eingelaufene Bluse in ein süßes Kleid fürs Töchterlein verwandeln oder das XXL-Shirt zum sexy Rock umgestalten – die DIY-Mode macht es möglich. Doch das beste am neuen Trend: Ihr müsst weder Geld ausgeben noch im Umgang mit der Nähmaschine bewandert sein. Ganz nebenbei sammelt ihr außerdem jede Menge Karmapunkte und tut der Umwelt einen großen Gefallen.

Upcycling: Was verbirgt sich hinter dem Trend?

„Aus alt mach neu“ – Hinter diesem Motto steckt ein neuer Trend der Modeszene: das Upcycling. Ein neuer Umgang mit Kleidung und Textilien, der längst auch die DIY-Szene und Laufstege der Modewelt erobert hat. Galt es bis dato als angesagt, beim Kleiderkauf auch in Second-hand-Geschäften nach Vintage-Teilen Ausschau zu halten und auf Öko-Mode und Fair-Trade-Kleidung zu setzen, geht der Do-it-yourself-Modetrend noch einen Schritt weiter. Dieser verabschiedet sich von der Wegwerf-Mentalität der Fashionwelt und möchte dem beständigen Stilwechsel ein DIY-Schnippchen schlagen. So werden Umwelt und Ressourcen geschont.

Upcycling ist somit mehr als reines Recycling: Die Intention besteht nicht allein darin, alte Klamotten wiederzuverwerten, sondern ausrangierten Teilen durch clevere Designideen einen angesagten Look zu verleihen, der eine Altkleideroptik erst gar nicht zulässt.

Wie ihr stilsicher den neuen Upcyling-Trend kleidsam umsetzt, zeigen wir euch anhand eines ausgemusterten Shirts, das sich als echter Allrounder in Sachen DIY-Kleidung erweist.

 

10 Upcycling-Ideen für euer altes Shirt 

1. … als Tuch und Schal

Upcycling-Idee SchalNicht nur in der kalten Jahreszeit schützen uns die modischen Halswärmer vor der Kälte. Auch im Rest des Jahres runden sie als optisches Highlight jedes Outfit perfekt ab und verleihen jedem Look das gewisse Etwas. Wie gut, dass es nicht viel braucht, um ein altes T-Shirt in einen schmeichelnden Wärmespender für den Hals zu verwandeln. Ihr müsst dazu lediglich den oberen Part eures Shirts abtrennen und schon könnt ihr einen trendigen Loop-Schal euer Eigen nennen.

 

2. … als Tasche

Aus einem einfachen T-Shirt eine tolle Einkauftragetasche zaubern? Mit dem Upycling-Trend geht das tatsächlich im Handumdrehen. Faltet dazu euer Shirt vertikal in der Mitte, schneidet dann die Ärmel ab und vergrößert zum Schluss den Halsausschnitt. Durch das Falten erreicht ihr einen gleichmäßigen und parallelen Schnitt. Dreht jetzt eure Tasche auf links und näht die untere Öffnung zusammen. Als Finish könnt ihr die Tasche noch mit Buttons oder Fransen, die ihr ebenfalls aus den Ärmeln schneidet, raffiniert verzieren.

 

3. … als Kleid

Um euer altes Oberteil in ein bezauberndes Kleid upzucyceln, gibt es ganz verschiedene Wege. Die einfachste Variante besteht darin – ähnlich wie beim Schal – den oberen Teil mit den Ärmeln abzuschneiden und den übriggebliebenen Stoff als Schlauchkleid zu tragen. Wer es etwas eleganter mag, dem sei ein Herrenhemd ans Herz gelegt. Zieht dazu das Hemd einfach auf Achselhöhe und verknotet vor der Brust beide Ärmel zu einer hübschen Schleife. Bringt ihr zudem etwas Näherfahrung und Zeit mit? Dann sorgt für strahlende Gesichter bei Töchterchen, Nichte oder Patenkind. Wie’s funktioniert, seht ihr hier: 

 

4. ... als Leggings

Besonders gut für diese Upcycling-Idee eignen sich langärmelige Oberteile, da die Beine für die Leggings aus den Ärmeln entstehen. Im ersten Schritt trennt ihr diese dazu vom restlichen Shirt ab. Danach tragt ihr die Länge der Hosenbeine mithilfe einer eurer Lieblingsleggins auf dem Stoff ab. Schneidet nun entlang der Markierungen und näht zum Abschluss die offenen Seiten zusammen. Achtet unbedingt darauf, dass ihr am oberen Ende der Beine noch ein paar Zentimeter Spielraum lasst, da ihr diese noch für den Hosenbund umnähen müsst. 

 

5. … als Kette

Upcycling-Idee für KetteJe größer das Schmuckstück, desto höher oftmals die Preise: Schade für jeden, der von einer trendigen Statement-Kette träumt. Doch der auffälligeHalsschmuck muss kein Traum bleiben. Schneidet einfach aus dem unteren Teil eures Oberteils 6 Streifen von 1 bis 2 cm Breite heraus. Im nächsten Schritt gilt es, die Stoffstreifen je nach Geschmack miteinander zu verknoten, zu flechten oder zu verdrehen. Wer möchte, kann zusätzlich noch Perlen oder Kugeln aufziehen oder Streifen eines andersfarbigen Shirts nutzen – der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Die Enden verknotet ihr zum Schluss einfach miteinander und fertig ist der textile Halsschmuck.

 

6. … als Rock

Mit dem DIY-Modetrend könnt ihr nicht nur Leggins herstellen, sondern eure Beine auch mit einem Rock perfekt in Szene setzen. Wie auch schon beim Kleid oder Schal besteht der erste Schritt darin, die obere Hälfte des Oberteils von der unteren zu trennen. Damit euer zukünftiges Lieblingsteil eine optimale Länge hat und nicht ständig hochrutscht, nehmt euch einfach einen Rock aus eurem Kleiderschrank und nutzt diesen als „Schablone“. Damit auch nichts schief geht und ihr die offenen Enden richtig vernäht, folgt einfach der Anleitung des nachfolgenden Videos: 

 

7. … als Jacke

Zugegeben: Diese Idee erscheint auf den ersten Blick recht kompliziert in ihrer praktischen Ausführung, ist allerdings eine der am einfachsten umzusetzenden Upcycling-Ideen. Greift hierfür auf ein Oberteil mit langen Ärmeln sowie stärkerem Gewebe zurück. Schneidet dann von der Mitte des Halsauschnitts ausgehend gerade runter bis zum Bund, sodass der vordere Teil des Shirts in zwei Hälften geteilt wird. Achtet unbedingt darauf, dass alle Nähte akkurat auf Kante liegen. Wer sich mit geradem Schneiden eher schwertut, kann sich vorher die Schnittlinie mit Hilfe eines Lineals anzeichnen. Um den Look eurer neuen Jacke noch abzurunden, könnt ihr an den beiden offenen Seiten entweder einen Reißverschluss einnähen oder diese mit einer Knopfleiste verzieren. 

 

8. … als Gürtel

In 4 Schritten zum neuen GuertelMöchtet ihr euer T-Shirt zum Gürtel upcyceln, geht ihr genauso vor wie beim Haarband. Abhängig von der Flechttechnik, für die ihr euch entscheidet, schneidet ihr 3, 4 oder 5 dickere Streifen aus dem unteren Teil eures ausrangierten Oberteils. Anschließend geht es ans Flechten der einzelnen Stoffbahnen. Unser Tipp: Nehmt etwas Klebestreifen und klebt die Bahnen zusammen – so klappt es mit dem Flechten einfach besser. Wenn ihr damit fertig seid, müsst ihr nur noch die beiden Enden vernähen. Wenn gewünscht, könnt ihr auf einer Seite noch zwei Gürtelschnallen anbringen, die es bereits für wenige Cent im Kaufhaus oder Nähgeschäft gibt.

 

9. … als Mütze

Passend zu Schal und Tuch könnt ihr euch an kalten Tagen mit einer Mütze vor Wind und Wetter schützen. Dazu bedarf es auch hier nur weniger Schritte und ihr könnt euch an eurer neuen Kopfbedeckung erfreuen. Besonders schön zur Geltung kommen übrigens Oberteile, die einen breiteren Bund haben. Nutzt auch hier eine Mütze, die ihr bereits im Schrank habt, als Schablone und legt diese an das untere Ende des Shirts. Zeichnet mit einem Stift die Form nach und lasst für das nachfolgende Zusammennähen noch 1 bis 2 cm extra stehen. Dreht anschließend die beiden Hälften auf links und verbindet diese mit ein paar Nadelstichen. Wer möchte, kann seiner Mütze zum Beispiel noch mit einer Bommel das gewisse Etwas verleihen.

 

10. … als Haarband

Upcycling-Idee für HaarbandHaarbänder eignen sich nicht nur, um eure Mähne an Tagen zu bändigen, an denen euch die Haare zu Berge stehen. Mittlerweile sind die praktischen Bänder nämlich zu echten Schmuckstücken avanciert. Für den DIY-Haarschmuck schneidet ihr wie bei der Statement-Kette entweder einen breiten oder mehrere, dafür aber etwas schmalere Stoffstreifen am unteren Rand des T-Shirts ab. Letztere könnt ihr flechten, drehen oder verknoten. Habt ihr euch für ein breiteres Haarband aus einem dicken Streifen entschieden, dann verziert dieses mit einer auffälligen Brosche oder verknotet beide Enden zu einer schicken Schleife. 

 

Über Isabel

Essen, Wohnen und Reisen: Das sind die Themen, mit denen sich die Publizistik- und Kommunikationswissenschaftlerin am liebsten auseinandersetzt. An der Schnittstelle zwischen PR und Redaktion hat sie ihre Passion für das Texten bereits unter anderem bei moebel.de und fischerAppelt ausleben dürfen. Seit November 2014 verstärkt die Wahlberlinerin das Sparwelt-Team als Redakteurin im Magazinbereich.

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