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Zu Gast bei Outfittery: Des Mannes neue Kleider

Zu Gast bei OUTFITTERY
Zu Gast bei OUTFITTERY

SPARWELT blickt hinter die Kulissen - Ein Besuch aus Männersicht

Outfittery aus Männersicht


Zugegeben: Es gibt ihn wirklich. Den Typ Mann, der schon beim Betreten eines Modegeschäfts schweißnasse Hände bekommt und jedes eifrige „Kann ich Ihnen helfen?“ der Verkäuferin mit einem genervten „Nee, will nur mal gucken“ wegbrummt. Die Mission Kleiderkauf möchte dieses Exemplar einfach nur hinter sich bringen. Neben dem klassischen Modemuffel sind es vor allem gestresste Männer, die für trendige Markenkleidung gerne ein paar Euro mehr ausgeben, denen aber aus beruflichen Gründen die Zeit zum Einkaufsbummel fehlt. Für beide Zielgruppen könnte sich ein Abstecher auf die Outfittery-Seite lohnen.

Die Anmeldung ist denkbar einfach: Acht leichte Fragen zum persönlichen Modestil beantworten, Telefontermin vereinbaren und schon hat man seine persönliche Styleexpertin an der Strippe – die einen auf Wunsch über Monate begleitet. Curated Shopping heißt das Modell, das böse Zungen gern mit „betreutes Einkaufen“ übersetzen.

 

Fakten über Outfittery

  • gegründet von Julia Bösch und Anna Alex (früher Zalando)
  • Anfang 2012 unter dem Namen Paul Secret an den Start gegangen
  • „Startup des Jahres 2012“ laut Gründerszene.de
  • Team aus rund 50 Styleexpertinnen und -experten
  • über 150 Modemarken im Sortiment
  • rund 50.000 angemeldete Kunden in Deutschland
  • Service 2013 ausgeweitet auf Österreich und die Schweiz

 

Mein Haus, mein Auto, meine Styleexpertin


Egal ob man nun Modemuffel oder Workaholic ist: Die eigene Styleexpertin (eine Handvoll männlicher Berater gibt es auch im Team) ist es, die Mann an seiner Seite zu schätzen weiß. Nach den ersten 15 Minuten am Telefon wissen die erfahrenen Stilberater, in welcher Kluft der hilfesuchende Kunde im Büro oder nach Feierabend am liebsten rumläuft und wonach er gerade sucht. Die liebevoll verpackten Outfits inklusive handgeschriebenem Kärtchen lassen sich zuhause entspannt und unverbindlich anprobieren. Die Idee: Anhand der Rückmeldung lernt die Styleexpertin den Kunden immer besser kennen. Schnell kann sich ein Gefühl wie beim Stammfriseur oder dem Lieblingscafé einstellen: „So wie immer, oder heute mal was Neues ausprobieren?“ Wer fühlt sich davon nicht geschmeichelt?

Styleexpertin Katharina Katz und ihr Kollege Miguel Fonseca im Büro von Outfittery

 

Den eigenen Modegeschmack nicht komplett umkrempeln


Das Konzept der Gründerinnen Anna Alex und Julia Bösch mit ihrem Team scheint aufzugehen. An den Wänden der Firmenetage in Berlin-Mitte hängen kleine Erfolgsgeschichten: Outfittery-Kunden haben Fotos gesendet, auf denen sie die für sie zusammengestellten Outfits tragen. Mit Pfeilen und Kommentaren zeigen die stolzen Käufer, mit welchen Teilen ihre Styleexpertin genau ins Schwarze getroffen hat. Keine Spur mehr vom zurückhaltenden Shoppingverweigerer.

Beklebte Poster veranschaulichen allen Mitarbeitern, welche Outfits, Marken und Farben bei welchem Männertyp gerade besonders begehrt sind und mit welchen Accessoires sie sich abrunden lassen. Die Auswahl wächst stetig: Über 150 Modemarken haben die Outfittery-Experten inzwischen im Sortiment. Die Wandlung zum gutangezogenen Kerl geht man hier behutsam an: Besteht ein Mann ausdrücklich auf die pinke Jeans oder den Rentierpullover, basteln die Berater eben ein Outfit drumherum - den Geschmack wollen Katharina Katz und ihr Team keinesfalls komplett umkrempeln. „Es geht uns auch darum, dass man den Menschen dahinter kennenlernt“, betont die frühere Moderedakteurin und Bloggerin, die heute die Abteilung Styleberatung leitet. „Wir wollen ja niemanden wie in der Mini Playback Show durch die Zauberkugel schicken. Dann würde sich derjenige verkleidet fühlen.“

 

Outfittery sucht mein noch besseres Ich


Von nebenan dringen Stimmen durch die Tür. Hier, in der Zentrale des guten Geschmacks, sitzt das Expertenteam mit Headsets vor dem Bildschirm und schiebt per Mauszeiger Kleidungsstücke hin und her. Je nachdem, welchen Wunsch der Kunde am Ende der Leitung äußert, greift die Expertin auf virtuelle Hemden, Hosen oder Schuhe aus der gutsortierten Datenbank zurück. Alle Stylisten verfügen über langjährige Erfahrung in der Fashionbranche. Nach dem Anruf suchen die Berater aus, was in der weißen Outfittery-Box landet und schreiben einen kleinen „Liebesbrief“. Gerne mischen die Profis ein oder zwei klassische Outfits für den Job mit einer legeren Garderobe für die Freizeit. „Wir finden heraus, worin fühlst du dich wohl und überlegen, wie können wir dich ein Stück weit zu deinem noch besseren Ich machen“, sagt Katharina Katz. Das Verpacken übernehmen dann Kollegen im Lager.

Styleexpertin Katharina Katz

 

Schon bald die neue Art zu Shoppen?


Nach dem typischen freudigen Aha-Effekt, wenn die erste Box eingetrudelt ist, bleiben viele Kunden ihrer Outfittery-Expertin treu und bestellen Folgeboxen, berichtet Katharina Katz. Frühling, Sommer, Herbst und Winter, dazwischen eine Hochzeit oder die Weihnachtsfeier - ein Anlass für ein neues Outfit findet sich immer. Wie viel ein Hemd, die Jeans oder Schuhe kosten dürfen, kann ich meiner Expertin schon am Telefon verraten. So bleibt die böse Überraschung beim Auspacken erspart. Um die 50.000 Kunden setzen deutschlandweit schon auf „betreutes Einkaufen“. Mit-Gründerin Anna Alex weiß schon recht genau, wo sie mit Outfittery hin möchte: „In fünf Jahren werden wir die Art zu Shoppen sein für alle europäischen Männer, vielleicht sogar schon darüber hinaus.“

 

Fazit
 

Liebe Frauen, nicht ärgern lassen, wenn euer Kerl demnächst stolz tönt: „Ich ruf' mal meine Styleexpertin an!“ Ihr habt am Ende schließlich auch etwas davon - und es geht natürlich nur um Mode. Zweifellos kann man Klamotten auch günstiger im Internet bestellen. Doch fehlt hier meist die Sicherheit, bestens aufeinander abgestimmte Outfits zu erhalten, deren Teile sich auch noch perfekt kombinieren lassen. Zudem verschickt das Startup durchweg nur hochwertige Markenmode und die aufwendige Beratung ist im Preis mit drin. Der Erfolg jedenfalls scheint Outfittery Recht zu geben. Seit kurzem hört man auch in Österreich und der Schweiz den Ruf: „Ich ruf' mal meine Styleexpertin an!“

Und hier lest ihr über den Besuch bei Outfittery aus Frauensicht ...

Über Maik

Als Diplom-Journalist und ausgebildeter Redakteur strebt Maik danach, mit unabhängigen Ratgebern die boomende Online-Shopping-Welt für SPARWELT-Leser ein wenig verständlicher zu machen. Sein Motto: Nur der aufgeklärte User kauft günstig im Netz und erkennt die kleinen Fallstricke. Zuhause fühlt sich der Fußballliebhaber und Hobbyläufer in den Bereichen Technik, Smartphone-Tarife, Sport und Verbraucherschutz im Netz.

Maik
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