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Bald keine Rabatte auf E-Books mehr?

E-Books werden mit dem gedruckten Buch gleichgestellt
E-Books werden mit dem gedruckten Buch gleichgestellt

Die Buchpreisbindung kommt nun auch für elektronische Bücher

Zum 1. Januar 2016 erfolgt eine Novellierung des Buchpreisbindungsgesetzes. Dadurch werden E-Books zukünftig – was die Preisgestaltung anbelangt – wie gedruckte Bücher behandelt.

Zunächst also wird das E-Book nach seinem Erscheinen 18 Monate lang in ganz Deutschland zu einem fixen Preis angeboten. Rabatte und Sonderaktionen seitens der Händler sind innerhalb dieses Zeitraumes nicht zulässig. Gleichzeitig wird es dem preisbewussten Käufer schwer gemacht, E-Books günstiger im Ausland zu erwerben. Als Alternative bleibt dann vorerst nur, E-Books günstig zu leihen.

Dem Gesetzesentwurf zufolge bleiben monatliche Miet- und Leihgebühren von der Änderung der Buchpreisbindung unberührt. Erst nach Ablauf der benannten 18 Monate können die Händler unter bestimmten Umständen wieder mit Rabattaktionen auf Leserfang gehen. Wie dieser konkret aussehen wird, wird sich dann Anfang 2016 zeigen. Laut Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel soll das E-Book aber nicht teurer werden.

Die Folgen für Self-Publisher

Für diejenigen unter euch, die ihre Bücher über Self-Publishing-Plattformen wie Epubli oder XinXii verbreiten, sind das keine guten Nachrichten. Tatsächlich sind nun auch alle Selbstverleger verpflichtet, in den ersten 18 Monaten nach Veröffentlichung von Preisnachlässen als Mittel zur Umsatzsteigerung abzusehen. Dass infolgedessen der Absatz eigens publizierter E-Books stagniert oder gar zurückgeht, könnte zu erwarten sein.

Derzeit sieht der aktuelle Entwurf des Buchpreisbindungsgesetzes keine Ausnahme für Self-Publisher vor. Insofern müsst ihr euch genau überlegen, wie hoch ihr den Preis für eure E-Books ansetzt. Während also das Gesetzesvorhaben für die Verlage eher ein Segen ist, werden Indie-Autoren mit der neuen Regelungen durchaus benachteiligt.

Die Antwort auf die Digitalisierung des Buchmarktes

Was genau ist eigentlich das Ziel der Gesetzesnovelle? Laut Regierung ist es der Wert des (E-)Buches als Kulturgut und wertvolle Informationsquelle, den es zu stärken bzw. zu schützen gilt. Den Verlagen und Händlern gibt man zudem Rechtssicherheit für ihre Preisgestaltung und ermöglicht ihnen das Publizieren einer großen Vielfalt von Titeln – auch von solchen, die nicht unbedingt als Bestseller gelten. 

Der Gesetzgeber reagiert mit der Änderung bzw. Erweiterung auf die zunehmende Digitalisierung des Buchmarktes. E-Books sind längst keine Randerscheinungen mehr; ihr Marktanteil steigt jährlich. Konfliktpotential ist aber noch an ganz anderen Fronten vorhanden: Während sich die Bundesregierung für eine reduzierte Mehrwertsteuer von 7 statt 19 Prozent für E-Books ausspricht, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) ähnliche Vorstöße bereits den Franzosen und Luxemburgern untersagt.

Quellen:
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Gesetz/referentenentwurf-zweites-gesetz-buchpreisbindungsgesetz,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf

Bilder: SPARWELT@Isabell und Daniel (Teaser)

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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