Sparwelt funktioniert am besten mit aktiviertem JavaScript

Kleiderkreisel führt gebührenpflichtiges Bezahlsystem ein

Kleiderkreisel führt ein neues Bezahlsystem ein, bei dem für den Verkäufer Gebühren anfallen.
Kleiderkreisel führt ein neues Bezahlsystem ein, bei dem für den Verkäufer Gebühren anfallen.

Kleiderkreisel kündigt neues Bezahlsystem an

Deutschlands größte Kleiderbörse Kleiderkreisel führt noch im November ein neues Bezahlsystem ein. Bei jedem Verkauf werden dann 10 Prozent des Verkaufspreises und zusätzlich 0,50 € Transaktionspauschale von Kleiderkreisel einbehalten. Die Nutzung des neuen Zahlverfahrens bleibt für den Käufer freiwillig. Er kann wählen, ob er das Bezahlsystem nutzt oder ob er die Transaktion wie gewohnt über die Nachrichtenfunktion durchführt. Eine weitere Neuerung betrifft die Wahlfreiheit der Verkäufer, potenziellen Käufern den Zuschlag zu geben: Der Verkäufer kann bei mehreren Interessenten nicht länger selbst entscheiden, an welchen Nutzer er den Artikel verkaufen will. Wer als erster den Kaufen-Button des neuen Bezahlsystems drückt, erhält automatisch den Zuschlag. 

Neues Bezahlsystem für mehr Sicherheit und schnellere Transaktionen

Nach zahlreichen Umfragen und persönlichen Befragungen habe man sich für die Einführung des Bezahlsystems entschieden, so heißt es auf der Homepage von Kleiderkreisel. Damit will die Plattform schnellere und unkomplizierte Transaktionen ermöglichen, aber auch Käufer vor betrügerischen Verkäufern schützen, die gekaufte Ware trotz Geldeingang nicht verschicken.

Das Bezahlverfahren funktioniert dabei nach dem Treuhandprinzip. Kleiderkreisel leitet die Zahlung nach Abzug der Gebühren erst dann an den Verkäufer weiter, wenn der Käufer den Eingang der Ware bestätigt hat – und mit ihr zufrieden ist. Auch für Verkäufer ergeben sich Vorteile bei der Nutzung des Bezahlsystems: Sie müssen nicht länger sensible Daten, wie die eigene Kontonummer, an Fremde weitergeben. 

Die Neuerung stößt bei der Community auf heftige Kritik

Seit Bekanntwerden der Pläne zur Einführung eines kostenpflichtigen Transaktionsverfahrens ist die Aufregung in sozialen Netzwerken und Foren groß. Über 10.000 Unterschriften wurden bereits unterdie Online-Petition gegen das neue Bezahlsystem1 gesetzt. Aber auch auf Twitter bringen die Nutzer ihren Unmut zum Ausdruck.

Auf Twitter protestieren die Nutzer gegen die Einführung des neuen Bezahlsystems bei Kleiderkreisel.


Kleiderkreisel nimmt die Kritik zur Kenntnis, beharrt allerdings auf dem Sicherheitsaspekt des Vorhabens, das Verkäufern wie Käufern der Plattform gleichermaßen Nutzen bringen soll: "Wir haben in letzter Zeit gemerkt, dass es Betrüger auf unserer Seite gibt. Mit dem neuen System wollen wir alle Betrugsformen ausschließen. Es soll keine Schlupflöcher mehr geben." 

Hat Kleiderkreisel sich selbst ins Aus geschossen?

Aufgebrachte Kreisler drohen mit Boykott und dem Löschen ihrer Accounts, sollte das Bezahlsystem wirklich eingeführt werden. Mitbewerber wie Kleiderkorb sind weiterhin kostenlos und könnten von den kontroversen Neuerungen bei Kleiderkreisel profitieren, weil enttäuschte User zu ihnen abwandern. Ob die Nutzer Kleiderkreisel aber tatsächlich in großer Zahl den Rücken kehren, bleibt abzuwarten. Welche Auswirkungen so eine Veränderung haben kann, zeigte sich zuletzt am Beispiel von Mitfahrgelegenheit.de. Der einstige Marktführer führte ebenfalls ein kostenpflichtiges Buchungssystem ein und verlor infolgedessen zahlreiche Kunden an den Konkurrenten Blablacar.

Alles, was ihr über Online-Flohmärkte wie Kleiderkreisel wissen müsst, findet ihr in unserem Ratgeber. 

Weiterführende Informationen und Quellen:

Titelbild: kleiderkreisel.de

1https://secure.avaaz.org/de/petition/Kleiderkreisel_Bei_den_Wurzeln_bleiben_gegen_die_Kommerzialisierung/?wSMnzib

Quelle: derwesten.de 

Über Ivana

Ivana studiert Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin und unterstützt die SPARWELT-Redaktion seit September 2014 als Werkstudentin. Für das Magazin verfasst sie am liebsten Artikel zu Mode, Beauty und Lifestyle. Auch in der wenigen Zeit, die zwischen Universität und Redaktion noch übrig bleibt, schreibt Ivana leidenschaftlich gerne – dann aber auf ihrem eigenen Blog.

Ivana
Kommentar