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Clever shoppen mit B-Ware?

B-Ware steht quasi zwischen Neu- und Gebrauchtware
B-Ware steht quasi zwischen Neu- und Gebrauchtware

Das steckt hinter der "Ware zweiter Wahl"

Nur wenige Monate nach dem ihr ein Schnäppchen mit B-Ware gemacht habt, gibt es Probleme mit dem Produkt – es funktioniert nicht mehr oder es weist Materialfehler auf. Tja, was nun? Könnt ihr den Artikel kostenlos umtauschen? Hättet ihr beim Kauf etwas beachten müssen? Besteht überhaupt ein Anspruch auf gesetzliche Gewährleistung, wenn ihr B-Ware erworben habt? Solltet ihr euch das schon einmal gefragt haben, dann lest weiter.

Stephan Schrödl, Gründer Kontra GmbHFür ein kurzes Statement zum Thema B-Ware stand Stephan Schrödl der SPARWELT bereit, Gründer und CEO der Kontra GmbH. Die Kontra GmbH handelt seit über 11 Jahren überwiegend mit Consumer Electronic. Das Produktportfolio umfasst neben Neuware auch B-Ware. Die Absatzkanäle sind neben eigenen Onlineshops und Liveshopping-Plattformen auch Online-Marktplätze u.a. Allyouneed.com.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Stephan Schrödl definiert B-Ware wie folgt: "Von den meisten Leuten wird noch immer B-Ware mit Gebrauchtware gleichgestellt. B-Waren sind aber auch Artikel, die neu oder neuwertig sein können wie z.B. Kundenrückläufer, Ausstellungsstücke, Messerückläufer oder Vorführgeräte." Wenn ihr diese "Ware zweiter Wahl" kaufen wollt, beherzigt die folgenden Punkte:

  1. Viele Online-Shops bieten spezielle Rubriken an, in denen ihr in regelmäßigen Abständen B-Ware findet. Eine einheitliche bzw. eindeutige Benennung dieser Rubriken gibt es jedoch nicht. Außerdem verstecken die Shops diese Seiten gerne. Daher haben wir hier eine Übersicht der unserer Meinung nach wichtigsten Shops für euch:
  2. Lest die Produktbeschreibung aufmerksam. Wird nicht ersichtlich, ob es sich um B- oder Gebrauchtware handelt, dann fragt euren Händler. "Hier ist der Händler dazu verpflichtet den genauen Zustand der Ware zu beschreiben." Aus dieser wird außerdem ersichtlich, welche optischen Mängel das Produkt eventuell aufweist. Je mehr davon vorhanden sind, desto größer ist die Ersparnis – in der Regel. Hier solltet am besten ihr selbst entscheiden, ob euch ein Kratzer auf der Rückseite des Smartphones oder eine Beule in der Kühlschranktür stört oder nicht.

  3. Ware zweiter Wahl bedeutet nicht immer günstig einzukaufen und zu sparen. "Auch hier gilt, dass man natürlich immer die Preise vergleichen sollte."Nur wenn ihr diesen Rat beherzigt, findet ihr unter den B-Ware-Angeboten das echte Schnäppchen. Nicht selten kommt es vor, dass die Ersparnis zum UVP berechnet wird und nicht zum normalen Straßenpreis. Natürlich ist nicht immer das passende bzw. gewünschte Produkt mit dabei. Checkt daher alle paar Tage die oben verlinkten Angebotsseiten oder euren Lieblingsshops.

  4. Gern werden seitens der Onlinehändler Lieferkosten für die B-Ware erhoben. Zwar belaufen sie sich nur auf wenige Euros, aber ärgerlich ist das aus folgendem Grund: Für den gleichen Artikel als Neuware verlangt der Shop kein Porto. Sehr unseriöse Händler sind jedoch wirklich dreist: Meist bieten sie nur Vorkasse als Zahlungsmöglichkeit an oder haben kein Impressum. Weitere Tipps für sicheres Shoppen im Netz könnt ihr dort nachlesen.

Wann gibt’s die volle Gewährleistung auf B-Ware?

Das bedeutet, B-Ware wird hinsichtlich eures Gewährleistungsanspruches nicht anders eingestuft als einwandfreie A-Ware. Wenn eine der drei folgenden Kriterien zutreffen, dann macht euch um eure Ansprüche keine Sorgen:

  • Der Artikel ist zwar nicht mehr originalverpackt, aber sonst neuwertig.
  • Der Artikel befindet sich in einer beschädigten Originalverpackung, ist aber ansonsten frei von Mängeln oder Gebrauchsspuren.
  • Der Artikel dient(e) als Muster- oder Ausstellungsstück oder aber als Vorführware, weist aber dennoch keine Gebrauchsspuren auf.

Diese Merkmale – sofern sie erfüllt sind – grenzen B-Ware auch von sogenannter Gebrauchtware ab, die dem Händler nur eine halbierte Gewährleistung von einem Jahr auferlegt und zwar dann, wenn folgendene Kriterien erfüllt sind:

  • deutliche Gebrauchsspuren
  • technische Mängeln, die die Funktionalität einschränken
  • wenn bereits eine Reparatur durchgeführt wurde („refurbished“)

Fazit: Während die Gewährleistung für B-Ware auf Grund des neuwertigen Zustands der Artikel volle zwei Jahre betragen muss, gilt das für gebrauchte Ware nicht. Hier verpflichtet der Gesetzgeber euren Händler zu maximal einem Jahr. Worin der Unterschied zur Herstellergarantie besteht, lest ihr hier nach. Außerdem: "Aus meiner Sicht gibt es beim Kauf von B-Ware im Internet kein Risiko, da auch hier das gleiche Fernabgabegesetz wie bei Neuwaren greift und somit die Ware innerhalb von 14 Tagen nach Kauf ohne Angaben von Gründen wieder zurückgeschickt werden kann."

Lohnt sich der Kauf von B-Ware?

Ob sich der Kauf von Ware zweiter Wahl lohnt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Es hängt zum einen vom Zustand und zum anderen vom Preis des Artikels ab. Vor allem bei Technik könnt ihr hier bis zu 20 Prozent sparen. Wenn es sich nur um eine leicht beschädigte Verpackung handelt und der Preis mindestens 10 Prozent unter dem normalen Verkaufspreis liegt, solltet ihr definitiv zugreifen. Aber Vorsicht: Manchmal wird der UVP zum Vergleich für den Rabatt herangezogen. Wenn ihr also ein wenig Geduld mitbringt und etwas Glück habt, könnt ihr fortan ein Schnäppchen nach dem anderen machen.

Ob Herr Schrödl selbst bereits B-Ware gekauft hat, meint er: "Ja, ich habe schon oft Elektronikartikel als B-Ware gekauft. Ich persönlich habe mich dabei für Neuwaren entschieden, meist Waren mit Verpackungsschaden, und nur positive Erfahrungen gemacht. Die Ersparnis lag im Schnitt bei ca. 20% gegenüber dem Straßenpreis."

 

Quellen:

Zitate: Stephan Schrödl, CEO und Gründer Kontra GmbH
Bilder: Dirk Ercken©shutterstock (Teaserbild)

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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