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Das Gewissen kauft mit: Nachhaltiger Konsum im Netz

Im Trend: Ökologisch und fair im Internet einkaufen
Im Trend: Ökologisch und fair im Internet einkaufen

Von Kleidung bis Lebensmittel: Fair und umweltfreundlich einkaufen im Internet

Ihr nutzt die Vorteile vom Einkauf im Netz bereits gern und ausgiebig? Damit seid ihr in bester Gesellschaft. Wen wundert’s: Markenartikel und Technik sind online meist günstiger, der Preisvergleich geschieht schnell und transparent und die Lieferung an die Haustür kommt mitunter sogar portofrei. Doch Tiefpreis und bequemer Versand sind längst nicht für alle das Kaufargument Nummer eins. Immer mehr Konsumenten möchten genau wissen:

  • Wo kommt das von mir im Netz gekaufte Produkt her?
  • Unter welchen Bedingungen für Bauern und Fabrikarbeiter wurde der Artikel hergestellt, bis er im Online-Regal landet?
  • Welche Folgen hat die Herstellung langfristig für unsere Umwelt?

Im herkömmlichen Einzelhandel liegt nachhaltiges Einkaufen schon länger im Trend. Allen voran hat der deutsche Markt für Bio-Lebensmittel im Jahr 2012 die 7-Milliarden-Euro-Grenze geknackt1 und damit einen Umsatzrekord gefeiert. Deutschland ist weltweit nach den USA und vor Frankreich der zweitgrößte Markt für Bio-Produkte2 − auch wenn hierzulande am gesamten Lebensmittel und andere Waren wie Mode aus ökologischer Herkunft liegen im Trend / Quelle: Fotolia.deLebensmittelmarkt der Bio-Anteil mit knapp vier Prozent noch recht spärlich ausfällt.

 

Bio-Supermärkte wie Bio Company, Alnatura oder Hessnatur erfreuen sich großer Beliebtheit. Klamottenläden, die auf hippe aber fair produzierte Mode setzen, erleben vor allem in Großstädten regen Zulauf. "Green Fashion" gehörte Anfang Juli 2013 zu den tonangebenden Themen auf der Berliner Fashion Week3. Der prominente Musiker, Produzent und Modemacher Pharell Willliams stellte dort sogar seine Recycling-Modelinie4 vor. Jüngst für Schlagzeilen hat das "Fairphone" gesorgt, das als erstes ethisch weitgehend korrektes Smartphone5 derzeit von einer niederländischen Stiftung entwickelt wird.

Welle "Nachhaltiges Shoppen" schwappt ins Netz

Die Bereitschaft zum fairen und ökologischen Shoppen ist bei den Deutschen überwiegend vorhanden, zeigen Umfragen6. Das "grüne Gewissen" spielt bei der Kaufentscheidung für viele eine wichtige Rolle – selbst wenn es dann nicht zum Bestpreis reicht. Längst ist diese Nachhaltigkeits-Welle auch ins Internet geschwappt. Bio-Läden sind bemüht, ihre Shops im Netz auszubauen, Bauernhöfe aus der Region beliefern per Abo die Online-Kunden in der Stadt und Fair-Trade-Fashionlabels locken mit junger Mode aus kontrollierter Herstellung und klären mit umfangreichen Infos zum Thema Neulinge auf.

Was "nachhaltig" einkaufen genau heißt, in welchen Online-Shops ihr fündig werdet und auf welche Gütesiegel ihr achten solltet, erfahrt ihr in unserem Ratgeber. Unsere Check-Liste am Ende gibt euch nützliche Tipps rund ums faire und umweltgerechte Einkaufen im Netz.

 

"Nachhaltig" einkaufen - Was steckt dahinter?

Nachhaltiger Konsum, so wird heute das Einkaufsverhalten der Kunden genannt, die Wert auf Waren legen, welche

  • umweltgerecht,
  • Ressourcen schonend und
  • unter sozial fairen Bedingungen angebaut oder hergestellt werden.

Die Rohstoffe, aus denen Artikel bestehen, sollten sich recyceln lassen. Eingedämmt werden sollen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Bezahlung, Kinderarbeit soll ein Riegel vorgeschoben werden. 

Kontrolle vom Anbau bis zum fertigen Artikel

Damit ihr als Verbraucher erkennen könnt, dass all das sichergestellt ist, nehmen verschiedene staatliche Behörden und private Verbände die gesamte Produktionskette einer Ware unter die Lupe: vom Kaffee über das Holzspielzeug bis hin zur Jeans oder dem Polstermöbel. Werden dabei vorher festgelegte Richtlinien eingehalten, erkennt ihr das beim Einkauf an einem der vielen Gütesiegel, die für nachhaltige Produkte existieren.  

Kaffee gehört noch immer zu den beliebtesten Fair-Trade-Produkten / Quelle: Fotolia.de"Lohas" setzen auf Macht der Verbraucher

Mit dem Klischee von Strickpulli, Jutebeutel und dem farblosen Holzregal Öko längst nichts mehr zu tun. Modische Trends und schickes Design sind der neuen Generation an Konsumenten genauso wichtig wie die ethisch korrekte Herkunft ihrer Einkäufe. Forscher und die Medien haben dieser Generation der Konsumenten schon den Spitznamen "Lohas"7 verpasst. LOHAS steht für "lifestyle of health and sustainability", einen Lebensstil, der auf Gesundheit, Vorsorge und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Lebensmittel von artgerecht gehaltenen Tieren gehören ebenso zur Grundeinstellung wie Naturkosmetik, Outdoor-Urlaube oder Öko-Stromtarife.

Die "Lohas" und sonstige Befürworter der Bewegung hoffen: Umso stärker die Nachfrage der Verbraucher, desto mehr werden sich auch die ganz großen Ketten dem Trend zum nachhaltigen Produzieren anpassen. Nach und nach könnten sich durch die oft beschworene "Macht der Verbraucher" dann auch die Bedingungen auf dem Massenmarkt verbessern. Dass Kunden durch ihren Einkauf schon heute mitbestimmen, wie die Arbeitsbedingungen von morgen aussehen, wird inzwischen kaum noch bestritten. 

Grüne Shops - Wo kann ich online nachhaltig einkaufen?

Findet ihr das Thema spannend oder seid schon länger überzeugte Anhänger von nachhaltigem Einkaufen, dann findet ihr im Internet eine ganze Reihe an Online-Shops, die sich darauf spezialisiert haben – und jährlich werden es mehr. Mode, Wohnen, Babybedarf oder Lebensmittel: Wir geben euch einen Überblick, welche Shops in ihrem Bereich zu den bekanntesten gehören und wo ihr gezielt nach dem passenden Online-Händler für eure Wünsche suchen könnt.

Mode

AvocadostoreAvocadostore.desieht sich als Marktplatz für Eco Fashion und Green Lifestyle mit über 270 Anbietern. Ihr bekommt neben Mode für Männer, Frauen und Kinder auch Taschen und nachhaltige Produkte aus Bereichen außerhalb der Mode.
ArmedangelsArmedangels.de hat moderne und stylische Fair-Trade-Kleidung im Sortiment. Die Marke ist schon seit Jahren sehr bekannt im Fair-Trade Bereich. Der Shop hat sich zum Ziel gesetzt, gegen die Missstände der Textilindustrie anzugehen, ohne auf modische Trends zu verzichten.

HessnaturHessnaturgehört hierzulande ebenfalls zu den größten Unternehmen für nachhaltige Mode. Neben Filialen in 3 deutschen Städten bietet der vielseitige Online-Shop von Hessnatur Fair-Trade-Mode inklusive Unterwäsche für die ganze Familie, Textilien für Babys und Kinder sowie einen Trend- und Sale-Bereich.

GrundstoffGrundstoff.net verkauft Basic-Klamotten, Schuhe und Accessoires. Euch erwartet Mode für Sie und Ihn, die trotz Markenqualität ohne Markenlogos auskommt und durch Stil und Schnitt überzeugen dürfte. Für den Sommer eignen sich etwa leichte Schnürschuhe aus Bio-Baumwolle, Shorts oder Flipflops aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen. Im Sale warten reduzierte Basics und Unterwäsche.

GreenalityGreenality.de punktet mit junger Streetware-Fashion aus 100 Prozent Fair-Trade-Herstellung. Seit 2008 steht Greenality für grüne und ethisch korrekte Mode. Vor allem Jungs und Mädels zwischen 20 und 30 können sich von der Auswahl angesprochen fühlen. Eure Bio-Styles könnt ihr abrunden mit Mützen, Schals, Taschen und Socken. Neben Fair-Trade und Bio-Baumwolle betont der Shop "eine alternative Lebensweise, fernab von Mainstream, MTV und Co." Greenality ist unter anderem bei Otto erhältlich.

LivingcraftsLiving Crafts ist ein optisch ansehnlicher und breit aufgestellter Online-Shop, der Textilien aus nachhaltigem Anbau und fairem Handel für die gesamte Familie bietet – alles zu 100 Prozent aus "Organic Cotton".  Die Kleidung aus Naturtextilien ist dabei eher schlicht gehalten und daher etwas für jede Altersgruppe.

Nachhaltige Modeshops gibt es über die genannten Beispiele hinaus inzwischen viele. Ihr wollt weitere finden? Das Blog "Fair zieht an" stellt eine ausführliche Linkliste fairer Online-Modeshops zusammen. Neben einer Kurzbeschreibung sind die verwendeten Gütesiegel der Shops vermerkt.

Wohnen und Lifestyle

Green-your-LifeGreen-your-Life.de ist eine Verkaufsplattform aus Aschaffenburg für Wohnaccessoires, Lifestyleartikel und Wohlfühlprodukte. In euren Einkaufswagen packt ihr etwa Designer-Papierkörbe aus Mais-Kunststoff, iPhone-Taschen oder kunstvolle Pendelleuchten aus Pappe. Witzige Idee: Ein "Green-O-Meter" zeigt mit Pünktchen neben jedem Produkt den Grad der Nachhaltigkeit an. Eindruck: Ausgefallenes Design kann auch umweltfreundlich sein.

VivandaVivanda.de: Zwar kann Vivanda auch mit Mode, Schuhen, Sport und einer Rubrik für Babybedarf punkten. Doch auch wenn ihr euch das Zuhause fair und nachhaltig einrichten oder euren grünen Garten auch "grün" bestücken wollt, erwartet euch bei Vivanda eine ausgesprochen breite Auswahl. Sparfüchse sollten unbedingt einmal in den "SALE"-Bereich klicken. Vivanda ist übrigens Mitglied der globalen Fair Ware Foundation.

MemoMemo.de wirbt damit, Europas führendes Spezial-Versandhaus für umwelt- und sozialverträgliche Produkte rund um Büro, Schule, Haushalt und Freizeit zu sein. In dem Versandhandel dürft ihr immerhin zwischen über 10.000 ökofairen Produkten stöbern. Warum nicht im Büro seine Maushand schonen auf einem Kissen gefüllt mit Bio-Dinkelspitzen? Oder der Hitze trotzen mit einem energiesparenden Ventilator? Ist ja praktisch auch ein kleines Windrad.

GruensparGrünspar.de steht euch zur Seite, wenn ihr euren gesamten Haushalt mit cleveren Produkten energiesparender gestalten möchtet. Energiesparlampen und Solar-LED-Kugeln für den Garten gehören genauso zum grünen Zuhause wie Energiekostenmessgeräte, Wasserspar-Duschköpfe oder Vorschaltgeräte für Waschmaschine und Geschirrspüler. Kurz: Bei Grünspar bekommt ihr alles, womit ihr die Kosten bei Wasser, Heizung und Strom eindämmt.

ContigoContigo.de: Der Fair-Trade-Online-Shop vertreibt für den Wohnbereich neben vielem anderen Kunsthandwerk, Kissenhüllen, Lampen und Leuchten sowie Tischsets aus Bambus. Wer sich zuhause auf dem Sofa oder auf der gerade bestellten Bio-Hängematte entspannen will, bestellt hier Kaffee, Tee, Schokolade und mehr.

Baby, Kind und Spielzeug

Baby Goes BioBaby goes Bio: Der Name ist Programm: Ein Online-Shop für ökologische Babykleidung und Bio-Windeln. Alle Textilien sind aus Bio-Baumwolle gefertigt und den Angaben zufolge fair gehandelt. Teilweise winken euch Rabatte bis zu 50 Prozent. Als Eltern findet ihr zudem Größentabellen und nützliche Pflegehinweise für die Kleidung eures Nachwuchses. 

Green AvenueGreen Avenue: Das Motto der beiden Zwillingsschwestern und überzeugten Gründerinnen von Green Avenue: Ökologische Produkte für die Kleinsten – aber bitte modern, stylisch und praktisch! Der Shop bietet euch von Kopf bis Fuß das komplette Bekleidungssortiment für Babys und Kinder. In puncto ökologischer Ausstattung fürs Kind versorgt euch Green Avenue unter anderem mit Bettwäsche, Knuddeldecken, Kissenbezüge, Kindermöbel, Schnullerketten, Babywiegen und Taschen sowie Wand-Sticker für das Kinderzimmer.

Bio4BabyBio4Baby: Von der Geburt an begleitet euch Bio4 Baby, wenn ihr denn wollt: Erstausstattung, Babybrei, Kinderwagen, Kleidung und Holzspielzeug - alles in Öko- und Bio-Qualität. Gleich auf der Startseite springen euch die Sonderangebote entgegen. Interessant ist der 10-Prozent-Rabatt für Hebammen!

LaaBerrylaa Berry: "Babymode & Kindermode - nachhaltig, frech & einzigartig", lautet der Slogan von laa Berry. Hier könnt ihr eure eigenen Sprösslinge von 0 bis 6 Jahren mit internationaler Kindermode von bekannten Marken ausstatten oder originelle Geschenke für befreundete Eltern ordern, falls ihr Pate geworden oder auf einen Geburtstag eingeladen seid. Neben verspielten Designs legt Laa Berry Wert auf Bio-Baumwolle, soziale Verantwortung, CO2-neutralen Versand und recycelbare Verpackungen. 

Naturkosmetik

BioNaturelBioNaturel: Der Naturkosmetik-und Wellness-Shop mit über 3.500 Produkten und vielen Marken will euch schöner machen und die Natur schön zurücklassen. Die dort präsenten Hersteller sucht BioNaturel nach Magazin-Bewertungen von Öko-Test und Richtlinien des Verbands BDIH aus. Reduzierte Kosmetik wartet auf euch in der Rubrik "Angebote". Ab 29 Euro bestellt ihr portofrei. Obendrein berät die Seite ausführlich über Qualitätssiegel und Inhaltsstoffe, gibt Pflegetipps und verfügt über ein Rohstofflexikon.

NaturkostNaturkost.com: Die Naturkosmetik spielt beim 1994 gegründeten Unternehmen neben Lebensmittel, Babyartikel und weiteren Naturwaren eine gewichtige Rolle. Für die Pflege von Kopf bis Fuß (inklusive Zahnpflege und Sonnenschutz) findet ihr alles in Bio-Qualität von zahlreichen Markenherstellern. Alle Anbieter im Shop halten sich an die strengen Richtlinien des privaten Bioverbands Demeter.

VivandaVivanda.de: Lippenstift, Parfum, Make-up, Sonnencreme und Gesichtspflege: Der Shop kann neben vielen anderen nachhaltigen Produkten auch mit einem großen Naturkosmetik-Sortiment punkten. Euer Kosmetik-Paket erreicht euch natürlich klimaneutral. Beachtet den Mindestbestellwert von 25 Euro.

NajobaNajoba.de: Ein erst seit 2013 bekannter Online-Shop für hochwertige Naturkosmetik. Über 40 namhafte Hersteller findet ihr hier. Das Stöbern macht bei dem optisch gelungenen Design der Seite Spaß. Zudem legt Najoba Wert darauf, Gütesiegel transparent anzuzeigen und Inhaltsstoffen und Wirkungsweisen ausführlich zu beschreiben. Ab 29 Euro fallen keine Versandkosten an.

Lebensmittel

BringMirBiobringmirbio.de: Der Lieferservice bringt euch frische Bio-Produkte bundesweit an euren Arbeitsplatz oder die Haustür. Möglich sind auch Abo-Lieferungen von Bio-Kisten zum Wunschtermin. Zum Testen könnt ihr ein Probierpaket unverbindlich ins Büro ordern. Die Lebensmittel aus 100 Prozent biologischem Anbau treffen mit Express-Versand am Tag nach der Bestellung ein. Fünf Filmchen erklären euch, wie die Logistik von bringmirbio.de die Bestellung frisch zu euch liefert.

Dein BiogartenDeinBiogarten.de ist ein junges deutsches Startup aus Berlin. Dahinter steckt ein Online-Shop für zertifizierte Bio-Lebensmittel, der ebenfalls bundesweit bis nach Hause oder ins Büro liefert. Zwischendurch könnt ihr euch spielerisch weiterbilden: Im virtuellen Biogarten baut ihr euer eigenes Gemüse an und informiert euch auf der Seite über Inhaltsstoffe, Kochrezepte und die Herkunft der Produkte.


AmoreBioAmorebio.de verfügt über eine beachtliche Auswahl: Über 5.400 Produkte, davon 120 verschiedene Obst- und Gemüsesorten plus eine breite Auswahl von über 630 gekühlten Produkten bietet euch Amorebio. Von mehr als 40 verschiedenen Naturkostherstellern wird der Shop in Nordbaden täglich beliefert und will so bestmöglich auf eure Wünsche eingehen. Wie bei den meisten Shops wird auch hier die Bestellung am nächsten Werktag eintreffen. Für Kühltaschen mit Gelakkus entrichtet ihr einen Pfand. Ab 50 Euro bestellt ihr portofrei.

Natur.comNatur.com: Natur pur, diesem Motto hat sich der gleichnamige Onlineshop verschrieben und bietet über 2.500 Bio-Produkte an. Angefangen bei Früchten und Gemüse über Backwaren, Fleisch und Wurst bis hin zu Biowein, werdet ihr in dem schön designten Online-Shop bei fast allem fündig. Mit dem "Allergiefilter" prüft ihr eure Wunschprodukte schnell auf unverträgliche Zutaten.

Coffee CircleCoffee Circle: Kaffee gehört immer noch zu den meistgekauften Produkten aus nachhaltiger Produktion. Coffee Circle ist auf ausgewählte Spezialitätenkaffees aus Äthiopien ausgerichtet, dem Ursprungsland des Kaffees. Obendrein bekommt ihr im Online-Shop allerhand Zubehör für die perfekte Zubereitung zuhause. Die Kaffee- und Espressosorten sind 100 Prozent Bio und fair gehandelt.

 

Mehr als grün einkaufen - Stromtarife, Pakete schicken, Reisen

Stromtarife

Beim Strom verhält es sich ähnlich wie beim Konsum allgemein: Umso mehr Verbraucher sich für einen Ökostromtarif entscheiden, desto eher dürften herkömmliche Energieträger vom Markt gedrängt und erneuerbare Energien ausgebaut werden. Die Energiewende ist seit 2012 in vollem Gange. Darauf stellen sich auch die Stromanbieter ein: Fast 750 Lieferanten haben Tarife mit dem Öko-Label im Sortiment.

Euer Vorteil: Öko-Stromtarife kosten häufig sogar weniger als normale Stromtarife, besonders, wenn ihr immer noch bei eurem Grundversorger unter Vertrag steht. Bei Stromvergleichsportalen wie Verivox, Öko-Strom ist oft preiswerter als Energie vom Grundversorger / Quelle: Fotolia.deCheck24 oder Toptarif lassen sich gezielt die Ökostromtarife der Anbieter herausfiltern. Ablesen könnt ihr zudem, welcher Anteil der erneuerbaren Energien konkret über das Windrad oder die Wasserkraft gewonnen wird. 

Bei Bedarf solltet ihr euch informieren, ob es sich nur um einen Ökostromtarif eines Anbieters handelt, der auch Strom aus Kohle, Gas oder Atomstrom im Sortiment führt, oder ob es sich gar um einen reinen Ökostromanbieter handelt. Ihr entscheidet schließlich am Ende, wem ihr euer Geld überlasst. Nicht immer fördern Anbieter, die euch Ökostrom liefern, tatsächlich auch den Ausbau erneuerbarer Energien. Der allgemeine Rat gilt auch beim Ökostrom: Wählt Anbieter mit möglichst kurzer Vertragslaufzeit und vermeidet Vorüberweisungen für mehrere Quartale.

Pakete schicken

Weil Online-Shopping hierzulande immer beliebter wird, transportieren die Lieferdienste schon heute Millionen Sendungen Tag für Tag durch die Republik und ins Ausland. Die Fahrten und Flüge beim Transport sowie die Verpackungen belasten die Klimabilanz. Hier könnt ihr als Kunden aktiv werden. Die meisten der Logistikriesen haben sich ein Klimaschutzprogramm auferlegt. Achtet ihr bewusst auf den "grünen" Versand, wenn ihr das nächste Mal ein Paket aufgebt, leistet ihr ohne viel Aufwand einen Beitrag zum Umweltschutz.

  • DHL GoGreenDHL GoGreen: Innerhalb Deutschlands verschickt DHL all eure Päckchen und Pakete ohnehin als GoGreen-Sendung zu 100 Prozent CO2-neutral. Verwendet ihr obendrein gegen Aufpreis ein DHL Pluspäcken, fällt zusätzlich die Verpackung umweltfreundlich aus. Wollt ihr auch ins Ausland klimaneutral mit GoGreen verschicken, zahlt ihr für eure EU-Sendung 0,20 Euro Aufpreis, weltweit 0,70 Euro. Der von euch gezahlte Aufpreis fließt jeweils in zertifizierte Klimaschutzprojekte in derzeit 7 Ländern.

  • UPS Carbon neutralUPS bietet seinen Kunden mit UPS Carbon Neutral ebenfalls eine CO2-neutrale Option für den Versand an. Innerhalb Deutschlands fallen 0,10 Euro, in der EU 0,20 Euro und außerhalb der EU 0,55 Euro an. Das Prinzip gleicht dem von DHL: Durch den Aufpreis beim Versand gleicht UPS Kohlenstoffemissionen aus, indem es Umweltschutzprojekte in den USA, China, Kolumbien oder Thailand fördert.  

  • DPD Total ZeroBei DPD heißt der klimaneutrale Versand Total Zero, den es seit Juli 2012 gibt. DPD verschickt jede eurer Sendungen mit Total Zero, ganz ohne Aufpreis. Dafür werden einerseits internen Energiesparziele ausgegeben und zum anderen etwa in Kambodscha und Kolumbien Klimaschutzprojekte unterstützt.  

 
Reisen

Wer sich für den Urlaub oder die Geschäftsreise ins Flugzeug setzt, den plagt mitunter das schlechte Gewissen. Das Angstwort lautet "CO2-Fußabdruck". Der Tourismustrend der letzten Jahre heißt daher: Klimaneutral reisen. Zunehmend mehr Reiseanbieter stricken für die umweltbewusste Kundschaft bereits klimaneutrale Urlaubsangebote. Das Thema ist dauerpräsent auf der weltgrößten Touristikmesse ITB in Berlin, und auch der Deutsche Tourismusverband8 hat sich dem nachhaltigen Tourimus verschrieben.

Ferien auf dem Reiterhof: Öko-Tourismus ist gefragt / Quelle: Fotolia.de

Keine Angst, ihr müsst eure nächste Afrikareise keineswegs mit dem Floß antreten! Das Prinzip ähnelt dem der Postdienstleister: Für den Ferientrip nutzt ihr die üblichen Verkehrsmittel, natürlich auch das Flugzeug. Allerdings wird euer Anteil am CO2-Ausstoß gemessen. Der Reiseveranstalter leistet dafür eine Abgabe an selbst gewählte Klimaschutzprojekte, um die Umweltbilanz wieder auszugleichen. Diese wird euch auf den Buchungspreis aufgeschlagen. 

Noch einen Schritt weiter geht der Ökotourismus. Dort steht nicht nur die Reise im Fokus der Nachhaltigkeit, sondern der gesamte Urlaub. Wie bereise ich Gebiete, ohne der Natur vor Ort zu schaden? Wie passe ich mich als Urlauber der Kultur des Gastlandes an? Dieser Trend möchte dem gängigen Massentourismus in Ferienanlagen entgegenwirken.

Einige Reiseanbieter haben sich darauf spezialisiert und setzen auf Bauernhöfe mit regionalem Essen, Ökohotels und Eco Resorts. Die Nachfrage scheint gegeben: 77 Prozent der Deutschen bevorzugen umweltfreundliche Unterkünfte, ergab eine Umfrage im Auftrag des Reiseveranstalters TUI9. Ein guter Anlaufpunkt für euch auf der Suche nach Reisen und Unterkünften ist der Verein "Forum anders reisen", darin sind rund 130 Reiseveranstalter zusammengeschlossen, die sich dem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben.  

1.001 Label - Auf welche Gütesiegel muss ich achten?

Beim Online-Shopping auf Nachhaltigkeit zu achten, stellt sich in der Praxis schnell als knifflig heraus. Denn mit dem einem Rundum-Sorglos-Nachhaltigkeitssiegel für den willigen Verbraucher ist es wie mit dem Weihnachtsmann: Dies gibt es nicht! Kein gemeinsames Gütesiegel garantiert für alle Produktarten, dass zugleich an Umweltschutz, fairen Handel und die gerechte Entlohnung der Arbeiter gedacht ist. Im Gegenteil: Allein durch Deutschland schwirren knapp 1.000 verschiedene Siegel für nachhaltig hergestellte Produkte.

Alles Bio oder was? Kritisch durch den Online-Shop

Wollt ihr nachhaltig konsumieren, müsst ihr euch  durch einen Dschungel aus Siegel und Zertifikaten kämpfen. Ob die notwendigen Kriterien eingehalten werden, prüfen unabhängige staatliche oder private Stellen. Gut zu wissen: Die Anforderungen der privaten Anbauverbände sind in der Regel deutlich strenger als etwa die der EU-Behörden. Zu den gängigsten Siegeln für Nachhaltigkeit gehören:

  1. EU-Bio-Siegel:
    (Abb. unten rechts)
    • Seit 1. Juli 2012 ist es in der EU Pflicht für verpackte, ökologisch erzeugte Lebensmittel.
    • Für eingeführte Nicht-EU-Waren ist das Siegel freiwillig.
    • Bedeutung: Das Produkt erfüllt die Mindeststandards der europäischen Verordnung zum ökologischen Landbau.
    • Kriterien: Unter anderem müssen 95 Prozent der Zutaten eines solchen Lebensmittels aus dem Öko-Landbau stammen.
    • Es kann freiwillig ergänzt werden, z.B. durch das deutsche Bio-Siegel (Abb. unten links) und private Siegel der Anbauverbände, die jedoch noch strenger ausfallen (siehe Punkt 2).
    • Einsatz: U.a. bei Lebensmitteln und Bio-Baumwoll-Mode.
    • Die Kontrolle ähnelt dem Verfahren beim TÜV. Hersteller von Ökoprodukten melden sich für das Siegel bei einer privaten zugelassenen Bio-Kontrollstelle. Die Kontrollen bezahlen die Biobauern selbst. Deutsches Bio-Siegel (l.) und EU-Bio-Label / Quelle: Utopia.de

Welches Zeichen auf meinem Essen steht denn nun wofür? Die wichtigsten Bio-Siegel für Lebensmittel in Deutschland10 hat etwa Test.de übersichtlich aufgelistet. Hier findet ihr heraus, welche – meist viel strengeren – Gütesiegel der Privatverbände neben dem bekannten EU-Biosiegel und dem deutschen Biosiegel zu beachten sind.

2.  Siegel privater ökologischer Anbauverbände:

  • Siegel privater ökologischer Anbauverbände / Quelle: boelw.deUmfasst u.a. Demeter, Bioland, Naturland, Biopark.
  • Rund 60 Prozent der deutschen Bio-Bauern sind Mitglied in einem der Anbauverbände.
  • Die Anforderungen gehen noch über die gesetzlichen Kriterien der europäischen Öko-Verordnung (EU-Bio-Siegel) hinaus.
  • U.a. muss der gesamte Hof (Stall und Acker), der Bioprodukte erzeugt, auf biologische Landwirtschaft umgestellt sein (die EU-Öko-Richtlinie erlaubt auch eine Teilumstellung) und es sind weniger Tiere pro Hektar Fläche erlaubt.
  • Die Erzeugung der Produkte aus "Verbands-Bio" sind damit teurer als aus "EU-Bio".
  • Die Kontrollen werden von zugelassenen privaten Stellen durchgeführt.

Mehr Infos zu den Siegeln der privaten Anbauverbände >>>
Zur Website Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) >>>


3.  Fair-Trade-Siegel

  • Fair-Trade-Siegel / Quelle: fair-trade-deutschland.deIst eine verbindliche Selbstverpflichtung, kennzeichnet fair gehandelte und nachhaltig hergestellte Waren aus Entwicklungsländern.
  • Soll durch stabile Mindesteinkommen und Vorschüsse der Armutsbekämpfung dienen, indem Fair-Trade-Arbeitern und Kleinbauern Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht wird.
  • Fair-Trade-Standards gelten für rund 1.200 Produzentenorganisationen in 120 Ländern. Alle Standards für Kleinbauern und Plantagen-Arbeiter umfassen Anforderungen an die soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung. Zusätzlich gibt es spezielle Kriterien für die verschiedenen Produkte.
  • Gekennzeichnet werden damit u.a. Kaffee, Tee, Kakao, Eis und Fruchtsäfte, aber auch Textilien, Blumen oder Fußbälle.
  • Der Absatz von Fair-Trade-Produkten hat sich in Deutschland seit 2002 (51 Mio. Euro) verzehnfacht und lag 2012 bei 533 Mio. Euro (siehe Grafik unten). Parallel dazu vergrößert sich die Produktpalette jährlich. Kaffee ist hierzulande unverändert das stärkste Fairtrade-Produkt, gefolgt von Blumen, Fruchtsaft und Bananen.
  • Kontrolle: Für das Siegel werden alle Produzenten und Händler von zertifizierten Fair-Trade-Stellen kontrolliert.
  • Wichtig: Nicht alle Fair-Trade-Produkte werden auch biologisch angebaut!

Mehr Infos beim Verein Transfair >>>

Umsatzentwicklung von Fair-Trade-Produkten in Deutschland / Quelle: fair-trade-deutschland.deKlicken zum Vergrößern


4.  Global Organic Textile Standard (GOTS)

  • Textil-Siegel GOTS und Naturtextil / Quelle: fairtradebar.comDeutsche, englische, amerikanische und japanische Naturtextilien-Verbände aus Deutschland, England, den USA und Japan geben seit 2008 den Standard vor. Weltweit anerkannte Richtlinien sollen eine nachhaltige Herstellung von Textilien gewährleisten.
  • Gilt als Mindeststandard für Produkte, die der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) als echte Naturtextilien anerkennt.
  • Ein Produkt mit diesem Label muss zu mindestens 90 Prozent aus Naturfasern bestehen (Ausnahmen u.a. bei Sporttextilien).
  • Der Standard gilt für die gesamte Lieferkette (von der Ernte bis zum Nähen, Verpacken und Kennzeichnen) und stellt Anforderungen sowohl an Umwelt- als auch an sozialverträgliche Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsproduktion mit biologisch erzeugten Rohstoffen.
  • Er basiert auf einer Landwirtschaft, die ohne den Einsatz giftiger, bleibender Pestizide und Düngemittel die Bodenfruchtbarkeit erhält und wiederherstellt.
  • Das Logo stellt Ansprüche an die artgerechte Tierhaltung und schließt genetische Veränderungen aus.
  • Einsatz: Biofasern für die Herstellung von Mode, Taschen, Deko etc. in Bio-Qualität.
  • Die höchsten Ansprüche an Bio-Textilien stellt in Deutschland das Naturtextil-Siegel (links), das GOTS-Zertifikat liegt knapp darunter.

Mehr Infos zum Textilstandard GOTS >>>


5.    Der Blaue Engel

  • Umweltsiegel Blauer Engel / Quelle: verbraucherfuersklima.deErstes und bekanntestes Umweltzeichen der Welt, Einführung 1978.
  • Es setzt nach festgelegten Kriterien, die von einer unabhängigen Jury beschlossen wurden, Richtlinien für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen (nicht für Lebensmittel).
  • Das Siegel soll den Wettbewerb zwischen Herstellern fördern, damit viele Geräte und Serviceleistungen entstehen, die durch bestmögliche ökologischen Eigenschaften hervorstechen.
  • Waren und Dienstleistungen mit dem Siegel erfüllen hohe Ansprüche an den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie an die Gebrauchstauglichkeit. Wichtige Kriterien: Sparsamer Rohstoffeinsatz bei Herstellung und Gebrauch, lange Lebensdauer und nachhaltige Entsorgung.
  • Das konkrete Schutzziel des Produkts lesen Verbraucher am unteren Rand des Siegels ab.
  • Einsatz: Sehr breite Palette an Verbraucherprodukten, von Autoreifen und Unterhaltungselektronik über Baustoffe und Haushaltsgeräte bis hin zu Reinigungs-Services und Carsharing-Anbieter. Den Blauen Engel erhalten nur die aus Sicht des Umweltschutzes besten Waren und Dienstleistungen einer Produktgruppe.
  • Heutzutage tragen schon rund 12.000 Produkte und Dienstleistungen in etwa 125 Produktkategorien den Blauen Engel.



6.  Europäisches Energieetikett

  • EU-Energieetikett / Quelle: infonetz-owl.deDas EU-Energielabel gilt seit 1998 für Elektro- und Haushaltsgeräte wie Kühl-und Gefrierschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Spülmaschinen, Backöfen, Lampen und TV-Geräte. Die Kriterien wurden später mit dem Erscheinen modernerer Geräte überarbeitet und nach oben hin ausgebaut.
  • Gibt dem Verbraucher an, wie energieeffizient ein Gerät pro Jahr arbeitet. Wie viel Strom und Geld der Verbraucher mit der nächsthöheren Klasse sparen kann, richtet sich auch nach der Geräteart. Informiert zusätzlich über Gesamtnutzungsinhalt von Geräten und ihre Geräuschabgabe.
  • Auch in Internet-Shops ist die Angabe der Energieklasse Pflicht.
  • A+++ ist die energiesparendste Klasse. Die Skala geht alphabetisch abwärts bis D (7 Klassen). Jedes Plus im A-Bereich steht für weniger Energieverbrauch und damit geringere Betriebskosten.
  • Wichtig: Die meisten modernen Geräte sind in der Klasse A angesiedelt, von A bis A+++ gibt es jedoch erhebliche Unterschiede.  
  • Das Label hat nach Angaben des Umweltbundesamts seit der Einführung 1998 dazu beigetragen, den Durchschnitts- Energieverbrauch der gekennzeichneten Geräte zwischen 2005 und 2010 um 9 Prozent zu senken (laut GfK Studie Energieverbrauch von Elektrogroßgeräten)


Auf eurer Ware klebt ein euch unbekanntes Siegel? Kein Problem: Über die Suchmaske vom Verband Verbraucherinitiative e.V. findet ihr schnell Hintergrundinfos zu über 400 Nachhaltigkeits-Labels.
 

Checkliste - Nachhaltig einkaufen im Netz

 

Beim nachhaltigen Einkauf im Netz lauern einige Fallen / Quelle: Fotolia.de

Egal, in welchem der zahlreichen "grünen Shops" ihr euren Einkaufskorb füllt: Einige Tipps solltet ihr ganz generell beherzigen, wenn ihr es mit der Nachhaltigkeit ernst meint:

  • Verlasst euch vor allem auf Gütesiegel, Labels und Zertifikate, die von unabhängigen Stellen entwickelt, verliehen und auch kontrolliert werden. Die Regeln für die Vergaben und die Nutzung sollten für den Verbraucher transparent und nachzuprüfen sein.

  • Höhere Aussagekraft besitzen Gütesiegel, bei denen die Richtlinien für die gesamte Produktionskette überprüft werden.

  • Nachhaltigkeit fußt auf mehrere Säulen:Landen Produkte mit Bio-Siegel in eurem Warenkorb, verrät das noch nichts über die weiteren Aspekte der Nachhaltigkeit wie die Arbeitsbedingungen der Bauern und Fabrikarbeiter oder die Energiebilanz vom Anbau über die Verpackung bis ins Online-Regal. Prüft also obendrein, wie weit der Anbauort von euch entfernt liegt und ob weitere Bedingungen wie Fair-Trade-Kriterien erfüllt sind.

  • Lebensmittel sollten regional, saisonal und biologisch sein, empfehlen Experten. Entscheidet ihr euch für ein Abo-Modell wie das der recht verbreiteten "Bio-Kisten" mit wöchentlicher Lieferung, sollte der Bauernhof in eurer Region liegen. Durch die schlankeren Kosten für Lagerung und Transport wird die Ökobilanz verbessert und die nahegelegene Wirtschaft angekurbelt. In puncto Anbau ist hier das EU-Biosiegel der einfachste Anhaltspunkt. Fleisch sollte zusätzlich aus artgerechter Haltung kommen.

  • Achtet bei Lebensmitteln auf unbeschadete Verpackungen und eine durchgängige Kühlkette. Für Kühlakkus zahlt ihr meist einen Pfand. Bei SPARWELT haben wir einige Anbieter gründlich getestet und bieten euch einen ausführlichen Ratgeber rund um Lebensmittel-Bestellungen im Internet.
     
  • Die strengen Mindestkriterien des EU-Biosiegels müssen nur Bio-Produkte aus der EU erfüllen. Auf der Verpackung muss neben dem EU-Biosiegel auch der Name und/oder die Nummer der Öko-Kontrollstelle stehen, meist nahe der Zutatenliste. Eingeführte Bio-Produkte dagegen sind nicht dazu verpflichtet.

  • Nur die Begriffe "Bio" und "Öko" bzw. "biologisch" und "ökologisch" sind wirklich gesetzlich geschützt, sagt die EG-Öko-Verordnung! Beide bedeuten das gleiche und sind austauschbar. Sie müssen so oder in Kombination auf der Packung vorkommen. Die Händler tricksen gern mit ähnlich klingenden aber unverbindlichen Formulierungen, um vom Bio-Boom zu profitieren.
    Beispiel: Die alleinige Angabe "aus kontrolliertem Anbau" ist eine Werbefloskel, verlässlich geprüft ist hingegen "aus kontrolliert biologischem Anbau". Der Begriff "integriert" heißt nur, der Chemieinsatz genügt den gesetzlichen Vorgaben - Bio-Anbau bedeutet er nicht. Lasst euch ebenso nicht hereinlegen von Scheinbegriffe wie "ungespritzt", "naturnah", "umweltfreundlich", "umweltschonend" oder "extensiv". Keines davon gibt einen Hinweis auf ökologische Herkunft.

  • Achtet beim Kleidungskauf im Netz darauf, dass die Mode aus nachhaltiger Herstellung stammt, auf Schadstoffe geprüft ist und das Fair-Trade-Siegel oder das des deutschen Textilverbands IVN trägt. Die Palette an nachhaltiger Mode wächst von Jahr zu Jahr beständig und deckt inzwischen geschmacklich alle Altersgruppen ab: Vom witzigen Motiv-Shirt über Basics bis hin zu Baby- und Kinderkleidung und aufwendiger Designermode ist alles zu haben.  

  • Lasst euch eure Fair-Trade-Einkäufe belohnen: Bei der deutschlandweiten Aktion "Fairvolution" tauscht der Verein Transfair bis Ende Juli 2013 eure gesammelten Fair-Trade-Logos in spannende Prämien ein, die trendig und natürlich ebenfalls fair gehandelt sind. Zusätzliche Bonuspunkte heimst ihr ein, wenn ihr Freunde für die Sammelaktion werben könnt.

Das FSC-Siegel kennzeichnet Möbel aus Massivholz / Quelle: infonetz-owl.de

    • Ist bald eine neue Einrichtung fällig? Möbel sollten aus der Nachhaltigkeit zuliebe im besten Fall aus Massivholz gefertigt sein, das ist beim Händler am FSC-Siegel (Logo oben) zu erkennen. Der Forest Stewardship Council, eine gemeinnützige und unabhängige NGO, setzt weltweit einen Standard für die nachhaltige und verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung.

    • Ohne Frage gehen nachhaltige Produkte etwas mehr ins Geld. Grüner Konsum bedeutet aber auch: Weniger ist mehr, viele Produkte sind langlebiger. Ein Gerät der Klasse A+++ refinanziert sich nach 6 bis 10 Jahren, ab dann spart ihr jährlich Stromkosten. Steigt die Nachfrage der Verbraucher, dürften auch die Hersteller bald für eine noch größere Vielfalt an "grünen" Produkten sorgen.
Quellen:
1http://www.biohandel-online.de/2013/02/markt-daten-sieben-milliarden-bio-umsatz-2012/
2http://www.dw.de/bio-markt-erzielt-umsatzrekord/a-16595694
3http://www.fashion-week-berlin.com/de/eco-fashion/
4http://www.taz.de/!119297/
5http://www.sueddeutsche.de/digital/gerechtes-smartphone-das-kann-das-fairphone-1.1690428
6http://www.umweltbundesamt-daten-zur-umwelt.de/umweltdaten/public/theme.do?nodeIdent=3536
7http://www.lohas-magazin.de/
8http://www.deutschertourismusverband.de/themen/nachhaltiger-tourismus.html
9http://www.tui-deutschland.de/td/de/pressemedien/Themenservice/Ausgaben/2011_juni_14/2_ser_energiewende.html;jsessionid=12E4BE43244593EB9753D77ADC5ADED4.TUIGROUP
10https://www.test.de/Bioprodukte-Keine-Packung-mehr-ohne-EU-Siegel-4415565-0/


Über Maik

Als Diplom-Journalist und ausgebildeter Redakteur strebt Maik danach, mit unabhängigen Ratgebern die boomende Online-Shopping-Welt für SPARWELT-Leser ein wenig verständlicher zu machen. Sein Motto: Nur der aufgeklärte User kauft günstig im Netz und erkennt die kleinen Fallstricke. Zuhause fühlt sich der Fußballliebhaber und Hobbyläufer in den Bereichen Technik, Smartphone-Tarife, Sport und Verbraucherschutz im Netz.

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