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Fahrrad-Onlineshops im Test

Auf Tour mit dem online bestellten Fahrrad
Auf Tour mit dem online bestellten Fahrrad

So schneiden die 10 wichtigsten Online-Bikehändler ab

Ein komplettes Fahrrad im Internet bestellen: Für die meisten Radkäufer vermutlich unbekanntes Gebiet. Allein die Tatsache, dass das bestellte Gefährt noch vom Kunden selbst montiert werden muss, schreckt ab. Zweifel weckt auch die Frage nach dem Rückversand oder was passiert, wenn die Bremsen schleifen oder Transportschäden auftreten. Grund genug für uns, die 10 nachgefragtesten Online-Fahrradhändler in puncto Onlineshop, Kundenservice, Auswahl, Lieferung, Produkt und Rückgabe zu testen – mit überraschenden und teils ernüchternden Ergebnissen.

Bewegte Bilder zum Test der Fahrrad-Onlineshops könnt ihr euch in der Mediathek von n-tv ansehen.

Fahrrad-Onlineshops im Test – Der Überblick

Fahrrad-Onlineshop im Test

Der Testsieger Brügelmann.de, der zum gleichen Betreiber gehört wie der ebenfalls getestete Shop Fahrrad.de, glänzte mit einem schnellen Versand innerhalb von 24 Stunden – andere Online-Fahrradshops ließen sich im Test bis zu 9 Werktage Zeit. Der Aufbau des gelieferten Rades war zwar mit ca. 30 Minuten aufwendiger als bei manch anderem getesteten Shop, aber die Hilfestellungen in Form von Montagevideo und gedruckter Anleitung waren vorbildlich. Ärgerlich jedoch: Das versprochene Werkzeug war nicht im Lieferumfang enthalten und das Hinterrad wies eine geringe Unwucht („Acht“) auf. Der Rückversand verlief aber einwandfrei: Das Fahrrad wurde kostenlos vom Logistikunternehmen abgeholt.

Leistungen der Onlinehändler in der Übersicht

Auf dem letzten Platz in unserem Fahrrad-Onlineshop-Test landete Bike-Discount.de. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Onlinehändler durchweg schlecht abschnitt: Der Fahrradaufbau gestaltete sich im Vergleich zum Testsieger deutlich einfacher; es mussten nur Pedale, Ständer und Lenker montiert werden. Allerdings fielen kleine Kratzer im Lack und eine leichte Unwucht im Hinterrad negativ auf. Auch die Auswahl im Onlineshop war mit nur 16 verschiedenen Marken im Gegensatz zu anderen Onlinehändlern eher beschränkt; weniger Auswahl bot nur Anbieter Raddiscount.de. Der Versand durch Bike-Discount.de erfolgte innerhalb der angegebenen Zeit, dauerte jedoch mit vier Werktagen um ein Vielfaches länger als beim Testsieger.

Die detaillierten Ergebnisse unseres Fahrrad-Onlineshop-Tests lest ihr in unserem Studienbereich.

Vorteile und Nachteile beim Online-Fahrradkauf

  • Große Modellauswahl:
    Zwar hatte nicht jeder Onlinehändler im Test eine riesige Auswahl an Modellen und Marken zu bieten, dennoch ist die Modellvielfalt im Schnitt wesentlich größer als im stationären Handel. Dabei gab es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Onlineshops: Während Fahrrad-XXL.de über 2700 Modelle und Typen im Sortiment hat, sind es bei Raddiscount.de nur rund 381 Modelle. Dank Filterfunktionen, die jedoch nicht bei allen Shops umfangreich ausfallen, habt ihr beim Onlinekauf die Möglichkeit, schnell aus vielen verschiedenen Modellen zu wählen und so recht fix das passende Rad zu finden.
  • Kundenservice sehr gut, nur Beratung verbesserungswürdig:
    Bei manchen Shops könnt ihr nachlesen, wo die Stärken und Schwächen von Trekking- oder Mountainbikes liegen und für wen sich welches Rad am besten eignet. Viele Shops bieten außerdem einen Rechner zum Bestimmen der richtigen Rahmengröße an. Habt ihr weiterführende Fragen oder seid unsicher, dann nutzt die Möglichkeit, den Kundenservice der Onlinehändler telefonisch zu kontaktieren. Via Mail erhielten wir oft zu pauschale Antworten auf unsere Fragen. Ein großer Pluspunkt: Sollten kleinere Schäden am Rad vorhanden sein oder nur die Bremsen eingestellt werden, könnt ihr mit dem Shop in Kontakt treten. Unsere Nachfrage bei den Onlinehändlern ergab: Die Kosten für eine Reparatur bei einer Werkstatt eurer Wahl können nach vorheriger Rücksprache mit dem Onlinehändler auf Kulanzbasis erstattet werden.
  • Montage der Fahrräder auch für Laien zu bewerkstelligen:
    Die nötige Endmontage des Fahrrads ist für viele von euch wahrscheinlich die größte Hemmschwelle beim Onlinekauf. Als hilfreich erweisen sich hier besonders Videoanleitungen zum Aufbau des Drahtesels. Allerdings liefert nicht jeder Onlinehändler das passende Werkzeug für die Montage mit, obwohl es von manchen Anbietern sogar versprochen wird. Ungeachtet dessen ist der Aufbau aber auch für Laien ohne große Schwierigkeiten möglich.

    Zustand der Räder nach dem Auspacken

    Der Arbeitsaufwand fiel dabei unterschiedlich groß aus: Beim Rad von Boc24.de genügten lediglich zwei Arbeitsschritte: Es mussten nur die Pedale angeschraubt und der Lenker gerichtet werden. Beide Aufgaben waren innerhalb von 5 Minuten erledigt. Aufwendiger wurde es beim Rad von Fahrrad.de. Hier mussten wir zusätzlich das Vorderrad einhängen und festschrauben sowie den Sattel samt Sattelstütze montieren. Schwierig ist das zwar nicht, kostet aber mehr Zeit. Das Fahrrad einfach auspacken und losfahren, ist beim Onlinekauf also nicht möglich.
  • Zustand der Bikes ernüchternd:
    Lediglich zwei von zehn Rädern in unserem Test erreichten uns in tadellosem Zustand. Alle anderen wiesen kleine Kratzer oder eine leichte Unwucht im Laufrad auf. Unklar ist, ob diese Mängel erst beim Transport entstanden sind oder bereits beim Händler vorhanden waren. Fakt ist jedoch, dass die Fahrrad-Onlineshops in unserem Test kulant reagierten und bereit waren, die Kosten für kleine Reparaturen in einer Werkstatt vor Ort zu übernehmen. Diese Information erhielten wir allerdings erst auf Anfrage – einen Anspruch auf dieses Entgegenkommen seitens des Händlers habt ihr nicht.

    Festgestellte Mängel an den Rädern
  • Retoure und Widerrufsrecht sehr gut:
    Der Rückversand der Räder verlief im Test erfreulich bequem und kostenlos. Dazu vereinbarten wir einen Termin und ein Logistikunternehmen holte den Drahtesel bei uns ab. Sollte das ausgesuchte Fahrrad nicht euren Vorstellungen entsprechen, habt ihr wie in jedem Onlineshop ein gesetzliches 14-tägiges Widerrufsrecht. Auch bei Fahrrädern gilt allerdings: Die Ware muss unbeschädigt und sauber zurückgeschickt werden, damit ihr den vollen Kaufpreis erstattet bekommt. Der Empfehlung der Händler schließen wir uns deshalb an: Führt eine eventuelle Probefahrt nur auf trockenem und sauberem Asphalt durch.

Fazit: Für wen lohnt sich der Radkauf im Internet?

Wollt ihr euren neuen Drahtesel aus einer großen Palette von Marken und Modellen wählen, dann seid ihr bei den Online-Fahrradhändlern genau richtig. Wenn ihr bereits wisst, dass es statt des Mountainbikes doch lieber ein Trekkingrad werden soll, seid ihr im Onlineshop ebenfalls besser aufgehoben als beim Händler vor Ort. Die Hürde der Endmontage ist ohne große Mühe zu meistern, selbst wenn ihr vorher noch nie ein Fahrrad zusammengebaut habt. Sollten kleinere Mängel auftreten, lohnt es sich, mit dem Onlinehändler Kontakt aufzunehmen. Die Händler übernehmen nach vorheriger Rücksprache oft die Kosten für kleinere Reparaturen wie das Einstellen der Bremsen oder das Zentrieren der Räder in einer Werkstatt vor Ort – jedoch auf Kulanzbasis.

Bedeuten Aufbau und eventuelle Reparaturen für euch zu viel Aufwand, dann nehmt besser Abstand vom Kauf im Internet. Wollt ihr zudem eine umfassende Beratung und ein möglichst auf eure Größe angepasstes Fahrrad, setzt ihr ebenfalls besser auf den stationären Händler. Obgleich sich die Onlinehändler, wie unser Test zeigt, überwiegend um eine kompetente Beratung bemühen, kann diese das persönliche Beratungsgespräch mit dem Händler vor Ort nicht ersetzen. Allerdings müsst ihr im Laden dafür mit einer beschränkten Auswahl an Rädern Vorlieb nehmen. Den Kauf im stationären Handel empfehlen wir, wenn ihr:

  • noch nicht wisst, welches Fahrrad es sein soll,
  • eine Probefahrt vor dem Kauf durchführen wollt,
  • einen Ansprechpartner für Reparaturen und Reklamationen vor Ort benötigt und
  • Wert auf eine persönliche Beratung legt.


Spartipp: Anders als bei Elektronik oder Kleidung sind Rabatte im Fahrradhandel nicht so häufig anzutreffen. Wenn ihr also wirklich sparen wollt, dann kauft euer nächstes Rad am besten im Zeitraum zwischen Herbst und Frühjahr und greift auf Vorjahresmodelle zurück.

Quellen:

Bilder: shutterstock©Andreas Zerndl (Teaser), SPARWELT (Artikelfotos und Grafiken)

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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