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Probeabos und ich: Ein Beziehungsdrama in drei Akten

Probeabos bescheren euch entweder ein gebrochenes Herz oder einen leeren Geldbeutel.
Probeabos bescheren euch entweder ein gebrochenes Herz oder einen leeren Geldbeutel.

Wie ich auf den Marketingtrick Nr. 1 hereinfiel

Ein Studentenleben ohne kostenlose Probemitgliedschaften? Unvorstellbar. In einem hoffentlich weit entfernten Paralleluniversum, in dem solche Testangebote nicht existieren, hätte ich im März glatt den ersten Höhepunkt des deutschen TV-Zirkus verpasst: Die Krönung des RTL-Dschungelkönigs. Statt mit den Z-Promis und Ex-Sternchen mitzufiebern, hätte ich ohne Schnupperabonnements ganz schön blöd in die Röhre geschaut. Doch dank meiner klug getimten Probemitgliedschaft bei MagineTV konnte ich, ohne einen Cent auszugeben, in Echtzeit und HD alle Zickereien und Ekelprüfungen live mitverfolgen – ganz ohne Fernseher, Kabelanschluss oder illegale Streams.
30 Tage lang konnte ich in jeder Smalltalkrunde mit brandaktuellem Insiderwissen glänzen. Und dann dachte ich mir: Das hat Potenzial. Mit ein bisschen Planung und Organisation könnte ich das Beste aus der Unterhaltungslandschaft rausholen – und zwar für umme.

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1. Gute Recherche ist schon die halbe Miete

Meine Strategie lautete deshalb: erst informieren, welche TV-, Serien- und Filmhighlights in den nächsten Monaten anstehen und dann das Programm mit meinem Terminkalender abgleichen. Vor allem für die bevorstehenden Semesterferien musste schnell guter Stoff her – schließlich sollten sechs Wochen meiner Lebenszeit sinnvoll investiert werden. Und an einem Anbieter kam man dabei einfach nicht vorbei: Netflix. Der Streaming-Gigant aus den USA bietet nicht nur ein lebens-, äh, abendfüllendes Unterhaltungsprogramm, sondern holt auch ein bisschen amerikanischen Lifestyle ins heimische Studentenzimmer. In den USA ist das „Netflix binge-watching“ unlängst zu einem kulturellen Phänomen herangewachsen und wird von Jugendlichen genauso praktiziert wie von erfolgreichen Businessleuten, die nach einem stressigen Arbeitstag den Kopf ab- und das TV anschalten wollen.

2. Probeabos: Schein oder Sein?

Doch wie es im Leben so ist, hat alles Gute einmal ein Ende – die Semesterferien ebenso wie kostenlose Streaming-Probemitgliedschaften. Aus den Armen von Ted Mosby, Derek Shepherd und Leonard Hofstaedter gerissen wurde ich zurück in die harte Realität katapultiert. Wie in einer Beziehung, die ihre besten Zeiten schon hinter sich hat, stellte Netflix mir nach 30 Tagen ein Ultimatum. Ich soll mich verbindlich festlegen – oder aussteigen. Doch all meiner Begeisterung für Netflix zum Trotz – ich und meine Artgenossen der Generation Y sind dafür bekannt, dass wir uns nicht festlegen wollen. Wenn die schnelllebige Onlinewelt uns eines gelehrt hat, dann das, dass ein besseres (oder in diesem Fall: kostenloses) Angebot buchstäblich nur einen Klick entfernt ist.

3. Reingefallen – Auf den ältesten Marketingtrick der Welt 

Um die Leere zu füllen, die der Netflix-Entzug in meinem Alltag hinterlassen hatte, schnupperte ich bei Amazon Prime Instant Video rein und legte mir für 99 Cent einen dreimonatigen Spotify-Premium-Account zu. Doch dass das Hangeln von Abo zu Abo kein Dauerzustand sein konnte, wurde mir noch vor Ablauf der nächsten Kündigungsfrist klar. Probeabos entpuppten sich als das technologische Äquivalent einer zwar intensiven, aber kurzlebigen Affäre. Verführt und verlassen per Marketingtrick? Reingefallen! Ausgerechnet ich! So wollte ich nicht weiterleben. Ich sehnte mich nach der Beständigkeit und Sicherheit einer echten Verbindung. Um nie wieder in den kalten Entzug zu rutschen, machte ich Netflix deshalb umgehend einen Antrag. 7,99 Euro monatlich und keine On-Off-Beziehungen mehr. Klang nach ‘nem Deal. Und Spotify? Als mein iPhone mich gestern an die fristgerechte Kündigung der Probemitgliedschaft erinnerte, habe ich meinen Lieblingssong einfach nur ein bisschen lauter gedreht.

Quellen:

Bilder: iStock©anandaBGD (Teaserbild)

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Über Ivana

Ivana studiert Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste in Berlin und unterstützt die SPARWELT-Redaktion seit September 2014 als Werkstudentin. Für das Magazin verfasst sie am liebsten Artikel zu Mode, Beauty und Lifestyle. Auch in der wenigen Zeit, die zwischen Universität und Redaktion noch übrig bleibt, schreibt Ivana leidenschaftlich gerne – dann aber auf ihrem eigenen Blog.

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