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Neue Gesetze beim Online-Shoppen

Neue Gesetze beim Online-Shoppen
Neue Gesetze beim Online-Shoppen

Das ändert sich ab dem 13. Juni durch die europäische Verbraucherrechte-Richtlinie

Verbraucherrechte-Richtlinie – was ist das?

Am Freitag, den 13. Juni 2014, tritt das neue Gesetz zur Umsetzung der europäischen Verbraucherrechte-Richtlinie in Kraft. Hinter der doch sehr sperrigen Formulierung verbirgt sich die Richtlinie 2011/83/EU, die die Europäische Union bereits Ende 2011 verfasste. Mit der Umsetzung der europäischen Verbraucherrechte-Richtlinie in nationales Recht sollen die bestehenden nationalen Verbraucherrechte reformiert und angeglichen werden.

Die 7 wichtigsten Neuerungen bei Widerruf und Rücksendung

Online-Shops wie Amazon, Zalando und Co. müssen bis zum 13. Juni ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) an die neue Gesetzeslage anpassen. Eine Übergangszeit ist nicht vorgesehen. Die meisten Änderungen, die sich aus der Verbraucherrechte-Richtlinie für das Einkaufen im Internet ergeben, betreffen den Widerruf und Rücksendungen. Die sieben wichtigsten Neuerungen für den Widerruf und die Rücksendung, die jeder Online-Shopper kennen sollte, sind:

1. Versandkosten werden erstattet

Bei Widerruf muss der Online-Händler die Versandkosten der Hinsendung erstatten. Dies gilt allerdings nur für den Standard-Versand. Habt ihr eure Artikel beispielsweise per Express-Lieferung erhalten, zahlt ihr die Zusatzkosten.

2. Rücksendekosten liegen beim Käufer

Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechte-Richtlinie entfällt die für deutsche Online-Shops gültige sogenannte 40-Euro-Klausel. Während Rücksendungen mit einem Warenwert von mehr als 40 Euro für den Kunden bislang kostenlos waren, liegen Rücksendekosten künftig grundsätzlich beim Käufer. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Händler diesen Passus in seinen AGBs aufnimmt. Viele große und umsatzstarke Online-Shops wollen auch in Zukunft kostenlose Rücksendungen ermöglichen – ob das aber für alle Kunden oder nur als Bestandteil spezieller Premium-Angebote gelten wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall könnte dies aber ab nächsten Sommer ein neues Auswahlkriterium für den Kunden sein, sich für oder gegen einen Online-Händler zu entscheiden.

3. Einheitliches Widerrufsrecht von 14 Tagen

Bislang gelten in der Europäischen Union von Staat zu Staat unterschiedliche Widerrufsfristen. Um den grenzüberschreitenden Handel zu erleichtern, soll nach der neuen Verbraucherrechte-Richtlinie die gesetzliche Widerrufsfrist einheitlich 14 Tage betragen. Die Frist beginnt, sobald ihr die Ware persönlich in Empfang nehmt. Habt ihr innerhalb von 14 Tagen den Widerruf erklärt, habt ihr weitere 14 Tage, um die Ware zurückzusenden. Der Online-Händler muss dann ebenfalls innerhalb von 14 Tagen das Geld an euch zurücküberweisen. Er kann die Rückzahlung allerdings solange hinauszögern, bis die Ware bei ihm eingetroffen ist bzw. ein Nachweis vorliegt, dass die Ware losgeschickt wurde. Das Widerrufsrecht ersetzt somit das Rückgaberecht!

4. Widerruf muss eindeutig erklärt werden

Nach der neuen Verbraucherrechte-Richtlinie muss der Kunde den Widerruf künftig eindeutig erklären. Dies bedeutet aber nicht, dass ihr Gründe nennen müsst. Es ist lediglich ein Brief, eine E-Mail, ein Fax oder ein Online-Formular, das dem Paket beiliegt, mit Bitte um Widerruf erforderlich. Auch telefonisch wird der Widerruf künftig möglich sein.

5. Annahmeverweigerung reicht nicht mehr als Widerruf aus

Bisher genügte die Rücksendung der Ware als Widerrufserklärung. Das Verweigern an der Tür reichte also als Widerruf aus. Dies ist künftig nicht mehr der Fall. Wollt ihr das Päckchen direkt an der Haustür verweigern, müsst ihr entweder groß das Wort „Widerruf“ auf das Paket schreiben oder anschließend den Widerruf schriftlich oder telefonisch erklären.

6. Warenrücksendungen nachweisen

Der Käufer muss immer nachweisen können, dass er den Widerruf rechtzeitig und korrekt abgesendet hat. Am besten solltet ihr die Waren zusammen mit dem Widerruf per Paketdienst zurückschicken. Den Einlieferbeleg könnt ihr dann als Nachweis nutzen.

7. Widerrufsbestimmungen einhalten

Solltet ihr den Widerruf nicht korrekt erklären oder die Frist versäumen, kann es sein, dass ihr den Warenwert nicht erstattet bekommt. In diesem Fall hilft nur eins: Auf Kulanz hoffen!

Fazit

Für den Verbraucher wird es demnächst einfacher, in einem Shop innerhalb der EU auf Shopping- oder Schnäppchentour zu gehen. Die Händler müssen nicht für jedes Land, in dem sie aktiv ihre Produkte bewerben, die dortigen Gesetze beherzigen. Insgesamt erscheint der Gesetzesentwurf ausgewogen und schafft hoffentlich einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen von Kunden und Händlern.

 

Teaser: iStockphoto©Studio-Annika

Video: YouTube

Über Lina

Seit August 2012 unterstützt Lina als Online-Redakteurin das SPARWELT-Team. Neben ihrem medienwissenschaftlichen Masterstudium verfasst sie Magazinbeiträge zu Verbraucher- und Ratgeberthemen im Online-Shopping-Bereich. Dabei verfällt sie beim Recherchieren und Schreiben des Öfteren selbst dem einen oder anderen Schnäppchen.

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