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Tatort Kleiderschrank: Aufräumen in 5 Schritten

Kleiderschrank aufräumen leicht gemacht
Kleiderschrank aufräumen leicht gemacht

So verabschiedet ihr euch von Schrankleichen und vermeidet Fehlkäufe

Verdächtig baumeln die Preisschilder noch an den Beweisstücken, die – unschuldig in der Schublade eingesperrt – zu lebenslangem Schrankdasein verurteilt sind. Schrankleichen hat wohl jede Frau – und das nicht etwa im Keller, sondern mittendrin im (meist) schlafzimmerlichen Modedepot. Leugnen lohnt sich nicht, denn die Indizien sind erdrückend: Allein in Deutschland hat bereits jeder Vierte unmittelbar nach dem Einkauf das Gefühl, sich falsch entschieden zu haben1. Kein Wunder also, dass der heimische Schrank aus allen Nähten platzt, aber trotzdem nichts zum Anziehen da ist.

Höchste Zeit – nein, nicht zum Shoppen – sondern zum Ausmisten. Also an euren Kleiderschrank, aufräumen, los!

Schritt 1: Identifiziert eure Fashion-Fauxpas

Hand aufs Modeherz: Wie viele Kleider, Jacken und Co. verkommen in der hintersten Ecke eures Schrankes und haben seit Monaten nicht mehr das Tageslicht gesehen? Ihr wisst es nicht? Verschafft euch zu allererst einen Überblick und holt alles aus. Ihr werdet sehen: Beim Kleiderschrank aufräumen kommen so einige längtvergessene Schätze ans Licht. Doch bevor ihr eure Schranktüren öffnet und mit der Klamotteninventur loslegt, plant genügend Zeit ein. Danach heißt es anprobieren, stapeln, ausrangieren, aufräumen. Überlegt euch genau, welche Klamotten ihr behalten wollt, welche in gute Hände abgegeben werden können und welche Stücke weggeschmissen werden sollen. Sicher gibt es auch einige Teile, bei denen ihr euch unsicher seid. Sortiert alles auf unterschiedliche Haufen und überlegt dann noch einmal genau. Als goldene Regel gilt: Was länger als sechs Monate nicht getragen wurde, ausgeleiert und verwaschen ist oder nicht mehr eurem Stil entspricht, kommt weg. Trennt euch davon – ohne Wenn und Aber.

Schritt 2: Werdet zum Ordnungshüter
Alles ausgemistet? Keine Fehlkäufe oder ausgeleierte Pullis mehr unter euren Besitztümern? Dann wird’s Zeit für den Feinschliff. Bevor jetzt jedoch alle Klamotten direkt wieder zurück in den Schrank wandern, entscheidet euch für ein Ordnungsprinzip. Denn Unordnung ist ein echter Killer im Kleiderschrank. Ob nach Farbe sortiert oder als fertig zusammengestelltes Outfit kombiniert, Hauptsache, ihr habt ein System, das zu euch und eurer Kleidung passt. Werft abschließend nochmal einen letzten Blick auf eure Auswahl und stellt diese auf den Prüfstand. Doppeln sich Kleidungsstücke? Gibt es vielleicht doch noch das eine oder andere Teil, was spontan wegkann?

Schritt 3: Entsorgt eure Schrankleichen
Kaum herrscht Ordnung im Kleiderschrank, versinkt der Rest des Raumes im Chaos. Doch wie und wo entsorgt ihr am besten eure Fehlkäufe? Abhängig vom Zustand eurer aussortierten Hosen, Shirts und Co. habt ihr verschiedene Möglichkeiten:

  • Tausch- statt Kaufrausch: Ob Tauschbörse, professionelle Swap-Party oder mit euren besten Freundinnen zuhause – Tauscht, was die Kleiderschränke hergeben. Das Tolle an diesem Prinzip? Ohne einen Cent ausgeben zu müssen, werdet ihr ein unliebsames Stück aus eurem Schrank los und erhaltet dafür ein neues Lieblingsteil. 
  • Tut Gutes und spendet: Deine Jacke ist noch gut in Schuss, aber du findest einfach keinen Abnehmer? Bevor du den Gang zum Müllcontainer antrittst, bring deine aussortierte Kleidung lieber zur Caritas oder zu sozialen Einrichtungen, die Bedürftige und Obdachlose unterstützen.
  • Bessert eurer Shoppingbudget auf: Gut erhaltene Kleidungsstücken, mit denen sich der eine oder andere Euro noch verdienen lässt, könnt ihr über verschiedene Möglichkeiten ein neues Zuhause geben. Über Onlineportale wie Kleiderkreisel oder Mädchenflohmarkt könnt ihr ganz einfach von zu Hause potentiellen Käuferinnen eure ausgemusterten Kleidung anbieten. Aber auch der Secondhandladen um die Ecke oder der Kiezflohmarkt am Wochenende eignen sich hervorragend, um eure Schätze unter die Leute zu bringen.
  • Wenn nichts mehr hilft: Die Hose zerrissen, das weiße T-Shirt mit Flecken übersät, der Pullover von Motten zerfressen? Irgendwann hat jedes Kleidungsstück einmal ausgedient. Verpackt in eine Tüte könnt ihr eure ausgesonderten Textilien entweder einem Altkleidercontainer anvertrauen oder über den Restmüll entsorgen. Läden wie H&M nehmen eure ausrangierte Kleidung ebenfalls an. Der Clou dabei: Ihr bekommt dafür 15 Prozent Rabatt auf euren nächsten Einkauf.

Schritt 4: Lasst die Einkaufsfalle nicht zuschnappen
Auch wenn die Verlockungen an jeder Ecke lauern – seid konsequent und widersteht! Da der Vorsatz, für jedes neu erworbene Teil ein altes Stück aus dem Kleiderschrank zu entsorgen, bei den Wenigsten funktioniert, gilt ab jetzt:

Fehlkäufe vermeiden

  • Nicht jeden Trend mitmachen: Der übergroße Print sieht zwar an Kate Moss ziemlich toll aus und die Lederleggings, die jedenfalls an deiner Freundin hinreißend wirkt? Leider heißt das noch lange nicht, dass das auch für dich gilt. Macht einen Trend nur mit, wenn er zu euch und eurem Stil passt. Ansonsten ist Zurückhaltung bei modischen Experimenten angesagt.
  • Investiert in klassische Basics und Lieblingsteile: Mit Basics wie einer weißen Bluse oder einem eleganten Blazer, könnt ihr nie etwas falsch machen. Wenn sie reduziert sind, solltet ihr zuschlagen, um euch eine Grundausstattung zuzulegen. Somit seid ihr immer passend angezogen. Kombiniert mit trendigen Accessoires lassen sich Basics in zig Varianten zu tollen Outfits zusammenstellen. So braucht ihr nicht ständig den neuesten Trends hinterherzushoppen, sondern setzt durch gelungene Kombinationen aus Evergreens und Extras modische Akzente.
  • Zur richtigen Größe greifen: Mal ganz ehrlich: Wie viele Kleidungsstücke in der falschen Größe habt ihr im Schrank? Viele Frauen greifen zu kleineren Größen, weil sie hoffen, irgendwann reinzupassen, wenn sie abnehmen. Doch was nutzt ein Teil, wenn es zu klein ist und deswegen ungetragen den Schrank hütet? Der Griff zur falschen Größe fängt dabei meist schon beim Untendrunter an. Achtet von daher immer auf gutsitzende und bequeme Unterwäsche. Damit ihr nicht den Überblick beim Stöbern im riesigen Angebot verliert, verraten wir euch hier, worauf ihr beim Kauf vor allem bei BHs achten müsst.
  • Erst denken, dann kaufen: Euch hat das Schnäppchenfieber gepackt und ihr kauft vieles ein, nur weil es günstig ist? Wer einen Fehlkauf vermeiden will, sollte vernünftig bleiben. Überlegt euch, ob ihr die Klamotten wirklich braucht und ob sie zu eurer restlichen Garderobe passen. Nach einer Faustregel sollte jedes Teil mindestens mit zwei anderen Stücken aus eurem Kleiderschrank in Sachen Stil zusammenpassen. Wenn nicht, solltet ihr es lieber im Laden lassen.
  • Gezielt einkaufen: Überlegt euch schon vor der Shopping-Tour, was ihr unbedingt haben müsst und begebt euch gezielt auf die Suche nach neuen Schuhen, einer schwarzen Bluse oder einer Jeans. Mit diesem Tunnelblick kommt ihr nicht in Versuchung, nach Sachen Ausschau zu halten, die ihr gar nicht braucht. Wenn ihr zudem eine Einkaufsliste schreibt und genügend Zeit mitbringt, tendiert die Gefahr eines Fehlkaufs nahezu gegen Null. Außerdem solltet ihr ein Limit festlegen, um im Shopping-Wahn nicht mehr Geld auszugeben, als für euer Konto gut ist. Habt ihr trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zugeschlagen, überprüft vor dem heimischen Spiegel genau, ob die neuen Errungenschaften wirklich eine modische Offenbarung sind. Wenn dem nicht so sein sollte, dann schnell zurück zum Laden und umtauschen.

Nie wieder Schrankleichen

  • Nutzt die Vorteile des Onlineshoppings: Anstatt in überfüllten Läden mit anderen Shoppingwütigen um die schönsten Stücke im Sale zu kämpfen, könnt ihr ganz bequem auf dem Sofa eure Lieblingsteile im Netz shoppen und in den Warenkorb packen. Sind die neuen Teile bei euch eingetroffen, so probiert sie in Ruhe an und kombiniert mit anderen Teilen aus eurem Kleiderschrank. So stellt ihr sicher, dass sie zu eurem Stil passen und vermeidet, euch eine weitere Schrankleiche zuzulegen.
  • Finger weg von Frustkäufen: Ihr hattet einen anstrengenden Arbeitstag hinter euch, habt euch mit eurem Liebsten gestritten und eure beste Freundin geht auch nicht ans Telefon? Tief durchatmen und aufpassen. Macht unbedingt einen großen Bogen um sämtliche Geschäfte. Denn Frustkäufe erfüllen ihren Zweck nie, da die schlechte Laune und die Freude über die neuen Schuhe nur von kurzer Dauer sind. Verwöhnt euch lieber mit einem entspannenden Bad, schaut euren Lieblingsfilm oder geht eine Runde joggen.
  • Sich nicht bequatschen lassen: „Das steht Ihnen aber gut. Wie angegossen. Sehen Sie nur, was für eine tolle Taille Sie in dem Kleid haben…“ – So oder so ähnlich läuft es in vielen Läden ab. Zwar sollte die Verkäuferin erste Ansprechpartnerin „in Sachen Sachen“ sein, aber wenn sie zu aufdringlich wird oder ihr euch unschlüssig seid, dann lasst das Kleidungsstück besser zurückhängen und schlaft lieber noch eine Nacht drüber. Die bessere Alternative: Nehmt eure beste Freundin mit zum Shopping. Sie wird euch ehrlich sagen, was euch steht oder wovon ihr lieber die Finger lassen solltet. 

Schritt 5: Werdet nicht zur Wiederholungstäterin
Damit euer neu gewonnener Stauraum im Kleiderschrank nicht innerhalb kurzer Zeit wieder zum Quartier von Fehlkäufen verkommt und ihr beim nächsten Ausmisten nicht in Schockstarre verfallt, findet einen regelmäßigen Rhythmus, nach dem ihr euren Kleiderschrank aufräumt und auf Vordermann bringt. So bleibt nämlich zukünftig immer genügend Platz für neue Lieblingsteile – aufräumen lohnt sich also.

Quellen und weiterführende Informationen:
1 Statistik: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/177953/umfrage/haeufiges-gefuehl-von-fehlkauf-bei-kleidung/    
Bilder: shutterstock@NinaMalyna (Teaser), shutterstock©gpointstudio, shutterstock@gpointstudio

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Über Isabel

Essen, Wohnen und Reisen: Das sind die Themen, mit denen sich die Publizistik- und Kommunikationswissenschaftlerin am liebsten auseinandersetzt. An der Schnittstelle zwischen PR und Redaktion hat sie ihre Passion für das Texten bereits unter anderem bei moebel.de und fischerAppelt ausleben dürfen. Seit November 2014 verstärkt die Wahlberlinerin das Sparwelt-Team als Redakteurin im Magazinbereich.

Isabel
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