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Die Paketbox für zu Hause: 7 Anbieter von Paketkästen im Vergleich

Paketboxen für zu Hause erfreuen auch den Postboten
Paketboxen für zu Hause erfreuen auch den Postboten

Damit der Postmann nicht mehr zweimal klingelt

Ihr erwartet ein wichtiges Paket, doch stattdessen liegt wieder einmal nur eine Benachrichtigungskarte in eurem Briefkasten. In diesem Moment fragt ihr euch bestimmt: Warum gibt es keinen Briefkasten für Pakete? Den gibt es. Neu ist das Konzept nicht, doch erst jetzt sind einige Systeme marktreif und für euch verfügbar.

Anbieter von Paketboxen für zu Hause – Unsere Übersicht

Die Zahl der Anbieter dieser Depot-Behältnisse ist bis dato recht überschaubar. Zudem sind die jeweiligen Systeme unterschiedlich weit entwickelt: Während sich manche noch in der Planungsphase befinden, sind einige schon ohne große Einschränkungen einsatzbereit. Auch bei den Preisen gibt es Unterschiede. So können für euch Kosten entweder pro geliefertem Paket anfallen, einmalig für den Kauf oder aber in Form einer monatlichen Miete. Die folgende Tabelle bietet euch eine kompakte Übersicht:

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Die Paketboxensysteme einzeln vorgestellt

DHL Paketkasten:
DHL PaketbriefkastenDie Tochter der deutschen Post plant hat im April 2015 die Installation von Paketboxen für Mehrfamilien- und Mietshäuser der Vonovia (ehemals Deutschen Annington) durchgeführt. Die Pilotphase in Berlin und Dortmund verlief nach Angaben der Post positiv1, weswegen die Serienproduktion für das erste Quartal 2016 geplant ist. Der Paketbriefkasten wird voraussichtlich aus mehreren unterschiedlich großen Boxen bestehen, in denen verschieden große Pakete hinterlegt werden können. Mittels RFID-Chip oder Handscanner lassen sich die Boxen dann öffnen. Eine Versicherung beim Diebstahl der Ware aus dem Kasten bietet die DHL allerdings nicht an. Dafür könnt ihr Pakete, die ihr in der Box abgestellt habt, auch kostenlos versenden. Dazu registriert ihr euch bei Paket.de und gebt dort im Anschluss daran eine Abholung in Auftrag. 

Huckepackbox:
Paketbriefkasten von HuckepackboxDie Huckepackbox gibt es in zwei verschiedenen Größen und diversen Farben – ein individuelles Design ist dabei auch möglich. Das Besondere: Durch eine Ausziehmöglichkeit lässt sich das Volumen der größeren Paketbox für zu Hause erweitern. Damit die Logistikunternehmen wie DHL das Paket auch darin verstauen dürfen, bedarf es einer Abstellgenehmigung, die ihr ihnen vorab zukommen lasst. Bisher gibt es den Briefkasten für das Paket zwar nur zu kaufen, die Option einer Mietnutzung ist aber bereits in Planung. Die Box wird am Türrahmen mit zwei Feststellschrauben fixiert. Daher sind eigentlich keine Probleme mit den Bestimmungen eurer Hausordnung zu erwarten. Eine Versicherung der Ware wird nicht angeboten. Der Anbieter der Huckepackbox empfiehlt jedoch, genau zu überprüfen, ob euch im Falle eines Einbruchdiebstahls eure Hausratversicherung finanziell beisteht.

Lockbox:
Paketbox für zu Hause von LockboxDie Lockbox verfolgt ein anderes Konzept für den Paketkasten für zu Hause. Das ist schon an ihrem Design erkennbar: Die Box wird mittels eines individuell angepassten Ankers gesichert, dessen Installation an der Haus- oder Wohnungstür kostenlos ist. Im Unterschied zu den anderen Systemen lasst ihr eure Pakete aber nicht direkt nach Hause senden, sondern zunächst zu eurer persönlichen Lockbox-Adresse. Von dort werden die entsprechenden Lockboxen über einen Kurierdienst zu euch nach Hause geliefert und am Anker befestigt. Versichert sind eure Bestellungen dabei bis zu einem Warenwert von 150 Euro. Es besteht außerdem die Möglichkeit, den Kauf per Bezahlung via Postbank-Kreditkarte abzusichern. Bisher gibt es die Lockbox jedoch nur in den Städten Berlin, Hamburg, Köln, Bonn, Düsseldorf, Neuss, Meerbusch, Ratingen, Hilden und Erkrath.

Locumi
:
Lucomi PacktascheEure Pakettasche für zu Hause wird an die Tür gehängt und dort mittels zweier Stellschrauben befestigt. Die Tasche selbst ist durch ein Schloss gesichert, für das nur ihr einen Schlüssel habt. Auch hier bedarf es wieder einer Abstellgenehmigung für den Zusteller, um die Pakete in der Locumi-Box zu platzieren. Die Tasche besteht aus einem schnittfesten und nicht brennbaren Naturwollfilz und die Befestigung aus widerstandsfähigem Elox-Aluminium. Versichert sind die Inhalte eurer Pakete im Übrigen zwischen 50 und 1.000 Euro. Hier setzt Locumi auf eine Kooperation mit der Postbank: Der Versicherungsschutz greift nämlich nur, wenn ihr euren Kauf mit der Kreditkarte des Finanzinstituts bezahlt.

Pakebo:

Pakebo Paketbox - KonzeptPakebo ist ein weiterer Dienstleister in Sachen Paketbox für zu Hause. Pakebo bietet euch eine Versicherung bei Verlust der Ware sowie die Möglichkeit, Pakete auch zu versenden. Das Unternehmen ist zudem nicht fest an einen speziellen Shop oder ein Logistikunternehmen gebunden. Hinsichtlich der Montage geht das Unternehmen aber einen anderen Weg: Statt die Box direkt an eurer Haus- oder Wohnungstür anzubringen, wird diese bei den Briefkästen im Hausflur aufgestellt. Daher ist es im Vorfeld notwendig, dass eure Hausverwaltung darüber informiert wird. Muss diese dafür extra Baumaßnahmen veranlassen, so sind die dadurch entstehenden Kosten mit großer Wahrscheinlichkeit von euch zu tragen. Aktuell befindert sich das System von Pakebo noch in der Planungphase und kann daher noch nicht vollumfänglich genutzt werden.

PaketButler:

Paketkasten für die HaustürDer PaketButler ist noch nicht im Handel erhältlich und befindet sich derzeit in seiner Pilotphase, die noch bis Ende April 2015 andauern wird. Eine bundesweite Verfügbarkeit ist dann für Herbst 2015 geplant. Aktuell wird die Box von ausgewählten Zalando-Kunden kostenlos getestet. Die Preise für die Miete oder den Kauf des Paketbriefkastens stehen noch nicht fest. Sicher ist jedoch, dass ein geringer Unkostenbeitrag für einen App-Service fällig wird, der euch einen Überblick über den Lieferstatus der Pakete geben soll. Zur Sicherung der Zu-Hause-Paketbox wird ein mit Metallfäden durchzogener Gurt zwischen Tür und Zarge befestigt. Für den Fall eines Verlusts besteht auf Wunsch die Möglichkeit, einzelne Pakete versichern zu lassen. Wird die Box nicht benötigt, könnt ihr sie – wie auf dem Bild zu sehen – ganz einfach zusammenklappen.

Parcel Lock:
Über die Parcel Lock der drei DHL-Konkurrenten DPD, GLS und Hermes ist bisher noch nicht viel bekannt. Fakt ist jedoch, dass sich die Paketbox noch in der Pilotphase befindet und u.a. im Großraum Frankfurt getestet wird. Auch zum Preis wurden bisher noch keine genauen Angaben gemacht. Laut Angaben von Welt.de2 wird sich die Box im Bereich von wenigen bis mehreren Hundert Euro bewegen. Vorteil von  Parcel Lock: Mittels Zugangscode soll allen Paketboten Zugang gewährt werden. Somit können Sendungen von unterschiedlichen Dienstleistern im Paketkasten hinterlegt werden, bevor dieser durch den Kunden geleert wird. Beschränkt wird die Paketaufnahme lediglich durch die Maße der Box, zu denen es bisher aber keine Informationen gibt. Geht es nach den Plänen von DPD, GLS und Hermes, soll ihr System außerdem Apotheken, Stadtkurieren oder gar Pizzadiensten offen stehen – das wäre ein klarer Vorteil gegenüber den Mitbewerbern. Schade nur, dass das System nach aktuellem Planungsstand ausschließlich Hausbesitzern zur Verfügung stehen wird.


Das Prinzip der Paketbriefkästen

Fazit: Der Paketbriefkasten ist ein Konzept mit Zukunft

Stärken des Konzepts:
Alle Paketbriefkästen bieten euch den Vorteil, dass ihr wichtige Sendungen nicht mehr verpasst, weil ihr bei der Arbeit oder unterwegs seid. Für die Sicherheit eurer Pakete ist dank der einbruchs- und diebstahlhemmenden Befestigungsvorrichtungen ebenfalls gesorgt. Hinzu kommt, dass die Möglichkeit besteht, eine Versicherung abzuschließen, die bei Verlust bzw. Diebstahl haftet. Hier gehen die Anbieter aber unterschiedliche Wege. Es ist also immer ratsam, zunächst bei eurer Hausratversicherung zu fragen, ob es möglich ist, einen bestehenden Versicherungsschutz im Hinblick auf außerhalb der Wohnräume platzierte Paketboxen zu erweitern. Übrigens: Ihr volles Potential entfalten die praktischen Drop-and-go-Systeme nur dann, wenn sie eben gerade nicht exklusiv mit einzelnen Shops oder Logistikunternehmen kooperieren. Die gute Nachricht für euch: Die Mehrheit der Anbieter ist dahingehend unabhängig. Von Vorteil ist ebenso, dass das Gros der Unternehmen das Versenden von in der Box abzulegenden Paketen unterstützt.

Schwächen des Konzepts:
Die Bindung an einen Shop oder einen Lieferdienst kann ein Nachteil sein, der aber bislang zum Glück nur bei wenigen Anbietern vorzufinden ist. Ein großes Manko bleibt jedoch weiterhin bestehen und kann auch nicht durch die Paketbox für zu Hause gelöst werden: Wie gewährleistet man in Mehrfamilienhäusern, dass der beauftragte Zulieferer zeitlich uneingeschränkt Zugang zum Treppenhaus erhält? Solange dies nicht garantiert werden kann, muss damit gerechnet werden, dass euch wichtige Sendungen einen Tag später erreichen oder ihr diese wie gewohnt im jeweiligen Paketshop abholen müsst. Die Lösung für dieses Problem liegt aber leider außerhalb des Einflussbereichs der Paketbox-Serviceanbieter.

Ungeachtet der vorstehend erläuterten Schwächen überwiegen klar die Vorteile eines solchen Systems: Der Paketbriefkasten für das Mehrfamilienhaus oder die Mietwohnung ist eine clevere Idee, die gerade für passionierte Onlineshopper sehr empfehlenswert ist.

Quellen und weiterführende Links:
1 http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fuer-naechstes-jahr-post-plant-paketkaesten-fuer-mietshaeuser-13788493.html
2 http://www.welt.de/wirtschaft/article143730052/So-einfach-koennte-bald-die-Paketzustellung-sein.html

Bilder: Shutterstock©Dmitry Kalinovsky (Teaser), SPARWELT (Tabelle und Grafik), DHL, Huckepackbox, Lockbox, Lucomi, Pakebo, Paketbutler (Produktbilder)

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Über Daniel

Während des Studiums der Politikwissenschaft und Soziologie hat Daniel nicht nur seine Leidenschaft für Theorien und Gesellschaft entdeckt, sondern auch für die Technik. Sei es am Computer zu schrauben, Games zu zocken oder einfach nur ein Schnäppchen zu machen. Zuvor war er einige Jahre beim Preisvergleich Idealo angestellt und hat sich dort um die Testberichte gekümmert. Seit Anfang 2015 unterstützt er die SPARWELT-Redaktion und kümmert sich dort um den Bereich Elektronik und Unterhaltungselektronik.

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