Sparwelt funktioniert am besten mit aktiviertem JavaScript

SPARWELT wird 6: Sparen mit Jeanette Biedermann

SPARWELT wird 6 – ein Geburtstagsinterview mit Jeanette Biedermann
SPARWELT wird 6 – ein Geburtstagsinterview mit Jeanette Biedermann

„Eine Klamotte nur einmal zu tragen ist für mich dämliches Diven-Gehabe“

Jeannette Biedermann – Sängerin, Schauspielerin und neuerdings Kinderbuchautorin. Aktuell steht die zierliche Rockröhre als Frontfrau von EWIG auf der Bühne. Bekannt wurde Jeanette unter anderem durch ihre Rollen als Anna Polauke in “Anna und die Liebe“ und Marie Balzer bei „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“. Auch im Kino und Theater mischte sie bereits erfolgreich mit, aber der Musik bleibt sie treu.

Das SPARWELT-Interview mit Jeanette


SPARWELT (SW):Du hast Dir im Juni bei einem Sturz vom Pferd den Arm gebrochen? Ist der Arm wieder geheilt?

Jeanette (J): Alles wieder heile, ja! (lacht)

SW:Du bist auf Facebook (https://www.facebook.com/jeanbiedermann) sehr aktiv. Wie nutzt Du das Internet ansonsten? Damit meinen wir jetzt nicht nur, ob Du Deine stylischen Bühnenoutfits online kaufst, sondern auch Bücher, Accessoires, Möbel und solche Sachen!

J: Ja, ich nutze es total, also ich kaufe fast nur im Internet ein, außer Lebensmittel.

SW: Und wie oft gehst Du online shoppen?

J: Das kommt darauf an. Ich bin jetzt kein Shopaholic, aber ich bin auch gerne bei Ebay unterwegs. Ich mag Vintage-Kleidung und Originalstücke aus alten Zeiten: Gerade wenn ich irgendwo warten muss, surfe ich gern rum und wenn ich etwas finde, dann schlage ich zu!

SW: Angenommen Du willst eine größere Anschaffung, wie eine Waschmaschine machen. Suchst Du im Internet nach günstigen Angeboten? Also informierst Du Dich vorab über Kundenbewertungen, Test-Urteile z.B. bei Stiftung Warentest?

J: Ja, das mache ich. Ich finde Stiftung Warentest ist super und ich habe auch alle Bücher davon zu Hause. Vor allem für den Bereich Kosmetik finde ich solche Tests interessant, weil wir Frauen ja auch immer die besten Pflegeprodukte für Haut und Haare wollen. Oft ist ja das Teuerste eben nicht das Beste.

Oft ist ja das Teuerste eben nicht das Beste.

Oft ist es einfach eine Creme aus dem Discounter, die bei Ökotest oder Stiftung Warentest Testsieger geworden ist. Da hat man auch etwas Gutes für drei Euro.

Wo Jeanette shoppt

SW: Angenommen, wir geben Dir 500 Euro wie beim TV-Format „Shopping Queen“. Wüsstest Du sofort, wo Du das Geld loswirst?

J: Geld ausgeben ist, glaube ich, kein Problem. Also ich glaube gerade für Frauen nicht. Das können wir einfach gut. (lacht)

SW: Und wenn jetzt die Bedingung wäre, dass Du das Geld online ausgibst: Welche Online-Seiten großer Modelabels würdest Du besuchen?

J: Wie gesagt für Ebay und Seiten, wo es Vintage-Klamotten gibt. Auch Amazon ist da sehr beliebt bei mir, denn da kriegt man einfach alles. Ich liebe Bücher. Ich würde wahrscheinlich auch wahnsinnig viel Musik bei iTunes einkaufen. Und vielleicht würde ich auch auf eine spanische Seite gehen und einen schönen Wein bestellen. Ich mag kulinarische Feinkostläden sehr gerne.

 

Kinderbuch von Jeanette Biedermann "Just Heroes"SW: Du bist ja ein Hans Dampf in allen Gassen: Schauspielerei (TV, Kino, Theaterstück „Tussipark“), Singerei (Schlager bis Rock, neues Album mit Deiner Band Ewig „Indianerehrenwort“ erscheint im August) und jetzt erscheint am 16. September noch Dein Kinderbuch „Just Heroes“. Hast Du überhaupt noch Zeit, um in aller Ruhe shoppen zu gehen? Oder bestellst Du vielleicht alles online?

J: Nein, Lebensmittel gehe ich nicht online shoppen, das mache ich noch manuell. (lacht) Ansonsten klar, wenn ich mal Zeit habe, am Wochenende oder so, geh‘ ich auch gern in der Altstadt spazieren. Als Berlinerin gehe ich natürlich in Berlin oder Potsdam shoppen. Ich liebe diese kleinen Lädchen für Kunst, Antiquitäten, Feinkost oder Tee.

Gestern waren mein Mann und ich erst auf einem Bio-Freilandhof in Berlin und haben Lebensmittel gekauft. Unter anderem Eier, die wir zusammen mit dem Bauer aus dem Stall geholt haben. Da kostet die Packung fünf Euro, aber das ist so toll, wenn man die Lebensmittel direkt beziehen kann. Das war wunderschön, man ist sehr nah dran und es schmeckt alles viel besser.

Das Outfit des Tages

SW: Wenn Du heute an dir herunterschaust und Dein Outfit einmal genauer betrachtest. Weißt Du noch, wo Du jedes einzelne Teil gekauft hast?

J: Ja! Das weiß ich immer, ja. Ich habe ein altes, abgeranztes Oldschool-Harley-Davidson T-Shirt an, das ich aus einem Second-Hand-Laden von der Melrose Avenue in Los Angelos habe. Und ich habe eine Hose mit Aztekenmuster an. So eine Art Jogginghose, die ich von H&M habe. Und der Schlüpfer, den ich drunter habe ist auch von H&M! SO – jetzt weißt Du alles!

SW: Es ist wieder Schlussverkaufszeit. In vielen Läden und Online-Stores purzeln die Preise. Du bist ja auch sehr modebewusst, versuchst Du auch im Sale ein Schnäppchen zu schlagen oder ist Dir der Preis egal?

J: Nein, ich finde das ist nicht egal. Wir arbeiten ja alle hart für unser Geld. Ich genauso wie jeder andere auch. Für mich ist es nicht egal, wenn man etwas sparen könnte. Beispielsweise habe ich mir jetzt Winterstiefel gekauft, die 70 Prozent reduziert waren. Was natürlich verständlich ist, weil jetzt im Hochsommer niemand Winterstiefel kauft. Ich fand das cool, weil der Winter kommt auch bald wieder. Da muss man schon bewusst sein, das Geld fällt ja nicht vom Baum. Und wenn irgendwo ein Sale ist und man weiß, was man braucht, lässt sich eine ganze Menge sparen.
Was anderes ist es natürlich, wenn man irgendetwas sofort braucht. Bei mir sind das zum Beispiel Bühnenoutfits.

SW: Bekommst Du auch manchmal Outfits geschenkt? Zum Beispiel wenn Du zu einer Verleihung oder einem Foto-Shooting gehst? Und falls ja: Was machst Du danach mit den Sachen?

Eine Klamotte nur einmal zu tragen ist für mich dämliches Diven-Gehabe.

J: Soviel bekommt man gar nicht geschenkt, das ist in der heutigen Zeit ein kleiner Mythos. Es ist nicht mehr so extrem wie früher, aber wenn ich was von einem Designer geschenkt bekomme, dann trage ich das natürlich auch. Ich bin ein absoluter Gegner von Verschwendung. Eine Klamotte nur einmal zu tragen ist für mich dämliches Diven-Gehabe, denn in jedem Kleidungsstück steckt auch viel Arbeit. Da hat jemand den Stoff gewebt und genäht und entworfen – so etwas kann man nicht behandeln wie einen Wegwerfartikel!

SW: Viele Frauen haben eine beste Freundin mit der sie ihre Kleidung tauschen. Tauschst Du auch manchmal Deine Anziehsachen mit einer Freundin? Oder leihst Du Dir etwas bei Freundinnen?

J: Also ich habe natürlich eine super Freundin, aber ich tausche mit ihr keine Klamotten. Über die Jahre hat sich bei mir auch viel angesammelt. Ich habe richtig viele Klamotten. Die leihe ich dann eher meiner Freundin als das wir jetzt tauschen. Von wem ich aber einfach Sachen nehme, ist mein Mann, weil er so geile, große Rock-T-Shirts hat (lacht)! Und ich habe gern manchmal einfach eine Leggings an und ein Oversize-T-Shirt. Das find ich so kuschelig und deswegen klaue ich eben manchmal seine Sachen. Den Boyfriend-Look mag ich ab und zu gerne– obwohl es eher der Husband-Look ist bei mir.

Der Lieblings-Look von Jeanette

SW: Hast Du einen Lieblingsdesigner? Falls ja, wer ist es und was gefällt Dir an ihr/ihm?

Im Moment stehe ich einfach total auf diesen Boho-Festival-Look.

J: Nicht wirklich im Moment. Ich habe viele schöne Sachen, aber im Moment stehe ich einfach total auf diesen Boho-Festival-Look. Dieser Look besteht aus Vintage-Klamotten. Da kommt die gute Levis 501 von vor 15 Jahren aus dem Schrank und wird mit anderen alten Stücken kombiniert.

SW: Du hast ja bereits gesagt, dass Du gern bei Second-Hand-Läden und Ebay einkaufst. Weißt Du noch, welches das erstes Kleidungsstück war, das Du Second-Hand oder bei Ebay gekauft hast?

J: Das erste Second-Hand-Teil? Das ist eine krasse Frage! Ich erinnere mich, ich habe ein Shirt zu dem ich so kam: Und zwar hatte ich ein FHM-Foto-Shooting vor ganz langer Zeit. Die Stylisting von dem Fotoshooting hatte ein altes, verwaschenes Guns N‘ Roses-Rock-Shirt. Nachdem ich ungefähr sechs Stunden gebettelt habe, hat sie mir dieses T-Shirt dann netterweise geschenkt. Das ist halt so ein richtiges Vintage-Teil, etwas ganz Besonderes, das man nicht einfach so kaufen kann und das trage ich auch heute noch. Man zehrt wirklich lange von solch tollen Stücken. Von daher lieber ein Teil weniger kaufen und dafür hat man etwas ganz Besonderes, als den ganzen H&M leer zu kaufen.

SW: Dein Band-Kollege Jörg Weisselberg ist ja nicht nur Dein Kollege in der Band EWIG, sondern auch Dein Ehemann, dessen Kleider du ab und an klaust, um deinen Look zu komplettieren. Wie haltet ihr es denn: Rätst Du ihm oder er Dir manchmal, was ihr anziehen sollt? 

J: Wir machen das gegenseitig. Das ist nämlich sehr cool, denn: Jörg ist ein sehr modebewusster Mensch. Er ist ein sehr gut angezogener Mann, wie ich finde. Ich liebe seinen Look! Er hat ein gutes Stilempfinden, was sowohl das Styling von Klamotten anbelangt als auch bei der Hauseinrichtung – er hat einfach einen guten Geschmack. Insofern frage ich ihn eigentlich immer, wenn ich mich fertig angezogen habe. Bei Outfits für die Bühne und so, frage ich ihn, ob er das cool findet. Und manchmal wechsele ich dann noch das eine oder andere Teil, weil Jörg noch eine bessere Idee hat.(lacht)

SW: Das Motto Deiner Jeans Fritz-Kollektion lautete „Ich bin wie ich bin!“ und designt hast Du beispielsweise eine sandfarbene Hose, die Du mit einem schwarzen Bindegürtel, einem kleinen Schwarzen aus Spitze mit durchsichtigen Ärmeln und dunklen Jeans-Stoffen kombiniert hast. Wieso hast Du mit dem Designen aufgehört? Sind Dir die kreativen Ideen ausgegangen oder aus Zeitnot?

J: Ich muss ganz ehrlich dazu sagen, ich bin natürlich keine Designerin. Es gibt Menschen, die studieren das. Jeans Fritz hat mich damals gefragt, ob ich Lust habe mit ihnen eine Kollektion zu machen. Ich habe mich daraufhin mit den Designern zusammengesetzt und habe alles, was ich in diesem Moment schön fand in einen Ideen-Topf geworfen. Die Mädels haben dann aus meinen Ideen die Kleidung designt. Es war also eine Zusammenarbeit, von daher würde ich mich nicht als Designerin bezeichnen, sondern eher als prominenter Mensch, der seine eigenen Fantasien ausleben durfte! (schmunzelt)

SW: Also eine einmalige Aktion?

J: Ganz genau, das war etwas Besonderes und das wird es auch bleiben. Wer weiß, was in der Zukunft passiert? Vielleicht läuft mir so etwas doch noch einmal über den Weg, aber es ist nicht mein Hauptberuf. Es war eine schöne Erfahrung – es hat Spaß gemacht. Ich mag die Sachen aus der Kollektion und trage sie auch selber.

Ihr glaubt gar nicht, wie gut man teilweise bei Kosmetik sparen und trotzdem eine schöne Creme haben kann.

Jeanette's Spar-Tipp

SW: Zum Abschluss: Hast Du einen ganz persönlichen Spar-Tipp, den Du unseren Lesern mitgeben möchtest?

J: Einfach nicht einkaufen (lacht). Nein, aber einfach bewusster kaufen. An die Mädels: Dreimal überlegen, ob ihr die Sachen jetzt wirklich noch braucht oder doch schon ein ähnliches Paar Schuhe im Schrank habt!? Bewusst mit dem Shopping umgehen. Einfach mal in Zeitungen wie Ökotest und Stiftung Warentest blättern, denn: Ihr glaubt gar nicht, wie gut man teilweise bei Kosmetik sparen und trotzdem eine schöne Creme haben kann.

Liebe Jeanette, vielen Dank für das herzliche Interview und den tiefgründigen Einblick in Deinen Shopping-Alltag! Wir freuen uns schon jetzt auf das Kinderbuch und euer neues Album „Indianerehrenwort“.

Interview: Anne
Bild: ©benwolf.de 2014 (Teaser), Amazon

Über Annekathrin

Für die Berlinerin begann alles nach dem Abitur mit ersten beruflichen Erfahrungen in Online-Redaktionen und einer Ausbildung zur Kauffrau für audio-visuelle Medien. Das Recherchieren und Texten für Rundfunk- und Fernsehspots gehörte hier zum guten Ton. Nach einigen anschließenden Jahren als Mediaplanerin zog es Anne an die Hochschule zum Studium der Wirtschaftskommunikation. Hier verfeinerte sie ihre kommunikativen Künste. Diese setzte sie bereits bei der Berliner Morgenpost ein und ergänzt seit 2014 das Team der SPARWELT-Redaktion.

Annekathrin
Kommentar