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Widerruf, Garantie und Gewährleistung im Überblick

Widerruf, Garantie und Gewährleistung
Widerruf, Garantie und Gewährleistung

Das sind eure Rechte beim Online-Shopping

Das gesetzlich geregelte Widerrufsrecht 

Das Widerrufsrecht im Online-Handel ist gesetzlich vorgeschrieben. Ihr habt insgesamt 14 Tage nach Erhalt eurer Ware Zeit, die Bestellung ohne Angabe von Gründen an den Händler zurückzusenden. Dabei ist wichtig, dass ihr alle Produkte ungebraucht zurückschickt. Ihr dürft Kleidung anprobieren oder technische Produkte testen. Es dürfen jedoch keine Gebrauchsspuren zu erkennen oder Versiegelungen entfernt worden sein. 

Faustregel: Testet Produkte so, wie es euch in einem Geschäft vor Ort möglich wäre.

Auch die Übernahme der Rücksendekosten ist geregelt: Liegt der Warenwert bei über 40 Euro, dann übernimmt der Händler die Kosten für die Rücksendung. Bei einem geringeren Warenwert tragt ihr die Kosten selbst.

Das Widerrufsrecht gilt nicht bei:

  • nach Kundenwünschen gefertigten Produkten. Dazu gehören Produkte mit Gravur aber auch Fotoprodukte wie Fototassen, Fotobücher und Fotogeschenke. Kennzeichnend für den Ausschluss ist, dass selbst zusammengestellte Produkte nur durch erheblichen Aufwand und Mehrkosten wieder getrennt werden können. 
  • leicht verderblichen Produkten wie Lebensmitteln.
  • Zeitungen oder Zeitschriften.
  • elektronischen Produkten wie Downloads. Hier ist allerdings umstritten, in welchem Umfang das Widerrufsrecht anwendbar ist. Abhilfe soll das im Sommer 2014 in Kraft tretende neue Widerrufsrecht schaffen.

 

                 

             

 

§

     

Die gesetzliche Regelung könnt ihr auch im Bürgerlichen Gesetzbuch nachlesen. Ihr findet die Norm unter §312d zum "Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen". Für die Rücksendekosten blättert ihr bis zu §357 "Rechtsfolgen des Widerrufs und der Rückgabe".

        
 

 

Das freiwillige erweiterte Widerrufsrecht 

Viele Händler bieten ein erweitertes Widerrufsrecht an. Das gilt unabhängig von der gesetzlichen Regelung. Es handelt sich also um einen zusätzlichen Service, um Einkäufe für euch einfach und sicher zu gestalten.

Händler haben dabei zwei Möglichkeiten, einen verbesserten Service anzubieten:

  • durch eine verlängerte Widerrufsfrist oder
  • durch kostenfreie Rücksendungen. 

Beispiele für ein erweitertes Rückgaberecht liefern etwa Zalando oder Fressnapf. Beide Online-Shops räumen euch kostenfreie Rücksendungen innerhalb von 100 Tagen ein. Bei Javari beträgt die Frist für kostenfreie Rücksendungen sogar 365 Tage. 

 

Das neue Widerrufsrecht ab 2014 

Die neue Verbraucherrichtlinie der EU tritt im Juni 2014 in Kraft. Die Neuregelung soll Rücksendungen innerhalb der Europäischen Union vereinheitlichen. Entsprechend beträgt die Widerrufsfrist zukünftig europaweit 14 Tage. Bisher hat jedes Land den Widerrufszeitraum selbst geregelt. In Österreich gilt aktuell etwa nur eine Frist von 7 Werktagen.

Wichtigste Änderung ist, dass Händler nicht mehr verpflichtet sind, die Rücksendekosten für euch zu übernehmen. Natürlich können euch Online-Händler als besonderes Service-Angebot die Kosten weiterhin erlassen: Lediglich die gesetzliche Regelung entfällt. 

Ab 2014 reicht es außerdem nicht mehr aus, die Ware einfach an den Händler zurückzusenden. Der Widerruf muss deutlich erklärt werden. Hierzu muss der Online-Händler ein Formular anbieten. Ihr könnt jedoch auch selbst ein Schreiben verfassen oder sogar telefonisch widerrufen.

Folgende Produktgruppen sind ab 2014 ebenfalls vom Widerrufsrecht ausgeschlossen:

  • Alkoholische Getränke, deren Lieferung frühestens 30 Tage nach Bestellung erfolgen kann und deren Preis schwankt.
  • Untrennbar miteinander vermischte Waren, etwa Heizöl.
  • Produkte, die aus "Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene" versiegelt wurden. Eine genaue Definition der Warengruppen liegt allerdings bisher nicht vor. 
  • Digitale Inhalte wie Downloads.

 

 
             

 

§ 

     

Alle ausführlichen Informationen zur Neuregelung des Widerrufsrechts durch die EU findet ihr in der Verbraucherrichtlinie 2011/83/EU vom 25. Oktober 2011. 

        
 

  

Rückgabe von Kaufgutscheinen 

Auch bei Kaufgutscheinen gilt das 14-tägige Widerrufsrecht. Innerhalb dieser Frist ist der Umtausch kostenfrei möglich. Nach Ablauf der Frist sind Umtausch- und Rückgabemöglichkeiten abhängig vom Anbieter. 

Bisher existiert keine gesetzlich vorgeschriebene Regelung zu einer Mindestlaufzeit von Gutscheinen. Ist eine Frist zum Einlösen des Gutscheins gesetzt, dann verlangt der Gesetzgeber lediglich, dass diese „angemessen“ ist. Ein genauer Zeitraum ist damit jedoch nicht gegeben. Ist die Frist zu kurz, also beispielsweise auf lediglich vier Wochen begrenzt, oder ist gar keine Frist angegeben, dann verliert der Gutschein erst mit der Verjährungsfrist von drei Jahren seine Gültigkeit – und zwar ab dem 31. Dezember des Jahres gerechnet, in dem ihr ihn gekauft habt.

Groupshopping-Gutscheine

Ist die Einlösefrist abgelaufen, dann wendet euch direkt an den Anbieter. Dailydeal und Groupon bieten der Erfahrung nach kulante Lösungen an. In der Regel wird der Gutscheinbetrag eurem Kundenkonto gutgeschrieben und kann für den Kauf neuer Gutscheine genutzt werden. 

Erlebnis-Gutscheine

Ähnlich funktioniert die Rückgabe von Erlebnis-Gutscheinen. Bei Jochen Schweizer könnt ihr den Gutschein etwa nach Ablauf des Widerrufsrechts gegen 15 Euro Bearbeitungspauschale gegen ein anderes Erlebnis umtauschen. Der Differenzbetrag wird in Wertgutscheinen erstattet. Bei Mydays können Gutscheine kostenlos nach Ende der Einlösefrist umgetauscht werden, wenn das Erlebnis nicht mehr verfügbar ist oder wenn lediglich der Standort geändert werden soll. In allen anderen Fällen, etwa wenn der Gutschein in ein anderes Erlebnis umgetauscht werden soll, zahlt ihr eine Servicepauschale in Höhe von 15 Euro.

 

Garantie und Gewährleistung

Was, wenn das lang ersehnte Produkt nicht funktioniert? Oder sich Mängel erst einige Wochen nach Ablauf der Widerrufsfrist zeigen? Hier gibt es gleich zwei Möglichkeiten: Zum einen die gesetzlich geregelte Gewährleistung, die gegenüber dem Händler besteht. Zum anderen die Garantie, die jedoch freiwillig ist und beim Hersteller geltend gemacht wird. 

In unserer Tabelle findet ihr alle Informationen im Überblick:

     Gewährleistung  Garantie 
 
  Existiert eine gesetzlich geregelte Grundlage?  Ja, das Recht auf Gewährleistung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt  

Nein, die Garantie wird vom Hersteller freiwillig eingeräumt

 
 
 
  Was wird abgedeckt?  Defekte, die am Produkt auftreten sowie Absicherung vor Schäden oder vor falschen Lieferungen  Kann das gesamte Produkt oder nur bestimmte Teile, wie die Elektronik, umfassen. Der Hersteller legt den Umfang individuell fest 
 
 
  Wie lang gelten Garantie oder Gewährleistung?  24 Monate; in den ersten 6 Monaten liegt die Beweislast beim Verkäufer, danach beim Kunden. Tritt der Defekt also in den ersten 6 Monaten auf, wird angenommen, dass der Fehler bereits zum Zeitpunkt des Kaufes bestand, es sei denn, der Verkäufer kann das Gegenteil beweisen  Wird vom Hersteller selbst festgelegt, bei Apple beträgt die Garantie zum Beispiel 1 Jahr, bei Teufel 12 Jahre, die Elektronik ist jedoch bei Teufel von der Garantie ausgenommen und auf 2 Jahre begrenzt 
 
 
  Bei wem wird der Anspruch geltend gemacht?  Beim Händler  

Beim Hersteller

 
 
 
  Besteht ein Anspruch auf Auszahlung des Kaufpreises?  

Nein, vorerst nicht. Der Händler entscheidet nach eigenem Ermessen, ob die Ware repariert oder durch ein neues Produkt ersetzt wird. Erst nach zwei Nachbesserungsversuchen besteht Anspruch auf Rücktritt und somit Auszahlung des Kaufpreises


  

Nein, die Garantiebedingungen werden zwar vom Hersteller individuell festgelegt und können sich dementsprechend unterscheiden, meist besteht jedoch lediglich Anspruch auf Reparatur oder Ersatz, nicht aber auf Rücktritt

 
 
 
  weitere Merkmale     Keine Auswirkung auf die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung 
 

 

Eingeschränkte Gewährleistung beim Kauf von gebrauchter Ware

Kauft ihr Gebrauchtware ein, dann kann sich die gesetzliche Gewährleistungspflicht auf 12 Monate reduzieren. Bei der Gebrauchtware kann es sich um B-Ware handeln. Alle anderen Produkte, die zur B-Ware zählen, wie 

  • Vorführgeräte und Ausstellungsstücke
  • Retouren
  • Umverpackungen
  • Produkte mit geringfügigen Mängeln wie Kratzern, die jedoch nicht die Funktionstüchtigkeit einschränken

gehören zwar zur Kategorie B-Ware, gelten jedoch nicht als "gebraucht". Das Gewährleistungsrecht ist in diesem Fall nicht betroffen. Das geht zurück auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm

Begriffe wie "refurbished" oder "blemished box" weisen zusätzlich darauf hin, dass es sich bei dem jeweiligen Produkt um B-Ware handelt. Der Hinweis "refurbished" meint dabei, dass es sich um ein repariertes und geprüftes Produkt handelt. Der Ausdruck "blemished box" gibt an, dass die Artikelverpackung beschädigt ist. Das hat jedoch keine Auswirkungen auf die Qualität des Produkts. Alles rund um den Kauf von B-Ware erfahrt ihr wie gewohnt bei SPARWELT.  

Eure Steffi

Bilder: Fotolia©m.schuckart (Teaser)

Über Steffi

In der grenzenlosen Welt des Online-Shoppings kennt sich Steffi bestens aus. Ob Einkaufen im Ausland, B-Ware, Re-Commerce oder Widerrufsrecht: In ihren informativen Ratgebern bringt sie Licht in so manches spannende Thema rund um den Einkauf im Internet. Ihr Tipp fürs Wochenende: Ab in den Freizeitpark, denn mit dem passenden Rabatt wird sogar die nächste Runde in der Achterbahn zu einem Schnäppchen!

Steffi
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