Wie kannst du nachhaltig leben?

Nachhaltig Leben: 8 Schritte, die wirklich jeder machen kann

Unserem Planeten geht es nicht gut. Der Mensch produziert jährlich Milliarden von Tonnen Müll, pustet Milliarden von Tonnen CO2 in die Atmosphäre und beutet auch die letzten Rohstoffe immer mehr aus. Zum Glück wendet sich langsam das Blatt und immer mehr Menschen werden sich ihrer eigenen Verantwortung beim Umweltschutz bewusst. Doch sich der Verantwortung bewusst zu sein, ist längst nicht genug. Handeln, bevor es zu spät ist, lautet die Devise. Es ist gar nicht schwer, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und nachhaltig zu leben. Wir zeigen dir, wie du Nachhaltigkeit schrittweise in deinen Alltag integrierst und mehr als nur das Nötigste tun kannst, um unsere einzige Heimat zu retten.

Weniger Müll produzieren kann so einfach sein

Mit mehr als 220 Kilogramm pro Kopf und pro Jahr sind die Deutschen europäische Spitzenreiter bei der Müllproduktion. Dies ist wahrlich keine schöne Erstplatzierung und es wird Zeit, von diesem Thron aus Müll herunterzuklettern. Mit wenigen kleinen Veränderungen in der Denk- und Handlungsweise lässt sich auf lange Sicht sehr viel Müll vermeiden. Und dabei musst du nicht einmal auf etwas verzichten.

  • Nimm zum Einkaufen eine Tragetasche mit. Würdest du jede Woche einmal einkaufen gehen und dabei jedes Mal eine neue Tragetasche kaufen, sind es mehr als 50 Taschen, die du zum Ende des Jahres gekauft hast, ohne es zu müssen.
  • Wenn du gerne und regelmäßig Kaffee trinkst und dir diesen auch auswärts kaufst, dann lege dir unbedingt einen Mehrweg-Becher zu. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Getränke, die in Einweg-Behältern verkauft werden. To-Go-Becher und andere Getränkeverpackungen sind für viele Tonnen Müll verantwortlich, die sich ohne viel Mühe verhindern lassen.
  • Wenn du Obst und Gemüse einkaufst, dann nimm ein Tragenetz mit, anstatt jedes Mal eine neue Plastiktüte mit nach Hause zu bringen. Achte grundsätzlich auf die Verpackungen der Produkte, die du kaufst und ziehe Verpackungen aus Recycling-Papier den Pendants aus Plastik vor.

Tipp: Online-Kaufhäuser wie Original Unverpackt bieten eine vielseitige Palette an Produkten ohne Plastikverpackungen an und unterstützen dich bei deinem Vorhaben – nachhaltig leben leicht gemacht.

Weniger Auto fahren

Ja, mit dem Auto herumzufahren hat schon seine Vorzüge. Man ist meist schneller am Ziel angekommen, man muss sich nicht mit lauter Fremden in eine Bahn quetschen und schlechtes Wetter spielt im Auto meist auch keine Rolle. Rund 60 Millionen Autos sind in Deutschland angemeldet und der Straßenverkehr ist hierzulande für rund 20 Prozent der Treibhausemissionen verantwortlich. Zehntausende Menschen sterben pro Jahr vorzeitig, weil sie durch die Luftverschmutzung krank werden, für die auch die Autos verantwortlich sind.

Jedes Mal, wenn du dein Auto stehenlässt, tust du der Umwelt und deinen Mitmenschen etwas Gutes. Kurze und mittellange Strecken kannst du zum Beispiel auch ganz wunderbar mit dem Rad bewältigen und dabei noch etwas für deine eigene Fitness tun. Auch für längere Strecken muss kein eigenes Auto her. Carsharing-Anbieter wie DriveNow oder car2go stellen gute Alternativen zum eigenen Auto dar.

Fahrradfahren für ein nachhaltiges Leben

Nutze einfach öfter mal das Fahrrad, um die Umwelt zu schonen

Strom sparen leichtgemacht

Etwa 10 Tonnen CO2 erzeugt jeder Deutsche pro Jahr und damit weit mehr als Menschen in vielen anderen Ländern der Welt. In deinem Alltag kannst du sehr viel tun, um Strom zu sparen und die CO2-Erzeugung zu reduzieren. Dies beginnt bereits beim Kauf von Elektrogeräten für den Haushalt. Achte auf die Energieeffizienzklasse von Waschmaschinen, Spülmaschinen und Co. Je höher die Klasse ist, desto besser ist das Gerät für die Umwelt und nicht zuletzt auch für dein Portemonnaie. Hochwertige Elektrogeräte mit einer guten Energieeffizienzklasse findest du bei vielen Anbietern wie zum Beispiel Conrad oder Media Markt.

Die meisten Elektrogeräte haben einen Standby-Modus. In diesem Modus verbraucht das Gerät zwar weniger Strom als im Betrieb, doch trotzdem entsteht ein permanenter Stromverbrauch, der nicht sein muss. Einfach den Stecker ziehen und dafür sorgen, dass keinerlei Strom verbraucht wird.

Auch damit lässt sich unnötiger Stromverbrauch verhindern und nachhaltig leben:

  • Koche immer mit Deckel – der Energieverbrauch ist um ein Drittel geringer als beim Kochen ohne Deckel.
  • Koche dein Wasser lieber im Wasserkocher als auch der Herdplatte – selbst, wenn es sich um Wasser für deine Nudeln handelt.
  • Stelle den Kühlschrank dort auf, wo es kühl ist. An einer Heizung hat dieser nichts zu suchen. Auch solltest du zwischen Kühlschrank-Rückseite und Wand ein wenig Platz lassen, damit die Luft zirkulieren kann.
  • Beim Wäschewaschen ist ein Energiesparprogramm gut für deine CO2-Bilanz. Außerdem solltest du nicht öfter waschen als nötig – warte, bis du genug Wäsche für eine volle Trommel hast.
  • Dasselbe gilt auch für die Geschirrspülmaschine. Starte diese erst, wenn sie voll ist.
  • Anstatt die Fenster den ganzen Tag offen zu lassen, empfiehlt sich mehrmaliges kurzes Stoßlüften. So kühlt die Wohnung nicht aus und die Heizung muss nicht so viel tun, um sie wieder aufzuwärmen.

Tipp: Wenn du schon dabei bist, dich mit dem Stromverbrauch zu befassen, dann lohnt es sich, über Öko-Strom nachzudenken. Gute Öko-Strom-Anbieter sind zum Beispiel LichtBlick, Polarstern sowie naturstrom.

Wasser sparen muss sein

Auch im Umgang mit deinem Wasserverbrauch kannst du ohne viel Aufwand nachhaltig leben. Es ist ganz einfach, im Alltag reichlich Wasser zu sparen, ohne viel Aufwand zu betreiben. So solltest du zum Beispiel beim Zähneputzen das Wasser nicht laufen lassen. Auch die Dauer deiner Dusch-Sessions solltest du auf ein Minimum beschränken. Lasse auch das Wasser in der Toilette nicht jedes Mal komplett durchlaufen, wenn es nicht sein muss. Wenn du einen Garten hast, dann fange das Regenwasser auf und nutze es, um deine Blumen und Beete zu bewässern.

Nachhaltig leben mit weniger Wasser

Wenn du nachhaltig leben willst, dann spare Wasser

Nachhaltigkeit bei den Essgewohnheiten

Ein ganz großer Faktor für eine nachhaltige Lebensweise ist unser Verhalten beim Einkaufen von Lebensmitteln. Eines der Stichworte ist dabei Lebensmittelverschwendung. Rund 85 Kilogramm wirft der Durchschnittsmensch Jahr für Jahr in den Müll. Die Müllentsorgung produziert wiederum reichlich CO2, der nicht sein muss. Wie du etwas dagegen tun kannst? Ganz einfach: Schreibe dir eine Einkaufsliste, bevor du einkaufen gehst und stelle damit sicher, dass du auch wirklich nur das kaufst, was du benötigst.

Es muss außerdem nicht sein, dass die Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum kürzlich erreicht wurde, in dem Mülleimer wandern. Auch einige Tage nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit sind die allermeisten Lebensmittel noch gut genug für den Verzehr. Einfach probieren und unnötiges Wegwerfen vermeiden.

Lieber Regionales kaufen

Möchtest du dich gesund ernähren und zugleich etwas für deine Umwelt tun, dann greife am besten zu regionalen und saisonalen Erzeugnissen. Von Vorteil sind die regionalen Lebensmittel, weil die Transportwege kurz sind, weil die regionalen Obst- und Gemüsesorten länger reifen konnten und weil in puncto Qualität und Kontrolle viel mehr Transparenz gewährleistet werden kann. Nicht nur Nachhaltigkeit förderst du, wenn du beim Einkaufen auf die Herkunft achtest, du unterstützt außerdem die regionale Wirtschaft.

Tipp: Bei der Suche nach einem regionalen Erzeuger in deiner Nähe kann dir zum Beispiel die Initiative der Heimischen Landwirtschaft mit ihrem Hofläden-Finder behilflich sein.

Weniger Fleisch essen

Ja, Fleisch ist lecker und so manch ein passionierter Fleischfan sieht eine vegetarische Mahlzeit gar nicht erst als richtige Mahlzeit an. Etwa 60 Kilogramm Fleisch isst jeder Deutsche pro Jahr. Vor allem die Massenproduktion von Fleisch ist nicht nur unheimlich schlimm für die Tiere, sie ist auch unheimlich schädlich für die Umwelt. Dies gilt sowohl für den immensen Wasserverbrauch als auch für die CO2-Produktion. Bio-Fleisch ist hier die Antwort, wobei du auch hier genau hinschauen solltest. Lege zumindest einen fleischfreien Tag in der Woche ein und tue bereits mit diesem kleinen Schritt etwas Gutes für die Tiere und deine Umwelt.

Nachhaltiger Konsum ohne Verzicht

Wenn du mal wieder durch die Onlineshops deiner Lieblings-Modehändler stöberst, dann frage dich, ob denn die zwanzigste Jeans wirklich sein muss und ob du vielleicht schon genug Pumps im Schuhschrank stehen hast. Bei der Herstellung einer einzigen Jeans werden mehr als 10.000 Liter Wasser verbraucht – und wenn das mal kein Grund ist, der Jeans vom letzten Jahr noch eine Chance zu geben. Je länger du deine Kleidung und deine Elektrogeräte nutzt, desto besser ist deine Umweltbilanz. Längere Nutzung bedeutet auch, dass du Dinge, die nicht einwandfrei funktionieren, zur Reparatur bringst, anstatt sie wegzuwerfen.

Zum nachhaltigen Konsum gehört es auch, sich mit der Herstellung der Konsumgüter auseinanderzusetzen und auf faire Arbeitsbedingungen der Hersteller zu achten. Auch die Inhaltsstoffe, die sich in Seife, Waschmittel und Co. befinden, spielen eine Rolle. Versuche, auf Produkte zu verzichten, die umweltbelastende Chemikalien enthalten und lies dir dazu immer die Angaben zu den Inhaltsstoffen durch. Mit der Zeit wirst du ein Gespür dafür bekommen, welche Produkte gut für die Umwelt sind und welche nicht.