Dem Stress auf den Grund gehen.

Slow Living: In Ruhe zu Hause sein

Slow Living – wörtlich übersetzt „langsam leben“ – ist ein Trend, der immer beliebter wird. Der Grund: Immer mehr Menschen verlernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und verlieren sich dabei in der Hektik des Alltags. Die Konsequenz: Die innere Mitte gerät aus dem Gleichgewicht und der Stress scheint überhand zu nehmen. Das macht sich nicht nur an der Laune bemerkbar, sondern kann langfristig auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Es wird also Zeit, mit der Entschleunigung zu beginnen! Wir haben den Trend für dich unter die Lupe genommen und verraten dir, wie du Slow Living ganz einfach in dein Leben integrieren kannst.
Entschleunigung im Alltag

Das Leben genießen und einfach mal abschalten. Einfacher gesagt, als getan?

Ständig erreichbar: Digitaler Stress

Smartphone, Tablet und Co sind unsere ständigen Begleiter geworden. Ohne Frage: Sie erleichtern das Leben enorm. Doch gehen mit den Gadgets nicht nur Vorteile einher. Wir sind ständig erreichbar, wir checken durchgehend unsere Feeds bei Instagram und Facebook und wir suchten förmlich nach Neuigkeiten und Ablenkung. Das kann ganz schön stressig werden – ohne, dass man es überhaupt merkt.

Achte mal darauf, wie oft du dein Smartphone zur Hand nimmst und mal eben in deine Social-Media-Apps und -Accounts reinschaust – Studien haben ergeben, dass wir bis zu 88-mal am Tag aufs Handy schauen. Verrückt, oder? Vor allem, wenn man bedenkt, wie häufig wir das Smartphone davon tatsächlich zum Telefonieren benutzen. Provokant formuliert ließe sich sagen, dass es sich bei dieser Art von Stress um „Freizeitstress“ handelt – den selbstverschuldeten Stress.

Stress durch Beruf, Familie und Freunde

Aber natürlich gibt es auch äußere Einflüsse, für die wir gar nichts können, die uns aber ebenfalls unter Druck setzen bzw. das Stresslevel nach oben treiben. Beispielsweise im Job: Wer im Büro arbeitet, kennt das Problem. Outlook ist offen, ständig trudeln E-Mails rein, dann steht der Kollege in der Tür und zu guter Letzt klingelt noch das Telefon – wo soll man hier bitteschön beginnen?
Nicht nur im Job gibt es immer häufiger stressige Situationen – auch im Privatleben gibt es Zeiten, die rosiger sein könnten. Stress entsteht beispielsweise durch einen Krankheitsfall in der Familie, durch Ärger mit Freunden oder durch eine Trennung. Bewusster und langsamer leben heißt, sich zunächst mit sich selbst auseinanderzusetzen anstatt erneut in der alltäglichen Hektik zu versinken: Warum bin ich gestresst? Eine Frage, die für Slow Living von ganz besonderer Bedeutung ist. Stell sie dir doch mal.

Entschleunigung leben: Slow Living in den Alltag integrieren

Langsamer zu leben – das geht nicht einfach von heute auf morgen. Ein abrupter Umschwung würde schließlich dem gesamten Slow-Living Prinzip widersprechen. Anstatt eines schnellen Wandels lohnt es sich, umzudenken und sich bewusst für mehr Achtsamkeit zu entscheiden. All das wird dann langsam, aber beständig in den Alltag integriert. Es muss ja nicht gleich Meditation sein – Entschleunigung beginnt bereits damit, abends vor dem Einschlafen einige Minuten innezuhalten und den Tag Revue passieren zu lassen: Was war gut, was nicht so gut und wofür bin ich dankbar?

Gerade Dankbarkeits-Übungen sind eine einfache Möglichkeit, um sich nicht nur auf das zu konzentrieren, das besser sein könnte. Stattdessen stehst du selbst mit deinen positiven Erlebnissen im Vordergrund. Das lässt sich super easy einmal austesten – aber keine Sorge: Zu Beginn erfordert das Ganze etwas Übung. Wundere dich also nicht, wenn du bei den ersten Versuchen nicht vor positiven Emotionen überkochst, sondern zunächst überlegen musst, wofür du am heutigen Tag überhaupt dankbar bist. Du wirst aber sehen: Nach ein paar Tagen beginnt das Ganze Form anzunehmen und du profitierst von nur wenigen Minuten, in denen du dir für dich selbst Zeit nimmst und innehältst.

Solche kleinen mentalen Workouts sind ein erster Schritt in Richtung Slow Living, was nicht nur die wenigen Minuten am Morgen oder am Abend betrifft, sondern zu einem richtigen Lifestyle werden kann. Achtsamer und langsamer leben geht auch damit einher, sich vom Materiellen weg hin zum Menschlichen zurück zu orientieren. Kurzum: Schluss mit Solo-Shopping im Netz – Zeit für Freunde und Familie!

Entschleunigung in vielerlei Hinsicht

Tief durchatmen und den nächsten Kaffee voll und ganz genießen.

Langsamer leben: 3 Tipps, um gleich damit zu beginnen

Zwischenmenschliches ist die Essenz einer jeden Persönlichkeit – was wären wir schließlich ohne unser soziales Umfeld? Aber auch alleine lässt es sich langsamer und bewusster leben: Wir präsentieren dir drei Tipps und Übungen, durch die Slow Living bald schon in deinem Zuhause Einzug hält.

1. Zuhause abschalten: Entschleunigung durch entrümpeln

Vielmals wird Slow Living mit dem Prinzip des Minimalismus gleichgesetzt. Egal, wie man es nennt: Es lohnt sich, die eigenen vier Wände einmal auszumisten – um so Raum für das Wesentliche zu schaffen. Was bleiben darf? Alles, was wirklich gebraucht wird und auch regelmäßig im Einsatz ist. Du wirst sehen: Mindestens ein Drittel deiner Küchen-Ausstattung bleibt die meiste Zeit im Schrank. Ähnlich sieht es auch mit Klamotten aus.

Hier gibt es einen einfachen, aber super effizienten Trick. Hast du einen Kleiderschrank, in dem du deine Kleidungsstücke auf Bügeln aufhängen kannst, so hänge die Bügel doch einmal verkehrt herum in den Schrank. Nach zwölf Woche ziehst du ein Resümee: Welche Kleiderbügel sind immer noch umgekehrt – hier kannst du durchaus mit dem Ausmisten beginnen. Schließlich hast du die Kleider ein viertel Jahr (!) nicht mehr aus dem Schrank geholt. Ausgenommen davon sind natürlich saisonale Kleidungsstücke, wie Sommer-Kleider oder Skiunterwäsche.

Entrümpeln lohnt sich auch bei Dekoration und „Nippes“. Alles, was nicht in deiner Wohnung herumsteht, nimmt keinen Platz weg, der dich vom „bewussten Leben“ abhält. Behältst du nur Dinge, die du auch wirklich brauchst und gerne hast, bist du im Besitz von Sachen, die dich allesamt glücklich machen – und auch hier stehen wieder das positive Lebensgefühl und die Konzentration auf dich selbst im Mittelpunkt.

2. Social Detox: Offline bleiben mit Slow Living

Wie oben bereits angedeutet: Ständig online zu sein, Mails und Postings zu checken macht nicht zwangsläufig glücklich. Im schlimmsten Fall entsteht unterschwelliger Stress – das absolute Gegenteil von einem bewussten und achtsamen Lifestyle. Auch Zwischenmenschliches wird, sobald Smartphones mit von der Partie sind, oftmals zweitrangig. Wer kennt es nicht: Freunde sitzen in einer Runde zusammen – jeder mit dem Handy in der Hand. Ebenso der Filmabend mit dem Partner, wo der Film in den Hintergrund tritt und jeder mit seinem Smartphone beschäftigt ist.
Offline zu bleiben, kann hier helfen, die wichtigen Dinge wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Auch das wird anfangs ungewohnt sein – und muss auch nicht 24/7 praktiziert werden. Soll es auch gar nicht, denn strikte Verpflichtungen arten wieder in Stress aus. Das Konzept von Slow Living lässt sich beispielsweise mit internetfreien Zeiträumen umsetzen. Abends nach 22 Uhr bleiben Handy, Tablet und Computer ganz einfach aus. Ungewohnt, aber effktiv. Angenehmer Nebeneffekt: Wer abends auf bläuliches Licht verzichtet, schläft nachweislich besser ein.

3. Verbanne Multitasking aus deinem Zuhause

Multitasking lässt sich nicht aus allen Lebensbereichen streichen und hilft uns zugleich, geistig mobil zu bleiben. Zuhause hast du jedoch die Kontrolle über deinen Lifestyle und das Zepter absolut selbst in der Hand. Versuche, Dinge möglichst fokussiert zu erledigen, zu erleben oder zu genießen.

Soll heißen: Kochen, telefonieren und gleichzeitig nebenher noch Mails checken ist alles, nur nicht langsam und bewusst. Konzentriere dich auf das, was du tust und nimm eine Sache oder eine Tätigkeit als das wahr, was sie ist. Wann hast du dich das letzte Mal darauf konzentriert, Zwiebeln zu würfeln oder eine Sauce abzuschmecken? Du wirst sehen: Der Eindruck, dass der Alltag einfach an dir vorbeizieht, wird zunehmend verschwinden – schließlich weißt du, womit du deinen Tag (bewusst) verbracht hast.