Putzen, Saugen, Rasenmähen ade

Haushaltsroboter: Was bringen die smarten Helfer wirklich?

Ab auf die Couch und Füße hoch: Jetzt wird aufgeräumt! So ähnlich könnte es heißen, wenn wir die ungeliebte Hausarbeit in Zukunft einfach an Haushaltsroboter weitergeben. Dass diese Vorstellung viele Deutsche verlockend finden, sieht man am stark zunehmenden Interesse für die smarten Geräte. Die Ergebnisse einer Bitkom-Befragung (Statista) zeigen: Während eine Anschaffung 2018 nur bei 8% der Konsumenten geplant war, stehen Haushaltsroboter für 2019 schon bei 15% der Befragten auf der Haben-Wollen-Liste. Und damit auf Platz 3 der geplanten Elektronikkäufe für dieses Jahr, gleich nach Smartphone und Tablet.

Doch welche Geräte bringen tatsächlich Entlastung und wo muss man mit unausgereifter Technik und schwindelerregend hohen Preisen rechnen? Für dich schauen wir uns nicht nur an, was der Markt an Staubsaug-, Fensterputz- und Rasenmähroboter bereithält. Wir sagen dir auch, wie die Geräte funktionieren, ob sie deinen Alltag erleichtern und worauf du beim Kauf besonders achten solltest.

Staubsaugroboter: große Auswahl und gute Preise

Abgestorbene Hautschuppen, Tierhaare, Fasern – wenig appetitlich, was sich alles auf unserem Boden ansammelt. Und genau in diesem Staubgemisch können sich Bakterien und Keime vermehren und sogar Allergien auslösen. Häufig staubsaugen – dazu kommen allerdings nur die wenigsten. Zeit für Abhilfe?

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Saugroboter für das eigene Zuhause. Wie hilfreich sind sie wirklich?

So funktionieren Staubsaugroboter

Irrten sich die ersten Saugroboter noch planlos durch die Gegend, macht sich die neue Generation bereits Kameras und Sensoren zunutze. Mit diesen können sie Räume genau erfassen, Hindernisse umgehen und fahren Flächen effizient ab. Die meisten von ihnen sind rund und flach, sodass sie auch unter die meisten Möbel fahren können. Beweglich werden sie durch Antriebsräder und das Steuerrad, das sie in alle Richtungen navigieren lässt. Durch Bürsten an der Unterseite wird Staub aufgewirbelt und durch die Saugvorrichtung sofort aufgefangen. Manche Geräte verfügen zusätzlich über HEPA-Filter, die den Feinstaub auffangen, ohne ihn nach außen zu wirbeln, was besonders allergikerfreundlich ist. Hat der Saugroboter den Reinigungsprozess beendet, fährt er normalerweise selbstständig zur Ladestation zurück. Dort wird der Akku wieder aufgeladen und das Gerät fährt  mit der Arbeit wieder fort.

Wird ein Staubsaugerroboter deinen Alltag erleichtern?

Die Vorteile der smarten Geräte liegen auf der Hand: ein blitzeblanker Boden und die Zeitersparnis. Und die Putzleistung dieser Haushaltsroboter hat sich in den letzten Jahren auch noch stark verbessert. Dennoch musst du kleine Abstriche in Kauf nehmen. So haben die Staubsaugroboter teilweise Probleme damit, auch in den Ecken zu reinigen. Auch saugen sie Teppiche weniger gut als die meisten Handstaubsauger, können unter Möbelstücken steckenbleiben und hohe Türschwellen nicht bezwingen. Wenn du aber bereit bist, an schwierigen Stellen nachzuputzen und nicht in einer Maisonette-Wohnung wohnst, wirst du deinen neuen Staubsaugerroboter lieben!

Worauf du beim Kauf achten solltest

Die Vorteile überzeugen dich? Dann hast du die Qual der Wahl. Denn in den letzten Jahren ist nicht nur das Angebot stark gewachsen, auch die Preisspanne ist sehr breit. Teure Markenprodukte ab 1000€ und günstigere Modelle ab 100€ aufwärts konkurrieren um die Gunst der Kunden. Doch Achtung: Eine pauschale Aussage, dass ein höherer Preis eine vielfach bessere Qualität aufweist, lässt sich nicht machen. Denn jede Funktion ist auch in jeder Preisklasse vorhanden – auch wenn mit unterschiedlichen technischen Feinheiten.

Bist du ein Markenfreak und willst auf Nummer sicher gehen, machst du mit einem Gerät von iRobot sicher alles richtig. Legst du allerdings Wert auf ein gutes Preisleistungsverhältnis, wirst du auch mit einem günstigeren Modell glücklich, wie mit einem Gerät von MEDION. Und auch chinesische Hersteller werden immer beliebter. Gerade die Marken ECOVACS, ILIFE und Xiaomi überzeugen mit guter Leistung in den Tests und sind preislich sehr attraktiv.

Vor allem empfehlen wir dir aber: Mach deine Entscheidung von deinen individuellen Bedürfnissen abhängig! Willst du deinen neuen Staubsaugroboter auch von unterwegs steuern, achte darauf, dass dieser durch eine App bedient werden kann. Wirst du von Allergien geplagt, ist ein HEPA-Filter unerlässlich. Für eine große und damit zeitintensiv zu reinigende Wohnung ist ein Lithium-Ionen-Akku gut geeignet. Dieser gewährt dir bis zu 120 Minuten Leistung.

Eine gute Orientierung im Raum – und damit bessere Putzergebnisse – stellst du sicher, wenn du ein Gerät mit hochwertigen Sensoren kaufst. Denn im Gegensatz zu einfachen Geräten mit einem simplen Kollisionssensor verfügen hochwertige Staubsaugroboter über Infrarot-, Ultraschall- oder Lasersensoren. Sie korrigieren die Fahrtrichtung noch vor dem Zusammenstoß korrigieren und verhindern zum Beispiel das Abstürzen von einer Treppe. Eine Kamera sorgt zusätzlich dafür, dass eine Karte des Raums erstellt und dieser nach System effizient gereinigt wird. Noch mehr Arbeit ersparst du dir mit einem Wischroboter mit Staubsauger-Funktion.

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Fensterputzroboter: viel Lärm um nichts?

Auch wenn das Schrubben der Fenstergläser seltener auf dem Putzplan steht: An Unbeliebtheit überbietet diese Hausarbeit sogar das Staubsaugen. Dabei versprechen Elektronikanbieter mittlerweile auch in diesem Bereich Abhilfe und stellen Geräte zur Verfügung, die für optimale Durchsicht bei wenig Eigenbeteiligung sorgen sollen. Neues Lieblings-Gadget oder Geldverschwendung? Wir sagen dir, was dieser Haushaltsroboter wirklich schafft!

So funktionieren Fensterputzroboter

Aufs Glas gesetzt, saugt sich der automatische Fensterputzroboter mit Hilfe eines Lüfters an der Scheibe fest, zieht seine Bahnen entlang des Fensters und reinigt dieses mithilfe eines Mikrofaserlappens an seiner Unterseite. Manchmal kommt auch die Vakuum- oder Magnettechnik zum Einsatz, um für den Halt zu sorgen. Meistens muss im Vorfeld zum Reinigungsprozess ein Sicherungsseil angebracht werden, das Personen- und Sachschaden im Fall eines eventuellen Sturzes verhindern soll. Auch das Reinigungstuch muss zuerst von Hand mit Reinigungsmittel befeuchtet werden.

Wird ein Fensterputzroboter deinen Alltag erleichtern?

Viele große Glasflächen und schwer zugängliche Stellen: Genau diese Faktoren machen für die meisten das Fensterputzen zum Graus. Entschärfung bringt ein Fensterputzroboter aber nur bedingt. Denn Tests und Verbraucherrezensionen zeigen gleichermaßen, dass gute Ergebnisse eher an der Innenseite der Glasfläche möglich sind, wogegen bei stärker verschmutzter Außenseite die Leistung erheblich nachlässt. Das führt dazu, dass der Schmutz entweder gar nicht erst beseitigt oder sogar noch verschmiert wird. Auch stärkere Befeuchtung durch Reinigungsspray hilft nicht viel, da sie für den Halt des Gerätes auf dem rutschigen Glas eher hinderlich ist.

Ebenfalls als nachteilig wird dabei oft die hohe Lautstärke der Geräte empfunden und die durchgehend nötige Stromzufuhr per Kabel. Und schließlich: Durch viel Vor- und Nachbereitung zum automatischen Fensterputzen wird der Reinigungsprozess nicht unbedingt viel einfacher. Denn das Anbringen des Sicherungsseils, das Aufpassen, damit sich dieses nicht mit dem Stromkabel verheddert, das Befeuchten und Auswaschen des Microfasertuches und das Nachputzen in den Ecken der Scheiben sorgen dafür, dass auch der Gerätebesitzer immer noch viel Arbeit hat. Fazit: Diese Anschaffung lohnt sich für dich nur, wenn du große, aber nur mittel verschmutzte Glasflächen hast, sie oft reinigen möchtest und mit kleinen Abstrichen in puncto Qualität leben kannst. Erwartest du mehr von einem Haushaltsroboter, raten wir dir, mit dieser Anschaffung noch zu warten.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Im Gegensatz zu Staubsaugrobotern ist der Markt der automatischen Fensterputzer weniger geflutet. An Ecovacs und Sichler als den bekanntesten Marken auf dem Gebiet kommst du dabei kaum vorbei. Diese findest du so gut wie bei jedem Elektronik-Anbieter, wie zum Beispiel bei Saturn. Je nachdem für welche Glasflächen du einen Fensterputzroboter brauchst, achte bei deiner Anschaffung darauf, ob dieser auch für schräge Fenster geeignet ist. Wichtig sind zudem eine Absturzsicherung und ein Notstrom-Akku.

Rasenmähroboter: große Hilfe bei geeigneten Grasflächen

Nicht nur im Haus gibt es alle Hände voll zu tun, auch der Garten verschlingt bekanntermaßen viel Zeit. So einiges davon geht für das Rasenmähen drauf. Und weil man das schöne Sommerwetter besser für andere Aktivitäten einplanen möchte, gibt es Rasenmähroboter, die einem die Arbeit abnehmen sollen. Doch machen sie das auch?

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Entspannt im Garten liegen und den Mähroboter die arbeit machen lassen? Kein Problem!

So funktionieren Rasenmähroboter

Auf seiner Unterseite besitzt ein Rasenmähroboter scharfe Messer, mit denen er den Rasen abschneidet. Die Stromversorgung für den Mähprozess wird über einen Akku sichergestellt. Mit Abstütz- und Antriebsrädern fährt, dreht und wendet er. Dabei funktioniert das Abfahren der Fläche auf unterschiedliche Arten und Weisen. Während manche Rasenmähroboter die Fläche in zufälligen Richtungen abfahren und den Hindernissen mithilfe von Sensoren ausweichen, werden bei anderen die Arbeitsbereiche per sogenanntem Begrenzungskabel abgesteckt. Dieses wird dafür auf oder sogar unter der Erde verlegt und definiert der Arbeitsbereich, indem er ein Magnetfeld erzeugt, das vom Rasenmähroboter erkannt wird.

Wird ein Rasenmähroboter deinen Alltag erleichtern?

Viele Geräte erreichen ein ziemlich gutes Mähergebnis und erleichtern somit die Gartenarbeit erheblich. Ein Rasenmähroboter lohnt sich dabei bereits ab einer Fläche von 200 m². Besonders empfehlenswert ist die Anschaffung für Allergiker, die somit weniger den Allergenen ausgesetzt sind. Doch auch dem Rasen selbst kommt das automatische Mähen durch das sogenannte Mulchsystem zugute, da die geschnittenen Grasspitzen am Boden liegen bleiben und ihm als Dünger dienen.

Wenn dich diese Vorteile überzeugen, wird dir ein Rasenmähroboter gute Dienste erweisen. Von dem smarten Helfer absehen musst du höchstwahrscheinlich aber dann, wenn dein Garten sehr hügelig oder steil angelegt ist. Die Obergrenze bei befahrbaren Steigungen liegt auch bei den besten Robotern bei ca. 50%. Ob sich die Anschaffung auch wirklich lohnt, hängt zudem davon ab, ob dein Garten viele Hindernisse aufweist und somit schwieriger zu für einen Roboter zu mähen ist. Vorsicht ist auch geboten, wenn kleine Kinder im Haushalt leben. Denn trotz gut entwickelter Technik und Sensoren, die größere Gegenstände erkennen, versagen auch die besten Geräte im Sicherheitscheck, weil sie Hände oder Füße auf dem Boden krabbelnder Kinder nicht erkennen und somit mit ihren scharfen Messern schwer verletzen können..

Worauf du beim Kauf achten solltest

Hast du dich für den Kauf eines Rasenmähroboters entschieden, wirst du vor eine große Auswahl verschiedener Marken gestellt. Die Top-Bewertungsergebnisse sichern sich dabei meistens Geräte von Gardena, Husqvarna oder Worx, die unter anderem auch bei Alternate zu finden sind. Nicht selten kosten sie aber ab 1.000€ aufwärts. Um hier die richtige Auswahl zu treffen, musst du mehrere Faktoren beachten.

Stelle zum Beispiel sicher, dass die Motorleistung und der Akku zu der Größe der Rasenfläche passen. Bedenke bei deiner Auswahl auch die erwähnten Steigungen und Hügel. Achtung: Selbst wenn eine Eignung für Steigungen zwischen 25% und 50% bei vielen Rasenmährobotern mittlerweile Standard ist, wird dieser Wert tatsächlich selten erreicht. Das Lesen der Rezensionen und Testergebnisse bietet dir in diesem Fall eine zuverlässigere Quelle. Schließlich musst du deine Auswahl auch von der zum Einsatz kommenden Technik abhängig machen. Kommt für dich der Begrenzungskabel in Frage, profitierst du von fest definierten Mähbereichen. Allerdings musst du dann mit Mehraufwand noch vor der Inbetriebnahme deines Roboters rechnen.