Wenn die Glühbirne WLAN hat.

My Smart Home Is My Castle – Zuhause clever vernetzt

Das vernetzte Zuhause soll unseren Alltag komfortabler machen, Energie sparen und dank intelligenter Überwachung sogar vor Einbrechern schützen. „Smart Home“ heißt der Trend, der deine Wohnung zum Mitdenken animiert. Wie das genau funktioniert und was bei der Hausautomatisierung alles zu beachten ist, verraten wir dir in diesem Artikel.

„Hat die Glühbirne eigentlich auch WLAN?“ – Mit dieser Frage hättest du vor einigen Jahren sicher für schallendes Gelächter unter den Verkäufern der Elektronik-Abteilung gesorgt. Heute, in Zeiten des Smart Homes, sieht die Sache wiederum ganz anders aus. Anstelle des Gelächters wird dir jetzt nämlich die neueste Produktreihe von Philips-Glühbirnen präsentiert, deren Farbtemperatur und Helligkeit du bequem über dein Smartphone steuern kannst. Nikola Tesla wäre im siebten Himmel.

Das Smart Home zieht in deutsche Wohnzimmer ein

In ein paar Jahren hat sich viel geändert. Hersteller wie Apple, Samsung, Google, Amazon oder Philips haben den Trend erkannt und versuchen mit eigenen Smart-Home-Systemen unserem Wunsch nach einem intelligenteren Heim nachzukommen – und das mit Erfolg. Laut Bitkom besitzen bereits 26% der Deutschen mindestens ein Smart-Home-Produkt. Und mehr als ein Drittel plant, sich in den folgenden zwölf Monaten ein smartes Haushaltsgerät anzuschaffen. Den Männern geht es dabei eher um Sicherheit (63%), wohingegen 59% der befragten Frauen Komfort und Lebensqualität fokussieren.

Beliebt sind vor allem intelligente Lautsprecher-Systeme wie beispielsweise Amazon Echo oder Google Home, die sogar über Sprachsteuerung bedient werden können. Amazon setzt dabei auf die firmeneigene Sprachassistentin Alexa, beim Suchmaschinen-Giganten hingegen nimmt der Google Assistent deine Wünsche entgegen. Der Clou: Du kannst andere Smart-Home-Geräte mit den Lautsprechern verbinden und dann ebenfalls per Sprachbefehl steuern – ein kurzes „Alexa, Licht orange“ bringt romantische Abendsonne in dein Wohnzimmer. Doch was genau versteht man nun unter dem Begriff „Smart Home“ und wo lässt sich die Hausautomatisierung sinnvoll einsetzen?

Smart Home – Was ist das überhaupt?

Als Smart Home bezeichnet man einen Haushalt, in dem verschiedene technische Geräte zu einem Netzwerk zusammengeschaltet sind, miteinander kommunizieren und zentral – beispielsweise über ein Smartphone – gesteuert werden. Viele Abläufe des Alltags lassen sich durch diese Automatisierung optimieren und an die eigene Zeitplanung anpassen. Beispielsweise die Steuerung der Heizung: Mit einer intelligenten Heizungssteuerung kannst du unterwegs per Smartphone einstellen, wann der Heizkörper seinen Dienst verrichten soll. Das spart natürlich Energie und dadurch auch Nebenkosten.

Die smarte Steuerung von Haushaltsgeräten nimmt uns also lästige Alltagsaufgaben ab und gibt dir die Möglichkeit, deine Wohnung noch besser an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Wie wäre mit einer Lichtsteuerung, die Farbtemperaturen je nach Tageszeit anpasst und Lampen automatisch einschaltet, sobald sich die Haustür öffnet? Alles kein Problem mehr. Das „Internet der Dinge“ macht es möglich. Heute besitzen immer mehr Geräte die Fähigkeit, sich mit anderen Geräten zu vernetzten und zusammenzuarbeiten. Da die Gegenstände innerhalb des Verbundes eine bestimmte Rolle spielen, bekommen die sie auch zum ersten Mal eine eigene Identität.

Eine Lampe ist nicht mehr nur Lichtspender, sondern gleichzeitig Sender und Empfänger von Informationen in einem übergeordneten Netzwerk. Die Kommunikation geschieht dabei meist über Funk, Bluetooth oder WLAN. Ein beliebter Funkstandard ist „ZigBee“, dessen Reichweite zwischen 10 und 100 Metern liegt. Doch warum benutzt man nicht immer WLAN? Das bekannte Funknetz mag bei der Internet-Übertragung Standard sein, doch für die Vernetzung im Smart Home eignet es sich weniger. ZigBee überzeugt mit besserer Energie-Effizienz und höherer Flexibilität. Im Gegensatz zu WLAN kommunizieren die Geräte nämlich nur dann, wenn sie auch wirklich angesprochen werden.

Automatisiertes Zuhause

Mit dem Google home auf dem Weg zum smarten Zuhause.

Was sind die Anwendungsmöglichkeiten eines Smart Home?

Du bist neugierig geworden und kannst es kaum erwarten, deine Haushaltsgeräte miteinander zu verbinden? Aber die Einsatz-Möglichkeiten sind dir noch nicht wirklich klar? Keine Sorge, wir bringen Licht ins Dunkel. In diesem Abschnitt stellen wir ein paar sinnvolle Anwendungsgebiete für Smart-Home-Produkte vor und erklären, wie du die Technik voll ausreizen kannst. Anbei gibt es auch immer ein Produktvorschlag.

Individuelle Heizungssteuerung

Im Winter bleibt die Heizung meistens voll aufgedreht, auch wenn du gar nicht zu Hause bist. Das treibt nicht nur die Nebenkosten in die Höhe, sondern ist auch pure Energie-Verschwendung. Die Lösung: intelligente Heizkörper-Thermostate. Einmal angebracht, regelst du unterwegs via Smartphone-App, wann die Heizung anspringen soll. Wer es noch bequemer mag, erstellt über die App einfach einen Heizplan und muss sich anschließend um nichts mehr kümmern: Energiesparen leicht gemacht!

Die Produkte einiger Hersteller bieten darüber hinaus noch weitere interessante Features. Das Thermostat des Münchner Start-ups tado° analysiert beispielsweise dein Heizverhalten und passt sich deinen Gewohnheiten an. Dank Geofencing erkennt das Gerät sogar, wenn du das Haus verlässt und regelt die Heizleistung entsprechend. Das soll bis zu 30% Heizkosten einsparen. Die neuste Version des Thermostats ist auch mit Apple HomeKit, Amazon Echo und Google Home kompatibel und lässt sich bequem per Sprachbefehl bedienen.

Smarte Beleuchtung: 16 Millionen Farben für deine Stimmung

Licht hat einen entscheiden Einfluss auf unser Wohlbefinden. Warme Farben wirken bekanntlich beruhigend, kühles Licht macht uns eher wach. Niemand möchte beispielsweise unter den harten Strahlen einer Neonröhre aufwachen, sondern eher im gelb-goldenen Glanz der Morgensonne. Intelligente Beleuchtungssysteme helfen uns dabei, die heimischen Lichtverhältnisse an den biologischen Tagesrhythmus anzupassen. So bietet der niederländische Elektronik-Hersteller Philips mit Philips Hue ein breites Spektrum an LED-Glühbirnen, die neben verschiedenen Weißtönen auch bis zu 16 Millionen Farben wiedergeben können. Farbton und Intensität regelst du entweder per App, Funkschalter oder sogar über Sprachbefehle, sofern das Philips System mit Amazon Echo, Google Home oder Apple HomeKit vernetzt ist. Dank des Funkstandards ZigBee ist die Kompatibilität zu einer Vielzahl an Smart-Home-Komponenten anderer Hersteller gewährleistet. Eine Idee: Verbinde die LED-Lampen mit einem smarten Lautsprecher-System wie der Sonos One und weise unterschiedlichen Tracks und Playlists individuelle Farbtöne zu. Damit erschaffst du einzigartige Stimmungen für jede Lebenslage.

Sicherheit: Langfinger haben keine Chance

Türschlösser, die sich mit Bluetooth verriegeln lassen; Überwachungs-Sensoren im Blumentopf: James Bond würde sich damit auf jeden Fall wohlfühlen. Mittlerweile gibt es einige Sicherheitssysteme auf dem Markt, die dank modernster Überwachungstechnik und dem Einsatz von Sensoren das heimische Wohnzimmer in eine uneinnehmbare Festung verwandeln. Per Smartphone-App erfährst du, ob ein Fenster geöffnet wurde, welche Temperatur gerade in der Wohnung herrscht oder ob sich etwas in der Küche bewegt.

Dir liegt die Sicherheit deiner vier Wände am Herzen? Dann empfiehlt sich ein Sicherheitssystem wie das Canary All-in-One Paket. Mit an Bord ist eine 1080p Überwachungskamera, ein Mikrofon, eine 90dB laute Sirene sowie die Raumklima-Überwachung. Die verschiedenen Halterungen ermöglichen eine sorgenfreie Montage in jeder Wohnsituation. Das Gerät erkennt, dank Geofencing, wenn du das Haus verlässt und aktiviert anschließend de Bewegungsmelder. Volle Kontrolle hast du unterwegs über die App. Auf Arbeit kurz schauen, ob der Hund wieder auf der Couch fläzt? Kein Problem. Und leistest du dir die neueste Version der Canary All-in-One, kontrollierst du den kleinen Überwacher dank Google Assistent sogar über Sprachbefehle. Sicherheit kann also auch Spaß machen.

Multimedia & Entertainment

„Alexa, spiel meine Gute-Laune-Playlist“ – Für viele ist der Begriff Smart Home eng verbunden mit Lifestyle- und Entertainment-Produkten wie Lautsprecher, TVs und natürlich Smartphones. Smarte Fernsehgeräte, unter anderem vom koreanischen Produzenten Samsung, gibt es zwar schon etwas länger, jedoch mangelte es in der Vergangenheit noch an Vernetzungsoptionen. Das sieht heute schon ganz anders aus. Bluetooth-Lautsprecher wie der Amazon Echo, Apple HomePod oder Google Home lassen sich vielseitig mit anderen Elektronik-Geräten verbinden und bequem per Sprachbefehl steuern.

Kinofeeling gefällig? Dann bitte Siri, Alexa und Co doch einfach, die Beleuchtung zu dimmen, sobald ein Film läuft. Morgens Duschen ohne deine Lieblingstracks kommt für dich gar nicht in die Tüte? Keine Sorge, darauf musst du nicht verzichten. Multiroom-Lautsprecher wie die Sonos One sorgen auch im Bad für eine ausgelassene Party-Stimmung. Mit jedem Update wird der Pool an Sprachbefehlen erweitert und die Sprachassistenten können immer spezifischere Aufgaben erfüllen. Mittlerweile gibt Siri Auskunft über das Wetter, regelt deinen Terminkalender und merkt sich deine Lieblingssongs. Frag Alexa nach einem Witz und sie erzählt dir ihren neusten Schenkelklopfer. So ist die Vernetzung des Haushalts nicht nur mit Spaß verbunden, sondern läuft auch intuitiver ab.

Smart home für alle!

Steuere dein Smart home über verschiedene Devices

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Wer seinen Haushalt vernetzen möchte, muss beim Kauf darauf achten, dass die Geräte auch kompatibel sind. Wie bereits erwähnt, kommunizieren Smart-Home-Komponenten über verschiedene Wege: Meist über Funk, WLAN oder Bluetooth. Doch nicht immer werden alle Übertragungsstandards implementiert. Einige Hersteller setzen sogar auf ein eigenes Übertragungsprotokoll. Das Unternehmen eQ-3 beispielsweise bietet mit HomeMatic ein geschlossenes System an, das nur die eigenen Produkte bzw. Geräte von Partner-Herstellern unterstützt. Durch diese Abkapselung kann sich der Produzent zwar viel besser auf die Optimierung und den Support der eigenen Komponenten konzentrieren.

Auf der anderen Seite jedoch bindet es den Nutzer an die Marke und schränkt die Auswahl deutlich ein. Der Trend geht mittlerweile aber hin zu offenen Systemen, welche die Einbindung anderer Geräte erlauben. Als Kunde hat man dann die Wahl, sich für ein einheitliches Smart-Home-System zu entscheiden oder lieber einzelne Produkte diverser Marken, sogenannte Stand-Alone-Geräte, nach und nach zu integrieren. Einheitliche Systeme wie das Apple HomeKit haben den Vorteil, dass du alle kompatiblen Geräte mit nur einer App regeln musst. Denn mit immer mehr Komponenten wächst nicht nur das eigene Smart Home, sondern auch die Anzahl an Apps zur Steuerung des Ganzen.

Die Vernetzung von Stand-Alone-Geräte unterschiedlicher Hersteller ist natürlich auch möglich, jedoch empfiehlt sich dafür ein sogenannter Hub, der als Schaltzentrale fungiert und den du per Smartphone bedienst. Kompatibilität hat mittlerweile Priorität. Besonders die Sprachassistenten der Internet-Giganten Google, Apple und Amazon finden sich in immer mehr Smart-Home-Produkten. Das kommt einer offenen Vernetzung zugute und macht die Bedienung bequemer. Und darum geht es schließlich: die Optimierung der eigenen Wohnsituation. Wenn du also ein paar Dinge beachtest, steht deinem Smart Home nichts mehr im Wege.