Trau dich und mach es bunt!

Wohnen mit Farbe: die schönsten Ideen für deine Wandgestaltung

Die eigenen vier Wände: Unsere ganz persönliche Insel im Alltag. Der Ort, wo wir in Jogginghose immer richtig angezogen sind. Und die Räume, die uns Geborgenheit schenken. Grund genug, es sich zu Hause so richtig gemütlich zu machen. Dabei geht es nicht nur um schöne Möbel – das Ambiente steht auch in einem direkten Verhältnis zur Farbgestaltung der Zimmer. Wohnen mit Farben erfordert eine Portion Mut, aber lohnt sich. Denn: Wandgestaltung macht Spaß und verwandelt dein Zuhause in deine ganz persönliche Wohlfühloase.

Individuelle Wandgestaltung: Welche Farbe für welches Zimmer?

Den eigenen vier Wänden mehr Persönlichkeit verleihen: Wer sich Gedanken rund um die Interior-Gestaltung macht, denkt in den meisten Fällen zuerst an die passenden Möbel. Ohne Frage: Die Einrichtungsstücke haben einen großen Einfluss auf die Wirkung der Wohnumgebung. Und doch machen sie nur einen Teil des Gesamtbildes eben dieser aus.

Neben dem Grundriss – also dem Schnitt – der Wohnung trägt auch der Anstrich der einzelnen Räume zum Ambiente bei. Kein Wunder also, dass Innenarchitekten zuerst Raum- und Farbkonzepte erarbeiten, bevor schließlich die Detailplanung ansteht.

Das Farbkonzept nimmt dabei das große Ganze in den Fokus. Es geht nicht alleine um die Wandgestaltung, sondern auch um die Nuancen des Fußbodens, der Textilien im Raum und der Möbel. Gelungen ist ein Konzept vor allem dann, wenn es einen persönlichen Stil widerspiegelt. Das heißt: Das Nonplusultra in Sachen Farbe gibt es nicht. Denn nichts ist so individuell wie das Ästhetik-Empfinden.

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Farben bestimmen deine eigene Stimmung. Überlege gut, welche Farbe in welches Zimmer kommt.

Traumkombis: Diese Farben harmonieren besonders gut

Auch wenn die Geschmäcker verschieden sind, gibt es doch einige Farbnuancen, die besonders gut zusammenpassen – auch wenn sie von krassen Gegensätzen gekennzeichnet sind. Das ist zum Beispiel bei Komplementärfarben der Fall. Diese liegen auf dem Farbkreis genau gegenüber und zeichnen gelungene Kontraste. Beispiele dafür sind:

  • Blau und Orange
  • Rot und Grün

Eine besonders harmonische Wirkung erzielen Nuancen, die im Farbkreis aneinandergrenzen. So zum Beispiel Rot, Orange und Gelb bzw. jeweils Mischvarianten davon. Diese Farbtöne markieren einen zarten Ton-in-Ton-Übergang, der sich beispielsweise durch Wischtechniken (passendes Equipment gibt es bei Obi) noch weicher gestalten lässt.

Wie groß ist der Raum?

Auch solltest du bei der Farbwahl die Dimensionen der Räume im Blick behalten. Nicht immer sind kräftige Farbtöne die richtige Wahl, ziehen sie doch die Aufmerksamkeit auf sich und zeigen im wahrsten Sinne des Wortes Präsenz. Das kann in einem kleinen Zimmer schnell überladen wirken.

Gleiches gilt für Weiß: Zwar ist diese „Nicht-Farbe“ neutral. Erstrahlt jedoch ein hohes Zimmer komplett weiß, geht damit vielleicht ein klinisch-kaltes Ambiente einher. Das wirkt nicht unbedingt einladend.

Farbkonzept vorbereiten: so geht’s

Wie also am besten vorgehen, um ein stimmiges Farbkonzept für jedes Zimmer zu entwickeln? Sei zunächst ehrlich mit dir selbst: Wie viel Farbe ist gut für dich und dein Zuhause? Das variiert von Typ zu Typ – und das ist auch gut so. Willst du dich langsam ans Thema Wandfarbe herantasten, arbeite zunächst mit Akzenten an einer einzelnen Wand. Um auszuloten, wie die Wandgestaltung aussehen könnte, gilt der Blick danach dem Raum selbst:

  • Wie groß ist er?
  • Wie hell ist das Zimmer und gibt es Fenster?
  • Sind hohe Decken vorhanden?

Führe dir nun vor Augen, wie der Raum als Gesamtes wirken soll. Hell und freundlich? Gemütlich? Beruhigend? Willst du durch die Farbe eine produktive Atmosphäre schaffen?

Überlege dann, worauf du den Fokus im jeweiligen Zimmer setzen möchtest. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. In der Küche eignet sich beispielsweise die Küchenzeile gut für Akzente. Im Wohnzimmer lässt sich die große, freie Wand gut nutzen, um das angrenzende Sofa ins rechte Licht zu rücken. An dieser Stelle stellt sich die Frage, welche anderen Farben bereits vorhanden sind. Zum Beispiel in Sachen Mobiliar, Teppiche oder Vorhänge. Heimtextilien lassen sich dabei leichter austauschen und ersetzen als beispielsweise der schwere Massivholzschrank.

Die Vorstellung ist das eine, das andere ist aber das real existierende Konzept. Kombiniere Farbkarten (gibt es zum Beispiel bei Hellweg) und Muster von Stoff, Bodenbelag und Co. So erhältst du schon im Kleinen einen ersten Eindruck davon, wie deine Farbkombination wirkt. Überzeugt sie dich? Gut so: Dann kann das Projekt Wandgestaltung losgehen!

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Mit warmen Goldtönen bringst du Behaglichkeit in deine Wohnung.

Traumhaft schön: Wandgestaltung im Schlafzimmer

Genug zur Theorie – jetzt geht es um handfeste Tipps und Tricks. Inspirationen rund um Wandgestaltung und Farbkonzepte gibt es auf Instagram und Pinterest zuhauf. Bist du also noch offen für Ideen, lohnt sich ein Blick in die sozialen Netzwerke auf jeden Fall. Hashtags, mit denen du auf kreative Konzepte triffst, sind unter anderem #farbkonzept, #farbräume, #farbberatung oder #farbschema. Es bietet sich auch an, gezielt nach den jeweiligen Räumen zu suchen, die du farblich gestalten willst.

Türkise oder kühle Blautöne erscheinen auf den ersten Blick extrem und extravagant. Sie tragen aber dazu bei, einen Raum optisch zu vergrößern und wirken außerdem entspannend. Sie sind somit die ideale Wahl für das Schlafzimmer! Darf es auffällig zugehen, bietet es sich hier an, mit einer Komplementärfarbe zu arbeiten. Beispielsweise mit einem warmen Beigeton, dem eine orange Note innewohnt. So harmoniert eine blaue Wand beispielsweise wunderbar mit einem Holzbett, das aus Eichenholz gearbeitet ist. Eine auffällig andere Kombi!

Eine andere Möglichkeit, um das Schlafzimmer in einen Eyecatcher zu verwandeln: Streiche die Wand, an die das Bett angrenzt, im selben Farbton wie das Bett. So scheinen Schlafstätte und Wandgestaltung nahtlos ineinander überzugehen.

Die Küche individualisieren: So geht’s

In der Küche bietet sich oft wenig Gelegenheit, die Wände zu personalisieren. Das ist dann der Fall, wenn sich hinter der Arbeitsfläche ein Fliesenspiegel verbirgt. Dieser lässt sich logischerweise nicht streichen (aber zum Beispiel mit Stickern personalisieren). Ist die Einrichtung – Schränke, Küchengeräte und Co. – dann noch dicht gedrängt, erweist es sich als sinnvoll, die wenige freie Wandfläche weiß zu lassen bzw. in einem neutralen Farbton zu streichen.

Gehen Küche und der Wohn- und Essbereich jedoch fließend ineinander über, kannst du tiefer in den Farbtopf greifen. Hier bieten sich besonders kräftige, belebende Farbtöne an. Zum Beispiel ein frisches Grün oder ein knalliges Rot. Gerade dann, wenn die Räume in Richtung Norden oder Osten ausgerichtet sind und so naturbedingt weniger Sonnenlicht einfangen, lässt sich so eine warme Atmosphäre zaubern.

Wandgestaltung im Wohnzimmer: dramatisch oder neutral?

Dunkle Wandfarbe schafft dramatische Akzente – und sollte deshalb nur sparsam eingesetzt werden. Streichst du mehrere Wände in einem intensiven Grau, wirkt das meistens überladen. Akzentuierst du hingegen eine einzelne Wand – am besten die gegenüber der Fensterfront – mit einem kräftigen, dunklen Farbton, sorgt das für atemberaubende Effekte. Egal ob Grau, Bordeaux oder Moosgrün.

Wer es im Wohnzimmer lieber zurückhaltend mag, greift zu Creme- und Beigetönen. Eine Alternative dazu sind helle Grautöne, die einen Hauch von Farbe versprechen, sich aber dezent im Hintergrund halten. Ein besonderer Blickfang kann auch eine Bordüre sein. Hier ist aber sauberes Abkleben Pflicht, denn sonst erwartet dich eine böse Überraschung, nachdem du das Krepp-Band von der Wand entfernt hast.

Frisch und fröhlich: die Wandfarbe(n) im Kinderzimmer

Im Reich der Kids darf es durchaus farbiger zugehen. Wer Abstand von den typischen Rosa- und Hellblau-Tönen nehmen möchte, wählt ein freundliches, aber kräftiges Orange. Gerade im Kinderzimmer bieten sich natürlich auch Motivwände an. Orange, Gelb und Grün kombiniert sorgt im Handumdrehen für eine coole Dschungel-Atmosphäre – genau die richtige Kulisse für Giraffen, Elefanten und freundliche Löwen. Die lassen sich entweder als fertige Wandsticker kaufen oder an die Wand malen.

Zarte Grün- und Grautöne harmonieren ebenfalls besonders gut. Der Clou: Diese Farbgestaltung kann sich bereits im Babyzimmer sehen lassen, passt aber auch noch, wenn die lieben Kleinen langsam größer werden.