Sag dem Dreck den Kampf an.

5 Tipps für ein Leben ohne Müll: Zero Waste

Laut WWF bestehen drei Viertel des Mülls im Meer aus Plastik – ganz schön heftig, vor allem, wenn man bedenkt, dass eine Plastikflasche erst nach etwa 450 Jahren zerfällt. Wir verraten dir, wie du mit fünf einfachen Tipps erste Schritte in Richtung „Zero Waste“ und ein Leben ohne Müll gehen kannst.

Tipp 1: Plastikfrei leben in der Küche

Wo im Haus am meisten Plastik anfällt? Definitiv in der Küche! Denke nur mal daran, was du so in deinen Schränken hast: Neben in Kunststoff eingepackten Lebensmitteln finden sich hier auch zahlreiche Aufbewahrungsboxen. Auch die sind zumeist aus Plastik gearbeitet. Weiter geht’s in der Besteck-Schublade bzw. im Küchenschrank: Von Pfannenwender über Sieb bis hin zur praktischen Salatschüssel, die in der Spülmaschine schön sauber wird. Es gibt wirklich viele Dinge, die aus Kunststoff gearbeitet sind. Da sind aber durchaus Alternativen, beispielsweise Löffel oder Küchen-Tools aus Holz.

Wichtig: Das Prinzip, das sich hinter dem Begriff Zero Waste versteckt, ruht auf dem Grundgedanken der Nachhaltigkeit. Alles auf einmal auszumisten und wegzuwerfen muss gar nicht sein. Vielmehr bietet es sich an, nach und nach umzustellen – beispielsweise, wenn du ohnehin etwas wegwerfen musst, das ausgedient hat.

In der Küche einen ersten Schritt in Richtung Zero Waste zu gehen, fängt schon beim Einkaufen an. Verpackte Lebensmittel kannst du, weitestgehend vermeiden, zum Beispiel so:

  1. Im Supermarkt umsichtig sein: Der eingeschweißte Eisbergsalat oder doch der Salatkopf auf der Kiste? Verpacktes Fleisch oder Produkte vom Metzger? Plastikfrei leben und einkaufen muss nicht unbedingt teurer sein, sondern ist auch im Supermarkt deiner Wahl möglich.
  2. Auf dem Markt einkaufen: Auf dem Bauernmarkt in deiner Stadt bekommst du nicht nur saisonale Ware, sondern auch Obst und Gemüse, das eben nicht in Plastik verpackt ist. Eine tolle Möglichkeit, um Zero Waste zu leben!
  3. Unverpackt-Läden besuchen: In immer mehr Städten schießen sogenannte Unverpackt-Läden aus dem Boden. Das Prinzip dahinter: Wie ehemals im Tante-Emma-Laden kannst du dein eigenes Gefäß mitnehmen und dir aus großen Gebinden Mehl, Nudeln, Reis und weitere Lebensmittel abfüllen lassen. Auch hier gibt’s keinen Müll.
  4. Beim Direktvermarkter vorbeischauen: Das gleiche Prinzip funktioniert auch beim Direktvermarkter bzw. bei Hofläden: Schüssel einpacken, Lebensmittel abfüllen und Restmüll vermeiden.

Tipp 2: Ökologisch leben im Haushalt

Egal, ob Küche, Vorratskammer oder Arbeitszimmer: In zahlreichen Wohnungen tummeln sich Aufbewahrungsboxen. Ohne Frage: Sie sind super praktisch – nicht zuletzt, weil sie den Inhalt luftdicht abschließen und vor äußeren Einflüssen schützen. Aber auch hier kannst du auf Plastik verzichten. In der Küche sind Schraubgläser eine tolle Alternative zu klassischen Kunststoffboxen. Im Arbeitszimmer bieten sich Faltkartons an.

Um beim Haushaltsthema zu bleiben: Du hast gekocht und willst das Ganze nun aufbewahren? Storage-Möglichkeiten bieten zum einen Glas- oder Keramikgefäße. Soll das Ganze transportiert werden, sind diese zerbrechlichen Werkstoffe natürlich nicht die erste Wahl. Anstatt nun das gebratene Schnitzel in Alufolie oder Frischhaltefolie zu wickeln, kannst du zu wiederverwertbaren Umschlagtüchern aus Bienenwachs greifen. Brotboxen gibt es schon länger aus Metall – sie sind nur aus der Mode gekommen – auch hier ist Kunststoff kein Muss.

Auch für Putzmittel, das du eigentlich nur in Plastikbehältern kaufen kannst, gibt es plastikfreie und dazu auch noch biologisch abbaubare Alternativen. Ein echter Allrounder ist Natron, das du in der Drogerie oder im Backregal im Supermarkt kaufen kannst. Natron wird erstens in kleinen Papierbeuteln verkauft und hat zweites eine schlagkräftige Wirkung: Es kann Gerüche beseitigen, Festgebranntes aus Pfannen lösen und fungiert in Kombination mit Essig sogar als Rohrreiniger.

Plastikfrei leben lohnt sich

Probleme im Paradies – verunreinigte Meere schaden Umwelt, Tier und Mensch

Tipp 3: Zero Waste im Badezimmer

Gerade im Badezimmer lässt sich Zero Waste sehr einfach umsetzen – denke nur einmal an die vielen Duschgel- und Shampoo-Flaschen sowie die Behältnisse weiterer Kosmetik-Produkte! Starten wir bei der Handseife: Austauschen kannst du den Seifenspender bequem durch ein Stück Seife. Die ist in den meisten Fällen übrigens in Papier eingeschlagen. Magst du auf die flüssige Version nicht verzichten, bietet es sich an, zumindest immer wieder Nachfüllpackungen zu kaufen – somit musst du den Seifenspender nicht immer wieder aufs Neue austauschen. Es gibt außerdem Haar- und Körperseifen, die ebenfalls ohne Plastikflaschen auskommen – und oftmals auch noch ziemlich gut (und natürlich) riechen. Ausprobieren lohnt sich!

Bereits unsere Großeltern haben es gewusst: Haarbürsten aus Holz und anderen Naturmaterialien können so einiges. Back to the roots: Hat die Plastikbürste ausgedient, kannst du eine Zero-Waste-Alternative anschaffen. Auch Zahnbürsten gibt es aus Holz oder Bambus – vielleicht ist das ja auch etwas für dich?

Und wieder etwas aus Großmutters Trick-Kiste: Anstelle von einmalig verwendbaren Taschentüchern und Wattepads bieten sich waschbare (Abschmink-)Tücher an. Hier darfst du dann aber hin und wieder wärmer als 30°C waschen – denn schließlich soll es ja gerade im Bad hygienisch zugehen.

Tipp 4: Unterwegs auf Verpackungen verzichten

Kaffee-Fans, aufgepasst: Ein Coffee-to-go geht eigentlich immer – aber auch hier lässt es sich auf Plastik weitestgehend verzichten. Besorg dir einfach einen Mehrwegbecher oder einen Thermobecher mit Deckel, den du im Café deiner Wahl befüllen lassen kannst. Die Bilanz überzeugt: Wenn du auch noch einen Metalllöffel zum Umrühren nutzt, kannst du gleich dreifach Kunststoff sparen:

  1. Becher
  2. Deckel
  3. Stäbchen zum Rühren

Wie erwähnt, sind Lunchboxen aus Edelstahl ebenfalls eine gute Möglichkeit, um Mahlzeiten von zu Hause mitzunehmen – die Plastikbox kannst du also getrost ausmustern!

Apropos, unterwegs: Du bist auf dem Sprung von der Arbeit nach Hause. Jetzt gleich noch einkaufen, dann musst du nicht mehr raus. Gute Idee – aber wie das Einkaufsgut verstauen? Die Politik hat ja schon vorgesorgt: Plastiktüten gibt es nirgendwo mehr umsonst. Damit du dir die 20 Cent für die Tüte und natürlich auch das Plastik sparen kannst, erweisen sich Jutebeutel als absolut praktisch. Falttüten, die du in einem kleinen Fach in der Arbeits- oder Handtasche unterbringst, sind eine gute Möglichkeit, um Eingekauftes zu transportieren.

Tipp: Wenn du es dir zur Routine machst, die Tüte bzw. den Beutel direkt nach dem Gebrauch wieder an den gewohnten Platz zu räumen, hast du ihn wirklich immer dabei. Nichts wäre ärgerlicher, als die Tasche zu Hause liegen zu haben, während du mit vollen Armen an der Kasse stehst.

Tipp 5: Babyglück plastikfrei genießen

Der Nachwuchs hat endlich das Licht der Welt erblickt? Herzlichen Glückwunsch – jetzt beginnt eine besonders innige und intensive Zeit! Während der kleine Sonnenschein wächst und gedeiht, musst du nicht von deiner Zero-Waste-Strategie abweichen. Denn: Das Babyglück lässt sich auch zu einem großen Teil direkt ab der Geburt plastikfrei genießen.

Anstatt zu Einmal-Stilleinlagen zu greifen, bietet es sich an, waschbare und wiederverwendbare Stilleinlagen anzuschaffen. Wie bei den Wattepads gilt: Wasche hier lieber zu heiß als zu kalt – Stichwort: Hygiene! Für Babybrei aus Kunststoffverbund-Beuteln gibt es ebenfalls plastikfreie Alternativen: So zum einen Babygläschen. Wer mag, kann aber auch selbst kochen und somit komplett auf Müll verzichten.

Baby- und Kinderspielzeug aus Plastik ist ebenfalls ersetzbar: Zum Beispiel mit den guten alten Bauklötzchen aus Holz, die bereits die Kinderaugen zahlreicher früherer Generationen zum Strahlen gebracht haben. Oldschool ist also keineswegs altbacken!