Kostenlose Übernachtungen im Urlaub

Couchsurfing – Eine einzigartige Erfahrung

Auf Couchsurfing.com findest du weltweit kostenlose Unterkünfte für deinen nächsten Urlaub. Das globale Netzwerk gibt Reisenden die Möglichkeit, sich zu verbinden, Erfahrungen zu teilen und Freundschaften zu knüpfen. Das Grundprinzip: Vertrauen.

Ich muss ganz ehrlich sein: Wenn jemand frisch aus dem Urlaub kommt und mir als erstes berichtet, wie traumhaft der Pool war, dann verdient die Geschichte ein Augenrollen. Wirklich, das interessanteste Erlebnis deiner Reise hat sich hinter den Mauern des Hotelkomplexes abgespielt? Welche Erfahrungen können das schon gewesen ein? Natürlich verstehe ich, dass jeder einen anderen Anspruch daran stellt, wie der perfekte Urlaub auszusehen hat. Manchmal möchtest du dich einfach um nichts kümmern müssen, entspannende Massagen genießen und die Vorräte der Hotelbar dank deines All-inclusive-Bändchens dezimieren.

Eine Zeit des geistigen Leerlaufs ist keineswegs verkehrt, besonders um den Alltagsstress hinter sich zu lassen. Aber spätestens im nächsten Hotel wiederholt sich das Ganze. Die Szenerie wird austauschbar: Zimmer stets unpersönlich und steril eingerichtet, Unterhaltungen mit anderen Gästen kreisen (wenn überhaupt) um die immer gleichen Themen, Ausflüge erfolgen entlang ausgetrampelter Touri-Pfade. So lernst du das Land, in das du mehrere Stunden geflogen bist, nicht wirklich kennen.

Vom Local zum Freund

Hotels ähneln isolierten Inseln, sie schaffen eine Art „Gated Community“, deren Erkundungsdrang nur bis zur Hotelmauer reicht. Was auf Reisen häufig vernachlässigt wird, ist der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Es findet einfach kein Austausch statt. Die sogenannten Locals bleiben Fremde, obwohl sie potenzielle Freunde werden könnten. So lernst du keine neuen Perspektiven kennen und die Erfahrungen bleiben relativ eindimensional. Und wodurch wird deine Reise dann zu einem einzigartigen Erlebnis?

Ganz einfach: Misch dich unters Volk! Die Einheimischen bringen dir die kulturellen Feinheiten näher, zeigen dir, wo es das leckerste Essen gibt und kennen Orte, die in keinem Reiseführer auftauchen. Erst, wenn man gemeinsam etwas erlebt, entstehen bedeutsame Beziehungen und nachhaltige Erinnerungen. Ist das Vertrauen schließlich groß genug, springt oft sogar ein kostenloser Schlafplatz dabei heraus.

Mit Couchsurfing einfach Leute kennenlernen

Für Casey Fenton, co-founder von Couchsurfing.com, ging es bei seinen Reisen schon immer um die Menschen und das Teilen von Erfahrungen. „[…] when I get to stay with the locals, incredible things happen“, erzählt er in einem Interview. So berichtet er von einer Nacht in Ägypten, in der sein Host vorschlug, spontan auf die Pyramiden zu klettern und im nächsten Moment bereits Helfer für dieses Vorhaben mobilisierte. So etwas passiert dir nicht, wenn du im Radisson einkehrst.

Doch auf Reisen Leute kennenzulernen, die dir kostenlos einen Schlafplatz in ihren privaten vier Wänden anbieten, war damals gar nicht so einfach. Zum einen sind Menschen nicht oft bereit, einer wildfremden Person gänzlich zu vertrauen, zum anderen war die Idee des „Sharings“ damals noch nicht so ausgeprägt wie heute. Vor der Gründung von Couchsurfing im Jahr 2004 gab es also noch kein Netzwerk, um sich darüber auszutauschen und bei einer erfolgten Übernachtung vielleicht sogar Bewertungen für weitere potentielle Gäste zu hinterlassen. Kreativ sein war angesagt.

Eine Idee nimmt Gestalt an

An Kreativität mangelte es Fenton nicht. Damals kauft er vorzugsweise Flugtickets nach dem Zufallsprinzip und lässt sich vom Reiseziel überraschen. Ein Trip führt ihn nach Island. Die Hostels sind ihm jedoch zu teuer, sodass er sich nach einer kostengünstigen Alternative umschaut. Also sucht er im Studenten-Verzeichnis der Universität von Island nach den Kontakt-Informationen der Studenten und schreibt 1.500 Leute per E-Mail an. Die Nachricht enthält ein paar Zeilen über seine Person, seine Philosophie und das Projekt Couchsurfing sowie die Bitte um einen kostenlosen Schlafplatz. Die Resonanz fällt überraschend positiv aus: Fenton erhält fast 100 Antworten und hat nun das Problem, sich für einen Host zu entscheiden – die ersten Mitglieder sind gefunden. Anfangs bleibt der Club jedoch noch privat und nicht jeder darf ungefragt mitmachen. Doch als die Mitgliederzahl die 100er-Marke übersteigt, beschließen Fenton und die anderen Gründer, das Projekt 2004 öffentlich zu machen.

Wie funktioniert Couchsurfing?

Günstiger Urlaub dank Couchsurfing

Couchsurfing ist mehr als nur ein kostenloser Schlafplatz

Heute hat die Couchsurfing-Gemeinschaft bereits über 10 Millionen Mitglieder. Das damals private Projekt ist mittlerweile zu einem Global Player der sogenannten „Sharing Economy“ geworden. Die Werte haben sich seit den Anfängen jedoch nicht geändert. Es geht darum, Menschen zusammenzubringen und bedeutungsvolle Beziehungen aufzubauen. Das Projekt geht weit über einen kostenlosen Schlafplatz hinaus. Vielmehr wurde hierbei eine Gemeinschaft geschaffen, in der Vertrauen und Menschlichkeit das Miteinander bestimmen. Anders als bei Airbnb, Hotels oder Hostels bist du als Gastgeber nicht nur ein Fremder, sondern eine Ansprechperson, ein Guide oder sogar Freund für die Reisenden.

Als Reisender kann ich mich darauf verlassen, dass egal wo ich couchsurfe, dieselben Grundprinzipien herrschen. Zusammen entdeckt man die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven, teilt Erfahrungen und lernt neue Sichtweisen kennen. Ob Island oder Chile, Berlin oder Tokio: du wirst so gut wie überall Couchsurfer finden, die dir einen kostenlosen Schlafplatz anbieten oder deine Reise in ein unvergessliches Erlebnis verwandeln.

Wie funktioniert das mit dem Couchsurfing?

Hat dich die Reiselust gepackt und du möchtest couchsurfen unbedingt mal ausprobieren? Dann gibt es jetzt einen Überblick darüber, wie du dir einen Schlafplatz organisierst und was dabei für dich als Gast alles zu beachten ist.

Fürs Couchsurfing anmelden

Bevor du überhaupt mit den Leuten in Kontakt treten kannst, musst du Teil der Community werden. Die Anmeldung erfolgt über die Homepage. Klicke auf „Teilnehmen“, trage deine Kontaktdaten wahrheitsgemäß ein und warte auf die Bestätigung. Anschließend kannst entscheiden, ob du deine Adresse und Handynummer verifizieren lassen möchtest. Als verifiziertes Mitglied profitierst du von einer werbefreien Website sowie App, schaffst mehr Vertrauen bei anderen Mitgliedern und dein Profil wird in den Suchergebnissen hervorgehoben.

Wenn alles geklappt hat, kannst nun angeben, ob du Host, Gast (Surfer) oder beides sein möchtest. Mittlerweile ist es nicht mehr notwendig, Host zu sein, um bei anderen Leuten übernachten zu dürfen. Jedoch widerspricht es natürlich irgendwie dem Grundsatz des Couchsurfens, wenn du selbst keinen Schlafplatz anbietest. Schließlich bringen dir andere Mitglieder auch Vertrauen entgegen – und genau darum geht es ja am Ende.

Dein Profil

Deine Profil-Seite ist das Erste, was andere Couchsurfer auschecken, wenn sie mit dir in Kontakt treten. Also pflege dein Profil gut, damit andere einen authentischen Eindruck von dir bekommen. Aber bitte denk daran: Das soll keine Bewerbung werden! Ein kurzer Text über dich, deine Erfahrungen und deine Lebensweise reicht völlig aus. Die Nutzer legen viel Wert auf Erfahrungsberichte und Bewertungen – beides erzeugt das notwendige Vertrauen. Deshalb sind alle Bewertungen auf deinem Profil einsehbar. Du möchtest schließlich auch wissen, ob dein nächster Schlafplatz sicher ist oder dein Host seltsame Hobbys im Keller auslebt. Je mehr positives Feedback du erhältst, desto weniger Absagen bekommst du.

Die Absprache

Wenn dein Profil steht, ist der nächste Schritt die Kontaktaufnahme. Nachdem du Ort sowie Zeitraum ausgewählt hast, werden dir die verfügbaren Gastgeber angezeigt. Über deren Profile kannst du dir ein Bild davon machen, bei wem du am liebsten unterkommen würdest. Wähle einen Host aus und schreibe ihm einfach eine Nachricht. In der Regel erhältst du zeitnah eine Antwort. Die Einzelheiten könnt ihr dann in der weiteren Kommunikation besprechen. So einfach geht’s.

Couchsurfen für eine bessere Welt

Casey Fenton und die anderen Mitbegründer haben mit Couchsurfing das vielleicht größte Vertrauensexperiment ins Leben gerufen, das wir heute kennen. Aus einer Idee ist ein weltweites Netzwerk mit über 10 Millionen Mitgliedern gewachsen; eine Gemeinschaft, in der Vertrauen, Toleranz und Offenheit nicht nur die Grundwerte ausmachen, sondern auch für den Erfolg des Projekts verantwortlich sind. Natürlich darf man nicht vergessen, dass es für viele primär um den Spaß am Reisen geht. Couchsurfer treffen gerne neue Leute und leben in vielen Fällen vorzugsweise low-budget, da kommt ein kostenloser Schlafplatz natürlich sehr gelegen. Doch dieses Beispiel aus der „Sharing Economy“ zeigt uns auch, wie gegenseitiges Vertrauen die Welt ein kleines bisschen besser machen kann.