Mach deine Leidenschaft zum Beruf!

Hast Du das Zeug zum Reiseblogger?

Traumstrände, fremde Kulturen, aufregende Abenteuer: Travel-Blogger haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, reisen das ganze Jahr um die Welt und werden auch noch dafür bezahlt. Doch kann man davon leben? Und wie hart ist der Job eigentlich wirklich? Wir verraten dir, wie du deinen eigenen Reiseblog startest und richtiger Reiseblogger wirst.

Irgendwann ist er da, der Tag des Rückflugs. Es wird Zeit nach Hause zu fliegen, wenn auch schweren Herzens. Schon am Gate des Flughafens holt dich die Realität meistens wieder ein. Das dröhnende Wummern der Triebwerke gibt dir zu verstehen, dass der Urlaub nun vorbei ist und der Alltag ruft. Jetzt geht es wieder darum, Geld für die nächste Reise zu sparen.

Dieser Lebensrhythmus ist sicher den meisten bekannt: Arbeiten für den Traumurlaub. Doch warum nicht mal den Spieß umdrehen und mit dem Reisen Geld verdienen? Das klingt für dich nach einem Traum-Job? Dann ist ein Reiseblog womöglich genau das Richtige für dich! Als Reiseblogger machst du deine Leidenschaft zum Beruf, erkundest exotische Orte rund um den Globus und lässt dich für deine Berichte bezahlen.

Damit dein Travel-Blog voll durchstarten kann, gibt es jedoch einige Dinge, die du vorab wissen solltest. Deshalb möchten wir auf bekannte Fragen eingehen wie: „Was macht ein Reiseblogger überhaupt?“, „Wie finanziere ich meinen Reiseblog?“ oder „Mit welchen Kosten muss ich rechnen?“. Los geht’s!

Reisen und arbeiten in einem

Reise-Blogger entdecken und erleben viel, arbeiten dafür aber auch umso härter.

Was macht ein Reiseblogger?

Als Travel-Blogger bist du ständig unterwegs, um ferne Länder zu bereisen und das Leben und die Kulturen an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt kennenzulernen. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollst du allerdings nicht für dich behalten, sondern auch anderen Menschen zugänglich machen. Deshalb landen deine Reise-Erlebnisse in deinem Blog.

Mit deinen Berichten informierst du andere Reiselustige zum einen über oberflächliche Themen wie Kosten, Sehenswürdigkeiten oder Nachtleben. Zum anderen suchst du dir auf deinen Reisen aber auch eigenständig Geschichten, stellst Schicksale, Menschen oder besondere Orte in den Mittelpunkt deiner Erzählungen und zeigst deine Destinationen dadurch aus einem individuellen Blickwinkel. Genau das ist es, was Menschen lesen möchten und wodurch der Wunsch wächst, ein Land zu bereisen.

Durch persönliche Artikel gibst du natürlich auch viel über dein eigenes Leben preis. Deine Leser wollen wissen, wer du bist und was für dich im Leben zählt – erst dann kann man sich mit dir identifizieren. Daher enthalten die meisten Reiseblogs auch eine Rubrik, in der es darum geht, wie man selbst zum Reiseblogger wurde. Ein schönes Beispiel ist die Seite von Pink Compass.
Je mehr Leser und Follower dein Blog hat, desto mehr Geld lässt sich damit verdienen, da sich mit einem größeren Einflussbereich potenziell mehr Werbepartner ins Boot holen lassen. Sei auf unterschiedlichen Plattformen aktiv, um deine Leserschaft zu maximieren – besonders auf Instagram, Pinterest und Facebook. Jeder Reiseblog hat mal klein angefangen, und es braucht Zeit, eine eigene Community aufzubauen. Geduld ist angesagt, damit dein Travel-Blog ein Erfolg wird. Wichtig: Mach nicht alles für Geld! Selektiere, worüber Du berichten möchtest, welche Länder oder Themen dich interessieren und somit auch, welche Kooperationen du eingehst – nur dann ist die Authentizität gewahrt.

Wie werde ich Reiseblogger?

Im Grunde kann natürlich jeder einen Reiseblog starten. Reiselustig, offen und neugierig solltest du auf jeden Fall sein, aber das versteht sich wohl von selbst. Es gehört aber auch eine große Portion Mut dazu, sein geregeltes Leben aufzugeben und zukünftig mit dem Reisen sein Geld verdienen zu wollen. Schließlich verzichtet man als freiberuflicher Weltenbummler auf die finanzielle Sicherheit, die einem ein „normaler“ Job bietet. Kündige also nicht unbedingt von heute auf morgen, sondern begib dich besser schrittweise vom alten Leben ins neue.

Ganz wichtig ist auch das Durchhaltevermögen: Du musst Dich als Reiseblogger „auf dem Markt“ erst beweisen und zeigen, welche Leidenschaft in dir schlummert. Nur dann nehmen die Leser dich ernst und zeigen echtes Interesse. Von Kooperationspartnern ganz zu schweigen – diese findest du ohnehin erst ab einer gewissen Reichweite.

Tatsächlich ist ein Reiseblog ist mit sehr viel Arbeit verbunden und verlangt ein paar Fähigkeiten, die du dir womöglich noch aneignen musst. Wie sieht es beispielsweise mit deinen redaktionellen Fähigkeiten aus, kannst du mitreißende und ansprechende Texte verfassen? Hast du bereits einen Blog oder muss dieser vielleicht erst aufgesetzt werden? Kannst du fotografieren oder Videos bearbeiten? Das sind einige der Dinge, die über den Erfolg eines Reiseblogs entscheiden. Grundkenntnisse sind die Voraussetzung, alles Weitere ist in gewissem Maße sicher auch learning by doing.

Reisen und Geld verdienen

Wer seinen eigenen Reise-Blog führen möchte, der braucht vor allem eines: Durchhaltevermögen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Wie viel Geld du im Monat ausgibst, hängt zum einen von deinen Ansprüchen ab, zum anderen natürlich auch vom Land bzw. der Stadt, das oder die du bereist. Auf Bali kannst du bereits für ein paar Euro eine Unterkunft direkt am Traumstrand ergattern, wohingegen du für ein Bier in Schweden beinahe einen Kredit aufnehmen musst. Aber auch das Equipment für den Reiseblog muss natürlich bezahlt werden. Welche Kostenfaktoren (ungeachtet möglicher Kooperationen) auf dich zukommen, haben wir für dich zusammengesammelt:

    • Anreise und Mobilität vor Ort

      In den meisten Fällen sind die Tickets für Flug deine Flüge und den Transport vor Ort das teuerste auf der Reise. Websites wie Skyscanner oder momondo helfen dir jedoch dabei, stets das günstigste Angebot zu finden. Innerhalb eines Landes bieten sich die öffentlichen Verkehrsmittel an. Bus und Bahn bringen dich meist für wenig Geld auch in die abgeschiedensten Orte.

    • Authentisch wohnen

      Die Wahl der Unterkunft hängt nicht nur von deinem Geldbeutel ab, sondern auch von dem, was du als Reiseblogger verkörpern willst. Möchtest du deinen Lesern zeigen, wie man low-budget durch Vietnam tourt, ist es natürlich unangebracht, in einem Sterne-Hotel zu nächtigen. Bleib also authentisch und reise so, wie du es normalerweise auch tun würdest – schließlich sind die Leser an deinem persönlichen Reisestil interessiert. Behalte dabei nicht nur Hotels und Hostels im Blick, sondern denke auch an Wohnungs-Taschbörsen, Couchsurfing oder AirBnb!

    • Dein Aushängeschild

      Die Kosten für einen eigenen Blog und den damit verbundenen Webspace sind zum Beispiel bei WordPress sehr gering. Zwar gibt es auch hier Standard-Templates, die du einfach auswählen kannst, allerdings solltest du dich lieber für eine individuellere Lösung entschieden. Schließlich beugt dies auch der Verwechslungsgefahr mit anderen Reisebloggern vor. Mit ein bisschen Recherche-Arbeit findest du zahlreiche Plattformen und Shops, wie zum Beispiel Elmastudio, über welche du im Handumdrehen und ohne große Programmier-Fähigkeiten an ein hübsches Layout kommst. Ansonsten findet sich sicher jemand in deinem Bekanntenkreis, der dir zum Freundschaftspreis etwas ganz Eigenes zaubert.

    • Mehr als nur Schnappschüsse

      Spannende Urlaubsfotos lassen deinen Reiseblog nicht nur hochwertiger aussehen, sondern geben den Lesern auch das Gefühl, bei der Reise live dabei gewesen zu sein. Smartphone-Kameras werden zwar immer besser, doch der atemberaubende Sonnenaufgang in den Bergen macht mit einer vernünftigen Kompakt- oder Systemkamera schon mehr her. Preislich sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt, aber für 500€ findest du bereits ein ordentliches Modell von Nikon, Canon oder Sony, für das du kein Kameratechnik-Studium absolvieren musst.

    • Dein Arbeitsplatz

      Für das Schreiben neuer Inhalte, den Upload der Blogeinträge sowie die Bearbeitung von Bild- und Videomaterial benötigst du in jedem Fall einen Computer. Ein Laptop bietet sich an, da du natürlich auch räumlich absolut flexibel sein solltest. Je nach Anspruch kostet ein gutes Notebook zwischen 200€ – 200€. Du kannst Software zum Bearbeiten deiner Fotos wie Adobe Lightroom bereits für 12€ im Monat „mieten“, um deinen Fotos dadurch den letzten Schliff zu geben. Crashkurse hierzu werden übrigens online sowie an verschiedenen VHS gegeben.

Reiseblogger Finanzierung und Co

Sicher mit am wichtigsten: Das richtige Equipment für deine Reisen

Finanzierung – Wie verdiene ich Geld als Reiseblogger?

Slow and steady wins the race

Auch als abenteuerlustiger Freigeist kommst du irgendwann an den Punkt, an dem deine Ersparnisse fast aufgebraucht sind und die rosarote Travel-Brille Risse bekommt. Erfolgreiche Reiseblogs leben von Erfahrungsberichten und natürlich kostet jede Reise Geld. Also musst du dir Gedanken machen, wie du deinen Lebensstil finanzierst, damit die Weltreise weiter geht. Das Sicherheitsnetz eines „normalen“ Jobs mit festem Einkommen gehört für dich als Weltenbummler der Vergangenheit an; schließlich hast du Sicherheit gegen Freiheit eingetauscht – Flexibilität ist angesagt!

Der Erfolg eines Reiseblogger kommt nicht über Nacht und es dauert meist Jahre, bis du von deinen Einnahmen leben kannst. Besonders in der Anfangszeit kann das frustrierend sein – auch ein Reiseblog ist ein Job, mit seinen Höhen und Tiefen, aber Durchhaltevermögen zahlt sich am Ende aus! Am Anfang kennt dich noch niemand und eine treue Leserschaft aufzubauen braucht Zeit.
Auch für erfolgreiche Travel-Blogger wie Sebastian Canaves von off-the-path.com war der Weg kein Zuckerschlecken. Heute hat seine Seite 50.000 Besucher im Monat und er kann gut davon leben, aber bis es so weit war, gingen einige Jahre ins Land. Ähnliche Start-Schwierigkeiten beschreibt Conni Biesalski von planetbackpack.de, die mit 235.000 Besuchern im Monat zu den erfolgreichsten deutschen Travel-Blogs gehört.

Hole Werbepartner ins Boot!

Mittlerweile buhlen zahlreiche Reiseblogs um die Gunst der Leser und Sponsoren, sodass es immer schwieriger wird, aus der Masse herauszustechen. Werbepartner und Unternehmen – also deine zukünftigen Geldgeber – sind jedoch nur dann bereit, mit dir zu kooperieren, wenn sich ein Profit erwirtschaften lässt. Je mehr Leute deinen Reiseblog lesen, dir auf Facebook, Instagram & Co folgen und deine Seite empfehlen, desto attraktiver wirst du für Werbepartner.

Die meisten Unternehmen kommen jedoch nicht einfach auf dich zu und bieten dir Werbeverträge an. Vielmehr musst du Kooperationspartner kontaktieren und deinen Blog anpreisen – geschenkt wird dir dabei nichts. Suche nach Businesspartnern, die zu deiner Seite passen: Rucksack-Hersteller, Plattformen für Unterkünfte, Reiseversicherungen, Ausrüster für Wandertouren, Produzenten für Reisegadgets.

Läuft das erfolgreich, kannst du über Affiliate Links Geld verdienen. Affiliate Links sind in die Artikel eingebettet und leiten dich nach einem Klick auf den Link zum entsprechenden Produkt des Werbepartners. Wird ein Produkt anschließend gekauft, erhältst du eine Provision. Wichtig ist, dass du Werbung immer als solche kenntlich machst. Andernfalls fühlt sich die Leserschaft in die Irre geführt und das aufgebaute Vertrauen ist hinüber.

Bücher und Artikel

Natürlich bist du beim Schreiben nicht auf deinen eigenen Reiseblog festgelegt. Besonders in der Anfangszeit verfassen viele Travel-Blogger parallel Texte für andere Unternehmen und Magazine. Wenn du Artikel für verschiedene Magazine oder Websites verfasst, werden auch immer mehr Leser auf dich und deinen Reiseblog aufmerksam. Immer wieder sieht man, dass Travel-Blogger befreundet sind und Artikel auf der Seite des anderen hinterlassen. Die Publicity kann nur gut für dich sein.

Vor allem das Schreiben von Büchern hat sich als Trend unter Reisebloggern herausgestellt. Meist geht es darum, wie man sein altes Leben aufgegeben hat und zum Vollblut-Traveller wurde. Ein Buch bietet dir genügend Raum, um deine gesammelten Erfahrungen schriftlich festzuhalten. Du kannst interessierten Lesern Tipps und Tricks an die Hand geben, die ihnen dabei helfen, den Schritt zum Reiseblogger zu wagen. Die Einnahmen sind bedeutend höher als beim Affiliate-Marketing. Jedoch ist natürlich nicht jeder in der Lage, einfach mal so nebenbei ein komplettes Buch zu schreiben. Aber wenn es sich anbietet und du genügend zu erzählen hast, wieso nicht mal ausprobieren? Der Aufwand ein E-Book auf den Markt zu bringen, ist wirklich nicht hoch.

Seminare und Tutorials

Viele Leute würden gern den Sprung wagen, ihren Lebensstil ändern, etwas Neues ausprobieren. Doch meistens weiß man nicht wie und braucht ein bisschen Hilfe beim Neuanfang. Da kommst du ins Spiel. Mit deiner Erfahrung als Reiseblogger kannst du auf der ganzen Welt Menschen zeigen, wie es richtig geht. Ob es nun um die Finanzierung, Tipps und Tricks oder allgemein Erfahrungen geht: Halte Seminare, teile dein Wissen und sichere dir so on the road eine Einkommensquelle. Organisieren musst du die Teilnahme an Seminaren meist selbst. Manchmal finden aber auch Tagungen und Conventions zum Thema „Reisen“ statt, bei denen du dich einklinken kannst. Logischerweise gilt: Je bekannter du bist, desto häufiger wirst du eingeladen. Doch am Anfang heißt es: jeder Vortrag zählt.

Dos and Don‘ts für deinen Reiseblog

Abschließend noch ein paar Verhaltenshinweise, die du besser beachtest, damit dein Travel-Blog nicht baden geht. Manchmal sind es nämlich nur kleine Dinge, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

  • Werbung immer als solche sichtbar machen.
  • Kauf dir keine Follower!
  • Bleib authentisch.
  • Erzähl deinen Lesern keine Lügen.
  • Gestalte deinen Blog aufregend (Fotos, Videos, ansprechendes Design).
  • Unternehme einzigartige Reisen – weg von den ausgetrampelten Pfaden