10 Online-Fahrradhändler im Test

Brügelmann.de überzeugt trotz Schwächen beim Fahrrad am meisten – Stattliche Auswahl größter Trumpf der Online-Fahrradshops gegenüber dem stationären Handel

Fast jeder dritte Deutsche (29%) kann sich vorstellen, ein Fahrrad bei einem Fachhändler im Internet zu kaufen oder hat dies bereits getan. Dabei erhoffen sich 3 von 4 Befragten beim Fahrradkauf im Netz eine größere Auswahl als beim stationären Händler und ein Stöbern ohne Druck durch den Verkäufer (je 78%), das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von Sparwelt.de. Die SPARWELT-Redaktion hat bei den 10 relevantesten Online-Fahrradhändlern anonym Trekkingräder bestellt und die Shops getestet. Ein Rundum-Sorglos-Paket ist der Online-Fahrradkauf nicht.

10 Online-Fahrradhändler im Test

Für die Auswahl der Testkandidaten ermittelte SPARWELT die 10 relevantesten Onlineshops für Fahrräder. Dazu gehören diejenigen, die von Google-Nutzern bei der Eingabe der 20 gängigsten Suchbegriffe im Zusammenhang mit dem Fahrradkauf am ehesten gefunden werden. Unter diesen Shops wurden jene berücksichtigt, die

  • reine Fahrradhändler sind,
  • Fahrräder als Neuware verkaufen sowie
  • verschiedene Fahrradtypen, -modelle und -marken anbieten.

Die Bewertung erfolgte in diesen 6 Hauptkategorien:

  1. Online-Auftritt
  2. Kundenservice
  3. Sortimentsgröße
  4. Lieferung
  5. Produkt
  6. Rückgabe

Insgesamt wurden 27 Einzelkriterien mit Hilfe von Schulnoten bewertet. Die Einzelergebnisse in den Kategorien gingen zu gleichen Teilen in die entsprechende Kategorienote ein. Alle Kategorienoten ergeben zu gleichen Teilen die Testnote.

 

Testergebnisse im Überblick

Online-Fahrradhändler im Test: Ergebnisse im Überblick.

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Testsieger: Brügelmann.de

Als bester Online-Fahrradhändler setzte sich im Test Brügelmann.de mit der Testnote 2,4 durch und schnitt damit als einziger Kandidat mit dem Testurteil „Gut“ ab. Brügelmann.de lieferte das Trekkingrad schon 24 Stunden nach Bestellung. Genauso schnell war nur der Shop Fahrrad.de, der zum selben Betreiber gehört. Das Paket wies zwar einige Transportspuren und Risse auf, war aber noch für den Rückversand geeignet. Die verständliche Schritt-für-Schritt-Montageanleitung für das Rad kam bereits im Vorfeld per E-Mail und lag dem Paket nochmals als Heft bei. Ergänzend stellte Brügelmann.de einen Link zum Aufbauvideo auf der Shopseite bereit. Der Testsieger räumt Kunden ein erweitertes Rückgaberecht von 100 Tagen ein. Möchte man das bestellte Fahrrad zurückgeben, lässt Brügelmann.de es kostenlos abholen. Bei der Suche nach dem richtigen Modell helfen zahlreiche sinnvolle Filter und Beratungsleistungen wie Rahmengrößenrechner und Radtypanalysen auf der Website. Dennoch zeigte auch der Spitzenreiter keine durchweg überzeugende Leistung, sondern offenbarte einige Schwächen: Der Montageaufwand fiel vergleichsweise groß aus: Neben dem Richten des Lenkers mussten auch das Vorderrad, die Pedale, der Sattel und die Klingel montiert werden. Zudem fehlte im Paket das zuvor versprochene Montagewerkzeug. Obendrein wies das gelieferte Trekkingrad neben einer leichten Unwucht ("Acht") am Hinterrad auch an 3 Stellen Kratzer auf. Mit knapp 20 Euro berechnete Brügelmann.de außerdem vergleichsweise hohe Versandkosten.

Schlusslicht: Bike-Discount.de

Bike-Discount.de schnitt im Anbietervergleich mit der schwächsten Testnote ab (3,5). Das bestellte Fahrrad traf innerhalb der versprochenen Lieferzeit nach 4 Werktagen ein, 5 Konkurrenten waren schneller. Am gelieferten Rad mussten neben den Pedalen auch der Lenker und der Ständer montiert werden. Passendes Werkzeug dafür wurde nicht mitgeliefert, ohne dass dies vorher mitgeteilt wurde. Das Hinterrad am Testfahrrad wies eine leichte Unwucht auf und der Lack hatte kleine Kratzer. Für das Eingrenzen der Modelle vor dem Fahrradkauf stehen auf der Website lediglich 3 Filteroptionen zur Verfügung. Darüber hinaus gehörte Bike-Discount.de im Test zu den Fahrradshops mit der kleinsten Markenauswahl (16 Marken).

Online-Fahrradhändler im Test: Serviceleistungen im Überblick.

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Testergebnisse im Detail

Lieferung

Brügelmann.de und Fahrrad.de hinterließen in der Kategorie Lieferung den besten Eindruck (jeweils Note 1,2) und erhielten als einzige neben Boc24.de (1,4) ein „Sehr gut“. Beide Shops, die zum selben Betreiber gehören, setzten den Maßstab in puncto Liefertempo: Bereits einen Werktag nach Bestellung konnten die Tester die beiden Trekkingräder auspacken, angegeben war eine Versandzeit von 1 bis 2 Werktagen. Beide Händler lieferten das korrekte Fahrradmodell in der gewünschten Rahmengröße. Der Versandkarton zeigte zwar in beiden Fällen deutliche Transportspuren, ließ sich aber noch für den Rückversand verwenden. Grund zur Kritik bot lediglich der Umstand, dass die Paketöffnung geklammert statt mit Klebeband verschlossen war, was zu Verletzungen an den Händen führen kann.

Lieferzeit: Alle Shops lieferten pünktlich – 2 Pakete trafen nach 24 Stunden ein, das Schlusslicht benötigte 9 Werktage

Derart zügig wie Brügelmann.de und Fahrrad.de präsentierten sich keineswegs alle Online-Fahrradhändler: Raddiscount.de benötigte am längsten und lieferte erst 9 Werktage nach dem Online-Fahrradkauf. Im Schnitt trafen die Testfahrräder nach 4 Werktagen ein. Bei der Pünktlichkeit zeigte niemand Schwächen. Alle Shops hielten ihre angegebene Lieferzeit ein. Die Angaben zum Versandzeitraum variierten allerdings selbst bei Rädern mit dem Status „auf Lager“ zwischen 2 und 10 Werktagen.


Verpackungen zeigten deutliche Transportspuren, waren aber für Rückversand geeignet

Jeder der 10 wuchtigen Versandkartons war trotz teils größerer Transportspuren noch für den Rückversand geeignet. Risse und Dellen ließen aber darauf schließen, dass die großformatigen Pappboxen durchaus mehrmals verwendet werden. Tragegriffe helfen dabei, die unhandlichen, rund 15 Kilogramm schweren Pakete an ihren Zielort zu bringen. Da Fahrräder am besten aufrecht gelagert werden sollten, kennzeichnen alle Händler am Paket, wo „oben“ ist. Mehrere Händler verschließen die Öffnung ihrer Fahrradkartons mit Klammern. Diese mögen stabiler als Klebeband sein, können aber im Ernstfall beim Auspacken zu Verletzungen führen. Einzelteile wie Pedale, Werkzeug oder Klingeln waren in allen Paketen im separaten Karton verstaut. Umso erstaunlicher, dass einige Räder dennoch Kratzer aufwiesen.

Die Fahrrad-Pakete sind recht unhandlich und um die 15 Kilogramm schwer.   Boc24.de lieferte ein tadelloses Rad mit wenig Montageaufwand.


Produkt

Boc24.de erhielt als einziger Fahrradshop das Testurteil „Sehr gut“ (1,0) in der Kategorie Produkt. Das Rad ließ sich in wenigen Minuten endmontieren, da nur die Pedale anzuschrauben und der Lenker zu richten waren. Das nötige Werkzeug lag dem Paket bei. Dies war ebenso praktisch wie die Montageanleitung auf Papier samt Hinweis auf Montagevideos auf der Website. Am Zustand des Trekkingbikes hatten die Tester nichts zu bemängeln.


Zustand der Fahrräder: Nur 2 Modelle tadellos, 3 Räder mit „Acht“ im Rad, 4 Bremsen mussten nachjustiert werden

Der Zustand der gelieferten Trekkingräder stellte die Tester überwiegend nicht zufrieden. Nur 2 Räder befanden sich beim Auspacken in tadellosem Zustand (Bike24.de, Boc24.de). Die Mehrheit der Modelle zeigte leichte bis deutliche Mängel: An 6 Rädern fanden die Tester leichte Kratzer an mehreren Stellen. In 3 Fällen stellte sich neben kleinen Kratzern zusätzlich eine leichte Unwucht („Acht“) am Laufrad heraus (Bike-Discount.de, Brügelmann.de, Lucky-Bike.de). Das Laufrad zentrieren zu lassen, ist ein klarer Fall für die Werkstatt und somit ein Mehraufwand für den Käufer. Darüber hinaus mussten die Tester 4 Mal schleifende Felgenbremsen eigenhändig nachjustieren, was nicht jeder Laie ohne Hilfe bewerkstelligen kann. Offen bleibt, ob die Mängel schon beim Händler oder erst auf dem Transportweg entstanden sind.

Montage auch ohne Vorwissen in weniger als 30 Minuten zu bewältigen – Werkzeug muss der Käufer in der Regel selbst parat haben

Der Montageaufwand hielt sich bei allen Rädern in Grenzen und war auch ohne technische Vorkenntnisse in 5 bis 30 Minuten zu bewältigen. Die Spanne reichte von 2 simplen Aufgaben (Pedale montieren und Lenker richten im Falle von Boc24.de) bis hin zu 6 Arbeitsschritten, bei denen der Kunde mitunter noch das vordere Laufrad einsetzen und die Bremsen einhängen musste. Das passende Montagewerkzeug lag nur 3 Paketen bei. In den meisten Fällen wurden Inbus- und Maulschlüssel vorausgesetzt, aber nicht mitgeliefert. Zudem wurde der Käufer mehrheitlich im Ungewissen darüber gelassen, ob und welches Werkzeug er für die Montage benötigen wird. Mehrere Shops machten dazu vorab keinerlei Angaben, obwohl dies ein einfacher Service gewesen wäre. Brügelmann.de und Fahrrad.de kündigten zwar in der vorab per E-Mail verschickten Montageanleitung mitgeliefertes Werkzeug an, legten aber keines bei.

Fahrrad.de und Testsieger Brügelmann.de lieferten das identische Fahrrad, hier musste unter anderem das Laufrad montiert werden.   Kleine Kratzer wie hier am Bremshebel (Brügelmann.de) fanden sich an mehreren Fahrrädern.


Rückgabe

Retoure-Bedingungen vorbildlich: Alle Händler holen Fahrräder kostenlos beim Kunden ab

Bequem, zügig und kostenlos: Die Retoure der bestellten Fahrräder wickelten alle 10 Anbieter vorbildlich ab (die Bestellungen erfolgten privat und waren nicht auf Sparwelt.de zurückzuführen; Anm. d. R.). Jeder der 10 Online-Fahrradhändler holt das Rad bei Nichtgefallen oder Reklamation innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist kostenlos beim Kunden ab. Brügelmann.de, Fahrrad.de und Fahrradgigant.de räumen darüber hinaus freiwillig 100 Tage Rückgaberecht ein, Bike-Discount.de immerhin 30 Tage. Eine Retoure beim Online-Fahrradkauf bedeutet für den Kunden somit kaum Umstände.


Nur die Hälfte der Händler weist auf der Website auf die kulante Rückgabepraxis hin

Auffällig ist: Die Hälfte der Shops beschreibt den Ablauf oder die Kosten der Rückgabe von Fahrrädern auf ihrer Website sowie in der Widerrufsbelehrung unvollständig oder falsch – die Retoure ist durchweg kundenfreundlicher als angegeben. Es lässt sich vermuten, dass sich die Shops bewusst zurückhalten, um die Retourenquote nicht in die Höhe zu treiben.

Hinweis: Eine Probefahrt nach der Lieferung ist bei allen Shops erlaubt und berührt nicht das 14-tägige gesetzliche Widerrufsrecht. Bedingung: Bei der Probefahrt darf das Fahrrad nicht beschädigt werden und muss so zurückgeschickt werden, dass es für den Wiederverkauf geeignet ist. Empfehlung der Händler: Die Probefahrt auf trockenem Asphalt durchführen. 


Kundenservice

Den besten Kundenservice im Test stellte Brügelmann.de unter Beweis (Note 1,9). Auf eine E-Mail mit einer Frage zur idealen Rahmenhöhe antwortete die Serviceabteilung in weniger als einer Stunde mit der korrekten Antwort inklusive Hintergrundinformationen und Link zum Rahmengrößenrechner. Brügelmann.de bietet alle wichtigen Bezahlmethoden inklusive Finanzierung an, den Rechnungskauf allerdings nur, wenn Rechnungs- und Lieferadresse identisch sind. Die schwächste Note erhielt Fahrrad.de (3,3), da unsere Kundenanfrage zwar ankam, aber nicht beantwortet wurde. Wenig überzeugte auch der Kundenservice von Raddiscount.de (2,9). Der Shop bot unter anderem die wenigsten Zahlungsoptionen im Feld, ermöglichte als einziger keine PayPal-Zahlung und ließ eine Beratung zu den Fahrradtypen sowie Aufbauanleitungen oder -videos vermissen.


Onlinehändler geben eifrig Hilfestellung, können aber naturgemäß keine so umfassende Beratung wie im Geschäft leisten

Der passende Fahrradtyp, die richtige Rahmenhöhe, die ideale Bremsenart? Laien tun sich oft schwer, das perfekte Fahrrad für die eigenen Zwecke zu finden. Im Geschäft steht der Verkäufer für Fragen parat. Diesen Service versuchen die meisten Online-Fahrradshops ebenfalls anzubieten. Das gelingt allerdings nur teilweise. Alle 10 Shops helfen Anfängern dabei, online mit Rechnern oder Tabellen die richtige Rahmengröße zu finden. Zudem geben 7 der 10 Kandidaten auf ihrer Website Hilfestellung, welcher Fahrradtyp von Trekkingbike bis Rennrad Stärken und Schwächen bei welchem Einsatzzweck aufweist. Die 5 Shops, die in puncto Beratung sehr gut abschnitten, bieten zusätzlich Videos oder Anleitungen zum Aufbau der Versandfahrräder. Ob der Kunde mit seinen Proportionen auf dem empfohlenen Rad tatsächlich die ideale Körperhaltung einnimmt, kann der Onlineverkäufer im Gegensatz zum Händler vor Ort natürlich nicht einschätzen.


Erreichbar auf vielen Wegen aber Serviceanfrage wurde oft zu pauschal beantwortet 

Wer bei Onlinehändlern wirklich individuelle Beratung sucht, kann die Service-Hotline anrufen oder seine Fragen per E-Mail stellen. Ergänzend sind alle getesteten Shops in sozialen Netzwerken wie Facebook vertreten. In unserem Test antworteten 5 der 10 Serviceteams innerhalb einer Stunde auf unsere Kundenanfrage (Note 1), darunter auch Testsieger Brügelmann.de. Boc24.de antwortete erst am Folgetag. Fahrrad.de (offensichtlich gleiches Serviceteam wie Brügelmann.de) verschickte zwar sofort eine Eingangsbestätigung, antwortete aber nie (Note 6). Die Qualität der Rückmeldungen war nur bei 4 von 10 Shops (Bike24.de, Brügelmann.de, Fahrradlagerverkauf.de und Lucky-Bike.de) komplett zufriedenstellend: 4 Shops antworteten zu pauschal auf die Frage nach der richtigen Rahmenhöhe. Hier fehlte der Verweis auf die Schrittlänge als maßgeblicher Faktor und die Frage nach dem Einsatzzweck (sportlich oder bequem) sowie ein Link zum Rahmengrößenrechner. Zudem unterschieden sich die empfohlenen Rahmengrößen teilweise.


Mehrheit verlangt bei Fahrrädern Versandkosten zwischen 15 und 20 Euro – 8 von 10 bieten Finanzierungskauf

Fahrrad-XXL.de liefert als einziger Shop bedingungslos versandkostenfrei. 3 weitere Shops schicken Fahrräder erst ab einem bestimmten Bestellwert kostenlos nach Hause: neben Bike-Discount.de (ab 50 Euro) sind das Bike24.de (ab 100 Euro) und Raddiscount.de (ab 500 Euro). Die Mehrheit der Anbieter berechnet für den Versand zwischen 15 und 20 Euro. Bezahlen lässt sich der Fahrradkauf überall mit Kreditkarte und Überweisung, zudem in 9 von 10 Shops u.a. per PayPal. Da ein Rad schnell einige Hundert Euro und mehr kostet, bietet sich ein Finanzierungskauf durchaus an. Diesen Ratenkauf ermöglichen 8 von 10 Shops.


Online-Auftritt

Die beste Note in Sachen Web-Präsenz erzielten Boc24.de und Fahrrad-XXL.de (Note 1,3). Am meisten Schwächen zeigten sich bei Raddiscount.de (2,6). Unterm Strich jedoch hinterlassen alle untersuchten Fahrradhändler einen sehr guten bis befriedigenden Eindruck bei ihrem Online-Auftritt.


Riesige Auswahl lässt sich nicht immer mit sinnvollen Filtern eingrenzen

Um im Dschungel aus 1.000 bis 2.000 Modellen das passende Fahrrad zu finden, benötigt der Käufer möglichst viele sinnvolle Filter. Brügelmann.de und Fahrrad.de greifen dem Kunden bei der Recherche am besten unter die Arme: In beiden Shops lässt sich das üppige Sortiment mit 9 der 10 von uns geforderten Filteroptionen eingrenzen – von Hersteller und Preis über Farbe bis Schaltungsart. Bei Fahrradlagerverkauf.com sucht man länger, da bis auf „Herren“ und „Damen“ jegliche Filter fehlen. Auch Bike-Discount.de kann hier nachbessern.


Sicherer Fahrradkauf ist gewährleistet, Bestellung ohne Registrierung ermöglichen aber nicht alle Shops

Gerade bei Produkten wie Fahrrädern, die nicht in kurzen Abständen immer wieder gekauft werden, ist eine Bestellung als Gast, also ohne Registrierung, sinnvoll und beliebt. 7 Online-Fahrradhändler bieten diese Möglichkeit, nur Bike-Discount.de, Brügelmann.de und Fahrrad.de verzichten darauf. Schlusslicht Raddiscount.de sticht neben wenigen Filterfunktionen auch dadurch negativ hervor, dass sich Rechnungs- und Lieferadresse nicht getrennt angeben lassen und die Bezahlmöglichkeiten erst spät im Bestellprozess genannt werden. Den Kaufprozess wickeln alle 10 Shops über eine sichere SSL-Verbindung ab.


Sortimentsgröße

Deutliche Unterschiede bei Marken- und Modellauswahl

Die mit Abstand meisten Fahrradmarken zum Zeitpunkt unserer Erhebung Ende März bot Fahrradgigant.de mit 96 Marken auf Lager, dahinter rangierte Fahrrad.de mit Rädern von 53 Herstellern. Die geringste Auswahl (13 Marken) gab es bei Raddiscount.de.

Ähnlich groß sind die Unterschiede bei der Zahl der angebotenen Modelle. Die mit Abstand meisten Fahrradmodelle über alle Radtypen hinweg bot Fahrrad-XXL.de mit 2.726. Deutlich dahinter platzierte sich Boc24.de mit 1.507. Raddiscount.de war auch hier der Shop mit dem kleinsten Sortiment (381 Modelle).


Fazit: Fahrradkauf im Internet besticht mit stattlicher Auswahl, bedeutet aber in jedem Fall Aufwand

Der eigentliche Online-Fahrradkauf samt Rückversand verlief bei allen 10 getesteten Anbietern problemlos. Die stattliche Auswahl an Radmarken und -modellen mit im Schnitt rund 1.000 Rädern ist neben dem ungestörten Stöbern der größte Vorteil der Online-Fachhändler gegenüber den örtlichen Fahrradläden. Laien können ihr Wunschrad mit Hilfe von Filtern und einer Reihe von Beratungsleistungen online ausfindig machen, bevor sie bequem und sicher bestellen.

Die Endmontage ist auch ohne technisches Vorwissen in 5 bis 30 Minuten zu bewältigen, sofern das Rad frei von Mängeln ist. Zudem ist die Bestellung beim Fachhändler im Netz insgesamt risikolos: Bei kleineren Mängeln zeigten sich die Händler kulant. Diese kann der Kunde – nach Rücksprache mit dem Shop – von einer Werkstatt in der Nähe auf Kosten des Online-Fahrradhändlers beheben lassen. Treten größere Schäden auf oder entspricht das Fahrrad doch nicht den eigenen Vorstellungen, wird das Rad kostenlos abgeholt.


Online-Fahrradhändler bieten keine Rundum-Sorglose-Pakete, sind aber sehr kulant

Trotz des überwiegend befriedigenden Testergebnisses offenbarte der Test spürbare Schwächen: Ein Fahrrad im Internet zu bestellen, bedeutet in jedem Fall Aufwand, der mal kleiner und mal größer ausfällt. Im Gegensatz zu Produkten wie Kleidung und Elektronik dürfen Käufer von Fahrrädern kein Rundum-sorglos-Paket nach dem Motto „Auspacken und losfahren“ erwarten. Die Endmontage fällt in jedem Fall an und erfordert meist eigenes Werkzeug. Treten zusätzlich Mängel auf, was im Test mehrheitlich der Fall war, steht oft noch der Gang in eine lokale Werkstatt an. Dieser Schwächen ist sich die noch recht junge Branche der Online-Fahrradhändler offensichtlich bewusst und reagiert deshalb auf Reklamationen in der Regel sehr kulant und kundenfreundlich. Wer diesen Aufwand scheut, sollte vom Online-Fahrradkauf Abstand nehmen.

Auch diejenigen Kunden, die ihr neues Rad vor dem Kauf Probe fahren und dessen Zustand genau begutachten möchten, sind im örtlichen Fachgeschäft besser aufgehoben. Dafür muss man dort meist mit einer deutlich eingeschränkten Auswahl Vorlieb nehmen, sofern der Händler das Wunschrad nicht bestellt. Preislich liegen Online- und Offlinehändler etwa auf demselben Niveau, wie unsere Stichprobe ergeben hat. Sparen lässt sich beim Fahrradkauf vor allem durch Rabattaktionen und durch den Kauf von Vorjahresmodellen – beides finden Kunden sowohl online als auch in örtlichen Geschäften.

 

Über den Sparwelt.de-Test von Online-Fahrradhändlern

Sparwelt.de hat auf Basis der meistgestellten Suchanfragen im Zusammenhang mit dem Kauf von Fahrrädern die relevantesten Onlinehändler identifiziert (Stand: 10.03.15). Insgesamt wurden im März und April 2015 10 Anbieter anhand der Bestellung eines Herren-Trekkingrads im Wert von 500 Euro getestet. Jeder Anbieter wurde in den Kategorien Online-Auftritt, Kundenservice, Sortimentsgröße, Lieferung, Produkt und Rückgabe im Hinblick auf 27 Einzelkriterien standardisiert mithilfe von Schulnoten bewertet.

Über die Umfrage

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag von Sparwelt.de vom 22. bis 23. April 2015 eine repräsentative Umfrage unter deutschen Verbrauchern ab 14 Jahren durchgeführt. Insgesamt nahmen 1.006 Personen an der Befragung teil.

 

Bilder: Dudarev Mikhail©Shutterstock (Teaserbild), SPARWELT (Grafiken)

Paul

Ihr Ansprechpartner: Paul Peters

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