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Lohnt sich das Sammeln von Treuepunkten?

Treuepunkte sammeln kann sich lohnen – aber nicht für jeden.
Treuepunkte sammeln kann sich lohnen – aber nicht für jeden.

Mit Treuepunkten lassen sich im Schnitt 48 Prozent sparen – doch das Sammeln lohnt sich nicht für jeden von euch

„Sammeln Sie Treuepunkte?“ – ohne diese Frage kommen Kunden an keiner Supermarktkasse mehr vorbei. Wer genug Treueherzen oder Bonuspunkte sammelt, dem stellen REWE, EDEKA und Co. beim Kauf von Prämien-Artikeln wie Markenporzellan, Messersets oder Gasgrills eine Ersparnis von 50 bis 70 Prozent in Aussicht. Lohnt sich das Sammeln der Treuepunkte – oder gibt es die Prämien im Einzelkauf nicht genauso günstig? SPARWELT hat bundesweit insgesamt 19 Treueaktionen untersucht und verrät, für wen sich das Sammeln der Treuepunkte tatsächlich lohnt. 
 

Was sind Treuepunkte?

Treuepunkte beziehungsweise Treueherzen sind kleine Aufkleber, die von vielen Supermärkten und einigen Discountern für einen bestimmten Einkaufswert ausgegeben werden. Je nach Treueaktion erhaltet ihr für je fünf oder zehn Euro Einkaufswert einen Treuepunkt, den ihr in ein sogenanntes Treueheft klebt. Für ein volles Heft benötigt ihr – abhängig von der Aktion – zwischen 10 und 70 solcher Punkte. Das entspricht einem Einkaufswert von 50 bis 350 Euro – im Schnitt sind Ausgaben von rund 140 Euro für ein volles Heft nötig. Habt ihr genügend Punkte gesammelt, könnt ihr bestimmte Produkte, sogenannte Treueprämien, vergünstigt kaufen. Am häufigsten werden Messer, Schneidebretter oder Wetzstähle zum Schärfen der Messer (22 %) angeboten. Aber auch Haushalts- und Elektrokleingeräte wie Toaster und Mixer (rund 16 % der Treueprämien) oder Koch-, Back- und Grillzubehör, zum Beispiel Töpfe und Pfannen (15 %), werden häufig in den Treueaktionen der Supermärkte und Discounter angeboten.

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Wie viel lässt sich durch Treuepunkte sparen?

Die Supermärkte werben in ihren Flyern mit bis zu 93 Prozent Ersparnis für die Treueprämien. Diese Ersparnis stimmt. Ihr solltet euch davon aber nicht täuschen lassen. Die hohen Prozentzahlen beziehen sich immer auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP). Dies ist eine Empfehlung der Hersteller, der in der Regel kaum ein Händler folgt.

Um zu erfahren, ob sich durch Treuepunkte tatsächlich sparen lässt, vergleicht man den Preis der Treueprämie mit dem Marktpreis, also dem Preis, den Händler tatsächlich für ein Produkt verlangen. Dieser Vergleich zeigt: Im Schnitt spart ihr durch das Sammeln von Treuepunkten 48 Prozent gegenüber dem günstigsten Preis im Internet. Allerdings variiert die Ersparnis von Prämie zu Prämie: Die größte Ersparnis fand SPARWELT beim Gasgrill „Home“ von Jamie Oliver. Dieser wurde in einer Treueaktion von Kaufland für eine Zuzahlung von 229 Euro angeboten und war damit 149 Euro günstiger als beim günstigsten Onlinehändler. Der Entfernungsmesser "PLR 15" von Bosch kostete in einer Treueaktion von Famila 39,99 Euro, im Internet war das gleiche Gerät für 41,89 Euro erhältlich. Die Ersparnis bei diesem Produkt betrug daher nur 1,90 Euro.

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Lohnt sich das Sammeln der Treuepunkte?

Obwohl sich durch den Einsatz von Treuepunkten im Schnitt 48 Prozent sparen lassen, lohnt sich das Sammeln nur selten. Denn um in den Genuss dieser Ersparnis zu kommen und eine Treueprämie günstig erwerben zu können, müsst ihr ein volles Treueheft vorweisen. Um dieses Heft zu füllen, ist je nach Supermarkt ein Mindestumsatz von 50 bis 350 Euro nötig.

Diesen Mindestumsatz solltet ihr bei den Kosten für eine Treueprämie berücksichtigen. Ändert ihr euer Kaufverhalten und kauft zum Beispiel größere Mengen oder teurere Produkte ein, um diesen Mindestumsatz zu erreichen, so verringert sich die Ersparnis. In vielen Fällen zahlt ihr sogar drauf.

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Für unsere beiden oben genannten Beispiele bedeutet das: Zur Zuzahlung von 229 Euro für den Gasgrill von Jamie Oliver kommt ein notwendiger Einkaufswert von 300 Euro (60 Treuepunkte zu je 5 Euro). Damit kostet der Gasgrill rund 529 Euro und ist 153 Euro teurer als der günstigste Marktpreis in Höhe von rund 376 Euro.

Für den Entfernungsmesser von Bosch war ein Einkauf von 100 Euro fällig (20 Treuepunkte zu je 5 Euro). Zusammen mit der Zuzahlung von 39,99 Euro belaufen sich die Kosten für das Werkzeug auf insgesamt 139,99 Euro. Im Internet ist das gleiche Werkzeug bereits ab 41,89 Euro inklusive Versand erhältlich.

Die größte Ersparnis bei einer Treueprämie in der Untersuchung versprach der Discounter Penny. Hier wurde ein 2er-Set Mini-Auflaufformen der Marke Berndes für 0,99 Euro (93 % Rabatt) angeboten. Das Set kostete im Handel 18,46 Euro und war damit tatsächlich 95 Prozent günstiger als beim günstigsten Onlinehändler. Um diese Treueprämie erhalten zu können, waren jedoch Einkäufe im Wert von 350 Euro (70 Treuepunkte je 5 Euro) notwendig. Die beiden Auflaufformen kosteten folglich 350,99 Euro, während sie online bereits für 19,45 Euro inklusive Versand erhältlich waren.

Wann lohnt sich das Sammeln von Treuepunkten?


Das Sammeln von Treuepunkten lohnt sich daher nur für Kunden, die durch ihren gewohnten Einkauf ohnehin genügend Treuepunkte erhalten. Zu diesen Kunden gehört ihr, wenn ihr hinter mindestens einen der zwei folgenden Punkte ein Häkchen setzen könnt:

  1. Ihr seid Stammkunden eines Supermarktes beziehungsweise Discounters und kauft dort regelmäßig ein, sodass ihr mühelos genügend Treuepunkte erhaltet.
  2. Ihr plant einen Großeinkauf für eine Feier oder dergleichen und erreicht mit einem Einkauf genügend Mindestumsatz für ein volles Treueheft.

Ist das nicht der Fall, solltet ihr vorsichtig sein. Lasst euch von der versprochenen Ersparnis im Flyer nicht dazu verleiten, euer Einkaufsverhalten zu ändern. Sobald ihr mehr ausgebt als gewohnt, verringert sich die Ersparnis nicht nur, sondern ihr zahlt eventuell sogar drauf. Beherzigt daher folgende Tipps:

  1. Kauft nicht mehr ein, um weitere Treuepunkte zu erhalten. Kauft auch nicht andere, teurere Produkte.
  2. Kauft nicht in einem anderen, möglicherweise teureren Supermarkt beziehungsweise Discounter ein, nur weil es dort eure Wunsch-Prämie gibt.
  3. Sammelt nicht bei verschiedenen Supermärkten Treuepunkte.

Könnt ihr allein nicht genügend Punkte sammeln, fragt Verwandte und Bekannte, ob sie euch ihre Treuepunkte überlassen oder sucht im Internet nach vollen Treueheften bzw. Stickern.

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Treuepunkt-Rechner – wir rechnen aus, ob sich das Sammeln für euch lohnt

Interessiert ihr euch für eine bestimmte Prämie, dann recherchiert im Internet, ob sie dort erhältlich ist. Wir konnten drei Viertel der Prämien (77 Prozent) online finden. Unser Tipp: Geht zuerst auf die Herstellerseite und sucht dort nach dem Produkt, um die korrekte und vollständige Bezeichnung der Prämie zu ermitteln. Vergleicht die Preise und entscheidet dann, ob es sich für euch lohnt, die Punkte zu sammeln. Unser Treuepunkt-Rechner unterstützt euch dabei.

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Fazit: Treuepunkte lohnen sich nur für Stammkunden und Vielkäufer

Die Teilnahme an Treueaktionen lohnt sich nur für zwei Personengruppen: Zum einen für Stammkunden, die oft in ihrem Supermarkt beziehungsweise Discounter einkaufen gehen und zum anderen für Vielkäufer, die mit einem Einkauf genug ausgeben, um ausreichend Treuepunkte für ein volles Treueheft zu bekommen. Diese Käufer können durch das Einlösen ihrer Treuepunkte durchschnittlich 48 Prozent sparen. Könnt ihr mit euren gewohnten Einkäufen nicht genügend Treuepunkte sammeln, kauft nicht mehr oder woanders ein als üblich. Denn sobald ihr euer Einkaufsverhalten ändert, schwindet die Ersparnis. Unter Umständen zahlt ihr sogar deutlich drauf. Sucht stattdessen lieber im Internet nach einem günstigen Angebot und kauft die Prämie dort.

Über Susann

Susann hat Germanistische Linguistik und Psycholinguistik studiert. Schon während ihres Studiums unterstützte sie das SPARWELT-Team als Redakteurin. Neben informativen Texten produziert sie jetzt auch Bewegtbilder. In ihren Videos stellt sie sich regelmäßig Schnäppchen-Challenges, nimmt euch mit auf ihre Sparmissionen und zeigt, wie ihr aus eurem Budget das Beste macht. Schaut doch auch mal hier vorbei: www.youtube.de/sparwelt

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