Wann ist es Zeit für den nächsten Schritt?

Tipps fürs Zusammenziehen: Chancen und Risiken für die Beziehung

Es ist die Gretchen-Frage in einer Beziehung, die irgendwann einer der Partner zwangsläufig stellt: Wollen wir zusammenziehen? Das Gegenüber bricht dann entweder in Jubel aus oder kratzt sich nervös am Nacken auf der Suche nach einer halbwegs neutralen Antwort. Aber wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt zum Zusammenziehen? Und schadet die neue Nähe der Liebe eher oder lässt sie sie zwangsläufig wachsen?

Der beste Zeitpunkt fürs Zusammenziehen

Die erste gemeinsame Wohnung ist für Paare ein großer Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Es bedeutet unter dem Strich, dass du dir vorstellen kannst, dein Leben mit deinem Partner zu verbringen. Doch wann fällt so eine Entscheidung?

Ein guter Zeitpunkt, sich die Frage nach einer gemeinsamen Wohnung zu stellen, ist dann gekommen, wenn die erste Verliebtheitsphase vorbei ist und ihr als Paar im „Alltag“ angekommen seid. Die Beziehung sollte bereits gefestigt und vertraut sein, die Partner die gegenseitigen Macken kennen und eine Form von Gewohnheit sollte sich eingestellt haben.

Zusammenziehen - der nächste Schritt

Ist die Entscheidung gefallen, folgen Aufregung, Neugier und Geduld während Vorbereitungs- und Gewöhnungsphase.

Welche Probleme kann es nach dem Zusammenziehen geben?

Das Zusammenziehen ist noch einmal so etwas wie ein Neustart der Beziehung. Du hast deinen Partner oder deine Partnerin plötzlich rund um die Uhr bei dir, teilst dir das Waschbecken und hast keine Chance, dir vor der ersten Begegnung am Morgen die Panda-Augen wegzuwischen. Wir haben die fünf häufigsten Probleme von Paaren nach dem Zusammenziehen aufgelistet:

  1. Kein Rückzugsort

    Es gibt diese Tage, da stehst du morgens auf und möchtest diesen Erdball am liebsten ganz alleine bewohnen. An diesen Tagen brauchst du einen heißen Kaffee, eine Kuscheldecke, ein gutes Buch – aber garantiert niemanden, der flötend und singend durch die Wohnung läuft und auch noch versucht, dir ein Gespräch aufzudrücken. Aus solchen Situationen können schnell Streitigkeiten entstehen. Ohne gemeinsame Wohnung hättest du euer Date eben kurzerhand abgesagt und wärst eben am nächsten Tag gut gelaunt und frisch frisiert mit ihm einen Cocktail trinken gegangen.

  2. Zu viel Nähe

    Oftmals läuft es nach dem Zusammenziehen so, dass der eine Partner die Nähe voll auskosten möchte, während der andere seinen Freiraum braucht. Es gibt jetzt keine festen Verabredungen mehr, sondern eine Rund-um-die-Uhr-Anwesenheit. Es liegen Haare in der Dusche und das Tiefkühlfach wird plötzlich mit Pizza belegt, statt mit Smoothies und Blattspinat. Durch zu viel Nähe kann auch die erotische Spannung abnehmen.

  3. Streiten – und dann?

    Während du früher nach einem Streit eben einfach gehen oder den Anderen für eine Weile vor die Tür setzen konntest, bleibt er heute nach dem finalen „Ich will dich nicht mehr sehen“ einfach im Zimmer stehen. Und dann? Außerdem wird es zu mehr Konflikten kommen, weil einer die Bananen lieber in den Kühlschrank legt und der Andere sie gerne im Obstkorb drapiert.

  4. Die beste Freundin

    Noch vor kurzem hast du dich jeden Donnerstagabend zur neuen Folge von „Sex in the City“ verabredet, hast dich über die Macken deines Freundes beschwert und gemeinsam eben Mädchen-Themen besprochen. Jetzt bist du mit deiner besten Freundin irgendwie nicht mehr allein, sondern im Nebenraum hält sich Gesprächsthema Nummer 1 auf. Kann irgendwie ungünstig sein.

  5. Das liebe Geld

    Auch das kann ein großer Streitpunkt sein. Während du vielleicht zum dritten Mal diese Woche den Kühlschrank befüllt hast, sorgt dein Freund eben dafür, dass er schnell wieder leer wird. Das kann frustrieren. Manchmal siehst du auch erst im Zusammenleben, wofür der Andere eigentlich sein Geld ausgibt und ärgerst dich, dass ihr daher immer nur ins zweitbeste Restaurant gehen könnt.

Wie es dann aber doch klappen kann

Wer zusammenzieht, kann nicht unbedingt nur das tun und lassen, was er möchte, sondern muss sich natürlich auch nach dem Partner richten. Es fehlt der Rückzugsort und man kann seine Launen und Wünsche nicht mehr so ausleben wie vorher.

Trotzdem muss die erste gemeinsame Wohnung natürlich nicht der Todesstoß für die Beziehung sein, sondern kann sie im Gegenteil bestärken und intensivieren. Wichtig ist es, dass ihr euch beide im Vorfeld über alle möglichen Konflikt-Punkte Gedanken macht und sie offen ansprecht. Du hast bemerkt, dass dein Freund in seiner aktuellen Wohnung im puren Chaos lebt? Dann besprich gleich mit ihm, ob er Kompromisse eingehen und wenigstens die Schmutzwäsche direkt ins Bad bringen kann.

Wenn es der Wohnraum zulässt, schafft euch Rückzugsorte. Das kann ein Kuschel-Sessel vor dem Fenster sein oder auch der Yoga-Raum auf dem Dachboden. Ihr müsst beide lernen, dass die neue Nähe nicht verpflichtet. Es ist nicht gleich das Aus der Beziehung, wenn einer in der Küche am PC zockt, während der andere im Schlafzimmer ein Buch liest. Mindestens ebenso wichtig ist es, Freundschaften nicht zu vernachlässigen. Der Sex-in-the-City-Abend kann ja auch in der Wohnung deiner Freundin stattfinden.

Zusammenziehen als nächster Schritt

Damit alles klappt, sollten beide Partner auf jeden Fall mit Feingefühl an die Sache rangehen.

Wie planen wir das Zusammenziehen?

Ist die Entscheidung gefällt, lautet die erste Frage: Ziehen wir in eine neue Wohnung oder zieht der Eine in die Wohnung des Anderen? Diese Entscheidung hängt vor allem von der Wohnraum-Situation und den Finanzen ab. Gerade in Top-Städten, in denen es nahezu unmöglich ist, eine gemeinsame Wohnung in guter Lage zu finden, ist es sinnvoll, einfach eine Wohnung zu behalten. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis es wirklich die gemeinsame Wohnung ist und nicht mehr das Gefühl besteht, einfach nur zu Besuch zu sein.
Damit am Umzugstag nicht das Chaos ausbricht und ihr plötzlich inmitten der Umzugshelfer darüber diskutiert, ob die durchgesessene Couch deines Freundes aus Jugendtagen mitkommt oder im Sondermüll entsorgt wird, solltet ihr folgende Punkte im Vorfeld besprechen:

  • Liste der Möbel erstellen, die ihr jeweils aus euren Wohnungen mitnehmt
  • Versicherungen prüfen und überflüssige (z.B. doppelte Hausrat) kündigen
  • Verträge ummelden
  • Rechtzeitig die Umzugskartons packen
  • Raumplan erstellen, wo was aufgestellt wird
  • Genügend Umzugshelfer oder Umzugsunternehmen buchen

Unser Tipp: Über einen SPARWELT-Gutschein kannst du mit etwas Glück bei der Buchung eines Mietwagens oder Umzugsunternehmens sparen. Sieh dich auch nach Coupons für Möbelhäuser um, damit die gemeinsame Einrichtung das Budget nicht übermäßig strapaziert.

Hilfe, mein Partner will nicht mit mir zusammenleben!

Und dann gibt es noch folgendes Szenario: Ein Paar trifft sich zum Essen im Restaurant, ER hat sich gut vorbereitet, hat Wohnungsannoncen herausgesucht und sogar schon Besichtigungstermine vereinbart, weil das „Ja“ zur gemeinsamen Wohnung ganz sicher nur Formsache ist. Und dann sagt SIE schlichtweg: Nein.

Es stellt sich für das Gegenüber natürlich sofort die Frage: Warum will mein Partner nicht mit mir zusammenziehen? Liebt sie/er mich nicht? Will sie/er keine gemeinsame Zukunft? Gibt es vielleicht sogar schon jemand anderes?

Diese Gedanken können natürlich schnell eine kleine Krise auslösen. Dabei können die Gründe sogar positiv sein und für die Beziehung sprechen. Das Zusammenziehen stellt jede Beziehung auf die Probe und vielleicht hat dein Partner einfach Angst davor, dass diese Probe noch zu groß für euch ist. Vielleicht hat er Angst vor dem Scheitern und möchte eure Liebe nicht riskieren. Oft ist ein „Nein“ zum Zusammenziehen nur vorläufig. Vielleicht fühlte sich dein Partner oder deine Partnerin überrumpelt von dieser Frage und hat zuvor noch nicht darüber nachgedacht.

Es ist ganz sicher kein persönlicher Angriff und auch oft kein Ausdruck davon, dass du ihm oder ihr nicht wichtig bist. Meistens braucht er oder sie ganz einfach Zeit. Du solltest deinen Partner keinesfalls bedrängen oder wöchentlich nachfragen, ob er oder sie die Meinung schon geändert habe. Die gemeinsame Wohnung ist ein Meilenstein in einer Beziehung, der gut überlegt sein will und Mut erfordert. Freue dich stattdessen über die Ehrlichkeit deines Partners und darüber, dass er sich nicht zu etwas überreden lässt, zu dem er nicht 100% steht. Das ist der beste Weg, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen – und irgendwann doch noch in einer gemeinsamen Wohnung zu landen.

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