Wandergenuss pur in Deutschland

Wandern in Deutschland – Die 7 schönsten Fernwanderwege

Das Wandern in Deutschland ist so vielseitig und abwechslungsreich wie die Vorstellungen eines perfekten Wandererlebnisses. Ob Fernwanderung, Bergbesteigung oder ein gemütlicher Spaziergang – jeder Wanderfreund hat seine eigenen Outdoor-Wünsche. Häufig werden aber die altbewährten Strecken bewandert. Wie wäre es dieses Jahr mit etwas Neuem? Wir haben unsere sieben schönsten Fernwanderwege in Deutschland – geordnet von der einfachsten bis hin zur fordernsten Fernwanderung – für dich zusammengestellt, deren Etappen auch als einzelne Tagestouren beschritten werden können.

1. Die Rügener Küsten Streckentour – Seeromantik und Kreidefelsen

Mit einer Länge von gerade einmal 67 Kilometern, verteilt auf vier Etappen, ist die Rügener Küsten Streckentour wahrlich kein monströser Fernwanderweg. Daher ist er auch ideal, um mit dem Wandern zu beginnen. Die Wanderung bietet dir Seemannsromantik und endlose Traumstrände – unterbrochen von Natur pur. Diese ist auch hörbar, etwa dank der Mehlschwalben, die ihre Nester an die Klippen geheftet haben.

Unser Highlight der Rügener Küsten Streckentour

  • Etappe 2 – Von Sassnitz bis Lohme: auf dieser Teilstrecke wird die ganze Pracht Rügens sichtbar – wenn du den Hochuferweg nimmst und nicht am Strand entlanggehst. Denn auf dem Hochuferweg öffnet sich erstmals auf der ganzen Streckentour der Ausblick auf die Klippenlandschaft des Gebietes. Nach dem ersten Aussichtspunkt, der Bläse, erreichst du auch einen historischen Ort, nämlich die sagenumwobene Piratenschlucht. Hier soll der Pirat Klaus Störtebeker seinen Rückzugsort gehabt haben. Du kannst entweder zum Strand runtergehen oder auf dem Hochuferweg bleiben, was wir empfehlen. Denn so erreichst du das einstige Wahrzeichen Rügens, die Kreideformation Wissower Klinken – beziehungsweise das, was noch übrig ist. 2005 stürzten nämlich die beiden 20 Meter hohen Hauptzinnen ins Meer. Bis Lohme durchwanderst du noch Buchenwälder und schreitest an Sandstränden vorbei. Dabei offenbaren sich dir immer wieder unvergessliche Ausblicke, wie etwa auf den Königsstuhl, der mit 118 Metern Höhe der höchste und bekannteste Felsen der Rügener Kreideküste ist.

2. Der Rothaarsteig – Moderner Fernwanderweg für Naturgenießer

Der Rothaarsteig geht vom Sauerland in Nordrhein-Westfalen über das Wittgensteiner Bergland bis nach Dillenburg in Hessen. Wichtig zu wissen: er gehört zu den schönsten Weitwanderwegen Deutschlands. Die technisch unschwieriege, aber aufgrund der Länge doch fordernde Fernwanderung, ist ein idealer Einstieg für ausdauernde Wanderfreunde.

Die 154 Kilometer kannst du in acht Etappen bewältigen. Wenn dir diese Strecke zu kurz ist, kannst du die Wanderung auf 220 Kilometer strecken. Dafür musst du die Variante durch das Grubental in Schmallenberg sowie über die Fuchskaute im Hohen Westerwald wählen.

Der Rothaarsteig besticht durch seine ruhigen und gemütlichen Wanderungen durch Wälder, Bergheiden und vorbei an zahlreichen Quellen. Ein besonderes Highlight dieser Weitwanderung ist eine 40 Meter lange und bis zu 12 Meter hohe Hängebrücke in der Nähe des Dorfes Kühhude. Diese Brücke führt über eine kleine Waldschlucht, von der aus du die Bäume auf Augenhöhe ganz genau betrachten kannst.

Unsere Highlights des Rothaarsteigs

  • Etappe 2 – Von Willingen bis Winterberg: das Besondere an dieser 19 Kilometer langen Etappe ist die abwechslungsreiche Landschaft: du erklimmst hier nicht nur den höchsten Punkt Nordrhein-Westfalens, den Langenberg mit 843 Metern Höhe, sondern du wanderst auch durch Wälder und Heidelandschaften. Auch den zweithöchsten Berg des Bundeslandes, den Clemensberg, wirst du überwinden und bei guter Sicht bis nach Winterberg, dem Zielort, blicken können. Und am Ende der Teilstrecke kommst du auch an einem Moor vorbei. So viel Abwechslung gibt es selten.
  • Etappe 8 – Von Wilgersdorf bis Dillenburg: und das Schönste kommt zum Schluss! Die letzten 19 Kilometer des Rothaarsteigs führen dich unter anderem vorbei an ein Naturdenkmal, nämlich der Lucaseiche, deren Alter auf ungefähr 220 Jahre geschätzt wird. Später verlässt du auch endgültig die großen Waldgebiete, dafür öffnet sich dir hier eine wunderschöne Wiesenlandschaft mit einem noch schöneren Abstieg nach Rodenbach. Anschließend erreichst du auch schon den Galgenberg den Stadtrand von Dillenburg, dem Endpunkt des Fernwanderweges.

3. Der Hochrhöner – Thüringen von seiner schönsten Seite

Durch das grüne Herz Deutschlands wandern – das kannst du in Thüringen auf dem Hochrhöner Wanderweg, einem der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Knapp 120 Kilometer, verteilt auf acht Etappen, führen dich vorbei an knorrige Buchen, entlang von Mooren und Bachtälern sowie über Halden und Basaltblöcke. Der Hochrhöner ist ein mittelschwerer Weitwanderweg, bei dem du eine gute Ausdauer mitbringen solltest.

Die kahlen Höhen machen den Hochrhöner zu einem wahren Wandererlebnis, wo du mit weiten und eindrucksvollen Aussichten belohnt wirst. Du erklimmst hier auch die höchsten Punkte des Mittelgebirges und durchschreitest kulturelle Ortschaften, wie das Franziskanerkloster auf dem Kreuzberg mit seiner jahrhundertealten Brautradition oder den Kurort Bad Kissingen sowie den Felsrücken der Milseburg mit der keltischen Siedlung an seinem Fuß.

Unsere Highlights des Hochrhöners

  • Etappe 2 – Von Stralsbach bis Oberweißenbrunn: schon nach kurzer Wanderung erreichst du auf dieser knapp 24 Kilometer langen Teilstrecke des Hochrhöner die romantische Klosterkirche von Frauenroth. Entlang an Bach und Wald führt dich der Weg weiter nach Premich, wo du einen tollen Ausblick von den Schwarzen Bergen über den Kreuzberg bis hin zur Langen Rhön hast. Vor dem Abstieg nach Oberweißenbrunn lohnt sich die Einkehr im Franziskanerkloster, wo du dich mit Bier aus der hauseigenen Brauerei stärken und vor allem erholen und belohnen kannst.
  • Etappe 5 (Lange Rhön-Variante) – Von Kaltensundheim bis Dermbach: diese 22 Kilometer lange Etappe ist deshalb lohnenswert, da sie sehr abwechslungsreich ist: hier wechseln sich Hecken, Wiesen, Wald und Wacholderheiden ab – und hier tun sich auch weite Blicke ins Feldatal auf. Später geht es rauf auf den Gläserberg, von wo aus du gefühlt das gesamte Bundesgebiet überblicken kannst.

4. Der Harzer-Hexen-Stieg – Die ganze Schönheit des Harzes

Der Harzer-Hexen-Stieg ist mit seinen knapp 100 Kilometern zwar nicht der längste Fernwanderweg, gleichzeitig aber auch nicht der einfachste. Wandereinsteiger müssen eine gute Ausdauer haben, um nicht die Lust am Wandern zu verlieren. Geübte Freunde des Wanderns hingegen werden eine Freude bei dieser Fernwanderung haben. Nicht desto trotz gehört der Harzer-Hexen-Stieg zum Wandern in Deutschland einfach dazu.

Auf dem Harzer-Hexen-Stieg überquerst du unter anderem den höchsten Berg Norddeutschlands: den sagenumwobenen Brocken. Im Volksmund wird der Brocken auch Blocksberg genannt und 1540 wurde dieser zum ersten Mal als Platz der Walpurgisnacht bezeichnet. Und da der Brocken an über 300 Tagen im Jahr in Nebel gehüllt ist, treten häufig seltene optische Effekte auf, wie Halos und das sogenannte Brockengespenst, welches Wanderern Schrecken einjagen soll.

Doch auch abseits von Legenden hat der Weitwanderweg im Harz vieles zu bieten: lichte Mischwälder, dichte Nadelwälder, blumige Bergwiesen, steile Berghänge, dahinplätschernde Bäche sowie markante Talsperren. Und diese Vielfalt kannst du in nur fünf Etappen erleben.

Unsere Highlights des Harzer-Hexen-Stiegs

  • Etappe 3 – Von Torfhaus bis Drei Annen Hohne: geschichtsträchtig ist es auf dieser 25 Kilometer langen Etappe in Richtung Brocken. Denn hier verlief einmal fast 40 Jahre lang die innerdeutsche Grenze. Und auf dieser Teilstrecke ist der Hexen-Stieg und der Goetheweg der ein und derselbe Weg. Entlang der schönsten Moore des Harzes besteigst du den Brocken und auf dem Pfad hin zum Zielort wanderst du vorbei an urigen Felsen und durch dichte Wälder. Prädikat: großartig!
  • Etappe 5 – Von Altenbrak bis Thale: die letzte Etappe des Harzer-Hexen-Stiegs führt dich zunächst durch plätschernde Gewässer, in denen sich die Harzer Forellen tummeln, schließlich ins Naturschutzgebiet Bodetal mit dem „Grand Canyon“ des Harzes. Hier ragen die Steilwände auf und Buchen, Fichten und Eiben brechen aus den Felsen heraus. Da die 13 Kilometer lange Strecke immer auf und ab geht, kommst du so in den Genuss atemberaubender Aussichten. Ein großartiges Ende für diesen wunderbaren Fernwanderweg.

5. Der Zweitälersteig – Qualitätswanderung im Schwarzwald

Der Zweitälersteig ist ein Traum für Wanderprofis. Mit seinen 107 Kilometern ist er zwar nicht besonders lang, aber aufgrund der zu bewältigenden Höhenmetern ist er eine sehr fordernde Fernwanderung.

2011 wurde der Zweitälersteig, der durch den Schwarzwald führt, als Qualitätswanderweg „Wanderbares Deutschland“ zertifiziert. Willst du alle fünf Etappen des Zweitälersteigs bewältigen, dann hast du eine wunderschöne Rundwanderung vor dir, die dich am Ende zum Ausgangspunkt zurückbringt.

Die Weitwanderung ist sehr abwechslungsreich. Du wirst nicht nur idyllische Tallandschaften mit urigen Waldwegen durchschreiten, sondern auch an schroffen Felsen vorbeiwandern und breite Gipfelkuppen mit großartigen Panoramablicken überwinden.

Unsere Highlights des Zweitälersteigs

  • Etappe 1 – Von Waldkirch bis Kandel: zwar werden nur zehn Kilometer zurückgelegt, dafür aber knapp 1000 Höhenmeter. Schuld dafür ist der Höhepunkt dieser Etappe, nämlich der Kandel mit seinen 1241 Höhenmetern. Vorher erreichst du aber noch die Thomashütte, die wie ein Adlernest im Felsen klebt und von wo du atemberaubende Tiefblicke ins Glotter- und Rheintal hast. Auf dem Kundl angekommen, wirst du mit einem unwiderstehlichen 360-Grad-Rundumblick belohnt. Da ist der kräfteraubende Anstieg schnell vergessen.
  • Etappe 5 – Von Hohenhäuser bis Waldkirch: spätestens auf der fünften und letzten Etappe möchtest du, dass die Wanderung gar nicht mehr endet. Denn auch hier werden dir majestätische Aussichten und Fernblicke geboten, die süchtig machen. Es geht hier immer auf und ab und doch, wenn du dann Waldkirch, den Start- und Endpunkt der Fernwanderung, erblickst, kannst du nicht anders als wehmütig an die letzten Tage zurückdenken.

6. Der Malerweg – Wanderromantik in der Sächsischen Schweiz

Wenn von Wandern in Deutschland die Rede ist, dann darf diese Wanderung natürlich nicht fehlen. Auf 111 Kilometern werden sage und schreibe über 10.000 Höhenmeter (Auf- und Abstieg zusammengerechnet) bewältigt. Schon alleine deshalb ist eine gute Grundausdauer und Wandererfahrung beinahe Pflicht.

Während der eingeplanten acht Etappen des Malerweges, einem der faszinierendsten Fernwanderwege Deutschlands, bekommst du unvergessliche Momente geliefert: tiefe Felsenschluchten, bizarre Felsformationen und vor allem einzigartige Aussichten. Ideal, um die gesamte Sächsische Schweiz kennenzulernen.

Das schöne am Malerweg ist, dass die Wege vorwiegend naturbelassen sind – jeder Wanderer weiß dies zu schätzen. Zu den schönsten Etappen gehören jedoch jene, auf denen die Berge erklommen werden. Manche sind so steil, dass Teile des Weges über Treppen und Stiegen bewältigt werden müssen.

Unsere Highlights des Malerweges

  • Etappe 2 – Von Wehlen bis Hohnstein: Auf diesen 13 Kilometern wanderst du am wohl ikonischsten Ort der Sächsischen Schweiz entlang: der Basteibrücke. Die Bastei ist die meistbesuchte Touristenattraktion der Sächsischen Schweiz – nicht überraschend, denn hier hast du eine unbeschreibliche Aussicht ins Elbtal und das Elbsandsteingebirge.
  • Etappe 3 – Von Hohnstein bis Altendorf: mit knapp 12 Kilometern ist diese Etappe etwas kürzer als die Zweite, aber nicht weniger schöner. Denn auch dieses Mal offenbart sich dir ein herrlicher Ausblick über die Sächsische Schweiz. Allein wegen der Aussicht lohnt sich die Wanderung auf dem Malerweg.

7. Der Maximiliansweg – Der König unter den Fernwanderwegen

Der Maximiliansweg ist eine herausfordernde Fernwanderung, gehört aber zum Wandern in Deutschland einfach dazu. Manche der 22 Tagesetappen sind technisch anspruchsvoll, andere Etappen wiederum fordern die Ausdauer. Trittsicherheit ist für viele Etappen Voraussetzung. Wandereinsteiger sollten nicht den gesamten Maximiliansweg bestreiten, sondern sich einfachere Einzeletappen raussuchen.

Eingeweiht wurde die Strecke zwischen Bodensee und Berchtesgaden 1858 vom bayrischen König Maximilian II. Allerdings legte er die fast 370 Kilometer gemütlich in der Kutsche und zu Pferd zurück. Für passionierte Wanderer ein No-Go, denn zu Fuß kommst du eher in den Genuss von 22 Etappen der Sonderklasse: abenteuerliche Gratwanderungen und Gipfelübersteigungen treffen auf gemütliche Wanderungen über grüne und blühende Wiesen inmitten atemberaubender Berglandschaften.

Der Maximiliansweg geht hauptsächlich durch Baden-Württemberg und Bayern. Nur in Vorarlberg und für einige Kilometer in Tirol wird Österreich durchwandert. Der höchste Punkt dieser Fernwanderung ist die Ammergauer Hochplatte mit etwas über 2000 Metern Seehöhe.

Unsere Highlights des Maximiliansweges

  • Etappe 4 – Vom Staufner Haus bis Gunzesried: auf einer Strecke von 15 Kilometern wird dir zwar einiges abverlangt, allerdings wirst du dafür mit unvergesslichen Bergpanoramen belohnt, etwa mit einer Aussicht bis hin zur Zugspitze. Eines der Highlights dieser Etappe ist die Nagelfluh-Gratwanderung, die zu den schönsten Gratwanderungen des westlichen Allgäus gehört.
  • Etappe 6 – Von Rehbach bis Füssen: knapp 25 Kilometer musst du bei dieser Etappe zurücklegen. Nachdem gleich zu Beginn idyllische Alm- und Seelandschaften zum Bestaunen einladen, geht es bald in luftige Höhen. Nachdem die österreichisch-deutsche Grenze passiert wird, öffnet sich auch endlich der Blick auf die imposante Tiroler Bergkulisse. Du magst mittelalterliche Ruinen? Dann lohnt sich ein Abstecher hinauf zur Ruine Falkenstein – die höchst gelegene Burgruine Deutschlands. Und als Belohnung für diese lange Etappe wartet auf Etappe 7 ein weiteres Highlight des Maximiliansweges auf dich: das Märchenschloss Neuschwanstein.
  • Etappe 16 – Von Fischbachau bis Mitteralm: diese Teilstrecke, die über knapp 12 Kilometer geht, hat es in sich. Als Gegenleistung bekommst du ein unbeschreibliches Bergpanorama zum Genießen zu Gesicht. Zu Beginn mag die Tour noch etwas eintönig sein, da bis zur Gemeinde Birkenstein ein Wirtschaftsweg führt. Doch danach geht es durch bewaldete Gebiete und Weiden entlang von wunderbaren Berglandschaften auf den Wendelstein hinauf.

Wandern in Deutschland: So viel Schönheit zu Hause

Mit diesen Tipps kannst du endlich etwas Abwechslung in deinen Wanderalltag bringen. Du wirst mit diesen nicht nur Neues entdecken, sondern vor allem eine schöne Zeit im Freien, bei guter Luft und atemberaubenden Landschaften haben. Und nicht vergessen, um es in den Worten des legendären Reinhold Messners zu formulieren: „Wir steigen nicht auf Berge, um Gipfel zu erreichen, sondern heimzukehren in eine Welt, die uns als neue Chance, als ein nochmals geschenktes Leben erscheint.“

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