Vollwaschmittel, Colorwaschmittel & Co.: Das sind die Unterschiede

Waschmittelarten im Überblick

Sauber, duftend, farbkräftig und vor allem fleckenlos – so soll die frisch gewaschene Wäsche sein. Aber neben Kaffee, Rotwein oder Soßen, die schnell hartnäckige Flecken auf der Kleidung hinterlassen, sind auch Grauschleier und ausgebleichte Farben ein Problem, dass ohne ein wirklich gutes Waschmittel nicht zu lösen ist. Aber wozu greift man am besten? Voll-, Color- oder Spezialwaschmittel? Waschpulver oder Waschgel? Wir sagen euch, wann was in Frage kommt!

Geballte Reinigungspower: die Vollwaschmittel

Vollwasch- oder auch Universalwaschmittel können für viele Arten von Wäsche verwendet werden. Die in ihnen enthaltenden Enzyme und Tenside lösen den Schmutz und tiefsitzende, unangenehme Gerüche besonders zuverlässig. Die Bleichstoffe sorgen schließlich für das Entfernen von färbenden Rückständen wie von Rotwein oder Tomatensoße.

Vollwaschmittel: Dafür wird es gebraucht

Alles sollte man mit Vollwaschmittel allerdings nicht waschen. Durch die optischen Aufheller und Bleichmittel würde die Buntwäsche schnell an Farbe verlieren.

Nur wenn Buntes muffig riecht oder stark verschmutzt ist, darf es ausnahmsweise mit Vollwaschmittel behandelt werden. Bei sensiblen Stoffen wie Wolle und Seide herrscht dagegen Generalverbot.

Geeignet für:

  • Weißes
  • Farbechtes (Sachen, die nicht abfärben, wie Badetücher, Geschirrtücher oder Bettwäsche)
  • Stark Verschmutztes

Nicht zu empfehlen für:

  • Empfindliche Stoffe wie Wolle und Seide
  • Buntwäsche (für wiederholten Gebrauch)

Experten für besten Farberhalt: die Colorwaschmittel

Buntes wascht ihr am besten mit Colorwaschmittel. Es schont die Farben und verhindert das Verfärben anderer Textilien. Der Grund dafür sind die im Colorwaschmittel vorhandenen Farbübertragungsinhibitoren.

Colorwaschmittel: Dafür braucht man sie

Sie umschließen gelöste Farbstoffe und verhindern so, dass diese von einem Kleidungsstück auf ein anderes übertragen werden. Außerdem sind Buntwaschmittel frei von Bleichmitteln und optischen Aufhellern, die bunte Farben auf Dauer zum Verblassen bringen.

Genau ohne diese Bestandteile ergraut jedoch die Weißwäsche, weswegen sich Colorwaschmittel tatsächlich nur für Buntes eignet.

Geeignet für:

  • Buntwäsche

Nicht zu empfehlen für:

  • Weißwäsche (für wiederholten Gebrauch)

Tipp: Um Verfärbungen ganz sicher zu vermeiden, lohnt es sich auch Buntwäsche nach Farben zu trennen oder ein Farbtuch mit in die Waschmaschine zu geben. Stark abfärbende Wäsche sollte komplett separat gewaschen werden.  

Spezialisten: Woll-, Fein- und Schwarzwaschmittel

Vollwaschmittel für Weißes, Colorwaschmittel für Buntes – reicht es wirklich aus? Schließlich türmen sich ganz Produktberge an Waschmitteln in den Drogerieregalen, und alle sie wollen für etwas unersetzlich sein. Wir sagen euch, wo sich die Extra-Investition wirklich lohnt.

Wollwaschmittel

Für empfindliche Stoffe wie Wolle und Seide sind Wollwaschmittel die richtige Wahl. Der Grund: Sie sind frei von Proteasen.

Diese Enzyme, die oft im Vollwasch-, Color-  und manchmal sogar Feinwaschmittel vorkommen, greifen Proteine in tierischen Fasern an, um eiweißhaltige Verschmutzungen zu beseitigen. Weil das bei Seide und Wolle allerdings zu Schädigungen führt, lohnt sich hier die Investition in ein Extrawaschmittel.

Feinwaschmittel

Gedacht sind Feinwaschmittel für pflegeleichte Wäsche im Schonprogramm. Ohne Bleiche und optische Aufheller, dagegen häufig mit schaumbildenden Seifen, sollen sie sowohl Farben als auch Fasern besonders schonen.

Stiftung Warentest zufolge sind diese dennoch nicht besonders empfehlenswert. Oft teurer als Colorwaschmittel, bringen sie keine großen Vorteile. Ein gutes Buntwaschmittel eignet sich dagegen sowohl für ein Pflegeleichtprogramm als auch für Handwäsche.

Schwarzwaschmittel

Ähnlich wie Feinwasch-, erhielten auch die Schwarzwaschmittel kein Lob von Stiftung Warentest.

Trotz des Versprechens der Hersteller, schwarze Farbe besonders zu schonen und für lange Erhaltung zu sorgen, zeigten die Produkte keine besseren Resultate als Colorwaschmittel. Auch die Punkte Textilschonung und Sauberkeit fielen hier nicht besser aus.

Pulver oder Gel: Was kommt in die Waschmaschine?

Als würden die vielen Waschmittelarten nicht genug Entscheidungen abverlangen, auch die Form stellt uns vor eine neue Frage: Waschpulver oder Waschgel? Hier sind die Vor- und Nachteile der beiden Waschmittelarten.

Waschpulver: die beste Lösung bei Vollwaschmitteln

Waschpulver löst Verschmutzungen besser

Wenn Vollwaschmittel, dann Waschpulver, rät Stiftung Warentest: Es wäscht sauberer als flüssige Waschmittel und ist somit für Weißes und stark Verschmutztes besser geeignet.

Der Grund dafür sind Stoffe, die nur in Pulverform enthalten sind. Dabei handelt es sich um Bleichmittel, Zeolithe und Hilfsstoffe. Bleichmittel machen die Wäsche weißer, Zeolithe enthärten das Wasser und Hilfsstoffe halten den Schmutz fest. 

Der Nachteil vom Pulver-Waschmittel ist, dass er weiße Rückstände auf dunkler Wäsche hinterlassen kann. Das liegt am Wasserenthärter, der von Spülwasser nicht abtransportiert werden kann.

Tipp: Ein zusätzlicher Spülgang oder die Nutzung der Wasser-Plus-Funktion verhindern das Problem. Kleinere Rückstände können aber auch einfach ausgebürstet werden.

Waschgel: hinterlässt keine Rückstände

Gute Colorwaschmittel gibt es auch in Flüssigform. Ihr größter und einziger Vorteil: Sie hinterlassen keine weißen Rückstände auf der Kleidung. Als Vollwaschmittel eignen sie sich weniger. Und auch als Spezialwaschmittel punkten sie bei Stiftung Warentest nicht.

Für bessere Haltbarkeit werden Flüssigwaschmitteln Konservierungsstoffe hinzugefügt. Diese belasten jedoch die Umwelt und können zudem Allergien auslösen.

Ohne die Hilfsstoffe, die von den Fasern gelöste Schmutzpartikel abtransportieren, verteilen sich diese während des Waschens auf den Stoffen. Wird helle Wäsche länger mit Flüssigwaschmitteln gewaschen, vergraut sie und wird auch durch Pulver-Waschmittel nicht wieder weiß. Auch farbintensive Flecken wie die vom Rotwein oder Obst entfernt Waschgel viel schlechter.

Waschgel hinterlässt keine Rückstände

Fazit

Auch wenn euch die Waschmittelindustrie etwas anderes vormachen möchte: Unzählige Waschmittel braucht ihr in eurem Haushalt nicht. Mit insgesamt 3 Waschmittelarten kommt ihr bereits bestens zurecht. Alles, was ihr braucht ist:

  • Vollwaschpulver für Weißes, Farbechtes und stark Verschmutztes
  • Colorwaschmittel für Buntes
  • Wollwaschmittel für Wolle und Seide

Bei der Frage danach, ob es Pulver oder doch Flüssigwaschmittel sein soll, liegen die Vorteile ganz klar beim Pulver. Waschmittel in Pulverform waschen besser, sind schonender zur Umwelt und besser für die eigene Gesundheit.