Nebenwirkungen, Unfruchtbarkeit und Alternativen

Verhütung: Macht die Pille krank?

Als im Jahr 1961 die Pille in Deutschland auf den Markt kam, war dies ein befreiender Durchbruch. Demographisch kann man dieses Ereignis am sogenannten Pillenknick ablesen, denn nach der Einführung der Antibabypille brachen die Geburtenzahlen deutlich ein. Die Pille führte zu weniger ungewollten Geburten, dafür aber bei einigen Frauen auch zu erheblichen Nebenwirkungen. Macht die Antibabypille wirklich krank?

Welche Nebenwirkung kann die Pille haben?

Wenn du dir die Pille verschreiben lässt, wird dich dein Arzt hoffentlich sehr genau darüber aufklären, dass die Antibabypille letztlich ein Medikament ist, das auch Nebenwirkungen haben kann. Einen Auszug der häufigsten Nebenwirkungen haben wir dir an dieser Stelle zusammengetragen:

  • Kopfschmerzen und Brustschmerzen
  • Pilzinfektionen
  • Vermehrter Appetit
  • Migräne
  • Magen-Darm-Probleme
  • Hoher Blutdruck
  • Hautprobleme
  • Haarausfall
  • Zwischenblutungen
  • Schwäche

Diese Probleme können, müssen aber nicht auftreten. Es gibt natürlich auch viele Frauen, die ihre Pille ohne jede Nebenwirkung sehr gut vertragen. Wichtig ist: Wenn du nach der Einnahme Veränderungen oder Nebenwirkungen verspürst, dann besprich diese bitte mit deinem Arzt.

Welche gesundheitlichen Probleme kann die Pille verursachen?

Neben den eher moderaten Nebenwirkungen, mit denen du vielleicht noch irgendwie leben kannst, kann die Einnahme der Pille auch zu schwereren Nebenwirkungen oder sogar Langzeitschäden führen.

  1. Schilddrüsen-Funktionsstörungen
    Zu viel Östrogen drosselt die Funktion der Schilddrüse, durch die langfristig eine Unterfunktion entstehen kann – auch über die Einnahme der Pille hinaus. Die Pille wirkt sich außerdem negativ auf den Jod-Haushalt im Körper aus, was wiederum ebenfalls zu einer Funktionsstörung der Schilddrüse führen kann. Wenn du schon vor der Einnahme der Pille Probleme mit der Schilddrüse hast, solltest du das unbedingt mit deinem Arzt besprechen.
  2. Störungen der Niere
    Die Auswirkungen der Pille auf die Niere sind stark von dem Präparat abhängig. Einige Antibabypillen führen zu einem dauerhaft überhöhten oder zu niedrigen Cortisol-Wert. Darunter leidet vor allem unsere Fähigkeit, Stress zu verarbeiten. Durch die psychische Belastung können im Körper schneller entzündliche Prozesse angestoßen werden. Das Cortisol-Ungleichgewicht im Körper führt dann dazu, dass lebenswichtige Prozesse wie der Fettstoffwechsel oder die Balance des Blutzuckers nicht mehr funktionieren.
  3. Post-Pill-Syndrom
    Diese Nebenwirkung treten auch dann auf, wenn du die Pille absetzen möchtest. Der Zyklus und die Hormone müssen jetzt wieder in ein natürliches Gleichgewicht kommen. Der Körper muss lernen, die Hormone wieder selbst zu produzieren und den Zyklus aufrecht zu erhalten. In dieser Zeit können sich die Nebenwirkungen der Pille auch noch über die Einnahme hinaus durch starke Zyklus-Schwankungen, starke Blutungen, ausbleibende Eisprünge und sehr schmerzhafte Regelblutungen bemerkbar machen.
  4. Magen-Darm-Probleme
    Unser Darm übernimmt die wichtigste Funktion des Immunsystems. Die synthetischen Stoffe in der Pille stören die empfindliche Darmflora, was wiederum eine Schwäche des Immunsystems zur Folge haben kann. Wenn der Darm die Nahrung schlechter verarbeitet, bleiben Gifte und Säuren zurück, die sich im Körper ablagern. Außerdem können sich Allergien und Nahrungsmittel-Intoleranzen bilden.
  5. Diabetes
    Die Hormone in der Pille stehen unter dem Verdacht, Diabetes bei Frauen auszulösen. Insulin ist ein Bauspeicheldrüsen-Hormon, das durch künstliche Hormone manchmal nicht mehr einwandfrei arbeiten kann. Der Blutzucker-Spiegel wird in Folge dessen nicht mehr einwandfrei kontrolliert und reguliert.
    Viele dieser Krankheiten können diffuse Ursachen haben, die nicht in erster Linie auf die Einnahme der Pille zurückzuführen sind. Bleibe daher immer sensibilisiert und behalte die möglichen Nebenwirkungen der Pille im Kopf, wenn du plötzlich krank wirst und nach Ursachen suchst.

Gibt es wirklich Todesfälle durch die Einnahme der Pille?

In den Medien grassieren immer mal wieder Meldungen von Todesfällen, die durch die Einnahme der Antibabypille verursacht worden sein sollen. Nach der Auffassung einiger Mediziner soll die Pille in seltenen Fällen zu Lungenembolien oder Thrombosen führen. Außerdem soll das Brustkrebs-Risiko durch die Einnahme der Pille steigen. In der Kritik steht vor allem die Antibabypille „Yasmin“ von Bayer. An ihr sollen bislang die meisten Frauen durch tödliche Nebenwirkungen gestorben sein. Aber auch, wenn einige Mediziner einen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme der Pille und den Todesfällen sehen: Bewiesen werden konnte es bislang bei keinem der tragischen Fälle.

Macht die Pille unfruchtbar?

Unter jungen Mädchen kursiert gerne das Gerücht, dass durch eine lange Einnahme der Pille die Fruchtbarkeit nach dem Absetzen gestört sein kann. Stimmt das wirklich? Auch hier gibt es leider kein ganz klares Ja oder Nein. Die meisten Mediziner sehen die Schwierigkeiten einiger Frauen, nach der Pillen-Einnahme schwanger zu werden, nicht primär in der Pillen-Einnahme selbst. Vielmehr besteht das Problem darin, dass Frauen die Pille meistens in ihrer fruchtbarsten Zeit zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr einnehmen.

Nach dem Absetzen der Pille, braucht der Körper seine Zeit, um sich wieder auf einen natürlichen Zyklus einzustellen. In dieser Phase sinkt bereits die natürliche Fertilität der Frau ganz unabhängig von der Einnahme der Pille. Wenn du ein Kind planst, solltest du die Pille also idealerweise noch vor deinem 30. Lebensjahr absetzen, damit dein Körper noch genug Zeit hat, sich wieder zu normalisieren.

Nebenwirkungen der Pille

Eine Schwangerschaft kommt gerade nicht infrage, die Pille aber ebenfalls nicht?

Welche Verhütungsmethoden gibt es noch?

Selbstverständlich ist die Pille nicht die einzige Verhütungsmethode, die eine ungewollte Schwangerschaft verhindert. Wenn du Angst vor den Nebenwirkungen der Pille hast oder dich aus anderen Gründen gegen diese Verhütungsmethode entscheidest, musst du nicht im Zölibat leben – es gibt Alternativen! Da du sicher schon mal etwas von Kondomen & Co gehört hast, möchten wir dir an dieser Stelle die etwas weniger bekannten Verhütungsmittel vorstellen.

    1. Die Kupferkette
      Dieses Verhütungsmittel für die Frau ist für die Langzeit-Verhütung gedacht. Sie wird im Körper der Frau eingesetzt und kann dort mehrere Jahre bleiben. Daher wird die Spirale Frauen empfohlen, die schon mit der Kinderplanung abgeschlossen haben. Kupferspiralen verändern das Milieu in der Gebärmutter und verhindern den Schleimhaut-Aufbau. Die neuste Entwicklung ist die Kupfer-Kette, bei der an einem Kunststoff-Faden Kupfer-Elemente aufgereiht sind. Diese werden in die Gebärmutter gelegt und von den meisten Frauen besser vertragen als die reine Kupferspirale.
    2. Das Femidom
      Das Kondom für die Frau gibt es eigentlich schon seit den 90er-Jahren. Es handelt sich um einen etwa 18cm langen Schlauch mit einem kleinen Ring am Ende, der tief in der Scheide der Frau eingeführt wird. Der Vorteil: Das Femidom schützt vor Geschlechtskrankheiten. Der Nachteil: Es ist sehr umständlich und kann schnell verrutschen, weshalb das Femidom nicht zu den sichersten Methoden gehört.
    3. Die Portiokappe
      Diese Kappe ist mit einem Diaphragma vergleichbar, das jedoch deutlich kleiner ist und direkt vor den Muttermund gelegt wird. Dort saugt es sich dann fest und bildet eine sichere Barriere für Spermien. Auch dieses Verhütungsmittel zählt laut Pearl-Index allerdings zu den weniger sicheren Methoden.
    4. Salben und Zäpfchen
      Das Thema Verhütung ist dauerhaft aktuell und daher experimentiert die Industrie regelmäßig mit neuen Methoden. Dazu gehören auch diverse Salben und Zäpfchen, die direkt vor dem Geschlechtsverkehr angewendet werden müssen. Die Sicherheit liegt allerdings nur zwischen 5% und 25%. Bleibt noch ein Restrisiko von 95%, trotz Verhütung schwanger zu werden.
    5. Das Vasalgel für den Mann
      Zugegeben: Bei dieser Methode werden männliche Leser erst einmal zusammenzucken, aber bitte – es lohnt sich bis zum Ende zu lesen. Das Vasalgel wurde im Jahr 2010 auf den Markt gebracht und wird während eines kleinen Eingriffs von 15 Minuten in die Spermien-Leiter injiziert. Dort setzt sich das Gel fest und lässt lediglich die Spermien-Flüssigkeit, nicht aber die Spermien durch. Das Gel kann bis zu 10 Jahre im Samenleiter bleiben. Wenn Mann vorher Kinder möchte, dann reicht eine kurze Injektion mit Natriumhydrogen-Carbonat aus, um das Gel wieder aufzulösen.

Was ist die beste natürliche Verhütungsmethode?

Es gibt verschiedene Methoden der natürlichen Familien-Planung, die aber alle eines gemeinsam haben: Sie reichen nicht an die Sicherheit von Pille und Kondom heran. Darüber solltest du dir im Klaren sein, wenn du natürlich verhüten möchtest. Natürliche Verhütungsmethoden basieren auf dem Prinzip, dass du deinen Körper genau kennst und deinen Zyklus beobachtest. Über Methoden wie den Zyklus-Computer, der den Hormongehalt im Urin misst und daraus die fruchtbaren Tage ableitet oder die Temperatur-Messmethode findest du heraus, wann dein Eisprung ist.

In der fruchtbaren Zeit verzichtest du dann entweder auf Sex oder du verwendest andere Verhütungsmethoden. Auf Experimente wie den „Coitus Interruptus“ – also die Beendigung des Vergnügens vor dem Höhepunkt solltest du dagegen vollständig verzichten. Als vergleichsweise sicher gilt die LH-Messung. Du besorgst dir dafür LH-Tests aus der Apotheke oder im Internet. Diese hältst du um die Zyklusmitte in den Morgenurin. Steigt der LH-Wert, beginnt die fruchtbare Phase. Diese Methode kannst du später übrigens auch wunderbar für die Schwangerschaftsplanung einsetzen.

Antibabypille kann auch Männer krank machen

Und das ganz ohne Einnahme. Denn Frauen, die die Pille nehmen, können über die Toilette Hormon-Rückstände ausscheiden, die dann wiederum in die Gewässer gelangen. Dort richten sie unter anderem in der Tierwelt großen Schaden an. Verantwortlich ist das synthetische Östrogen EE2, das in Verhütungsmitteln verwendet wird. Durch die Aufnahme dieser Hormone bilden männliche Fische plötzlich weibliche Merkmale aus. Wird das belastete Wasser wieder zu Trinkwasser verarbeitet, bleiben ebenfalls Hormon-Rückstände darin, die vom Körper aufgenommen werden. Bei Männern können diese Rückstände eine vergleichbare Wirkung haben, wie bei den Fischen. Der Östrogen-Anteil im männlichen Körper steigt, was sich langfristig negativ auf die männliche Fruchtbarkeit auswirkt.