Alles rund ums Second Hand Shopping

Aus alt macht neu – gebrauchte Ware kaufen

Es ist günstig, es ist nachhaltig – und es macht so richtig viel Spaß: Vintage Schnäppchen jagen und Ware gebraucht kaufen. Längst hat Second Hand seinen schmuddeligen Sperrmüll-Charakter verloren. Vintage ist gefragter denn je. Und das nicht nur bei Kleidung. In diesem Artikel verraten wir dir, wo und wie du die besten Second Hand Schätze findest und welche Dinge du vielleicht doch lieber neu kaufst.

Warum gebrauchte Dinge kaufen?

Second Hand, Vintage oder Preloved: Es gibt viele Namen für ein und dieselbe Sache. Wer Waren nicht neu, sondern aus zweiter, dritter oder vierter Hand kauft, bewegt sich voll und ganz am Puls der Zeit. Flohmärkte sind so in wie schon lange nicht mehr. Und das hat für jeden Second Hand Liebhaber unterschiedliche Gründe.

Der Offensichtlichste ist der Preis: Während für Neuware – egal ob Auto, Möbel oder Kleidung – eine stattliche Summe anfällt, sind Gebrauchtwaren deutlich günstiger. Damit gehen jedoch gleich mehrere „Nachteile“ einher (wenn man es denn so nennen will). Da die Produkte nicht mehr neu sind, weisen sie in aller Regel Gebrauchs- und Abnutzungsspuren auf. Zudem muss man damit leben, zu wissen, dass die Neuanschaffung bereits eine Vorgeschichte hat. Aber gerade die Vorgeschichte ist der Punkt, der auch wieder mit einem gewissen Reiz verbunden ist. Was wären zum Beispiel Antiquitäten, die nicht die Aura der Vergangenheit in sich trügen?

Ein weiterer Aspekt, der dafür spricht, gebrauchte Dinge zu kaufen, ist die Nachhaltigkeit. Produkte, die in ihrem zweiten Leben nicht auf dem Müll landen, sondern einem anderen Menschen Freude bringen, haben eine deutlich längere Lebensdauer. Das bedeutet wiederum, dass der Wegwerf-Zyklus unterbrochen wird. Wer einer alten Sache einen neuen Zweck gibt, muss keine Neuware kaufen. Das ist ressourcenschonend und energiesparend – gerade im Hinblick auf die Produktion und den Transport.

Umsichtig shoppen: 3 Tipps zum Second Hand Kauf

Ein echter Second Hand Klassiker – und sind wir mal ehrlich: Das liegt nicht gleich auf der Hand, wenn wir an Vintage denken – sind Autos. Ja, richtig: Die wenigsten Menschen kaufen ihre Fahrzeuge neu, sondern setzen auf einen Gebrauchtwagen. Der Grund? Der Wertverlust, der vor allem in den ersten Jahren nach dem Kauf des Neuwagens seine Spuren hinterlässt. Gebrauchte Autos sind wesentlich günstiger als blitzeblank aufpolierte Fahrzeuge, die direkt vom Band laufen oder eigens auf Wunsch produziert werden.

Was ist beim Kauf von einem Gebrauchtwagen nun wichtig? Natürlich, dass das Fahrzeug in Ordnung ist. Und dasselbe Kaufprinzip lässt sich auch bei anderen gebrauchten Dingen anwenden. Soll heißen: Wer gebraucht kauft, muss umsichtig shoppen. Besteht die Möglichkeit, das Produkt in einem Second Hand Shop oder auf dem Flohmarkt anzusehen, so unterziehe es unbedingt einer umgehenden Sichtprüfung. Achte vor allem auf versteckte Mängel, die nicht gleich auf den ersten Blick ins Auge fallen.

Hast du nicht die Option, eine Sache auf Herz und Nieren zu testen, lass das vermeintliche Schnäppchen lieber vorbeiziehen. Eine Portion Skepsis ist dann nicht verkehrt, wenn ein Preis für ein offensichtliches Markenprodukt wirklich viel zu niedrig ist. Außerdem bietet es sich an, das Gespräch zu suchen: Warum wird denn gerade dieses Tablet verkauft, das wie neu aussieht? Es war eine günstige Beigabe zum neuen Smartphonevertrag und wird gar nicht benötigt. Das klingt doch plausibel, oder?

Zu guter Letzt noch ein Tipp, bei dem sich wieder Parallelen zum Autokauf ziehen lassen. Wer sich nicht so gut auskennt, ist gut beraten, zum Gebrauchtwagenhändler zu gehen, wo man ein Jahr lang Anspruch auf Gewährleistung hat. Ähnlich funktioniert das auch beim Vintage Shopping: Mittlerweile gibt es viele Second Hand Händler wie ReBuy, Medimops oder ubup, wo du Technik, Mode und Elektronik gebraucht kaufen kannst. Der Vorteil: Bei solchen Portalen herrschen strenge Qualitätsrichtlinien. Bei gewerblichen Händlern kannst du außerdem dein Recht auf Widerruf geltend machen – bei privaten Verkäufen hingegen nicht.

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Bücher, CDs, Filme – hier kann man bei gebrauchter Ware richtig sparen.

Entertainment pur: Bücher, Technik und gebrauchte Handys kaufen

Wer kennt das nicht: Man steht im Bücherladen oder im Elektrofachhandel und würde den Einkaufswagen gerne bis oben hin vollpacken – wäre da nur nicht das begrenzte Budget. Gerade bei Büchern, Technik und Elektronik bietet es sich an, gebrauchte Dinge zu kaufen. Denn hier spricht der Preis wirklich für sich.

Während ein Hard Cover Buch neu gut und gerne 20 Euro kostet, sieht das bei Second Hand Büchern anders aus. Je nach Anbieter, Buchtitel und Zustand des Buches kannst du mehr als die Hälfte des originalen Kaufpreises sparen. Böse Überraschungen lassen sich zudem durch praktische Filterfunktionen vermeiden. ReBuy informiert seine Kunden zum Beispiel über den Zustand der bestellten Ware, der sich folgenden Kategorien zuordnen lässt:

  • Wie neu
  • Sehr gut
  • Gut
  • Stark genutzt

Du kannst so also selbst entscheiden, was dir wichtiger ist: Der tadellose Zustand eines Produktes oder doch lieber ein geringerer Kaufpreis.
Technische Geräte, wie Smartphones, Laptops und Tablets, sind gebraucht ebenfalls deutlich erschwinglicher. Wer über einen Onlineanbieter kauft, geht hier sicher, dass die technischen Geräte funktionieren.

Sicherlich bietet es sich auch an, einmal einen Blick auf die Bewertungen eines Händlers zu werfen, um zu überprüfen, dass auch wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Privatverkäufe müssen nicht zwingend schief gehen. Da bei einem negativen Kauferlebnis aber nicht der Name eines gesamten Unternehmens in Gefahr ist, ist das Risiko höher, über Privatverkäufe auf unseriöse Verkäufer oder gar Betrüger zu treffen.

Mode und Accessoires: Knüllerpreise für Vintage Artikel

Gebrauchte Unterhaltungselektronik und Second Hand Möbel sind das eine. Das andere ist aber Vintage Mode, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Online findest du nicht nur Basics wie Jeans, Shirts und Schuhe, sondern auch High End Fashion – und auch hier winken erstklassige Preisvorteile. Gerade in den vergangenen Jahren haben sich Marktplätze etabliert, die Käufer und Verkäufer von Luxusartikeln und High End Taschen zusammenbringen.

Der französische Anbieter Vestiaire Collective oder der deutsche Designer-Marktplatz REBELLE sind mittlerweile feste Größen in der Onlinewelt geworden. Das Geschäftsmodell ist raffiniert: Gegen eine Provision bieten sie privaten und gewerblichen Verkäufern Raum, Luxusartikel online zu inserieren. Der Käufer bekommt die Second Hand Designerartikel beim Kauf nicht direkt zugesandt, sondern wartet erst die Authentizitätsprüfung ab.

Die Experten des Designermarktplatzes nehmen die vermittelten Produkte in Augenschein und prüfen, ob es sich tatsächlich um echte Designerwerke oder doch um Fake handelt. Käufer gehen somit auf Nummer sicher, keine Louis Vuitton Fälschung zu erhalten, sondern eine Designerbag zu erwerben. Der Vorteil: Gebrauchte Luxuswaren sind deutlich günstiger als neue Originale.

Second Hand: Hier lieber verzichten

Second Hand bietet zahlreiche Vorteile. Aber wie so oft natürlich nicht uneingeschränkt und in jeder Hinsicht. Bei einigen Dingen solltest du genau überlegen, ob es sich nicht lohnt, die Produkte nicht lieber im Original zu kaufen. Ein Beispiel stellen hier Arzneimittel dar. Gesetzlich ist sogar verankert, dass Medikamente, die online bestellt wurden, nicht retourniert werden dürfen. Auch wenn sie noch geschlossen sind. Das hat gute Gründe – ebenso wie bei Hygieneartikeln. Zu hoch ist die Gefahr, dass die Medikamente bzw. die Waren manipuliert wurden.

Auch bei Produkten für die Kleinsten ist Vorsicht geboten: Wasche gebrauchte Babykleidung lieber einmal zu viel und einen Ticken zu heiß als zu wenig und zu kalt. Es schadet außerdem nicht, Spielzeug vor der ersten Benutzung zu desinfizieren – schließlich weiß man nie, wer die Produkte vorab in Besitz hatte und wie sie dort behandelt wurden. Selbiges gilt für Tierbedarf: Hundebettchen oder Kratzbäume kaufst du im Zweifel lieber neu, um die Gesundheit deiner Fellnasen nicht zu gefährden. Wie bei jedem Kauf gilt auch beim Shoppen von gebrauchter Ware: Ein schlechtes Bauchgefühl ist kein gutes Zeichen. Dann doch lieber verzichten…